Die Frage, ob man ein Einzelkämpfer oder ein Teamplayer ist, stellt sich oft, besonders im Fernstudium oder im Berufsleben. Obwohl das Fernstudieren zum Großteil in selbstständiger Lernweise erfolgt, gibt es bezüglich der Lerntypen große Unterschiede. Die einen lernen lieber alleine und haben kaum Kontakt zu anderen Fernstudenten, während andere Wert auf regelmäßigen Austausch legen.
Die eine richtige Empfehlung, wie man am effektivsten lernt, gibt es nicht. Vielmehr muss man für sich selbst entscheiden, wie man am besten lernt, bzw. mit welcher Methode man die besseren Erfolge erzielt. Man will die Prüfungen so gut wie möglich bestehen. Doch nicht nur der Fokus auf die Prüfungen ist bei einem mehrjährigen Fernstudium entscheidend. Auch der Spaß beim Lernen darf nicht auf der Strecke bleiben.
Effektivität, Spaß und Motivation - Das sind die wohl wichtigsten Erfolgsfaktoren bei einem Fernstudium. Diese Erfolgsfaktoren können sowohl beim Einzelkämpfer, als auch beim Teamplayer erfüllt sein.
Der Einzelkämpfer im Detail
Der Einzelkämpfer lernt meistens für sich alleine. Entweder möchte er beim Lernen wirklich lieber in Ruhe gelassen werden oder ihm bleibt keine Zeit, um Kontakte zu knüpfen. Denn im Vergleich zu einem Präsenzstudium an einer „normalen“ Uni, kann man beim Fernstudium aufgrund von Zeitmangel schnell unfreiwillig zum Einzelkämpfer werden. Selbstständiges und selbstorganisiertes Lernen sind bei einem Fernstudium das A und O. Dies gilt jedoch nicht nur für den Einzelkämpfer, sondern auch für den Teamplayer.
Egal, ob man Einzelkämpfer oder Teamplayer ist - die Organisation des Fernstudiums nimmt einem keiner ab. Der Einzelkämpfer steht daher vor den selben Herausforderungen, wie der Teamplayer. Jedoch hat der Einzelkämpfer den Vorteil, dass er einen großen individuellen Entscheidungsspielraum hat. Er kann jederzeit selbst bestimmten, wann, wo und wieviel er lernt. Es ist zeitlich flexibel und an keine festen Termine, z.B. für Gruppentreffen, gebunden. Er fährt während des gesamten Semesters einfach seine Linie und hält den Organisationsaufwand damit so gering wie möglich.
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Der Verzicht auf Austausch und Kommunikation - sowohl virtuell, als auch persönlich - bringt ihm eine große Zeitersparnis. Er begibt sich in keine Diskussionen, Problemstellungen oder Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gruppe, die zeitlich aufwendig zu beantworten wären. So kann er die Zeit zum Lernen ganz nach seinen individuellen Bedürfnissen verplanen und sich auf die Inhalte konzentrieren, die für ihn alleine am wichtigsten sind.
Einzelkämpfer, die sich Lerninhalte schnell selbstständig beibringen und bei Verständnisproblemen auch eigenständig Lösungen suchen (z.B. im Internet, Fachbücher, Tutorials etc.), können durchaus sehr effektiv lernen. Sie motivieren sich selbst, indem sie selbstständig Antworten auf Fragen und Lösungen für Probleme finden.
Auf der anderen Seite hat man als Einzelkämpfer oftmals den Nachteil, dass man bei Problemen oder Fragen auf sich alleine gestellt ist und keine Unterstützung hat. Denn auch, wenn man sich selbst zu helfen weiß, so könnten Antworten auf Fragen durch andere vielleicht deutlich schneller beantwortet werden.
