Deutsche Judo Frauen Nationalmannschaft: Erfolge und Engagement

Der Kampfsport Judo hat seine Wurzeln im achten Jahrhundert und bedeutet übersetzt „sanfter Weg“. Ursprünglich dienten die Übungen der Persönlichkeitsentwicklung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Judo zu einem Wettkampfsport. Es ist die weltweit am meisten verbreitete Kampfsportart.

Deutschlands Judoka sorgen international immer wieder für Erfolge. So gab es bisher drei Olympiasiege:

  • Bei den Männern durch die Halbmittelgewichtler Frank Wieneke (1984 in Los Angeles)
  • Ole Bischof (2008 in Peking)
  • Als einzige deutsche Frau triumphierte Yvonne Bönisch 2004 in Athen.

Das unbestrittene Gesicht der Sportart ist der Franzose Teddy Riner. Der Franzose gewann 2012 und 2016 Olympiagold und wurde elfmal Weltmeister. Zwischen 2010 und 2020 blieb er in 154 Kämpfen unbesiegt.

Die Deutsche Judo Einzelmeisterschaft 2024 in Stuttgart

In der Scharrena Stuttgart kämpften die besten Judoka Deutschlands um den Titel und haben auf der Matte alles gegeben. Am vergangenen Wochenende fand zum siebten und vorerst letzten Mal die Deutsche Judo Einzelmeisterschaft der Frauen und Männer in der SCHARRena Stuttgart statt. An zwei Tagen gingen die besten Judoka aus der gesamten Bundesrepublik an den Start, mit Ausnahme des deutschen Olympiateams, das derzeit noch pausiert. Am 26. und 27. Oktober 2024 richtete der Württembergische Judo-Verband (WJV) zum siebten und vorerst letzten Mal die Deutsche Einzelmeisterschaft (DEM) der Frauen und Männer in der SCHARRena in Stuttgart aus.

Von erfahrenen Top-Athleten/innen bis zu den „hungrigen“ jungen Talenten - auf und neben der Matte war die Energie spürbar! Begleitet die Emotionen der Kämpfer/innen, das Adrenalin der Fans und die Freude über jeden hart erarbeiteten Sieg. Auf drei Tatamis wird Judo vom Feinsten geboten. Erlebe die Top-Stars des deutschen Judosports in packenden Duellen. Wer wird deutscher Meister? Alle drei Matten werden im Livestream übertragen! Auf Sportdeutschland.TV kannst du jeden Kampf mitverfolgen. Dieses Judo-Spektakel darfst du nicht verpassen! Am 26.-27.

Lesen Sie auch: Schweizer bei Showdown-Turnieren

Am ersten Wettkampftag erkämpfte sich Mirjam Wirth vom JZ Heubach die Bronzemedaille in der Gewichtsklasse bis 63 kg. Am zweiten Wettkampftag konnten die württembergischen Athletinnen und Athleten vier weitere Medaillen gewinnen. Chiara Serra von der TSG Backnang sicherte sich durch einen Sieg gegen Alvard Akopian vom 1. Schweriner JC die Bronzemedaille in der Gewichtsklasse bis 52 kg.

Weitere Platzierungen württembergischer Athleten:

  • Jasmin Heinz vom TSV Leinfelden - 5.
  • Meike Wegner vom VfL Sindelfingen - 7.
  • Mia Yilmaz vom Judozentrum Heubach - 7.

Ehrungen und Auszeichnungen

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Deutschen Judo Einzelmeisterschaft wurden die herausragenden Leistungen der beiden erfolgreichen Athletinnen des Württembergischen Judo-Verbands (WJV), Anna-Maria Wagner vom KJC Ravensburg und Katharina Menz von der TSG Backnang, besonders gewürdigt. Anna-Maria Wagner und Katharina Menz sind nicht nur durch ihre sportlichen Erfolge als außergewöhnliche Judo-Athletinnen bekannt, sondern beeindrucken ebenso durch ihre bemerkenswerten Persönlichkeiten. Ihre Leistungen auf nationaler und internationaler Ebene setzen neue Maßstäbe, während ihre Bodenständigkeit und ihr Teamgeist sie zu beliebten Mitgliedern der Judo-Gemeinschaft machen.

Präsident Martin Bobert betonte, wie wichtig solche Vorbilder für den Sport und die Gesellschaft sind. Beide Athletinnen zeigen, dass Erfolg im Sport und eine positive Ausstrahlung Hand in Hand gehen können und dass sich harte Arbeit und Hingabe lohnen. Die Ehrung von Anna-Maria Wagner und Katharina Menz im Rahmen der Eröffnungsfeier war ein würdiger Auftakt zu den Deutschen Judo Einzelmeisterschaften und unterstrich den hohen Stellenwert, den der WJV seinen Athletinnen und Athleten beimisst.

