Der als Ser Loras Tyrell in Game of Thrones bekannte Finn Jones sollte in der kommenden Netflix-Serie Marvel's Iron Fist die Titelrolle spielen. Dies berichtete zuerst The Hashtag Show und wurde von Entertainment Weekly bestätigt.
In der Serie verkörpert Finn Jones Danny Rand, den Sohn eines reichen Geschäftsmanns. Nach einem Flugzeugabsturz im Himalaya, bei dem seine Eltern ums Leben kommen, wird Danny von Mönchen in die Stadt K’un L’un gebracht und in geheime Martial-Arts-Techniken eingeweiht. Dadurch erlangt er die Fähigkeit, sein Chi in seiner Faust zu bündeln. Fortan ist Danny Rand die Iron Fist.
Iron Fist ist mittlerweile die vierte TV-Serie des Deals zwischen Netflix und Marvel. So ging Marvel's Daredevil am 18. März 2016 bereits in die zweite Staffel, dicht gefolgt von Marvel's Jessica Jones. Marvel's Luke Cage feierte ebenfalls 2016 seine Premiere. Im Anschluss an seinen Solo-Auftritt sollte Finn Jones als Iron Fist mit seinen Kollegen Daredevil (Charlie Cox), Jessica Jones (Krysten Ritter) und Luke Cage (Mike Colter) in der Miniserie Marvel's The Defenders vereint werden.
Iron Fist alias Daniel Rand verfügt über eine mystische Kraft, die es ihm erlaubt, sein Chi so zu fokussieren, dass er für kurze Zeit übermenschliche Stärke und Reflexe einsetzen kann. Damit hebt sich Iron Fist von den restlichen Superhelden im Netflix-Marvel-Mix insofern ab, als dass die übrigen TV-Helden Eigenschaften aufweisen, die zumindest teilweise wissenschaftlich erklärbar sind. Mit Iron Fist kommt also erstmals so etwas wie Magie ins Spiel.
Kritik an der Besetzung
Im Internet sammelte sich indes Widerstand dagegen, dass Netflix mit Finn Jones einen weißen Schauspieler für die Rolle von Iron Fist besetzt hat. In Anbetracht dessen, dass die Comic-Vorlage mit einer asiatischen Ästhetik und dem Thema Kampfkunst spielt, stellt diese Besetzung in den Augen vieler Kritiker eine verpasste Chance dar, das bisher sehr homogene Ensemble der Defenders um eine asiatische Figur zu bereichern.
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Finn Jones äußerte sich zu der Kritik und sagte: „Ich verstehe, wo die Frustration herkommt. Ich verstehe das Bedürfnis nach Diversität und Gleichheit im Fernsehen und im Film... in allen Aspekten des Lebens. Momentan leben wir in einer Kultur und einer Welt, wo es in der Politik, Wirtschaft und Kultur viele Ungleichheiten gibt. Wir werden von ganz oben massiv verarscht. Ich stehe auf für die Menschen, für Menschen über alle Grenzen hinweg.“
Herausforderungen bei der Umsetzung der Kampfszenen
Die Netflix-Serie Marvel's Iron Fist wurde von Anfang an scharf kritisiert, vom Casting bis hin zur leidlich interessanten Story. Eine der großen Enttäuschungen der Serie betraf aber ausgerechnet die Action. Hauptdarsteller Finn Jones wirkte in körperlicher Hinsicht unglaubwürdig in der Rolle des Marvel Cinematic Universe-Helden Danny Rand.
Aussagen des damaligen Stunt-Koordinators Brett Chan warfen ein neues Licht auf die Marvel-Netflix-Produktion, die nach zwei Staffeln abgesetzt wurde. In einem Podcast bezeichnete Chan Iron Fist gar als "unsägliche Marvel-Show". Dabei gab Brett Chan aber auch Beispiele für die Hürden am Set und hier kommt mutmaßlich Finn Jones ins Spiel: Alle streiten sich und der Schauspieler will nicht trainieren. Und ich dachte so 'Leute, gebt mir irgendwas, mit dem ich arbeiten kann'.