Auch das positive Feedback auf eigene Lernerfolge gibt einen neuen Motivationsschub. Wenn man Einzelkämpfer ist, ist dies nicht schlimm. Im Gegenteil, es kann auch seine Vorteile haben. Jedoch sollte man dennoch versuchen, nicht vollständig auf den Austausch mit anderen Studenten zu verzichten. Denn wer sich komplett abschottet, hat es in der Tat deutlich schwerer. Es gibt auch zeitsparende Alternativen zu Gruppentreffen (Blogs, Foren, Virtueller Studienplatz etc.).
Lernen im Team: Eine Alternative?
Lernen im Team - ja, das geht auch bei einem Fernstudium. Doch wie knüpft man Kontakt zu anderen Studenten? Nun, da gibt es viele Möglichkeiten. Die Fernuni Hagen stellt im Virtuellen Studienplatz z.B. Anhand der Listen kann man sehen, wer in der gleichen Stadt wohnt und das selbe Modul belegt hat. Zudem gibt es an der Fernuni Hagen auch noch die Moodle Lernumgebung. Auch dort können Fernstudenten Kontakt zu Mitkommilitonen oder den Beteuern eines Kurses/Moduls aufnehmen.
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Weitere Möglichkeiten, Kontakt zu anderen Studenten aufzunehmen sind Foren, wie Studienservice.de oder Fernstudium-Guide.de/Forum. Das ist ein Forum für Studenten der Fernuni Hagen, in dem man sich über allgemeine Fragen zum Fernstudium, der Fernuni, aber auch über spezielle Module/Kurse austauschen kann.
Es gibt so viele Studenten, die sich die Mühe machen, Zusammenfassungen zu erstellen oder sich die Zeit nehmen, Fragen anderer zu beantworten. Es lohnt sich daher, den Austausch mit anderen Kommilitonen zu suchen. Egal, ob man akut Hilfe bei einer Aufgabe benötigt, anderen helfen möchte oder einfach nur neue Kontakte knüpfen will - die Kommunikation fördert die Geselligkeit und gibt das Gefühl, das es da ja auch noch andere Studenten gibt.
Doch auch persönliche Treffen und das Lernen in der Gruppe kann - wenn es denn die Zeit erlaubt - zu effektiveren Lernergebnissen führen. Um die Gefahr der Ablenkung und unnötiger Diskussionen abzuwenden, sollte eine Lerngruppe aus maximal vier Studenten bestehen. Ideal ist es, wenn man sich auf der gleichen Wellenlänge bewegt und über einen ähnlichen Arbeitsstil verfügt. Arbeitsaufteilungen, wie es sie in üblichen Gruppenarbeiten an normalen Unis gibt, kommen beim Fernstudium weniger vor. Dennoch sollte man sich bei Treffen auf die anderen Gruppenteilnehmer verlassen können.
Dazu zählt z.B. Auch wenn man es nicht gewohnt ist, in einer Gruppe zu lernen, so sollte man es dennoch ausprobieren. Man selbst profitiert nämlich von den Informationen, Erfahrungen und Kontakten anderer und kann sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen. Damit sich nachher keiner ausgenutzt fühlt, sollte die Lerngruppe fachlich ausgewogen sein.
Die fachliche Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit Lernstoff kann dazu beitragen, dass die Lerninhalte aktiv und effektiv bearbeitet werden können. Man setzt sich mit neuem Wissensstoff auseinander, hinterfragt Ansichten und findet zusammen schneller Lösungen auf Probleme. Das Lernen im Team fördert zudem die Argumentationsfähigkeit, da es oftmals zu Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten kommt. Mit diesen muss man sich dann auch auseinandersetzen. So werden aber auch Redeängste und emotionale Hemmungen abgebaut.
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Nachteile des Lernens in Gruppen können chaotische Gruppendiskussionen sein, bei denen die Diskussionspartner versuchen, miteinander zu konkurrieren, anstatt zu kooperieren. Einige versuchen vielleicht auch, sich als besonders schlau darzustellen, anstatt zur Klärung inhaltlicher Fragen beizutragen. Wenn man die Leute vorher nicht kennt, ist es schwer bis unmöglich, das im Voraus vorherzusagen.
