Kampfsport erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit, und auch in Bad Urach gibt es ein wachsendes Interesse an verschiedenen Disziplinen. Dieser Artikel beleuchtet die Kampfsportlandschaft in Bad Urach und stellt einige Vereine und Trainingsmöglichkeiten vor.
Kampfsportarten und ihre Vielfalt
Beim Kampfsport differenziert man zwischen unbewaffnetem Kampf, dem Kampf mit Waffen (Kurzwaffen und Langwaffen) und einem Mix aus beiden Stilarten. Zu den bekanntesten unbewaffneten Stilen gehören u.a. Boxen, Kickboxen, Krav Maga, Judo, Karate und Taekwondo.
Kampfsport für Kinder
Es gibt verschiedenste Meinungen, welche Kampfsportarten ab welchem Alter geeignet sind. Definitiv dazu gehören traditionell Judo, Karate und Taekwondo. In den letzten Jahren lässt sich auch eine Zunahme der Kinder-Angebote bei Kickboxen und Krav Maga beobachten.
Piccolo Box Club in Bad Urach
Salvatore Piccolo konnte kaum glauben, was in den vergangenen Monaten passiert ist: »Im Oktober hatten wir noch gar nichts«, blickt der 22-Jährige auf die gar nicht so weit entfernte Vergangenheit zurück. »Inzwischen sind wir ein Verein und trainieren in einer Halle«.
Schon bei der Premiere war das Interesse größer als erwartet: Mit zehn Jungs hatte Salvatore Piccolo gerechnet, 20 waren gekommen. Schnell sprach sich das kostenlose Angebot rum, in Spitzenzeiten tummelten sich bis zu 50 junge Bad Uracher beim Training.
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Spätestens da war dem Initiator eines klar: Das Training muss in Bahnen gelenkt werden, allein wegen der Versicherung. Mit ins Boot kam dann auch Alexandra Waller vom Fachdienst Jugend-Bildung-Migration der Bruderhaus-Diakonie, die sich vor allem im Sinne einer Anschubhilfe um organisatorische Fragen und den Kontakt zur Stadt kümmerte.
Das gemeinsame Engagement mündete jüngst in der Gründung des Vereins Piccolo Box Club und der hat offizielle Trainingszeiten in der Diegeleshalle erhalten - seit Mitte März wird montags von 18.45 eine Stunde lang trainiert, donnerstags treffen sich die Boxfans ab 18 bis 19.30 Uhr.
Das Interesse am Training ist nach wie vor groß, vor allem Jungs im Alter von etwa sieben bis 14 Jahren mit Migrationshintergrund absolvieren nach wie vor mit großer Begeisterung ihre Trainingseinheiten bei Salvatore Piccolo, der inzwischen von Tolga Salici beim Training unterstützt wird.
Manchmal ist auch Alexandra Waller helfend mit dabei, sie hat selbst Kampfsporterfahrung und kennt Salvatore Piccolo seit seiner frühesten Kindheit. Sie zeigt sich begeistert, wie Salvatore Piccolo mit den Kids umgeht: »Liebevoll und warmherzig, aber auch klar und deutlich in den Regeln«, beschreibt sie den Umgang mit den Nachwuchssportlern.
Boxen ist ein Kampfsport, bei dessen Training Aggressionen abgebaut werden - das ist ein Ziel des Freizeit-Trainers. Es sei ihm auch wichtig, den Jungs Disziplin und Werte zu vermitteln und die lose Gruppe zu einer Gemeinschaft zu formen.
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Immer wieder ruft Piccolo die Frage in die Runde »Wer sind wir?« und es schallt ihm lautstark entgegen »Ein Team!«.
»Es ging alles so schnell, die Ereignisse haben sich überschlagen«, bilanziert der 22-Jährige, der im zweiten Ausbildungsjahr zum Kfz-Mechatroniker ist. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft sind mit der Vereinsgründung geschaffen - es habe laut Alexandra Waller viel Arbeit dahinter gesteckt.
Jetzt möchte Salvatore Piccolo auch sportlich in zweierlei Hinsicht durchstarten: Zum einen will er die C-Lizenz machen und den jungen Sportlern ein qualifizierter Trainer sein. Er denkt schon weiter, träumt von Boxveranstaltungen in Bad Urach.
Immer mit dabei in den Überlegungen sind die Jungs vom Verein, die er mit seiner Leidenschaft fürs Boxen angesteckt hat: Die dürften dann ihren Eltern zeigen, was sie im Piccolo Box Club gelernt haben und danach folgen Boxkämpfe. Gerne auch mit ihm, wie er freudestrahlend zugibt.
Kampfsport - Mehr als nur Wettkampf
Der Kampfsport trägt sportlich-wettkampfmäßigen Charakter, während die Kampfkunst sich auf die Selbstverteidigung konzentriert.
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Wettkampfformen im Kampfsport
Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Wettkampfmodi: dem Zweikampf und dem Formwettkampf. Insbesondere bei asiatischen Kampfsportarten sind Formwettkämpfe weit verbreitet, auf denen die Kampfsportler einstudierte Bewegungsabläufe vorführen. Die Zweiwettkämpfe basieren auf dem Kampf zwischen zwei Gegnern. Ziel dabei ist es meist, dem Gegner durch Niederschlag, KO oder die erfolgreiche Anwendung bestimmter Techniken überlegen zu sein.
Kampfsportarten in Europa
Neben den asiatischen Kampfsportarten (z. B. Kung Fu, Taekwondo) sind in Europa Boxen, Karate, Ringen und Judo weit verbreitet. Spezielle Formen des Kampfsports sind u. a. das schweizerische Schwingen und das türkische Ölringen.
