Ihr denkt, ihr kennt die Welt des MMA? Dann lasst euch überraschen! Selbst für eingefleischte Fans gibt es immer wieder neue Fakten und Geschichten zu entdecken.
Jon Jones: Ein Überblick
Jonathan Dwight Jones, besser bekannt als Jon Jones, wurde am 19. Juli 1987 in Rochester, New York geboren. Er ist ein US-amerikanischer Mixed-Martial-Arts-Kämpfer, der derzeit bei der Ultimate Fighting Championship (UFC) unter Vertrag steht.
Beeindruckende MMA-Bilanz
Jones hat eine beeindruckende MMA-Bilanz mit 27 Siegen und nur einer Niederlage. Er war zwischen dem 29. Dezember 2018 und dem 17. August 2020 UFC-Titelträger im Halbschwergewicht, nachdem er den Gürtel bereits zwischen 2011 und 2015 gehalten hatte.
Dominanz im Octagon
Jones ist bekannt für seine Dominanz im Octagon und seine Fähigkeit, Kämpfe auf unterschiedliche Weise zu gewinnen, sei es durch K.o., Aufgabe oder Punkte.
Kontroversen und Herausforderungen
Abseits des Rings hatte Jones jedoch auch mit Kontroversen zu kämpfen, darunter mehrere positive Dopingtests und rechtliche Probleme.
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Private Einblicke
Privat hat Jones mit seiner Lebensgefährtin drei Töchter. Seine beiden Brüder Arthur und Chandler Jones sind ebenfalls erfolgreiche Sportler und spielen American Football in der National Football League.
Die Frage nach dem "Greatest of all Time" (GOAT)
Für UFC-Boss Dana White ist Jon Jones der beste MMA-Kämpfer aller Zeiten. Unangefochtenen GOAT-Status habe der US-Amerikaner.
Wer der "Greatest of all Time" ist, das ist eine sehr subjektive Frage, oft getrieben von einem Mix aus Expertise, Emotionen und Sympathien.
In den Diskussionen werden von Fans und Experten auch andere Namen genannt: Anderson Silva, Jose Aldo oder Fedor Emilianenko.
Fight Matrix: Eine alternative Perspektive
Aus der Fight-Matrix-Software kann abgeleitet werden: Jones ist nicht der "Beste aller Zeiten", sondern der Kanadier Georges St-Pierre.
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Auch er ist eine MMA-Ikone, hat aber im Gegensatz zu Jones viel öfter gegen aktive Fighter mit ebenfalls hohem Ranking gekämpft und besiegt.
"Um in der Rangliste aufzusteigen, müssen die Kämpfer aktiv bleiben und entscheidende Siege gegen andere Kämpfer erringen, die dasselbe getan haben", erklärt Jason.
Auch Inaktivität führe dazu, dass man im Ranking absteigt. Jones stand zuletzt im November 2024 im Käfig - zuvor war er 18 Monate ohne Kampf.
Sein letzter Gegner war Stipe Miocic, ein hochdekorierter Kämpfer, Ex-Champion in der UFC. Miocic war aber zum Zeitpunkt des Kampfes bereits 40 Jahre alt und hatte eine dreijährige Pause hinter sich.
Jones kann aber auch statistisch noch der "Beste aller Zeiten" werden, denn er ist im Gegensatz zu St-Pierre noch aktiver Kämpfer.
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Rätselhaftes Ende eines Superstars
Die MMA-Liga UFC verlor am Wochenende unvermittelt ihren größten Star. Kurz nach dem unerwarteten Rücktritt von Schwergewichts-Champ Jon „Bones“ Jones sind neue, einmal mehr verstörende Vorwürfe ans Licht gekommen.
„Jon Jones hat uns am letzten Abend kontaktiert und ist zurückgetreten“, verkündete Ligaboss Dana White am Samstag bei einer Pressekonferenz vor dem Wochenend-Event im aserbaidschanischen Baku - und teilte im selben Atemzug mit, dass der bislang von Jones gehaltene Schwergewichtstitel an Tom Aspinall geht.
Der 37 Jahre alte Jones - berühmt für seine Qualitäten im Octagon, berüchtigt für seine Skandale außerhalb - bestätigte das Karriere-Ende wenig später in einem emotional formulierten Social-Media-Post.
Wenig später wurde öffentlich, dass Jones - mal wieder - aus verstörenden Gründen im Fokus polizeilicher Ermittlungen steht.
Skandal-Enthüllung kurz nach Rücktritt
Wie zuerst das Albuquerque Journal berichtet, ist der Bruder der früheren NFL-Footballer Arthur und Chandler Jones am vergangenen Dienstag gerichtlich vorgeladen worden. Es geht um mutmaßliche Fahrerflucht - und abgründig wirkendes Verhalten rund um die Szenerie.
Der Vorfall, um den es geht, ereignete sich am 21. Februar in der Stadt Albuquerque in New Mexico: Ein Polizist fand an diesem Tag in einem Unfallwagen eine „signifikant alkoholisierte“ Frau, die „unterhalb der Hüfte nicht bekleidet“ gewesen sei.
