Oktagon 69: Flying Uwe vs. Ediz und weitere Highlights in Dortmund

In Dortmund wurde die Westfalenhalle zum Schauplatz eines Showdowns bei Oktagon 69. Im Mittelpunkt standen der Kampf zwischen Flying Uwe und Ediz der Breite sowie der Hauptkampf zwischen Max Holzer und Deniz Ilbay. Hier ist ein Überblick über die Ereignisse und Ergebnisse des Abends.

Flying Uwe vs. Ediz der Breite: Der Influencer-Kampf

Der Kampf zwischen Flying Uwe und Ediz der Breite war nicht nur ein Wettstreit im Ring, sondern hatte sich zu einem der am meisten erwarteten und emotional aufgeladenen Duelle im MMA entwickelt. Besonders brisant war der Streit über das Gewicht, der vor allem während der Pressekonferenz weiter angeheizt wurde.

Flying Uwe, der üblicherweise in der 70-kg-Klasse kämpft, äußerte Unzufriedenheit, als Ediz öffentlich Zweifel an den getroffenen Vereinbarungen über das Gewicht anbrachte. „Es wurde alles professionell abgeklärt“, betonte Uwe, „dies ist kein Influencer-Kampf.“ Er stellte klar, dass er auf Professionalität und die Einhaltung der Regeln pocht. Ediz, der von 95 Kilo kam und große Schwierigkeiten beim Gewichtsverlust hatte, fühlte sich körperlich erschöpft und betonte, dass er nicht als „Zombie-Ediz“ kämpfen wolle.

Der Streit eskalierte weiter, als Ediz Uwe beschuldigte, sich hinter Showeinlagen zu verstecken und Angst zu haben. In einer hitzigen Reaktion konterte Uwe, dass er im Kampf keine Gnade zeigen werde. Am Ende der Pressekonferenz gab Ediz einen bemerkenswerten Ausblick auf das, was zu erwarten ist: „Jetzt ist der Reiz größer, man geht mit ein bisschen mehr Hass in den Kampf.“

Am 5. April kam es zum Kampf zwischen Flying Uwe und Ediz. Uwe Schüder legte los wie die Feuerwehr und klingelte seinen Streamerkollegen heftig an - und das gleich dreimal. Allerdings rappelte sich Ediz Tasci immer wieder auf. Als beide dann im Clinch am Käfigzaun landeten, setzte Tasci zu Kniestößen an. Damit drängte er seinen Gegner zurück. Es folgte ein rechter Schwinger und Uwe ging zu Boden. Mit Ground-and-Pound setzte er nach, ehe der Ringrichter dazwischenging.

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Der favorisierte Ediz Tasci konnte sich letztlich gegen Flying Uwe im Ring durchsetzen. Obwohl beide Kämpfer ihre Momente hatten, konnte sich Ediz gegen Flying Uwe verdient durchsetzen. Die beiden konnten mit ihrem spannenden Fight für das Highlight des Abends sorgen.

Hauptkampf: Holzer vs. Ilbay und ein unwürdiges Ende

Mit Deniz Ilbay und Max Holzer standen sich im Hauptkampf zwei erbitterte Rivalen im Federgewicht gegenüber. Der Hauptkampf zwischen Holzer und Ilbay hatte einen langen Vorlauf und war geprägt von zahlreichen Provokationen und Beleidigungen. Über Monate entwickelte sich ein echtes Hassduell. Im Käfig sollte sich die Fehde klären. Der gelernte Boxer Ilbay bereitete dem talentierten Holzer im Stand ordentlich Probleme.

Der Hannoveraner Publikumsliebling wechselte schnell in den Bodenkampf. Aber auch hier wehrte sich sein Gegner nach Kräften. Mit Ellbogen hielt sich "El Pistolero" seinen Gegner vom Leib, auch wenn der Mann aus Hannover stetig Druck machte und Ilbay mit Schlägen eindeckte. Die ersten beiden Runden verliefen nach diesem Muster. Ilbay hatte gute Momente, drehte sich auch aus den dominanten Bodenpositionen oft heraus, überraschte Holzer damit.

