Khabib Nurmagomedov, der als einer der größten MMA-Kämpfer aller Zeiten gilt und die UFC im Leichtgewicht ungeschlagen dominierte, hat offenbar Probleme mit den Steuerbehörden von Kremlchef Wladimir Putin.
Steuerschulden und Kontensperrungen
Der 35-Jährige soll 306 Millionen Rubel (umgerechnet rund 3,3 Millionen Dollar) an Steuerschulden haben. Mehrere private und geschäftliche Konten des Ausnahmesportlers sollen deshalb nun in Russland gesperrt worden sein. Dies berichten unter anderem Mash Media und der in Deutschland blockierte Staatssender RT.
Es heißt, Nurmagomedov habe nach seiner Käfig-Karriere, die er im Jahr 2020 beendete, in Unternehmen investiert und diese schließlich an Verwandte und Partner übertragen. Als die Unternehmen bald darauf geschlossen wurden, soll die russische Steuerbehörde auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam geworden sein. Der Vorwurf an Khabib-Seite: Der aus den Übertragungen angefallene Steueranteil soll zum Kauf von Hotels und Start-ups in den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei verwendet worden sein. Nurmagomedov stammt aus der russischen Republik Dagestan, wohnt aber derzeit vorübergehend in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Die eingefrorenen Konten betreffen nicht nur seine persönlichen Finanzen, sondern auch seine wohltätigen Initiativen und seine Promotionfirma Eagle FC. Diese gründete Nurmagomedov im Jahr 2020, nachdem er Gorilla Fighting Champions für eine Million Dollar gekauft hatte.
Im Jahr 2022 hielt er seine erste Veranstaltung in den USA unter diesem Banner ab, woraufhin seit November 2023 keine weiteren Eagle FC-Veranstaltungen mehr folgten.
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Eine beeindruckende Karriere
Nurmagomedov ist einer der erfolgreichsten MMA-Kämpfer aller Zeiten und ging im Jahr 2020 mit einer außergewöhnlichen Bilanz von 29-0 ungeschlagen in den Ruhestand. Während seiner Siegesserie besiegte er Top-Stars wie Conor McGregor, Dustin Poirier und Justin Gaethje. Allein die Kampfgagen des Sportlers summierten sich Medienberichten zufolge im Laufe der Jahre auf mehr als 20 Millionen Dollar.
Der Tod des Vaters und die Rückkehr zum Kampf
Wenige Monate nach dem Tod seines Vaters kehrte UFC-Superstar Khabib Nurmagomedov zurück. Für den schwersten Kampf seines Lebens sollte er "Papas Plan" folgen. Bei UFC 254 verteidigte er seinen Weltmeistertitel im Leichtgewicht gegen Interimschampion Justin Gaethje.
Nurmagomedovs Kampfbilanz stand bei unglaublichen 28 Siegen und null Niederlagen, er schlug schon Ikone Conor McGregor - doch ein schmerzhafter Verlust machte den Fight am Samstag zur wohl größten Herausforderung in seiner Karriere. Am 3. Juli starb Vater Abdulmanap Nurmagomedov, den Khabib immer als seine besten Freund bezeichnete, im Alter von 57 Jahren nach einer Corona-Infektion und Herzkomplikationen in einem Moskauer Krankenhaus.
Der Schicksalsschlag für Khabib stürzte auch die MMA-Szene in tiefe Trauer. Nurmagomedov senior trainierte nicht nur den eigenen Sohn dessen gesamtes Leben lang, sondern führte durch seine Arbeit Dagestan zu Relevanz im UFC-Kosmos. Aus der russischen Teilregion am Kaspischen Meer schafften es dank des geschätzten Trainers unter anderem Islam Makhachev, Tagir Ulanbekov, Rustam Khabilov, Umar Nurmagomedov und Abubakar Nurmagomedov auf die größte MMA-Bühne der Welt.
"Papas Plan"
Die Mission Titelverteidigung gegen Gaethje ging Nurmagomedov im Gedenken an seinen Vater an. Er wisse nicht, wie es sich anfühlen wird, jetzt wieder zum Octagon zu marschieren, sagte Khabib zuletzt: "Physisch fühle ich mich großartig. Mental auch. Aber das wird zum ersten Mal eine harte Situation für mich, wenn ich in den Käfig steige."
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Aber der Superstar ist bestens vorbereitet - dank "Papas Plan". Mit ihrer Kampftaktik unter diesem Namen werden Nurmagomedov und Headcoach Mendez den Vater ehren - indem der Junior genau das umsetzt, was ihm Abdulmanap ein Leben lang beigebracht hat: den Fight am Boden. Denn obwohl Mendez selbst früher Kickboxer war, will er seinen Schützling in dem Infight auf dem Ringboden sehen. Dort hat ihn sein Vater nahezu unschlagbar gemacht, sagt Mendez.
