König der Welt: Die Bedeutung des Liedtextes von Karat

Das Lied "König der Welt" von Karat thematisiert die herausragende Stellung der Liebe im menschlichen Leben. Der Sänger beschreibt, dass das Herz, das liebt, eine Art König ist.

Indem er sagt: "König der Welt ist das Herz, das liebt", vermittelt er, dass echte Liebe immense Macht und Bedeutung hat. Der liebevolle Herzschlag wird metaphorisch als ein 'Ritterschlag' bezeichnet, der dem anderen gilt. Dies verdeutlicht, wie wichtig die Verbundenheit zu einem geliebten Menschen ist.

Der Text ermutigt die Zuhörer, sich vor der 'herrlichen Majestät' der Liebe zu verneigen, was die Achtung und Wertschätzung der Liebe symbolisieren kann. Diese Verneigung steht für die Bereitschaft, die Liebe zu ehren und anzuerkennen, was im Leben wirklich zählt. Zudem wird das Publikum aufgefordert, selbst wie ein König zu sein, indem man liebt. Diese Botschaft macht deutlich, dass jeder, der liebt, die Welt in gewisser Weise für sich erobert.

Karat: Eine Band schreibt deutsche Musikgeschichte

Kaum eine andere Band steht so für deutsche Geschichte in einer Band Grenzen sprengen wie Karat. Berühmt wurden sie durch deutsche Songs wie „Über sieben Brücken mußt du geh‘n“.

Die Ost-Berliner Rockband Karat, die auch schon vor der Wende in der BRD bekannt war, wurde spätestens nach ihrem Nummer 1-Hit „Über sieben Brücken mußt du geh‘n“ eine im Westen fest etablierte Rockband. Ursprünglich hat die Gruppe den Song für den gleichnamigen Fernsehfilm geschrieben, doch schnell wurde das Lied zum eigenständigen Hit. Den Songtext können viele mitsingen, die wenigsten wissen aber, wie Karat auf den Text gekommen sind. Die Lyrics des deutschen Songs stammen aus einer polnischen Fabel. Das Lied dreht sich um die Liebesbeziehung eines polnischen Mannes und einer deutschen Frau. Die Sehnsucht und das Gefühl von Freiheit spielen auch eine wichtige Rolle.

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"Wir haben uns in einem verräucherten Club kennengelernt. Und das war ja keine alltägliche Geschichte - eine ostdeutsche Band und ein westdeutscher Sänger", erinnert sich der deutsche Sänger Peter Maffay im MDR-Gespräch. Er coverte das Lied und machte es im Westen erst richtig berühmt. Das Kulturministerium der DDR verbot Karat, ihren Song im Westen zu spielen.

Der kreative Kopf hinter Karats Erfolg: Ulrich "Ed" Swillms

Keyboarder Ulrich „Ed“ Swillms war der kreative Kopf der Band von Beginn an und hat alle die Songs, die bis in die heutige Zeit alle Live-Konzerte der Band bestimmenden Titel komponiert. Angefangen beim „König der Welt“, selbstverständlich „Über sieben Brücken“, der immer noch hoch aktuelle „Blaue Planet“ und „Jede Stunde“.

Ed Swillms komponierte die meisten Songs basierend auf seiner Prägung durch sein Studium in Cello und Klavier, in dem er mit klassischer Musik in Berührung kam.

Der Musiker, 1947 in Berlin geboren, hatte schon ab 1962 die Spezialklasse der Hochschule für Musik besucht, studierte Cello und Klavier. Doch kurz vor dem Abschluss packte ihn der Pop. Swillms spielte in den Semesterferien am Klavier Soulmusik in Bars. Er stieg bei der Band Die Alexanders ein.

Als der Zuspruch zu vertrackten Klängen nachließ, fanden sich Dreilich und Swillms ab 1975 bei Karat wieder zusammen. Die elegisch-schwärmerischen Keyboard-Klänge von Swillms, die weiche Stimme von Herbert Dreilich und die metaphernreichen Texte von Norbert Kaiser ergaben einen Dreiklang, der Karat zur erfolgreichsten DDR-Band jener Jahre machte.

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Nach 1986 gab es keine Komposition mehr von Ed Swillms zu hören. Der klassisch geschulte Ed Swillms, der sehr penibel arbeitete und ausgefeilte Partituren seiner Stücke schrieb, konnte und wollte keine Einfälle erzwingen. Er zeigte sich zudem genervt vom Tourstress mit den gefühlt endlosen Autofahrten und den billigen Hotelzimmern. Damit er in Ruhe komponieren konnte, stieg er live immer öfter aus. Karat engagierte zusätzliche Keyboarder - und zwar Hochkaräter wie Thomas Natschinski und Thomas Kurzhals, die auch Eigenes beisteuerten. Bis zum fünften Studioalbum „Die sieben Wunder der Welt“ 1984 aber stammten fast alle Kompositionen von Swillms - darunter alle wesentlichen Stücke, von denen die Band bis heute zehrt.

Karat im Wandel der Zeit

KARAT. „Ich glaube, dass wir eine zeitlose Musik machen. Die Ur-Seele ist natürlich damals durch das Feeling von Ulrich „Ed“ Swillms geprägt worden. Die 1980er-Jahre werden das Jahrzehnt für die Band. 1982 kommt mit „Der Blaue Planet“ der größte Erfolg der Bandgeschichte in die Läden. In den Folgejahren kamen weitere Hits dazu - die großen Erfolge blieben allerdings aus. Trotzdem gehören sie nach wie vor zu den Top-Bands des Ostens.

Wie vielen Künstler*innen in der DDR, hatte auch die Gruppe KARAT mit der Bürokratie zu kämpfen. Es wurde darauf geachtet, dass sie auch im Sinne des Sozialismus unterwegs waren. Vieles, was gesagt werden musste, konnte nur verschlüsselt gesungen werden. So geht es bei dem Lied „Albatros“ sicher nicht nur um diesen Seevogel. Das Lied trifft einen Nerv der DDR-Jugend und ihrer Sehnsucht nach Freiheit.

KARAT verstand sich nicht als politische Band im Auftrag der Partei, war aber auch nie Opposition. Sie waren und sind auf Themen konzentriert, die alle angehen. Lieder allein werden die Welt nicht veränderen, aber sie tragen zum Nachdenken bei und das ist bei der Gruppe KARAT garantiert. Wie schon des Öfteren, blicken die Mitglieder der Band auch im 50. Jahr nach vorne. Anstatt eines großen Best-of-Albums gibt es zum Jubiläum ein weiteres, das 16. Studioalbum.

Die Musik und die Texte von KARAT treffen auf ein Lebensgefühl und erreichen die Leute: Ihre Songs begleiten viele Menschen schon ihr Leben lang und wecken Erinnerungen. Aber auch junge Leute entdecken die Musik von KARAT für sich und füllen die Konzertsäle. Musik als Kraftspender in schwierigen Zeiten. Dinge, die nicht gesagt werden durften und Befindlichkeiten mit und gegen den Staat in lyrischen Worten ausdrücken. So entstehen ganze Welten mit ihren Liedern, und die Gruppe muss kreativ sein und bleiben, um Dinge auf Umwegen und verklausuliert zu sagen.

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