In der vierten Runde konnte Holzer den Rücken seines Gegners erobern und setzte zum Rear Naked Choke an. Der Widerstand des Kölners war gebrochen, Holzers Arm rutschte unter das Kinn Ilbays und er klopfte ab. Im Anschluss gab Holzer seinem Gegner einen Kuss und stieß ihm mit der Hüfte gegen das Gesäß - eine absolut unnötige und unschöne Aktion in einem bis dahin verbissenen, aber spannenden Kampf. Ilbay jagte Holzer danach durch den Ring, stieß den Sieger des Kampfs die Ringtreppe hinunter.

Nach seinem Sieg spang Holzer auf und macht eine obszöne Geste in Richtung des am Boden liegenden Ilbay, indem er eine aufsteigende Bewegung von hinten andeutete. Die Situation eskalierte nach dieser Provokation direkt. Ilbay landete einen überraschenden Schlag und beförderte Holzer damit aus dem Ring. Die Fight Night endete mit dem Eingreifen der Security leider chaotisch.

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Weitere Kämpfe und Ergebnisse von Oktagon 69

Neben den beiden großen Highlights gab es noch weitere spannende Kämpfe bei Oktagon 69. Hier eine Übersicht der Ergebnisse:

  • Kampf 1: Hošek vs. Stefanovic
  • Kampf 2: Aby vs. Walid
  • Kampf 3: Ryšavý vs. Black-Dell
  • Kampf 4: Pudilová vs. Cloudy
  • Kampf 5: Grabinski vs. Skrzypek
  • Kampf 6: Vosgröne vs. Montagnac
  • Kampf 7: Novák vs. Palokaj
  • Kampf 8: Bogdanović vs. Duric
  • Kampf 9: Taha vs. Zarauz
  • Kampf 10: Ediz vs. Flying Uwe
  • Kampf 11: Holzer vs. Ilbay

Den Auftakt in Dortmund machten der Düsseldorfer Aleksandar "Eisbär" Stefanovic und der Tscheche David Hošek. Gleichzeitig konnte der Deutsche einen linken Haken anbringen, der seinen Gegner zu Boden schickte. Stefanovic setzte nach, tappte dann aber in einen Aufgabegriff. Der Triangle-Choke saß fest und der "Eisbär" musste abklopfen.

Nach der Niederlage gegen Max Holzer wollte Eugen Black-Dell zurück auf die Siegerstraße. Ryšavý dagegen setzte dem Deutschen mit heftigen Kniestößen zu. Dadurch drängte er ihn gegen den Käfigzaun, wo er mit Ellbogen arbeitete und Treffer landete. Beim Wiederaufrichten passte Black-Dell dann nicht auf, als Ryšavý zu einem Aufgabegriff ansetzte: ein Guillotine Choke. Black-Dell hatte keine andere Option, als abzuklopfen.

Nach vier Niederlagen in Serie stand Mohamed Grabinski mit dem Rücken zur Wand. Gegen Karol Skrzypek musste ein Sieg her. Der Deutsche drehte auf und der Pole sich zunehmend weg von den Schlägen, taumelte teilweise nach Treffern. Für ein vorzeitiges Finish reichte es bei Grabinski aber nicht, dafür stand am Ende ein starker Punktsieg.

"Neandertaler" Frederic Vosgröne aus Düsseldorf ist ein Bodenspezialist und sein Plan gegen den Franzosen Jorick Montagnac war entsprechend klar. In Runde zwei war Vosgröne dann erfolgreicher. Er konnte schnell Top-Kontrolle bekommen und arbeitete mit Schlägen. Er konnte dann einen Head-and-Arm-Choke anbringen, bei dem Montagnac das Bewusstsein verlor.

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Für Holzers Teamkollegen Gjoni Palokaj sollte Marco Novák der nächste große Test werden. Und der Mann aus Hannoveraner zeigte zwei Runden seine ganze Klasse. Nach drei Runden feierte der Hannoveraner immerhin einen souveränen Punktsieg.

Fedor Duric aus Frankfurt ist Deutschlands größtes Talent im Leichtgewicht. Mit einem Upkick unters Kinn hatte Duric in der zweiten Runden ein großes Highlight auf seiner Seite. Aber die Punktrichter gaben per Split Decision den Sieg an Bogdanovic.

Für den "Dortmunder Jung" Khalid Taha war der Kampf gegen José Zarauz ein Heimspiel. Lautstark wurde der Deutsch-Libanese in seiner Heimat empfangen und den Kampf eröffnete er mit heftigen Schwingern, die seinen Gegner aus Peru heftig durchschüttelten. Nach mehreren Treffern schritt der Referee ein - Taha war der Sieger.