In der Welt des Mixed Martial Arts (MMA) ziehen Frauen wie Alexa Grasso immer mehr Aufmerksamkeit auf sich.
UFC Frauen: Wer sind die Stars?
In der Männer-Abteilung gibt es eine Reihe an Superstars, aber wer sind die größten Stars bei den UFC Frauen?
- Valentina Shevchenko: Sie beherrschte lange Zeit das Fliegengewicht der UFC Frauen. Die aus Kirgistan stammende Russin holte sich im Dezember 2018 den Goldgürtel im Fliegengewicht und hat diesen danach 7 Mal verteidigt. Ursprünglich kommt Shevchenko aus dem Kickboxen, wo sie 57 ihrer 59 Profi-Kämpfe gewonnen hat.
- Amanda Nunes: Die Brasilianerin ist die erste Frau, die UFC-Champion in zwei Divisionen (Bantam- und Federgewicht) wurde. Nunes ist auch die erste und einzige Kämpferin in der UFC-Geschichte, die zwei Titel verteidigt hat und sie gleichzeitig aktiv hält. Amanda Nunes gilt somit für viele als die beste MMA-Fighterin aller Zeiten. Sie ist mit Nina Nunes verheiratet, die ebenfalls in der UFC antritt.
- Alexa Grasso: Im März 2023 besiegte sie Valentina Shevchenko und kürte sich damit zum Champion im Fliegengewicht!
- Holly Holm: 2015 sorgte die US-Amerikanerin für eine der größten Überraschungen in der UFC-Geschichte. Holm zählt zu den besten Boxerinnen aller Zeiten. Insgesamt verteidigte sie ihre Titel in drei Gewichtsklassen insgesamt 18 Mal und war zudem zweifache Ringmagazin-Kämpferin des Jahres (2005, 2006).
- Rose Namajunas: Seit 2015 ist die MMA-Kämpferin in der UFC und mischt das Strohgewicht auf. 2017 knockte sie überraschend Joanna Jędrzejczyk aus und kürte sich erstmals zur UFC-Meisterin im Strohgewicht.
Gewichtsklassen und Ranglisten
Von 2012 bis 2017 kamen die Frauen in die UFC. Beginnend mit dem Bantamgewicht folgten in den nächsten Jahren auch noch Strohgewicht, Federgewicht und zuletzt das Frauen-Fliegengewicht. Wer in welcher Division antritt, hängt vom Gewicht der Kämpferinnen ab.
In diesen vier Gewichtsklassen werden auch die Ranglisten für die UFC-Fighterinnen geführt. Eine UFC Frauen Schwergewicht Rangliste gibt es nicht. In jeder Gewichtsklasse gibt es eine aktuelle Titelträgerin, dahinter führt die UFC in jeder Division ein Ranking mit den Top-10.
Bezahlung der UFC-Fighterinnen
Die UFC-Fighterinnen werden deutlich schlechter bezahlt als die Männer. Das liegt aber auch daran, dass die Männerkämpfe deutlich mehr PPV-Einnahmen und höhere Einschaltquoten generieren als die Kämpfe der Frauen.
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Dennoch dürfen sich Nunes, Holm & Co. nicht beschweren.
So hat Amanda Nunes einen Vertrag mit der UFC, der ihr pro Kampf satte 450.000 US Dollar einbringt - plus 100.000 Bonus für den Falle es eines Sieges.
Valentina Shevchenko, Herrscherin über das Fliegengewicht, kommt als Zweite auf etwa 250.000 Dollar pro Kampf.
Dahinter verlaufen die Fix-Gagen recht ausgeglichen. Es hängt auch davon ab, ob es sich um einen Titelkampf handelt oder nicht.
Frauen im MMA: Eine wachsende Präsenz
Frauenkämpfe sind immer noch fast exotisch in einem von größtenteils Männern dominierten Sport. Doch es gibt durchaus einige Amazonen, die sich dem MMA verschrieben haben. Zwei dieser härtesten Damen kreuzen am 11.02.23 die Klingen miteinander.
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Katharina Dalisda: Eine deutsche MMA-Kämpferin
Katharina Dalisda ist professionelle MMA-Fighterin. Von den insgesamt 13 Profikämpfen, die sie bisher hatte, gewann sie zehn. Im September gewann sie als erste Deutsche den “Oktagon MMA”-Titel im Strohgewicht, bis 52,2 Kilogramm.
