Die faszinierende Welt der Spinnen: Von Hummel Schwingen bis Spinnseide

Spinnen sind Gliedertiere. Zu den Gliedertieren gehören all jene Tiere, welche ein mehr oder weniger hartes, äußeres Skelett (Chitinpanzer) mit untergliederten Extremitäten (Beine, Taster usw.) besitzen. Innerhalb der Gliedertiere gehören die Spinnen zu den Spinnentieren (8 Beine). Spinnen haben einen zweiteiligen Körper.

Anatomie und Sinnesorgane

Am Vorderkörper sitzen zwei Kieferklauen, welche aus je einem Grundglied und einer Giftklaue bestehen, zwei kleinere Taster, 8 Beine und meist 8 Augen. Der Mund ist eine schmale Spalte (vergleichbar mit einem eingebauten Strohhalm), welche nur die Aufnahme von Flüssigkeit erlaubt. Viele Sinnesorgane liegen auf ihren Tastorganen, den Pedialpen. Darüber hinaus tragen sie auch auf den Beinen Sinneshärchen, mit denen sie sogar richtungsrichtig Schwingungen wahrnehmen können; etwa in ihrem Netz. Spinnen können riechen und schmecken. So können sie ungenießbare Nahrung erkennen und einander identifizieren.

Lebensweise und Verhalten

Ob eine Spinne nachtaktiv oder tagaktiv ist, lässt sich an ihrer Färbung erkennen. Spinnen können monatelang ohne Nahrung auskommen. Das verdanken sie ihrem niedrigen Stoffwechselumsatz. Bei -4 Grad Celsius verfallen sie in eine Kältestarre, ab -7 Grad Celsius sterben die meisten Spinnenarten ab.

Spinnfäden: Ein Meisterwerk der Natur

Spinnen produzieren Spinnfäden als Sicherheitsleinen, für den Kokonbau, als Fadenfloß und vor allem als Fanggeräte (Netze). Spinnen besitzen ein Sortiment von Spinndrüsen, welche Fäden unterschiedlicher Qualität für unterschiedliche Zwecke erzeugen. Die physikalischen Prozesse zur Produktion der Fäden versteht man noch nicht. Die Fäden bestehen aus Eiweiß; deshalb können Radnetzspinnen das alte Netz auffressen, wenn sie ein neues bauen. Je nach dem (und je nach Größe der Spinne) liegt die Fadendicke in der Größenordnung von einem Tausendstel Millimeter. Spinnenfäden sind ähnlich reißfest wie Nylon, aber etwa doppelt so dehnbar.

Historische und moderne Nutzung von Spinnseide

Insbesondere vor der Ära der Kunstfasern gab es einige Versuche, Spinnenfäden zur Herstellung von Textilien zu gewinnen, und einzelne Kleidungsstücke wurden auch angefertigt. Das Vorhaben scheiterte im Wesentlichen daran, dass - im Gegensatz zu Seidenraupen - die Spinnen in Einzelhaft gehalten und mit Insekten gefüttert werden mussten. Immerhin benutzte man bis zum 1. Heute gehen Bemühungen dahin, Spinnseide von Bakterien oder Zwergziegen erzeugen zu lassen, denen dazu das Erbgut von Spinnen eingepflanzt wurde.

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Netze und Fortbewegung

Es gibt verschiedene Netztypen, die jeweils charakteristisch für eine Spinnenfamilie sind. Spinnen können Fäden „ins Leere“ erzeugen. Wenn eine kleine Spinne einen Faden in die Luft hinaus presst, dann genügt bald schon ein sanfter Wind, um den Faden samt Spinne mitzutragen. Solcherweise dahersegelnde Spinnen wurden schon auf Schiffen gefunden, die 100 Meilen von der nächsten Küste entfernt waren. Meist sind die Jugendstadien und kleine Arten fähig zur Fortbewegung mit dem „Fadenfloß“; große Spinnen sind dafür zu schwer.

Gefährlichkeit und Verhalten gegenüber Menschen

Von den über 38’000 weltweit bekannten Spinnenarten sind etwa 20 gefährlich für den Menschen. Keine davon lebt in Mitteleuropa. Ein paar wenige Spinnen haben keine Giftdrüsen mehr. Die Giftdrüsen erzeugen einen „Cocktail“ aus verschiedenen Bestandteilen. Bei den bis heute untersuchten Arten herrschen Nervengifte (Neurotoxine) vor, was biologisch Sinn macht, gilt es doch, die Beute möglichst rasch bewegungsunfähig zu machen.

Spinnen beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Bei einigen südamerikanischen Kammspinnen (Phoneutria) kann das allerdings schon der Fall sein, wenn man ihnen sehr nahe kommt. * Sie durchdringt unsere Haut, spritzt aber kein Gift. * Sie durchdringt unsere Haut und spritzt Gift.

Fortpflanzung und Entwicklung

Das Männchen presst seinen Samen auf ein winziges Netzchen und saugt ihn dann mit einem Übertragungsorgan am Ende des Tasters auf. Mit einer Balz versetzt das Männchen ein Weibchen von Fress- in Fortpflanzungsstimmung, dann wird der Samen in die weibliche Geschlechtsöffnung gebracht. Das Weibchen legt, je nach Art, wenige bis über 2000 Eier und umspinnt sie zu einem Kokon. Im Gegensatz etwa zu den Larven der Schmetterlinge, den Raupen, sehen Jungspinnen, wenn sie aus dem Ei schlüpfen, schon wie Spinnen aus. Die meisten einheimischen Arten vollenden ihren Lebenszyklus innerhalb eines Jahres. Unter den kleinen Arten gibt es solche, die in einem Jahr drei Generationen zu Stande bringen, daneben gibt es Arten, die mehrere Jahre alt werden können. * Frisch geschlüpfte Spinnen bleiben einige Tage oder Wochen mit ihren Geschwistern zusammen. * Ungeklärt sind seltene Massenansammlungen von Spinnen aus einer oder mehreren Arten. Und dann gibt es eine andere Minderheit, bei der das Fressen des Männchens die Regel ist. Es sind dies Arten, bei denen die Männchen ein Vielfaches kleiner als die Weibchen sind; sie haben wenig Reserven und deshalb nur geringe Aussichten, noch ein weiteres Weibchen zu finden und eine zweite Paarung zu Stande zu bringen.

Ökologische Bedeutung und Wahrnehmung

Spinnen ernähren sich überwiegend von Insekten. Spinnen gehören zur Lebensgemeinschaft auf unserer Erde und leisten ihren Beitrag zur Erhaltung des natürlichen Gleichgewichtes. Da die meisten Spinnen ein verstecktes Leben führen, weiß man gerade bei den seltenen Arten meist nichts über die Bestandesentwicklung. Hingegen weiß man, dass sie empfindlich auf Veränderungen der Umwelt reagieren - deshalb eignen sie sich gut zur Beurteilung des ökologischen Wertes von Lebensräumen. Daneben kommen im Sommer und Herbst gelegentlich Spinnen von draußen herein. Angst oder Ekel vor Spinnen sind kein Naturgesetz! Es gibt Völker, die keine Angst vor Spinnen haben, und solche, denen Spinnen heilig sind. Fachleute sind der Meinung, Spinnenangst (Arachnophobie) sei (unbewusst) anerzogen, d.h.

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