Judo ist ein Kampfsport und bedeutet so viel wie "sanfter Weg". Der Japaner Jigoro Kano (1860-1938) hat aus traditionellen Verteidigungstechniken eine moderne Sportart entwickelt.
Judo basiert auf dem Prinzip des Siegens durch Nachgeben, also die maximale Wirkung mit einem Minimum an Aufwand unter Ausnutzung der Kräfte des Gegners zu erzielen.
Da Judo direkt als Sportart entwickelt wurde, sind gefährliche Handlungen wie Tritte und Schläge oder auch Waffen verboten. Im Judo soll der Trainingspartner oder auch der Gegner durch den gezielten Einsatz von Wurf- und Bodentechniken besiegt werden.
Das Erlernen dieser Techniken fördert Kondition, Koordination, Konzentration und das Selbstvertrauen. Viele Grundlagen, wie zum Beispiel die Falltechniken, die zum Schutz des Körpers bei einem Sturz beitragen, sind nicht nur im Judo brauchbar.
Was ist Judo?
Judo ist eine Kampfsportart, die aus Japan stammt. Das japanische Wort bedeutet “Sanfter Weg” - dieser Name deutet bereits auf das sanfte, nachgiebige und flexible Wesen dieser Kampfkunst hin.
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Judo basiert auf den Prinzipien des “Siegens durch Nachgeben” sowie der “maximalen Wirkung bei einem Minimum an Aufwand”. Der von 1860 bis 1938 lebende Japaner Kano Jigoro gilt als der Erfinder des Judo, doch seine Wurzeln reichen viel weiter in die Vergangenheit zurück.
Ursprünge der japanischen Kampfkunst
Einige Techniken des heutigen Judos stammen aus der traditionellen Kampfkunst der Samurai. Mithilfe noch heute eingesetzter Griffe und geschickten Tricks bewiesen sich die Krieger im waffenlosen Nahkampf.
Die Ursprünge des Judo reichen bis auf Ringkämpfe mythischen Ursprungs in der Nara-Zeit zwischen 710 und 784 zurück, wovon alte japanische Chroniken berichten. Das moderne Judo setzt erfolgreich die tratditionellen japanischen Selbstverteidigungstechnik, seit Jahrtausenden erfolgreich im Kampf ein.
Judo zur Selbstverteidigung hat demnach Ursprünge, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. Schon vor langer Zeit dienten die traditionellen Techniken des japanischen Kampfsports zahlreichen Menschen zur Selbstverteidigung.
Der Gründer Kano Jigoro schuf Judo als Symbiose aus verschiedenen alten Jiu-Jitsu-Stilen, die er seit seiner Jugend intensiv trainierte. 1882 gründete er schließlich seine eigene Schule, den Kokodan - dies bedeutet “Ort zum Studium des Wegs”.
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Sein System umfasste Wurftechniken und Bodentechniken sowie Schlag-, Tritt- und Stoßtechniken, die er verschiedenen Schulen des Jiu Jitsu entnahm. So entstand eine neue Kampfsportart, die das Beste aus den alten Traditionen vereinte und zu einem neuen Sport werden ließ.
Das oberste Prinzip Kano Jigoros war der möglichst wirksame Gebrauch von geistiger und körperlicher Energie. Er lehnte alle Techniken, die diesem Prinzip widersprachen ab und schloss sie aus der Praxis aus.
Über 150 Länder praktizieren heute noch Judo zur Selbstverteidigung und als Wettkampfsport, aber auch als Kunstform und als Lebensstil. Es ist heutzutage die am weitesten verbreitete Kampfsportart auf der Welt. 1906 kam Judo erstmals nach Deutschland und erfreut sich seitdem auch hierzulande wachsender Popularität.
Judo - mehr als nur Kampfsport
Die Säulen des traditionellen Judo sind der Formenlauf (Kata) sowie der Übungskampf (Randori) beziehungsweise der Wettkampf (Shiai). Zudem bilden der Lehrvortrag (Kogi) und das Lehrgespräch (Mondo) traditionelle Bestandteile der japanischen Kampfsportart. Diese umfasst also nicht nur den eigentlichen Kampf, sondern auch Kommunikation und Lehre.
Der Judo Kampfsport und Wettstreit, bedeutet mehr als Selbstverteidigung. Hinter der Kampfkunst verbirgt sich eine ganze Lebensphilosophie und ein Lebensstil, der sich auf alle Bereiche des Lebens der Praktizierenden auswirkt.
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Heutzutage dominieren im Judo Wettkampftechniken und Techniktraining. Dennoch ist es mehr als nur Selbstverteidigung und Kampfsport. Hinter dem Konzept der japanischen Kampfkunst steht eine Philosophie zur Entwicklung der Persönlichkeit.