„Als professionelle Kämpferin trete ich gegen andere Wettkämpferinnen an. MMA steht für Mixed Martial Arts und setzt sich aus verschiedenen Kampfdisziplinen zusammen, darunter zum Beispiel Kickboxen, Ringen oder Jiu-Jitsu. Gekämpft wird im MMA also sowohl im Stehen mit Schlägen und Tritten als auch am Boden.
„Ich trainiere zehnmal die Woche, also wochentags meistens zweimal am Tag. Die Sporteinheiten sind dabei gesplittet in Ringen, Jiu-Jitsu und Striking, also Schlag- und Tritttechniken aus dem Boxen und Kickboxen. Außerdem mache ich Sparring-Einheiten.
„Mein ganzes Leben ist zu hundert Prozent auf den Sport ausgerichtet. Nach dem Training achte ich darauf, mich zu regenerieren und sinnvoll zu essen. Gerade in der Wettkampfvorbereitung nehme ich recht viel Eiweiß, Ballaststoffe und Kohlenhydrate zu mir, dafür möglichst kein Zucker und kein Fett.
Man kann den Sport nur für eine begrenzte Zeit machen. Es gibt kaum Kämpfer:innen, die älter als 40 sind. Natürlich kommt es darauf an, wie gut der Körper die Kämpfe wegsteckt, aber man hat nur sehr begrenzt Zeit, Karriere zu machen.
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Ich weiß nicht, woran es liegt, dass es im Kampfsport so wenige Frauen gibt. Ich glaube, viele haben eine Hemmschwelle, weil sie wissen, dass es nur wenige Frauen hier gibt und man zu einem männlichen Trainingspartner viel Vertrauen braucht. Man weiß, der ist einem körperlich überlegen.
„MMA ist ein Kampfsport. Da kassiert man natürlich auch mal. Tatsächlich bin ich mit Verletzungen bisher aber gut weggekommen.
Die Haupteinnahmequelle als Kämpfer ist die Kampfgage. Die kann zwischen 500 Euro und einer Million liegen. Wie viel man aber tatsächlich bekommt, ist von vielen Faktoren abhängig. Es gibt aber auch noch andere Einnahmequellen, zum Beispiel durch Sponsorengelder. Und man wird manchmal auch an den Ticketverkäufen für die Kämpfe beteiligt.
Alina Dalaslan: Auf dem Weg nach oben
Nach ihrem überzeugenden Sieg im Profidebüt im März in der Stuttgarter Schleyerhalle darf sich MMA-Kämpferin Alina Dalaslan auf ein noch größeres Publikum freuen.
"Stuttgart war nur der Anfang", sagt Angelo Tanga und klopft mit der Faust auf eine Tafel in seiner Trainingshalle in Stuttgart-West.
Für den Dokumentarfilm "Dalaslan - The Beginning" begleitete SWR Sport die Käfigkämpferin Alina Dalaslan bei ihrer Vorbereitung auf ihr Profidebüt in der Stuttgarter Schleyerhalle.
Die Stimmung ist gut rund vier Wochen nach ihrem souveränen Sieg durch technischen K.o. über die Tschechin Kamila Simkova.
Mehr als 12.000 Zuschauer hatten das Profidebüt der Amateur-Weltmeisterin in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyerhalle gebannt verfolgt.
Alina Dalaslans Debüt Anfang März bestätigt die Experten.
Über drei Runden dominiert sie die deutlich erfahrenere Tschechin Kamila Simkova beinahe nach Belieben.
"Ein, zwei Treffer habe ich am Anfang abbekommen, aber dann war ich zu 100 Prozent da", analysiert Dalaslan später.
Simkova kann sich nicht mehr verteidigen, Referee Gerd Richter springt dazwischen - technischer Knockout für Dalaslan, die sogleich freudestrahlend auf den Käfigzaun klettert und sich feiern lässt.
Kein Wunder, dass der Veranstalter OKTAGON direkt den nächsten Kampf für die Wahl-Balingerin bereithält.
Dort, wo normalerweise der Fußballverein Slavia Prag spielt, wird im am 14. Juni im Käfig gekämpft.