Darum hat sich auch das kurze Kommando "Bring ihn zu Boden! Papas Plan" beim Duo bereits im Sparring vor dem Gaethje-Fight eingebürgert.
"Ich werde nach vorne gehen, Druck aufbauen und ihn müde machen", erklärte Nurmagomedov bei DAZN seine Taktik gegen Gaethje, der mit bereits fünf Knockouts bei UFC seine Stärken eher im Stand hat: "Ich möchte ihn einfach zur Aufgabe zwingen. Erst mache ich ihn müde und dann zwinge ich ihn zur Aufgabe.
Expertenmeinungen zu Khabib vs. Gaethje
DAZN-Kommentator Sebastian Hackl äußerte sich zum Kampf zwischen Khabib und Justin Gaethje: "Das wird ganz, ganz groß. Vor allem aufgrund der Voraussetzungen - wer ist wirklich stärker: Der Striker oder der Grappler? Das Besondere an diesem Duell ist auch: Justin Gaethje ist der härteste Puncher im UFC-Leichtgewicht - und: Er ist auch ein ausgezeichneter Ringer."
Weiterhin sagte Hackl: "Khabib ist so stark im Kopf, dass ihm vollkommen egal ist, was der andere macht: Er fokussiert sich auf seine Stärken und Fähigkeiten. Sein Ding zieht er konsequent durch. Mental so stark zu sein, dass durchzubringen was er sich vorgenommen hat, koste es was es wolle."
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Hackl betonte auch: "Gaethje ist der beste Ringer unter den Strikern und hat auch noch eine ungeheure Schlagkraft. Macht es diese Kombination für Khabib so gefährlich? Ich glaube, ja. Gaethje ist NCAA-Niveau und das ist das höchste Ringer-Niveau, das man im Leichtgewicht-Sektor antrifft - und das in Verbindung mit seiner Schlaghärte macht es für Khabib gefährlich. So ein Paket wie Gaethje hatte er noch nie vor der Flinte."
Carl Neidhardt von DAZN prognostizierte: "Ich würde sagen 60:40 für Khabib. Es ist davon auszugehen, dass etwas, das 28 Mal funktioniert hat auch ein 29. Mal funktioniert. Klar, Gaethje hat schon einmal verloren, Khabib noch nie - aber das sagt in dem Moment, wo die beiden im Käfig stehen nichts mehr aus."
Khabibs Karriere in Zahlen
| Kategorie | Khabib Nurmagomedov | Justin Gaethje |
|---|---|---|
| Alter | 32 | 31 |
| Nationalität | Russland | USA |
| Kampfname | The Eagle | The Highlight |
| Größe | 1,78m | 1,80m |
| Gewichtsklasse | Leichtgewicht | Leichtgewicht |
| UFC-Ranking | Champion | Interims-Champion |
| MMA-Kämpfe gesamt | 28 | 24 |
| MMA-Siege gesamt | 28 | 22 |
| ... durch TKO/K.o. | 8 | 19 |
| ... durch Submission | 10 | 1 |
Kontroverse und politische Verbindungen
Nach dem Erfolg gegen den US-Amerikaner Justin Gaethje waren dem Russen die Herzen der Kampfsportwelt zugeflogen. Seine jüngsten Hass-Postings erinnern nun an das finstere Bild, das Nurmagomedow nach seinem Kampf gegen McGregor abgegeben hat. Da stürzte er sich auf Betreuer seines Konkurrenten und versuchte diese zu verdreschen. In Russland wurde er dafür gefeiert.
Dass Nurmagomedow schon damals eine Nähe zum radikalen Islam entwickelt hatte, störte Putin nicht. Der Kämpfer wurde in seiner Heimat Dagestan als Prediger eines reinen islamischen Lebens spätestens bekannt, als er die religiös motivierten Proteste unterstützte, die zu einer Absage eines Konzerts des russischen Rappers Egor Kreed in der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala geführt hatten.
Auch seine Nähe zu Ramsan Kadyrow, dem unverhohlen islamistischen Präsidenten der russischen Teilrepubik Tschetschenien, war da schon lange kein Geheimnis mehr. Auch Kadyrow hat sich gegen Macron in Stellung gebracht.
Die Behörden in Russland haben offenbar Ermittlungen gegen Khabib Nurmagomedow aufgenommen. Dem ehemaligen Weltmeister im Leichtgewicht des MMA-Kampfsportverbands Ultimate Fighting Championship (UFC) wird vorgeworfen, insgesamt 306 Millionen Rubel (etwa 3,3 Millionen US-Dollar) Steuern nicht ordnungsgemäß gezahlt zu haben.
