Wrestling ist eine Schaukampf-Sportart, die besonders in Japan, den USA und Mexiko populär ist. Es ist eine Art Showkampf, bei dem zwei Kämpfer im Ring gegeneinander antreten.
Einfach erklärt:
- Die Kämpfer machen besondere Bewegungen und Würfe, die spektakulär aussehen.
- Sie spielen Rollen: Der eine ist z. B. der „Bösewicht“, der andere der „Gute“.
- Der Ablauf des Kampfes ist vorher abgesprochen, auch wer gewinnt.
- Trotzdem brauchen die Wrestler viel Training, Kraft und Körperbeherrschung, um sich nicht zu verletzen.
Wichtig: Wrestling ist kein echter Kampf, sondern eine Unterhaltungsshow mit Action. Es ist besonders beliebt in den USA.
Die Ursprünge und Entwicklung des Wrestlings
Was vor über 100 Jahren als Jahrmarktsattraktion begann, ist heute zu einem überaus erfolgreichen Medienphänomen geworden. Noch im 19. Jahrhundert entstanden, ist sie heute eine populäre olympische Disziplin in Japan, Mexiko und vor allem in den USA. Hier kann man sogar in den High Schools dem Wrestling Team beitreten und somit tolle Freundschaften schließen. Erst in den 1920er wurde Wrestling als internationale Sportart in den USA anerkannt. Mit der Gründung der WWF (world-wrestling-federation) gab es regelmäßige Wettbewerbe und wöchentliche Shows.
Wrestling vs. Traditioneller Sport
Tatsächlich unterscheidet sich Wrestling in einem zentralen Punkt grundsätzlich von konventionellem Sport: Während zu Beginn eines 100-m-Laufs oder eines Fußballspiels vollkommen offen ist, wer gewinnen wird, steht der Sieger beim Wrestling vorher fest. Trotzdem handelt es sich bei den Wrestling-Akteuren wie bei jeder konventionellen professionell betriebenen Sportart um Athleten, die viele Jahre trainiert haben, um das tun zu können, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen.
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Andererseits ist Wrestling im direkten Vergleich auch in einigen Bereichen klarer Punktsieger: Wie oft kommt es beim „richtigen“ Sport beispielsweise vor, dass Sportereignisse schlicht langweilig sind? Zudem sind die Sieger nicht unbedingt die interessantesten oder sympathischsten Teilnehmer - wie oft sind sie zwar nett, aber auch irgendwie langweilig? Und in aller Regel stehen Sportereignisse für sich - selbst bei wöchentlichem Ligenbetrieb wie etwa beim Fußball oder einer festen Abfolge von Turnieren wie beim Tennis fehlt ein übergeordneter Sinnzusammenhang jenseits der Addition der Ergebnisse zur Ermittlung des Meisters oder der Weltrangliste.
Wrestling kann in allen drei genannten Bereichen vorsorgen: Selbst wenn Favoriten siegen, sorgen Autoren dafür, dass der Weg zum Sieg mit vielen überraschenden Wendungen gespickt ist. Die Akteure sind immer auffällig und reizen zu emotionaler Anteilnahme, egal, ob zu Sympathie oder Antipathie. Und kein Wrestling-Match steht für sich allein - formal ist es in eine Dramaturgie aus Regelveranstaltungen und besonderen Events, inhaltlich in komplexe Storylines eingebunden.
Das Wesen des Wrestlings: Athletisches Körpertheater
Dem ersten Anschein nach geht es offensichtlich um Sport, also um echtes und authentisches Leben, tatsächlich aber um Fiktion, also gespieltes Leben. Wrestling spielt mit der Unterscheidung von Realität und Fiktion mithilfe einer einzigartigen Variante von Theater. Alle Matches sind Teil einer großen Erzählung, die von den Kämpfern und zusätzlichem Personal auf der Bühne des Kampfrings und um ihn herum inszeniert wird.