Neben dem Bilden von Lerngruppen oder dem fachlichen Austausch im Internet kann es aber auch einfach so mal ganz nett sein, Mitkommilitonen zu kontaktieren und zu treffen. Der Teamplayer profitiert also von einer Reihe von Vorteilen. Jedoch kommt auch er nicht dabei herum, sein Studium selbst in die Hand zu nehmen. Die Kommunikation mit anderen Fernstudenten dient beim Fernstudium hauptsächlich der Klärung fachlicher Fragen. Im Team können diese meist schneller beantwortet werden.
Der richtige Mix macht's
Ob man alleine für sich oder im Team effektiver lernt, muss jeder für sich selbst beantworten. Doch auch der Einzelkämpfer sollte nicht vollständig auf den Austausch mit anderen Fernstudenten verzichten, da es immer hilfreiche Tipps und Infos gibt, auf die man vielleicht alleine nicht gekommen wäre. Zudem steht jeder ab und zu vor schwierigen Aufgaben, die einen lange beschäftigen.
Trotzdem schaue ich regelmäßig, was z.B. auf Studienservice.de, dem Forum von Fernstudium-Guide.de oder auf anderen Blogs gepostet wird. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ein Fernstudium nicht immer leicht ist, da hilft es mir, wenn andere Studenten ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder vor ähnlichen Problemen standen.
Auch die Lösungen für Einsendeaufgaben oder Hilfestellungen bei der Beantwortung von Klausuraufgaben gibt es online, sodass man ohne große Zeitaufwand für Hin- und Rückwege zu Treffen, auf Hilfe zurückgreifen kann. Auf der anderen Seite ist es auch ein gutes Gefühl, anderen bei ihren Fragen und Problemen helfen zu können.
Teamplayer Qualitäten
Die Antwort auf diese Frage kann den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Als Teamplayer arbeiten bedeutet, effektiv mit anderen zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen.
- Aktives Zuhören: Hören Sie aufmerksam zu, was Ihre Kollegen zu sagen haben, und stellen Sie Fragen, um Missverständnisse zu vermeiden.
- Klarheit und Präzision: Drücken Sie Ihre Gedanken und Ideen klar aus, um Verwirrung zu vermeiden.
- Empathie und emotionale Intelligenz: Versuchen Sie, die Perspektiven und Emotionen Ihrer Teammitglieder zu verstehen und darauf einzugehen.
- Flexibilität bei Aufgaben und Rollen: Seien Sie bereit, Ihre Rolle oder Aufgaben im Team je nach Bedarf anzupassen.
- Offenheit gegenüber Veränderungen: Akzeptieren Sie Veränderungen als Chance, anstatt sich ihnen zu widersetzen.
- Umgang mit Rückschlägen und Herausforderungen: Bleiben Sie positiv und lösungsorientiert, wenn Sie auf Schwierigkeiten stoßen.
Ein Teamplayer muss flexibel und bereit sein, sich an Veränderungen anzupassen. Flexibilität bei Aufgaben und Rollen: Seien Sie bereit, Ihre Rolle oder Aufgaben im Team je nach Bedarf anzupassen. Sie könnten etwa in einem Projekt sowohl als Projektleiter als auch als technischer Experte fungieren. Offenheit gegenüber Veränderungen: Akzeptieren Sie Veränderungen als Chance, anstatt sich ihnen zu widersetzen. Wenn beispielsweise ein neues Software-Tool eingeführt wird, betrachten Sie es als Gelegenheit, Ihre Fähigkeiten zu erweitern. Umgang mit Rückschlägen und Herausforderungen: Bleiben Sie positiv und lösungsorientiert, wenn Sie auf Schwierigkeiten stoßen.
- Zuverlässigkeit: Halten Sie Ihre Versprechen und treffen Sie Termine.
- Selbstständiges Arbeiten: Erledigen Sie Ihre Aufgaben ohne ständige Überwachung oder Erinnerungen.