Aufgrund der Vorwürfe soll nun der von Russlands Präsident Wladimir Putin kontrollierte Kreml aktiv geworden sein. Aus der Schaltzentrale der Macht in Moskau sei die Anweisung an den „Föderalen Steuerdienst“ ergangen sein, mehrere Konten des heute 35 Jahre alten Kampfsportlers aus der russischen Teilrepublik Dagestan einzufrieren. Dabei soll es sich sowohl um private als auch um geschäftliche Konten handeln. Ebenfalls betroffen seien demnach Konten des von Nurmagomedow gegründeten Verbands „Eagle FC“ sowie Konten, die einer von Nurmagomedow gegründeten Wohltätigkeitsorganisation zugerechnet werden.
Grundsätzlich pflegt die Regierung von Wladimir Putin ein enges Verhältnis zu den erfolgreichen Sportlern der Teilrepublik Dagestan. So empfing der russische Machthaber Nurmagomedow und seinen 2020 verstorbenen Vater Abdulmanap Nurmagomedow vor dessen Tod in Moskau.
Nachdem Nurmagomedow den wohl am meisten beachteten Kampf seiner Karriere gegen MMA-Superstar Conor McGregor im Jahr 2018 gewonnen hatte, sendete Putin nicht nur persönliche Glückwünsche. Laut UFC-Präsident Dana White soll Russlands Präsidenten dem damaligen Champion sogar 20 Millionen Dollar überwiesen haben, als Anerkennung seiner sportlichen Leistung.
Als stolzer Bewohner der Teilrepublik Dagestan dürfte sein Verhältnis zum Kreml jedoch durchaus ambivalent sein. Im Oktober vergangenen Jahres hatten antisemitische Aufstände am Flughafen der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala Präsident Putin auf den Plan gerufen. Er verurteilte die Ausschreitungen, machte dafür aber direkt die Einmischung des Westens verantwortlich. Im Jahr 2018 schickte Putin zudem seinen Vertrauten Wladimir Wassiljew als Statthalter nach Dagestan, um dort den aufkommenden Islamismus - auch mit Gewalt - zurückzudrängen.
Khabib Nurmagomedow ist eine MMA-Legende und hat mehrere Millionen Dollar verdient.
Demnach sollen vor allem Nurmagomedovs wirtschaftliche Aktivitäten nach dem Ende seiner sportlichen Karriere 2020 eine Steuerlast angehäuft haben. Den Berichten zufolge hatte der 35-Jährige das Eigentum seiner Unternehmen an Verwandte und Partner übertragen, die Steuerbehörde soll daraufhin Unregelmäßigkeiten in Dokumenten im Zusammenhang mit der Schließung dieser Unternehmen gefunden haben. Unter den eingefrorenen Konten befinden sich neben einigen Wohltätigkeitsorganisationen des Kampfsportlers auch seine MMA-Promotion, Eagle FC. Diese könnte nun seiner Steueraffäre zum Opfer fallen.
Aufgewachsen in den Bergen Dagestans, wurde Khabib von seinem Vater, Abdulmanap Nurmagomedov, einem angesehenen Trainer im Kampfsambo, in verschiedenen Kampfkünsten wie Ringen, Judo und Sambo ausgebildet. Khabib gab sein UFC-Debüt im Januar 2012 und beeindruckte sofort mit seiner unnachgiebigen Kampfstil und außergewöhnlichen Ringerfähigkeiten. Im April 2018 sicherte er sich den UFC-Leichtgewichtstitel durch einen Sieg über Al Iaquinta bei UFC 223. Er verteidigte den Titel erfolgreich gegen namhafte Gegner wie Conor McGregor, Dustin Poirier und Justin Gaethje.
Nach seinem Rücktritt vom aktiven Wettkampf hat Khabib sich verstärkt auf die Förderung des MMA-Sports konzentriert. Er gründete die Eagle Fighting Championship (EFC), eine Organisation, die aufstrebenden Kämpfern eine Plattform bietet. Zudem engagiert er sich als Trainer und Mentor für UFC Kämpfer wie Islam Makhachev, der 2023 den UFC-Leichtgewichtstitel gewann.
Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2020 kündigte Khabib seinen Rücktritt vom aktiven Kampfsport an, um das Versprechen an seine Mutter zu erfüllen, nicht ohne seinen Vater weiterzukämpfen. Sein ungeschlagenes Karriereende mit 29 Siegen ohne Niederlage ist in der MMA-Welt nahezu beispiellos.
Nach seinem Rücktritt widmete sich Khabib der Förderung des MMA-Sports in Russland und gründete die Eagle Fighting Championship (EFC). Zudem engagierte er sich als Trainer und Mentor für aufstrebende Kämpfer, darunter Islam Makhachev, der 2023 den UFC-Leichtgewichtstitel gewann.
Khabib ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er ist ein gläubiger Muslim und lebt nach den traditionellen Werten seiner dagestanischen Kultur.
Khabib Nurmagomedov wird als einer der größten MMA-Kämpfer aller Zeiten angesehen. Seine Dominanz im Octagon, gepaart mit seinem unerschütterlichen Charakter außerhalb des Rings, machen ihn zu einer inspirierenden Figur im Sport.