Die Frau sagte bei Vernehmungen aus, dass Jones der Fahrer des Fahrzeugs gewesen sei - zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an den sie sich vor dem Unfall hätte erinnern können. Sie hätte in Jones‘ Haus Alkohol und Drogenpilze zu sich genommen.
Der Polizist kontaktierte Jones - und berichtete, dass dieser „anscheinend schwer betrunken“ gewesen wäre und gedroht hätte, er verfüge über „Möglichkeiten, tödliche Gewalt durch dritte Personen in Auftrag zu geben“.
Die im Unfallwagen vorgefundene Frau berichtete von ähnlichen Drohungen - sie wurde von Jones nach dem Unfall 13 Mal angerufen und erhielt zusätzlich Textnachrichten.
Jones gab in Vernehmungen an, dass die Frau ohne ihn das Haus verlassen hätte - und dass seine Drohungen gegen den Polizisten auf einem Missverständnis beruht hätten: Der Ordnungshüter hätte „unprofessionelle Sprache“ verwendet, er sei davon ausgegangen, dass es sich nicht um einen echten Polizisten gehandelt hätte.
Eine lange Skandal-Akte
2019 wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er in einem Stripclub eine Kellnerin geohrfeigt und in einen Würgegriff genommen haben soll, im Jahr darauf zu Hausarrest wegen einer Alkoholfahrt.
2021 folgte eine Verhaftung wegen häuslicher Gewalt gegen seine Lebensgefährtin in einem Hotelzimmer nach der Hall-of-Fame-Zeremonie in Las Vegas - auch damals begleitet von Drohungen gegen die herbeigerufenen Polizisten.
In bedrückender Erinnerung ist zudem auch seine Verurteilung 2015, als er bei einem Autounfall eine schwangere Frau verletzte und danach Fahrerflucht beging.
Die UFC begnadigte Jon Jones immer wieder
In anderen Sportarten wäre die Karriere eines Mannes mit der Skandalakte von Jones - zu der auch diverse Doping-Vorfälle gehören - längst beendet.
In der UFC wiegen die moralischen Bedenken und Ängste vor einem Imageschaden weniger schwer: Weil Jones beim Publikum trotz allem ein Kassenmagnet geblieben ist, wurde er immer wieder begnadigt.
Comeback und Titelgewinn im Schwergewicht
Drei Jahre stand UFC-Ikone Jon Jones nicht im Käfig. Bei seiner Rückkehr macht er kurzen Prozess und sichert sich den Titel im Schwergewicht.
Mit der Rückkehr des mehrfachen Champions hat die bekannteste Kampfsportorganisation der Welt endlich einen der größten Stars zurück.
Mit seinem Wechsel ins Schwergewicht stand der US-Amerikaner auch gleich in einem Titelkampf gegen den Franzosen Cyril Gane - und zementierte bereits nach zwei Minuten seinen Ruf, der GOAT, der "Größte aller Zeiten" zu sein.
Jones besiegte Gane bereits nach zwei Minuten per Submission (Guillotine Choke) in Runde eins.
Drei Jahre hatte Jones nicht im Käfig gestanden, von Ringrost keine Spur. Alles, was der 35-Jährige bei seinem Comeback zeigte, sah spielend leicht aus.
"Ich ringe, seit ich 12 Jahre alt bin. Ich fühle mich stärker und wohler am Boden als je zuvor. Sobald ich ihn in die Finger bekam, wusste ich, dass ich mich dort am wohlsten fühle und die Kontrolle übernehmen kann", erklärte Jones seine Vorgehensweise im Interview nach dem Fight.
"Ich habe sehr lange darauf hingearbeitet", führte Jones fort. "Viele Leute dachten, ich komme nicht zurück. Ich bin meinem Ziel treu geblieben. Ich bin der Mission treu geblieben. Es gab Tage, an denen ich nicht trainieren wollte und trotzdem war ich immer da."
Seinen nächsten Gegner forderte die UFC-Legende ebenfalls heraus. Dabei nahm er einen Ex-Champ im Schwergewicht ins Visier. "Wollt ihr sehen, wie ich Stipe verprügle?", sagte Jones, während auf dem Hallenmonitor der 40-jährige Veteran Stipe Miocic eingeblendet wurde.
"Eine Sache, die ich über die UFC weiß, ist, dass wir den Fans geben, was sie sehen wollen. Stipe Miocic, ich hoffe, du trainierst, mein Freund."
Zusammenfassung der MMA-Karriere von Jon Jones
Jon Jones hat eine bemerkenswerte Karriere im Kampfsport hingelegt, die von beeindruckenden Siegen, Kontroversen und Comebacks geprägt ist. Ob er der "Greatest of all Time" ist, bleibt eine Frage der Perspektive, aber sein Einfluss auf die MMA-Welt ist unbestreitbar.