- Proaktives Handeln: Ergreifen Sie die Initiative, um Probleme zu lösen oder Verbesserungen vorzuschlagen, ohne darauf zu warten, dass jemand Sie dazu auffordert.
- Anerkennung der Leistungen anderer: Loben Sie die Arbeit Ihrer Teammitglieder, wenn sie etwas gut gemacht haben.
- Höflichkeit und Professionalität: Behandeln Sie alle Teammitglieder, unabhängig von ihrem Rang oder ihrer Position, mit Respekt und Freundlichkeit.
- Konfliktmanagement und Lösungsorientierung: Wenn Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte auftreten, suchen Sie nach konstruktiven Lösungen, anstatt sich auf Probleme zu konzentrieren.
Jedes Teammitglied hat eine bestimmte Rolle im Team, aber alle arbeiten zusammen, um das Produkt erfolgreich zu entwickeln.
Weitere wichtige Aspekte für Teamplayer:
- Hören Sie aktiv zu und achten Sie darauf, was andere sagen.
- Stellen Sie Fragen, um sicherzustellen, dass Sie alle Informationen haben, die Sie benötigen, um erfolgreich zu sein.
- Teilen Sie Informationen und Ideen mit anderen Teammitgliedern.
- Seien Sie respektvoll gegenüber anderen Teammitgliedern.
- Seien Sie zuverlässig.
- Seien Sie ehrlich.
- Seien Sie loyal gegenüber Ihrem Team und Ihren Teammitgliedern.
- Seien Sie offen für Veränderungen.
- Seien Sie bereit, Kompromisse einzugehen.
- Seien Sie bereit, neue Fähigkeiten zu erlernen.
- Seien Sie unterstützend.
- Seien Sie empathisch.
- Seien Sie positiv.
Einzelkämpfer im Content-Marketing
Content-Marketing in KMU: Wie du auch als Einzelkämpfer erfolgreich bist
Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Marketing ohne guten Content nicht funktioniert. Nützliche Inhalte braucht es. Content, der bei den Bedürfnissen und Fragen der Zielgruppe ansetzt, Vertrauen aufbaut und den Kunden weiterbringt in seiner Kaufentscheidung. So widmen sich nun auch mittelständische Unternehmen verstärkt dem Content-Marketing.
Die Frage ist: Kann man Content-Marketing als Einzelkämpfer betreiben? Welche Ressourcen braucht es wirklich für Content-Marketing? Und wie sollte man es angehen, wenn man weder Team noch viel Budget hat?
Wer in seinem Unternehmen allein für Content-Marketing verantwortlich ist, der hat es nicht leicht - er muss „kämpfen“. Und zwar an verschiedenen Fronten gleichzeitig. Da wäre zunächst der interne Überzeugungskampf: Vorgesetzte und Kollegen muss er davon überzeugen, dass das, was er tut, richtig und wichtig ist. Und dass für echte Resultate nicht Produktfeatures, sondern der Kundennutzen im Fokus stehen muss. Denn hier fahren Marketing und Vertrieb nur selten eine gemeinsame Linie.
It takes three, baby! Welche Aufgaben ein Content-Marketing-Manager im Unternehmen verantwortet und welche Fähigkeiten er dazu mitbringen muss, hat Robert Weller schön zusammengefasst. Das ist eine stattliche Aufgabenliste, die einer allein kaum bewältigen kann.
Melissa Lafsky geht davon aus, dass es mindestens drei Personen im Unternehmen braucht, die jeweils einen der drei Hauptbereiche des Content-Marketings übernehmen:
- Content-Strategie: Als Grundlage für alle Aktivitäten müssen Ziele, Zielpersonen, Botschaften, Vorgehen, KPIs etc. festgelegt und kontinuierlich angepasst werden.
- Content-Umsetzung: Hier geht es um die Redaktionsplanung sowie die Erstellung, Veröffentlichung und Vermarktung der Inhalte.