Mittendrin: Alina Dalaslan und ihre Kontrahentin Roza Gumienna aus Polen.
Alina werde perfekt vorbereitet sein, sagt er und gibt dennoch zu, dass er aufgeregt sei: "Es gibt natürlich eine enge, emotionale Bindung zwischen Trainer und Kämpfer. Man trainiert zusammen, man vertraut sich, man mag sich."
"Euch erwartet der nächste Banger", verspricht Alina Dalaslan und macht direkt eine Ansage an ihre Kontrahentin: "Ich will eine coole Show abliefern, die Zuschauer sollen genauso viel Spaß haben wie ich. Die Einzige, die keinen Spaß haben wird, ist meine Gegnerin", sagt sie und lacht.
Auch wenn Gumienna mit der Erfahrung aus bereits neun MMA-Profikämpfen anreist, zeigt sich Dalaslan siegesgewiss.
Es sei nicht selbstverständlich, schon so früh in der Karriere eine so große Bühne zu erhalten: "Beim zweiten Kampf schon so eine Chance zu bekommen zeigt, wie viel Potential sie in mir sehen.
Für Alina Dalaslan soll der Kampf in Prag ohnehin nur eine weitere Zwischenstation sein.
An Selbstvertrauen mangelt es dem Team Dalaslan nicht. "Wir trainieren hart und haben ein paar neue Waffen im Arsenal", verkündet Angelo Tanga.
"Immer weitermachen. Bis man die Beste ist", sagt die Kämpferin selbst.
MMA und Männlichkeit: Eine kritische Betrachtung
Im Käfig beim MMA finden sich Härte, aber auch Kitsch, und vor allem geht es um Männlichkeit.
MMA-Kämpfe sind oft sehr blutig, manchmal brechen Körperteile oder Menschen werden k.o. geschlagen.
In einem Käfig kombinieren die Sportler*innen Techniken aus dem Kickboxen mit Griffen aus unterschiedliche Ringkampfsportarten.
Die Ultimate Fighting Championship (UFC), die bekannteste und größte MMA-Firma und Liga, ist die neoliberale Gesamtscheiße im Kleinen.
Hunderte von Kämpfer*innen schlagen sich um schlechte, befristete Arbeitsverträge. Die meisten müssen neben dem harten Training tagsüber noch Nebenjobs ausüben, um überhaupt über die Runden zu kommen.
Einige wenige Stars verdienen Millionen, während die große Mehrheit der Kämpfer*innen verarmt und die meiste Zeit über noch nicht einmal krankenversichert ist.
Um in der UFC zu gewinnen, so scheint es, braucht es Aggressivität, Durchsetzungsstärke, körperliche Überlegenheit, emotionslosen Killerinstinkt und Alphatiergehabe.
Frauen haben in der UFC überraschend großen Erfolg. Anders als im Fußball gibt es mehrere weibliche Kampfsportsuperstars.
Wenig gut kommt die Präsenz von Frauen bei den zahlreichen konservativ-muslimischen Kämpfern in der UFC an.
Den konservativ-muslimischen Mann als Gegenstück zur westlichen Weiblichkeit zu bewundern, ist in der Szene weit verbreitet.
Selbstverteidigung für Frauen: Eine realistische Einschätzung
Natürlich haben sie eine Chance. Ist das eine einfache Sache? Nein. Können Kung Fu Techniken möglicherweise Leben retten? Ja. Ist (irgend)eine Ausbildung ein Garant für Sicherheit? Nein.
Als geübte Kampfsportlerin konnte sie sich befreien und flüchten. Der Verurteilte sei ihr nachgerannt, habe ihr in den Rücken getreten. In diesem Fall hat es also zum Glück funktioniert, auch wenn der Angreifer dem Opfer körperlich wohl nicht all zu sehr überlegen war.
Logisch hat sie das. Muss allerdings noch härter trainieren als ein Mann, um physiologische und meistens auch kulturell bedingt psychologische Defizite aufzuholen. Tragischerweise passiert genau das in den bei Frauen beliebtesten KKs eher nicht.
Wie hart trainierst du denn, wenn du dich darauf vorbereitest, gegen einen schwereren, stärkeren, brutaleren und erfahreneren Aggressor zu bestehen?