Nach eigenen Angaben durchlief Finn Jones vor der ersten Staffel von Iron Fist 3 Wochen intensives Martial-Arts-Training. Ich hab die Kampfszenen 15 Minuten, bevor wir sie gedreht haben, gelernt, weil der Drehplan so eng war. Also 15 Minuten vorher hat mir der Stunt-Regisseur die Choreografie erklärt und ich bin direkt reingesprungen. Es war echt eine Feuertaufe und ich hab es erst während der Arbeit gelernt [...].
Diese mangelnde Vorbereitung war insbesondere der ersten Staffel von Iron Fist anzumerken, in der der Schnitt die Choreografien bisweilen bis zur Unkenntlichkeit manipulierte. Ob die Probleme am Iron Fist-Set nun auf den Drehplan zurückzuführen ist, auf Finn Jones' Motivation oder eine Kombination aus beidem, wissen letztendlich nur die Beteiligten.
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Ein einzelner Videoclip fasst die Problematik der Gefechte in Iron Fist ziemlich gut zusammen: In einem 35 Sekunden langen Kampf gibt es 56 Schnitte. Ich würde sogar behaupten, dass die Choreographien ziemlich gut sind, allerdings mangelt es dem Hauptdarsteller an Skill oder Haltung, um die entsprechend umzusetzen. Ich sehe jedes Mal, wohin die Choreographen gehen wollten, aber die Schauspieler bringen das einfach nicht auf die Reihe. Ein Schlag in die Magengrube für Iron Fist-Hauptdarsteller Finn Jones. An die Qualität der Marvel-Schwester-Serie Daredevil kommt die Geschichte um Danny Rand leider nicht ran.
Die neueste Netflix-Serie Marvels Iron Fist hatte viele Probleme - darüber waren sich Kritiker einig. Der erste Auftritt des Martial Arts-Stars von Marvel galt allgemein als die bisher schwächste Serie, die der Verlag mit Netflix gemeinsam produziert hat.
Iron Fist Staffel 2: Eine Verbesserung?
Schon der Auftakt der ersten Folge bietet mehr Action als weite Teile der ersten Staffel. Zudem scheint Danny Rand nun ruhiger, erfahrener und cooler zu sein als zu Beginn seiner Superhelden-Karriere. Mit einer Reduzierung von 13 auf zehn Folgen haben die Macher ebenfalls gut auf die manchmal schlicht zu langen Marvel-Staffeln bei Netflix reagiert.
Zwar ist die Action etwas besser, aber die Entscheidung, erneut chinesische Gangs aufeinander los zu lassen, erinnert zu stark an „die Hand“, die eigentlich mit den „Defenders“ begraben wurde. Und mit Davos und Joy haben die Autoren zwei Figuren zu Schurken gemacht, die entweder keine sonderlich glaubhafte, oder keine sonderlich originelle Motivation für ihr Tun haben.
Insgesamt bleibt Iron Fist auch mit der zweiten Staffel die schwächste Marvel-Serie bei Netflix. Zwar ist eine Steigerung klar erkennbar, aber auch mit den neuen Episoden bekommt der Held nicht mehr Farbe. Bei den Action-Szenen drehen die Macher ein wenig auf, aber die eigentlich spannenden Charaktere der Serie sind nach wie vor andere - und die haben zu wenig Zeit in der Story.
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| Aspekt | Staffel 1 | Staffel 2 |
|---|---|---|
| Action | Kritisiert für schlechte Choreografie und Schnitt | Verbessert, aber immer noch nicht herausragend |
| Handlung | Langsam und wenig fesselnd | Schneller, aber mit fragwürdigen Schurkenmotiven |
| Charakterentwicklung | Danny Rand bleibt blass | Danny Rand wirkt ruhiger und erfahrener, aber immer noch kein starkes Profil |
| Episodenanzahl | 13 | 10 |