Sara-Joy Bauer wurde für ihren beeindruckenden Europameistertitel ausgezeichnet, der ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten und ihre Entschlossenheit im Judo-Sport unterstreicht. Tayla Grauer wurde für ihren starken 3. Platz bei den Weltmeisterschaften geehrt, eine Platzierung, die sie in der internationalen Judo-Szene fest etabliert. Im Rahmen der Ehrung wurde Sara-Joy Bauer und Tayla Grauer jeweils der 2. Dan verliehen, ein weiterer bedeutender Meilenstein in ihrer sportlichen Laufbahn.

Lesen Sie auch: Wrestling Ligen in Deutschland

Martin Bobert würdigte die jungen Athletinnen für ihren Fleiß, ihre Disziplin und ihren Ehrgeiz. Er hob hervor, wie wertvoll solche Erfolge für den Nachwuchs im deutschen Judosport sind, da sie anderen jungen Judoka als Motivation und Inspiration dienen. Anschließend wurde Egon Manthey vom MTV Ludwigsburg mit dem Titel „WJV Judo-Held 2024“ ausgezeichnet und für seine jahrzehntelangen Verdienste im Judosport mit dem 5. Dan geehrt. Der WJV und die gesamte Judo-Gemeinschaft würdigen Egon Manthey als ein echtes Vorbild, dessen Hingabe und Tatkraft den Judosport in Württemberg nachhaltig geprägt haben.

Im männlichen Bereich ging der Preis an Eddie Bauer, der in den vergangenen Monaten unter anderem den Gewinn der Baden-Württembergischen Einzelmeisterschaft und den zweiten Platz bei der Süddeutschen Einzelmeisterschaft klarmachte. Im weiblichen Bereich wurde Sofiia Khristoforova als Nachwuchsstar ausgezeichnet.

Inklusion und Nachwuchsförderung

Bei der Deutschen Judo Einzelmeisterschaft (DEM) der Frauen und Männer in der SCHARRena Stuttgart am Samstag, den 26. Oktober 2024 hat der Württembergische Judo-Verband (WJV) als Ausrichter wieder einen Erlebnistag für Menschen mit Handicap organisiert. Die Aktion wird seit Jahren regelmäßig im Rahmen der Deutschen Meisterschaften, die in Stuttgart stattfinden, angeboten. Neben den spannenden Kämpfen in der SCHARRena konnten die Teilnehmer/innen dieser Aktion auch einen Einblick hinter die Kulissen der Veranstaltung werfen.

Als besonderes Highlight wurde außerdem eine Autogrammaktion mit den beiden Nationalmannschaftskämpferinnen Anna-Maria Wagner und Katharina Menz organisiert. Hier konnten die Teilnehmenden Autogramme von und Selfies mit ihren Judo-Idolen machen. Der Erlebnistag Inklusion im Rahmen der DEM Judo war auch in 2024 wieder ein voller Erfolg. Alle Teilnehmenden haben den Tag sichtlich genossen.

Die Deutsche Judo Einzelmeisterschaft der Frauen und Männer 2024 in Stuttgart ist nicht nur ein großes Highlight für Kämpfer/innen und Zuschauer/innen, sondern auch für unsere Jugend. Die beiden Lehrgänge werden von Daiki Katayama geleitet. Er ist ehemaliger japanischer Wettkämpfer und hat die Trainer B-Lizenz Leistungssport. Die Lehrgänge finden wie in den Jahren zuvor wieder in der Aufwärmhalle der SCHARRena Stuttgart statt.

Lesen Sie auch: Merab Dvalishvili vs. Sean O’Malley – Alle Infos

Zum abschließenden Gruppenfoto gesellten sich Überraschungsgäste hinzu. Anna-Maria Wagner, Katharina Menz, Tayla Grauer und Sara-Joy Bauer wurden unter großen Beifall vorgestellt. Geduldig konnten alle Autogrammwünsche und Selfies erfüllt werden. Gut gelaunt und gewappnet mit einem ausgewogenen Lunchpaket, beobachteten die Kids die Kämpfe ihrer Idole.

Para Judo

Para Judo wird im paralympischen Wettkampfsport ausschließlich von Sportler*innen mit einer Sehbehinderung oder Erblindung ausgeübt und ist seit 1988 paralympisch. Der Unterschied zur olympischen Variante ist, dass sich die Judoka unmittelbar vor Kampfbeginn und bei Unterbrechungen gegenseitig greifen müssen - dies wird auch als Kumi-kata bezeichnet. Dadurch wird die fehlende visuelle Kontaktaufnahme ein Stück weit ausgeglichen.

Entscheidend für die Einteilung in die verschiedenen Startklassen sind das Gewicht und das Sehvermögen. Die Wettkämpfe finden sowohl bei den Herren (bis 60, bis 73, bis 90 und +90 Kilogramm) als auch bei den Damen (bis 48, bis 57, bis 70 und +70 Kilogramm) in vier Gewichtsklassen statt. Je nach Sehvermögen wird zudem in J1 (blind) und J2 (sehbehindert) unterteilt. Unabhängig von den verschiedenen Startklassen dauert ein Kampf maximal vier Minuten. Es gewinnt der*die Judoka, der*die nach Ablauf der Zeit die meisten Punkte erzielt hat oder im Laufe des Kampfes einen sogenannten Ippon (K.-o.-Wertung) geschafft hat.