Das Ziel des Praktizierenden besteht darin, diese Prinzipien in sich zu tragen und zu verkörpern. Durch das Training werden somit soziale Fähigkeiten sowie körperliche und auch geistige Funktionen gefördert.
Der Judo-Praktizierende nennt sich auch Judoka. Er ist dies nicht nur während des Trainings, sondern in jedem Moment seines Lebens. Judo ist der sanfte, nachgiebige, flexible Weg, welche den Judoka durch sein gesamtes Leben leitet und ihm Orientierung bietet.
Durch das Praktizieren von Judo zur Selbstverteidigung lernst Du somit auch, Dein geistiges und körperliches Potenzial voll auszuschöpfen und bewusst durch Dein Leben zu gehen.
Techniken im modernen Judo
Im Judo werden keinerlei Gegenstände als Waffen eingesetzt. Stattdessen liegt der Fokus auf geschickten, unvorhergesehenen Angriffen, die den Gegner unvorhergesehen zu Boden bringen oder zum Aufgeben bewegen.
Judo-Techniken lassen sich in vier Gruppen unterteilen. Man unterscheidet zwischen den Wurftechniken (Nage Waza), den Bodentechniken (Katame / Ne Waza), den Falltechniken (Ukemi Waza) sowie den Schlagtechniken (Atemi Waza).
Die Schlagtechniken kommen jedoch nur in Kata vor. Unter Judo-Kata versteht man festgelegte Abfolgen bestimmter Techniken, die zu Demonstrationszwecken durchgeführt werden.
Wurf- und Bodentechniken
Wurftechniken werden angewandt, um den Partner oder den Gegner vom Stand in die Bodenlage zu bringen. Es existieren zahlreiche verschiedene Wurftechniken, die in Gruppen unterteilt werden können.
Man unterscheidet zwischen Hand-, Arm-, Fuß-, Bein-, Hüft- und Selbstfallwürfen. Die japanische Kampfkunst umfasst ein umfangreiches System verschiedener Techniken. Welches Judo zur Selbstverteidigung so effektiv macht.
Der Judoka lernt, in jedem Moment auf potenzielle Angriffe vorbereitet zu sein und sich gegen Angreifer jeder Größe und jeder Stärke behaupten zu können.
Bodentechniken umfassen grundsätzlich alle Festhaltetechniken, Hebeltechniken und Würgetechniken. Haltetechniken dienen dazu, den auf den Boden geworfenen Partner oder Gegner in der Rückenlage am Boden zu fixieren und somit kampfunfähig zu machen.
Hebeltechniken werden lediglich auf den Ellenbogen angewandt. Hierbei wird kontrollierter Druck auf das Gelenk ausgeübt und das Gegenüber somit fixiert. Der hierbei aufkommende Schmerz verhindert, dass das Gegenüber sich frei bewegen kann und führt dazu, dass der Gegner zur Aufgabe gezwungen wird.
Das Ziel ist es, den Partner oder den Gegner, mit Würgetechniken, zur Aufgabe zu zwingen. Beim Würgen sind der Einsatz der Gürtel sowie direkte Angriffe auf den Kehlkopf verboten. Stattdessen werden Halsschlagadern oder Halsvorderseite angegriffen.
Der Gegner verletzt sich nicht ernsthaft, aber ist dennoch dadurch kampfunfähig.
Fall- und Schlagtechniken
Auch Falltechniken spielen beim Training von Judo eine große Rolle. Die Partner oder Gegner versuchen, sich mit bestimmten Techniken gegenseitig zu Boden zu bringen. Es wird gelernt, schmerzfrei und verletzungsfrei zu fallen und die Angst vor dem Fall zu besiegen.
Durch das regelmäßige Training nimmt die Angst nach und nach ab. Auch die Angst vor dem Fallen im übertragenen Sinne nimmt durch Übungen dieser Art ab.
Schlagtechniken werden im Judo zur Selbstverteidigung in eigenen Vereinen gelehrt, sind aber heutzutage nicht mehr fester Bestandteil des klassischen Judos während der Wettkämpfe.
Hierbei unterscheidet man zwischen Armtechniken (Ude-Ata-Waza) und Beintechniken (Ashi-Ate-Waza). Die Armtechniken sind unterteilt in Fingerspitzentechniken, Faustknöcheltechniken, Handkantentechniken, Ellenbogenspitzentechniken und Handballentechniken.
Die Beintechniken wiederum sind unterteilt in Kniespitzentechniken, Fußballentechniken, Fersentechniken, Fußkantentechniken sowie Fußsohlentechniken.
Judo zur Selbstverteidigung lehrt, den eigenen Körper im Falle einer Konfrontation ideal einzusetzen und ist eine Kampftechnik, die ganz ohne Waffen auskommt. Der Judoka lernt, seinen ganzen Körper kontrolliert und effektiv wahrzunehmen und verwenden - sowohl im Kampf, als auch im alltäglichen Leben.
