Die Werbetrommel rühren: Herkunft und Bedeutung einer bekannten Redewendung

Redewendungen und geflügelte Worte begleiten uns tagtäglich und bereichern die Sprache. Doch woher kommen sie eigentlich? In diesem Artikel wird die Herkunft und Bedeutung der Redewendung "die Werbetrommel rühren" erläutert.

Ursprung und Bedeutung

Die Redewendung "die Werbetrommel rühren" bedeutet, für etwas stark zu werben oder Reklame zu machen. Aber woher kommt diese Redewendung?

Früher, ab dem 17. Jahrhundert, wurden Männer für den Kriegsdienst angeworben. Die Werber zogen durch die Dörfer und versprachen Ruhm und Geld. Um auf sich aufmerksam zu machen, rührten sie auf ihren Wegen mit Schlegeln die Trommel, indem sie mit kreisenden Bewegungen über ihr Fell strichen, anstatt sie zu schlagen. Ein dumpfer Trommelschlag hätte wohl eher abgeschreckt.

Der übertragene redensartliche Sinn ist bereits seit dem 17. Jahrhundert belegt.

Werbung im Wandel der Zeit

"Werben" im Sinne von "sich um jemanden bemühen" hatte früher vor allem die Komponenten "um eine Frau werben" und "Soldaten (an-)werben". Die Bedeutung Propaganda oder Reklame ist seit dem 18. Jahrhundert bezeugt, aber erst im 20. Jahrhundert im Rahmen der modernen Wirtschafts- und Produktwerbung in diesem Sinne wirklich populär geworden.

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Die Werbung hat - entsprechend der Wortgeschichte - viele der ursprünglichen militärischen Begriffe übernommen. So spricht man beispielsweise von Werbekampagnen oder Werbefeldzügen, von Werbetaktik und Absatzstrategie, von Verdrängungswettbewerb und Zielgruppe. Hierher gehört auch die Werbetrommel, mit deren lautem Schlag der Werbeoffizier die jungen Männer auf dem Musterplatz zusammentrommelte, um ihnen die Freuden und den Lohn des Soldatentums zu verkünden, damit diese sich dann für einen Feldzug anwerben lassen.

In der Werbesprache, deren Einfluss auf die Umgangssprache immer größer wird, werden auch viele sprachliche Muster entwickelt, die zukünftig zu den Redensarten zu zählen sein werden.

Reklame: Mehr als nur Werbung

Das Wort "Reklame" kommt aus dem Französischen (réclame) und bedeutet ursprünglich "Anpreisung, Werbung". Im 19. Jahrhundert wurde es zunächst für bezahlte Buchbesprechungen und Werbeanzeigen verwendet, später dann für Kundenwerbung.

Reklame kann verschiedene Formen annehmen:

  • Aufdringliches Anpreisen: Im umgangssprachlichen Gebrauch kann "Reklame machen" bedeuten, dass jemand sich mit den guten Leistungen seiner Kinder rühmt.
  • Werbung für Marken, Produkte, Unternehmen: Dies ist die klassische Form der Reklame, die in Zeitungen, Radio, Fernsehen und im Internet zu finden ist.

Es gibt auch negative Publicity, die ungewollt entsteht. Positive Publicity kann man jemandem oder einer Sache bescheren.

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Redewendungen in der Sprache

Redewendungen gibt es in jeder Sprache. Es handelt sich dabei um mehrere feststehende Begriffe, die weitläufig bekannt sind und in Sätze eingebaut werden können. Die meisten haben sich über eine lange Zeit im Sprachgebrauch durchgesetzt, auf Basis von Erfahrungswerten zum Beispiel, die Menschen weitergeben wollten. Irgendwann werden sie einfach benutzt, ohne dass man sich über die Herkunft großartig Gedanken macht.

Es gibt etwa 300.000 Redewendungen allein in der deutschen Sprache. Einige haben sich schon seit Jahrhunderten etabliert, manche kommen zum Beispiel noch aus dem Mittelalter. Manche Redewendungen verschwinden aber auch mit der Zeit wieder und es entstehen neue. Das ist ganz normal, denn die Sprache ist dynamisch, sie verändert sich ständig und passt sich an die Bedürfnisse der Menschen an.

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