- Content-Integration: Damit ist die koordinierende und vermittelnde Funktion gemeint, die du übernimmst, um dich mit anderen Teams im Unternehmen abzustimmen, gemeinsam Content-Ideen zu entwickeln und sicherzustellen, dass alle über deine Aktivitäten und Ziele informiert sind und sie unterstützen.
Der zweite Bereich lässt sich - je nach Unternehmensgröße und den eigenen Ambitionen - durchaus auf noch mehr Schultern verteilen: Ein Redakteur kümmert sich um die Content-Erstellung, ein Grafiker setzt Inhalte visuell um, ein Social-Media-Manager ist für die Distribution zuständig. Damit würde das optimale Content-Team also mindestens fünf Personen umfassen, um einen kontinuierlichen Content-Workflow sicherstellen zu können.
Tipps für das Ein-Mann-Content-Marketing-Team
Solltest du dich in dieser Rolle wiederfinden, sind deine Content-Marketing-Anstrengungen sicher nicht gleich zum Scheitern verurteilt. Wir sehen das optimistischer und finden: Auch als Einzelkämpfer kannst du erfolgreich sein. Allerdings nur, sofern du zwei Dinge beachtest: Erstens: Du gehst mit deinen begrenzten Ressourcen intelligent um. Zweitens: Du holst dir externe Unterstützung. Denn ohne Hilfe von Experten wird es nicht gehen.
- Bring Vertrieb und Geschäftsführung auf deine Seite! Beziehe den Vertrieb von Anfang an in deine Aktivitäten mit ein, zum Beispiel bei der Definition der Personas und den regelmäßigen Redaktionsmeetings.
- Höre deinen Zielgruppen zu! Finde daher heraus, was deine Kunden bewegt, bevor du in die Content-Produktion einsteigst: Frag deine Kollegen aus dem Vertrieb oder Customer Service, rufe einen guten Kunden an, oder nutze die sozialen Netzwerke, um in einen Dialog zu treten und mehr über sie zu erfahren.
- Fange klein an! Konzentriere dich am Anfang auf kleinere Content-Stücke und entwickle deine Inhalte nach dem Lean-Prinzip.
- Produziere weniger, vermarkte mehr! Lieber weniger produzieren, dafür optimal promoten.
- Verwerte deine Content-Ideen mehrfach! Ein einziges Thema lässt sich in verschiedenen Content-Formaten umsetzen, z. B. als Blogpost oder-serie, Webinar, Podcast, Slideshare-Präsentation etc.
- Hol dir externe Hilfe! So lassen sich Teile der Content-Erstellung und Distribution gut an Agenturen oder Freelancer outsourcen.
- Automatisiere Prozesse wo möglich! Mit standardisierten Workflows und den richtigen Technologien kannst du viel Zeit und Geld sparen.
Vor- und Nachteile des Einzelkämpfers im Job
Bei einem Einzelkämpfer kommen Assoziationen zur Bundeswehr oder Protagonisten aus Filmen, die auf eigene Faust einen wichtigen Auftrag erledigen und die Welt retten. Ganz unspektakulär gibt es Einzelkämpfer aber auch im Job. Zusammenarbeit empfinden sie als notwendiges Übel und Teamfähigkeit ist nahezu nicht vorhanden. Doch was macht solche Einzelkämpfer im Berufsalltag aus?
Eindeutiges Anzeichen für Einzelkämpfer: Sie erledigen Aufgaben alleine. Einzelkämpfer sind davon überzeugt, dass sie jede Herausforderung alleine meistern können. Sie fragen niemals um Hilfe, sondern suchen im Alleingang nach einer Lösung. Gleiches gilt auch andersherum: Einzelkämpfer helfen anderen ungern, weil dies eine enge Zusammenarbeit bedeutet. Wer sich selbst für überlegen hält, kann dieses Bild und die eigene Meinung nicht dadurch zerstören, dass er einen eigenen Fehler zugibt. Einzelkämpfer versuchen, das Image eines perfekten Mitarbeiters zu erhalten. Fehler suchen Sie immer nur bei anderen.