Bei dieser großen Erzählung geht es um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, in neuerer Zeit auch verstärkt darum, zu erkennen, was gut und was böse ist. Erzählt werden Geschichten über Freundschaft und Feindschaft, Loyalität und Verrat, Moral und Gerechtigkeit, angesiedelt zwischen Commedia dell’Arte und Soap-Opera. Es ist ein intensives, athletisches Körpertheater, das da aufgeführt wird - und ebenso sehr auf die Mitarbeit seines Publikums angewiesen wie das Kaspertheater für Kinder. Welche Storylines für Athleten geschrieben werden und ob sie sich überhaupt beim Wrestling halten können, hängt entscheidend davon ab, wie viel Emotion sie mit ihren Auftritten erzeugen können - egal, ob in Form von Begeisterung oder Buhrufen.
Kayfabe: Die Illusion der Echtheit
Wie Schauspieler beim Theater agieren Wrestler als Darsteller in einem vorher festgelegten Stück und sollen ein Publikum mit ihrem Spiel überzeugen. Das Gespielte soll nicht gespielt wirken, aber Kayfabe bedeutet viel mehr, weil Wrestling im Vergleich mit konventionellem Theater ein strukturell komplexeres Erlebnis beabsichtigt - und damit fast schon mit avantgardistischem Theater verwandt ist.
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Vergleicht man den Wrestling-Ring mit der Theaterbühne, fällt sofort eines auf: Die viel zitierte „vierte Wand“ fehlt. Ein Teil der Kampfhandlung findet regelmäßig außerhalb des Rings statt, Ansprachen an das Publikum sind ebenso ein zentrales Inszenierungselement wie die Interaktion zwischen Publikum und Ring durch Anfeuern oder Beschimpfen. Kayfabe meint nicht nur, dass Wrestler und alle anderen sichtbaren Akteure trotz Rollenfestlegung und Storylines so tun, als sei das Geschehen im Ring „echt“, dieses So-tun-als-ob bezieht sich auf alle medialen Gestaltungsmittel (wie z.B. Interviews in Wrestlingshows oder anderem Fernsehen) und schließt sogar im Prinzip das Publikum ein.
Medienstrategien und kulturelle Kontexte
Der Aufstieg des Wrestlings zu einer Medienattraktion fand in den 1980er-Jahren statt, zentraler Akteur war dabei der Wrestling-Manager Vince McMahon, der 1983 die World Wrestling Federation (WWF) von seinem Vater kaufte. Dank eines geschickten Zusammenspiels von Regelsendungen, die das Interesse an der WWF dauerhaft hochhielten, und besonderen (Pay-per-View-) Events machte McMahon die WWF, die nach einer Klage des World Wide Fund For Nature (WWF) heute World Wrestling Entertainment (WWE) heißt, bald zum Marktführer und nach dem Aufkauf des wichtigsten Konkurrenten im Jahr 2001 faktisch zum Monopolisten.
Eine wichtige Rolle spielten dabei neue Charaktere, deren schrille Kostümierung und übertriebenes Auftreten schon andeuteten, dass es hier nicht um Sport im traditionellen Sinn ging. Ein früher Erfolg war dabei die Figur Hulk Hogan, ein Wrestler im Superhelden-Outfit, der fleischgewordene Incredible Hulk. Und unglaublich war zumindest sein Erfolg: Er löste eine „Hulkamania“ aus und bescherte der WWE hohe Merchandisingerlöse. Zugleich bewies er, wie gut sich Wrestling als Medium symbolischer Erzählungen eignet - und als symbolische Bühne des konservativen Amerikas der Reagan-Zeit.
Prinzipien und Techniken im Wrestling
Das Wrestling-Match beginnt grundsätzlich durch das Ertönen der Ringglocke durch den Ringrichter. Das bekannteste ist hier aber vermutlich der sogenannte Pinfall, bei dem der eine Wrestler den anderen 3 Sekunden an der Schulter auf die Matte drückt - das Match wäre nun vorbei. Der Ringrichter kann das Match aber auch einfach abbrechen, wenn er der Meinung ist, dass einer der Wrestler nicht mehr in der Lage ist weiterzumachen.
