Die Welt des Wrestlings ist voller Mythen und Geheimnisse. Ein besonders umstrittenes Thema ist das sogenannte "Blading", also das absichtliche Aufschneiden der eigenen Haut, um Blutungen zu erzeugen und die Dramatik der Kämpfe zu erhöhen.
Was ist "Blading"?
Beim "Blading" ritzen sich Wrestler heimlich mit einer Rasierklinge in die Stirn. Die Kommentatoren bezeichnen dies dann als Platzwunde. Es gibt viele Blutgefäße auf der Stirn und durch den Schweiß fließt das Blut sehr schnell ins Gesicht, was das Ganze sehr dramatisch aussehen lässt. Korrekt ausgeführt heilt die Wunde narbenfrei.
Die Enthüllung der Tricks
Bis zum Aufkommen des Internets wurde dem Publikum vorgegaukelt, dass im Wrestling ein ehrlicher Wettbewerb stattfindet. Fans luden jedoch eigene Mitschnitte von Veranstaltungen hoch, die das Ringgeschehen aus verräterischen Blickwinkeln zeigten. Plötzlich konnte jeder sehen, wie dreist beim Wrestling gemogelt wird. In passenden Momenten stecken die Schiedsrichter den Kämpfern Rasierklingen zu, damit die sich heimlich in die Stirn ritzen und dann stark bluten.
Das Eingeständnis der WWE
Schließlich rang sich der Präsident der WWE zu einer Fernsehansprache durch. In der gab er zu, man biete zwar „Sports Entertainment“, die Betonung dabei liege jedoch auf „Entertainment“. Und dass man die Intelligenz der Zuschauer künftig nicht weiter beleidigen wolle.
Das Verbot von "Blading"
Aufgrund der familiären Ausrichtung der WWE ist "Blading" seit 2008 eigentlich streng verboten und wird mit hohen Geldstrafen geahndet. So musste beispielsweise Batista 2008 eine Strafe in Höhe von 100.000 Dollar zahlen, da er sich in einem Kampf gegen Chris Jericho selber eine Wunde zufügte, um den Kampf dramatischer wirken zu lassen.
Beispiele für "Blading"
Trotz des Verbots gibt es immer wieder Spekulationen über die Anwendung von "Blading" in aktuellen Kämpfen. Ein Beispiel ist der Kampf zwischen dem Undertaker und Brock Lesnar im Jahr 2015. Beobachter gehen davon aus, dass der Undertaker sich tatsächlich selbst die Blut-Wunde zugefügt hat.
Auch bei der diesjährigen Wrestlemania kam es angeblich im Hauptkampf zwischen Brock Lesnar und Roman Reigns zu einem „Blade Job“. Genau wie vergangenen Sonntag blutete Brock Lesnar nach einem Stoß gegen den Ringpfosten am Kopf.
Die Risiken und Folgen
Obwohl sich die Kämpfer Mühe geben, sich gegenseitig nicht wirklich wehzutun, kommt es bei den spektakulären Sprüngen, Stürzen und Über-Kopf-Würfen immer wieder zu Unfällen. Ein weiteres Problem ist der Anabolika-Missbrauch, der in der Vergangenheit viele Wrestler das Leben gekostet hat.
Die Rolle des Schiedsrichters
Es gibt Spekulationen darüber, dass der Ringrichter bei einigen Kämpfen eine aktive Rolle beim "Blading" spielt. Fans entdeckten Aufnahmen, die angeblich zeigen, wie der Ringrichter Roman Reigns eine Rasierklinge in die Hand steckt. Allerdings ist es üblich, dass der Ringrichter während eines Kampfes die Hände der Akteure checkt - die Wrestler geben durch einen kurzen Gegendruck damit wortlos dem Ringrichter bescheid, dass sie körperlich in Ordnung sind.
Die Inszenierung im Wrestling
Die Unbeliebtheit des Solltegern-Stars Roman Reigns ist Symptom einer großen Krise, die den Pseudosport Wrestling und seinen wichtigsten Verband „World Wrestling Entertainment“ (WWE) erfasst hat. Pseudo deshalb, weil es sich eben um keine echte Sportart handelt. Alles ist inszeniert: die Freund- oder Feindschaften zwischen den Athleten, die Verläufe der Kämpfe, auch die Resultate.
Die Kontroverse um Roman Reigns
Sollte Roman Reigns am Sonntag im Hauptkampf des Abends seinen Gegner Hunter Hearst Helmsley auf die Matte schicken und somit Schwergewichtsweltmeister werden, dann geschieht dies nur deshalb, weil sich das Kreativteam der WWE - vergleichbar mit einer Gruppe von Drehbuchautoren einer Seifenoper - vorab für diese Variante entschieden hat.