Am Arbeitsplatz entstehen Freundschaften und Teams, die eng miteinander verbunden sind. Einzelkämpfer halten sich dabei aus allem raus. Sie werden nie ein wirklicher Teil der Gruppe.
In der Psychologie gibt es dafür verschiedene Erklärungen. Ein Grund sind negative Erfahrungen aus der Vergangenheit. Das Verhalten kann auch als Schutzmechanismus entstehen. Hat ein Mensch keine oder nur sehr wenige Freunde und soziale Kontakte, passt er seine Denkweise an und erklärt sich selbst zum Einzelkämpfer. Es wird zur eigenen Entscheidung erklärt, um eine unangenehme Erkenntnis zu umgehen. Teilweise ist es aber auch eine Frage der Persönlichkeit. Manchen Menschen liegt es im Blut, Dinge lieber alleine anzupacken.
Auf den ersten Blick haben Einzelkämpfer vor allem Nachteile. Sie haben es im Job schwer, bleiben außen vor und haben einen schlechten Ruf. Wer alleine etwas erreicht, muss die damit verbundene Anerkennung oder Belohnung nicht mit jemand anderem teilen. Als Einzelkämpfer können Sie die Dinge genau so angehen, wie Sie es wollen. Alleine können Sie sich ganz auf Ihre Ziele konzentrieren. Natürlich müssen Sie im Job auch die Ziele des Teams verfolgen, doch behalten Sie als Einzelkämpfer leichter die eigenen Ziele im Blick. Sie können sich gut konzentrieren, Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten voll einbringen und so die besten Leistungen bringen.
Trotz der Vorteile müssen auch echte Einzelkämpfer einsehen: Nicht alles lässt sich komplett im Alleingang machen. Manchmal wird schlicht vom Chef eine Teamarbeit angeordnet. Soll ein wichtiges Projekt gemeinsam bearbeitet werden, kann man nicht einfach etwas anderes machen. Manchmal ist es aber auch schlicht besser, wenn Sie mit anderen zusammenarbeiten - selbst, wenn es Ihnen schwerfällt. Jeder hat seine eigenen, ganz persönlichen Stärken und Schwächen. Das gilt beruflich, genauso wie privat. Auch Einzelkämpfer bilden von dieser Regel keine Ausnahme. Sie wollen alles alleine, haben aber nur begrenzte Qualifikationen.
Viele Hände, schnelles Ende. In der Redewendung steckt viel Wahrheit. Manchmal gibt es schlicht zu viel zu tun. Ein Einzelgänger kann nicht alles erledigen, was im Job anfällt. Grundsätzlich sind Fehler ein notwendiges Übel, um zu lernen und einen Schritt nach vorne zu machen. Viele Einzelkämpfer müssen diese Lektion mühsam erlernen und Rückschläge verkraften.
Echte Einzelgänger
Einzelgänger haben ein schlechtes Image und die meisten Menschen - gerade Führungskräfte - sehen nur potenzielle Nachteile. Schlechte Zusammenarbeit, keine Integration ins Team und schädliche Auswirkungen auf das Betriebsklima. Statt Mitarbeiter zu verteufeln, die Aufgaben lieber alleine bearbeiten, sollten Arbeitgeber umdenken und die positiven Seiten erkennen. Wer alleine arbeiten möchte und dies auch tun kann, bringt oft die besten Leistungen. Sie nutzen die eigene Zeit und Energie optimal und bringen dabei ihr gesamtes Wissen ein. Es gibt keine Ablenkungen, keine unnötigen Meetings, Absprachen oder Diskussionen über Vorgehensweise. Wird eine Aufgabe alleine erledigt, kann die Produktivität deutlich steigern. Zeitverschwendungen werden vermieden und der Fokus liegt allein auf der ToDo-Liste.