Weiterhin gibt es zahlreiche Kampftechniken, die das Wrestling auszeichnen. Es gilt jedoch immer: je gefährlicher und aufregender, desto interessanter für das Publikum. Dies ist besonders wichtig, da Wrestling ein Schaukampf ist, der nicht mit der Intention der Verletzung durchgeführt wird. Es dient lediglich dem Entertainment des Publikums. Im Grunde unterscheidet man beim Wrestling in Sprünge, Würfe, Schläge und Haltegriffe sowie Tritte, welche möglichst realistisch dargeboten werden, um die Authentizität zu bewahren. Ebenso lassen Wrestler die Aktionen des Gegners real und effektiv wirken, was als Selling bezeichnet wird. In gewissermaßen arbeiten die Gegner also zusammen und wirken wie Schauspieler. Unsaubere Ausführungen der Kampftechniken können jedoch auch immer zu Verletzungen führen, weswegen Wrestling ein ernstzunehmender Sport ist der keinesfalls unterschätzt werden sollte.
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Beach-Wrestling: Eine Sommeralternative
Heißer Fight im Sand - Beach-Wrestling liegt im Trend. Das Regelwerk ist dabei nicht allzu kompliziert, sodass man nur wenige Minuten Instruktion benötigt, um den vollen Durchblick zu erlangen. Mit Würfen auf den Bauch und der Herausbeförderung der Gegner und Gegnerinnen aus dem Wettkampfring (jeweils 1 Wertungspunkt) werden innerhalb der drei minütigen Kampfzeit Punkte gesammelt. Zusätzlich zu den jährlichen World Beach Games und einer weltweiten Ranking Series ist Beach Wrestling bereits ein fester Bestandteil der Youth Olympic Games.
Gerade in Bayern sind Sommersportarten total im Trend, viele Seen mit vorgelagerten Sandplätzen, aber auch einige Städte mit Stränden sogar mitten in der Innenstadt, dienen als attraktive Wettkampfaustragungsstätte. „Beach-Wrestling gibt uns Ringern die Möglichkeit, unseren Sport mit geringem Aufwand an den schönsten Plätzen Bayerns zu präsentieren und so das Ringen raus aus den Sportstätten zu den potenziellen Nachwuchssportlern*innen von Morgen zu bringen. Diese Möglichkeit hat uns bislang gänzlich gefehlt im olympischen Ringkampf“, erklärt Florian Geiger, Präsident des Bayerischen Ringerverbandes und stellvertretender Vorsitzender von TEAM Sport-Bayern.
Nach dem großen medialem Zuspruch für die erste Deutsche Meisterschaft im Beach Wrestling in Halbergmoos im vergangenen Jahr gelte es, nun dran zu bleiben und das Ringen für die Zukunft gut aufzustellen.
Wrestling in den USA
In den Staaten gibt es aufgrund der großen Popularität des Wrestlings viele verschiedene Ligen, wobei die größte die WWE ist. Die WWE wurde 1963 in Connecticut gegründet. Heute ist es ein milliardenschweres Medienunternehmen. Auch gibt es kleine Ligen, welche monatliche Shows abhalten, aber nicht besonders professionell sind. Es wird davon ausgegangen, dass mehrere tausend Menschen in den USA hauptberuflich wrestlen.
Die Shows des WWE
Es gibt ein paar Untershows des WWE. Die älteste ist RAW oder auch “Monday-RAW” genannt. Seit 1999 gibt es den SmackDown, die erfolgreichste Wrestling-Show. Hier kämpfen die Superstars. Beim NXT handelt es sich nicht nur um einen Kampf, es ist eine Reality-Show mit Interviews, Reportagen und Hintergründen.
Frauen im Wrestling
Frauen waren am Anfang nur neben dem Ring zum Anfeuern und als Unterstützung da. Heute ist dies anders. Jetzt haben Frauen eine eigene Liga in allen Untershows und im WWE und sind genauso beliebt wie die Shows der Männer. Männer- und Frauen-Wrestling unterscheiden sich heutzutage nicht mehr.
Wrestling: Sport oder Show?
Beim Wrestling sind zwar die Bewegungen geplant, aber der körperliche Einsatz ist sehr hoch. Wrestler und Wrestlerinnen müssen einen gesunden Körper haben und viel trainieren, damit die Verletzungen am Ende nicht so stark sind.
Egal ob während eures Schüleraustausch in der High School, während des Au pair Aufenthaltes im College oder im Urlaub - es ist ein Must-Do in den Vereinigten Staaten ein Wrestling Match zu sehen. Wir wünschen euch ganz viel Spaß und Unterhaltung und denkt dran: niemand wird verletzt, es ist alles nur Show.