Hierbei wird nur wenig Kraft angewandt, es kommt viel mehr auf die richtige Technik und den möglichst wirksamen Gebrauch der geistigen und körperlichen Energie an. Diese Kampfsportart zur Selbstverteidigung eignet sich somit auch für körperlich schwächere Menschen besonders gut.
Im modernen Judo existieren viele verschiedene Schulen. Je nach Schule existieren unterschiedliche methodische Systeme, die jeweils ihre eigenen Techniken und Stile beinhalten. So findet jeder angehende Judoka den für ihn am besten geeignete Weg.
Judo als Wettkampfsport
Während seiner Anfangsjahre in Europa galt Judo überwiegend als Nahkampfsystem. Jedoch änderte sich dies in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es wandelte sich zunehmend, zu einem Wettkampfsport.
Techniken, die den Gegner ernsthaft verletzen, wurden als für den Wettkampf unnötig erklärt und auch in den Schulen nicht mehr unterrichtet. Viele dieser Techniken gerieten dadurch in Vergessenheit.
Die Techniken, die bis heute verblieben, sind überwiegend Würfe (Nage Waza), Falltechniken (Ukemi Waza) sowie Bodentechniken (Katame Waza). Schläge, Tritte und andere gefährlichere Judo Tricks werden im heutigen Judo entweder gar nicht mehr, oder erst zur Erlangung höherer Graduierungen, vor allem als Judo-Selbstverteidigung unterrichtet.
Heutzutage ist Judo überwiegend ein Wettkampfsport. 1956 fanden die ersten Weltmeisterschaften in Tokio statt. Seit 1964 ist die Kampfart auch ein olympischer Sport, seit 1992 ist sogar Frauen-Judo Teil des olympischen Programms.
Ausschließlich im Zweikampf wird Judo als Sportart ausgeführt. Ziel dabei ist es, den Gegner kontrolliert auf den Boden zu werfen. Dies passiert durch geschicktes Anwenden verschiedener Techniken, wobei vor allem Schnelligkeit und Kraft entscheidend sind.
Der Kampf findet nicht nur im Stand statt, sondern geht auch dann noch weiter, wenn einer der Teilnehmer bereits am Boden liegt. Ein Kampf gilt erst als gewonnen, wenn der Gegner für mindestens 20 Sekunden auf dem Rücken liegend am Boden festgehalten wird. Zudem besteht die Möglichkeit, den Gegner durch Würgegriffe oder Armhebel zur Aufgabe zu zwingen.
Auch wenn der Fokus des Judos in unserer Zeit vor allem auf dem Wettkampfaspekt liegt, ist Judo zur Selbstverteidigung auch heutzutage noch ein geeigneter Weg, sich effektiv gegen potenzielle Gegner vorzubereiten und im Kampf zu behaupten.
Graduierungen im Judo
Den Ausbildungsstand des Judoka ist an der Farbe seines Gürtels zu erkennen. Hier unterscheidet man zwischen Schülergraden und Meistergraden. Zu Beginn seines Trainings erhält der Anfänger einen weißen Gürtel und durch das Absolvieren einer Prüfung hat er die Möglichkeit, den nächsthöheren Grad zu erlangen.
Während der Prüfung demonstriert der Schüler Fallübungen sowie Stand- und Bodentechniken. Je nach Höhe der Graduierung werden diese Prüfungen immer schwieriger.
Die fünf Gürtelfarben für Schüler im europäischen Judo sind gelb, orange, grün, blau und braun. Höhere Grade kommen selten vor, da es hierfür keine Prüfungen mehr gibt, die bestanden werden können. Der rot-weiße und der rote Gürtel können nur verliehen werden und repräsentieren das bisherige Lebenswerk des Judoka.
Der 10. Dan, der höchste Grad im Judo, kann ausschließlich von der International Judo Federation oder dem Kokodan, der ältesten Judoschule Japans, verliehen werden und stellt somit eine große Besonderheit dar.
Die Entwicklung von Fähigkeiten wird im Judo durch unterschiedliche Gürtelfarben sichtbar. Sie symbolisiert den Respekt gegenüber dem Trainer und jedem Judo-Übenden. Nur mit partnerschaftlicher Hilfe führt das Training zum Erfolg.
Im Judo gibt es Kyu und Dan Grade. Der erste Gürtel, 9. Kyu, ist weiß. Durch Prüfungen kann sich der Judoka höhere Kyu-Grade erarbeiten.
Nach dem weißen Gürtel folgen der weiß-gelbe (8.Kyu), der gelbe (7.Kyu), der gelb-orangene (6.Kyu), der orangene (5.Kyu), der orange-grüne (4.Kyu), der grüne (3.Kyu), der blaue (2.Kyu) und der braune (1.Kyu).