Im Team ist es leicht, sich in der Masse zu verstecken. Wenn etwas schiefgeht oder Deadlines nicht gehalten werden, will es am Ende keiner gewesen sein. Einzelgänger übernehmen hingegen immer die volle Verantwortung. Sie liefern Ergebnisse alleine ab und stehen dafür gerade. Mit jeder Aufgabe und Herausforderung werden Einzelkämpfer besser. Sie lernen neue Fähigkeiten, weil sie sich diese angeeignet haben, statt sich auf andere zu verlassen. Selbst Fehler sind für das persönliche und professionelle Wachstum wichtig.
Echte Einzelgänger haben ein großes Selbstbewusstsein und die feste Überzeugung: Ich kann jedes Problem lösen und jede Aufgabe meistern. Das bedeutet auch: Sie finden eine Lösung und liefern ein Ergebnis, weil sie vorher nicht zufrieden mit sich selbst sind.
Ein großer Vorteil, der oft übersehen wird: Einzelgänger sind durchaus in der Lage, im Team zu funktionieren und mit den Kollegen zu arbeiten. Sie können Informationen teilen, Ideen austauschen und Aufgaben gemeinsam angehen.
Der Physiker Isaac Newton und die Malerin Georgia O’Keeffe hatten etwas gemein. Beide waren überzeugte Eremiten. „Sei ein Einzelgänger - das gibt dir Zeit, wichtige Fragen zu stellen und nach der Wahrheit zu suchen“, soll auch Albert Einstein gesagt haben.
Heute denken wir beim Stichwort Einzelgänger eher an abweisende Außenseiterinnen oder gar gefährliche Misanthropen. Doch solche Vorurteile werden Einzelgängerinnen und Einzelgängern keineswegs gerecht. Die mutmaßlichen Misanthropen sind laut Studien eher jene, die gegen ihren Willen allein sind. Sie wünschen sich insgeheim die Nähe ihrer Mitmenschen, finden aber keinen sozialen Anschluss.
Echte Einzelgängerinnen hingegen genießen ihre Zeit allein, sie sind erstaunlich zufrieden und führen ein erfülltes Leben. Erst seit kurzem widmen sich Forschende den positiven Eigenschaften von Menschen, die gern allein sind.
Eigenschaften echter Einzelgänger
- Unabhängig, aber nicht verschlossen: Entgegen dem Klischee sind Einzelgängerinnen und Einzelgänger mitnichten eigenbrötlerisch, angespannt und verschlossen. Im Gegenteil: Sie erwiesen sich in Studien als auffällig selten neurotisch. Außerdem sind Menschen, die gerne Zeit allein verbringen, nicht mehr oder weniger umgänglich als solche, die ein aktives, abwechslungsreiches Sozialleben führen. Ebenso wenig sind sie unterkühlte Charaktere.
- Umgänglich und gewissenhaft: Menschen, die keine Angst vor einem Junggesellendasein haben, sondern es genießen, sind grundsätzlich umgänglicher als jene Menschen, die sich davor fürchten. Außerdem sind überzeugte Singles auch gewissenhafter als diejenigen, die Angst vor dem Alleinsein hegen.
- Offen für Veränderungen: Im Vergleich zu den Eheleuten berichteten die Alleinstehenden deutlich häufiger, immer wieder persönliches Wachstum zu erfahren. Sie stimmten eher mit Aussagen überein wie etwa: „Für mich ist das Leben ein kontinuierlicher Prozess des Lernens, der Veränderung und des Wachstums“, oder: „Ich denke, es ist wichtig, neue Erfahrungen zu machen, die die eigene Meinung über sich selbst und die Welt infrage stellen.“
- Selbstreflektiert und resilient: Denn die Selbsterkundung kann beispielsweise schmerzliche Erfahrungen, aufwühlende Erinnerungen sowie Gedanken an eigene Unzulänglichkeiten heraufbeschwören. Aber gerade durch die anhaltende Konfrontation mit sich selbst haben überzeugte Einzelgängerinnen und Einzelgänger eine gute Vorstellung von ihren Schwächen und Stärken. Deswegen können sie bedachter mit ihren Schwachpunkten umgehen - und ihre Fähigkeiten sowie Talente im Alltag bewusst nutzen.
