Judo: Regeln und Besonderheiten der Bronzemedaille

Judo ist eine japanische Kampfsportart, deren Prinzip „Siegen durch Nachgeben” beziehungsweise „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand” ist.

Traditionell tragen Judoka eine knöchellange weiße Baumwollhose (Zubon) und darüber eine halblange weiße Jacke (Uwagi) aus Baumwolle, die durch einen farbigen Gürtel (Obi) zusammengehalten wird (Judo-Gi).

Um in Wettkämpfen die beiden Kontrahenten besser unterscheiden zu können, trägt bei internationalen Meisterschaften ein Judoka einen blauen Judogi. Ist dies nicht möglich, werden die Kämpfer durch einen zusätzlichen roten bzw. weißen Gürtel unterschieden.

Die Medaillen wurden sowohl für die Olympischen als auch Paralympischen Spiele hergestellt. Sie sind auf der Vorderseite identisch. Nur auf der Rückseite gibt es ein unterschiedliches Design.

Die Rückseite der Olympiamedaillen erzählt die Geschichte der Wiederbelebung der Spiele in Griechenland. Seit 2004 ist die Darstellung der Göttin des Sieges, Athena Nike, die aus dem Panathinaiko-Stadion hervortritt, ein traditioneller Bestandteil der Medaillen. Die Akropolis von Athen ist ein weiteres obligatorisches Merkmal der olympischen Medaillen. Erstmals wird diese nun im Design von Paris 2024 mit dem Eiffelturm verbunden.

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Auf diese Weise werden die Inspiration der antiken Spiele in Griechenland, die französischen Ursprünge der modernen Olympischen Spiele und ihre bevorstehende Ausgabe in Paris symbolisch repräsentiert.

Die Rückseite der Paralympischen Medaillen ist mit dem Eifelturm aus einer besonderen Perspektive verziert. Es sieht aus, als würde man direkt unter ihm stehen und nach oben schauen.

Um Athletinnen und Athleten mit Sehbeeinträchtigungen die Möglichkeit zu geben, den Unterschied zwischen den Medaillen zu fühlen, sind Striche am Rand eingraviert: I für Gold, II für Silber und III für Bronze.

Die Medaillen wurden von Chaumet entworfen und enthalten ein Stück des Eiffelturms. Jede Medaille enthält 18 g von diesem sogenannten Puddeleisen.

Die Goldmedaille besteht im Kern aus Silber mit einem Reinheitsgrad von mindestens 92,5 % und muss mit mindestens 6 Gramm reinem Gold vergoldet sein.

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Die Silbermedaille besteht komplett aus Silber, auch mit einem Feingehalt von mindestens 92,5 %.

Die Bronzemedaille besteht aus Bronze mit einer Legierung, die vor allem aus Kupfer und einem anderen Metall wie Zinn oder Zink bestehen darf.

Eine Goldmedaille wiegt immerhin 529 Gramm, eine Silbermedaille 525 Gramm und eine Bronzemedaille 455 Gramm. Die Medaillen haben einen Durchmesser von 8,5 Zentimetern und sind 9,2 Millimeter dick.

Bei den Olympischen und Paralympischen Spielen Paris 2024 werden die Bänder der Medaillen mit dem Gitterwerk des Eiffelturms verziert sein.

Insgesamt wurden für die Olympische Spiele und Paralympics 5084 Medaillen hergestellt.

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Wettkampfregeln im Judo

Durch Wettkämpfe werden die Besten bestimmt. Die Kampfzeit ist in jeder Altersklasse unterschiedlich.

  • In der U11 beträgt sie 2 Minuten
  • In der U13 und U15 3 Minuten
  • In der U18, U21 und bei den Frauen und Männern 4 Minuten

Die Kämpfe werden auf einer quadratischen Matte ohne Waffen ausgetragen. Der Wettkampf wird durch einen Matten(schieds)richter und evtl. bis zu zwei weitere Schiedsrichter bewertet.

Der erst aufgerufene Judoka betritt im weißen Anzug, bzw. mit weißem Zusatzgürtel und der zweitaufgerufene Judoka im blauen Anzug, bzw. rotem Zusatzgürtel die Matte.

Ziel ist es, den Wettkampf durch bewertete Griff- und Wurftechniken zu gewinnen. Ziel des Wettkampfes ist es, den Gegner innerhalb der Kampfzone (9 x 9 m) auf den Rücken zu werfen.

Je nachdem wie erfolgreich ein Wurf war, bekommt der Judokämpfer eine Wertung: Ippon (höchste Punktzahl, der Kampf ist sofort gewonnen), Wazari (ein halbes Ippon, bei zwei Wazari ist der Kampf auch gewonnen), Yuko und Koka (mit diesen kleinen Wertungen - Yuko ist höher als Koka - kann man nicht vorzeitig gewinnen).

Erzielt keiner der Kämpfer vor Ablauf der Kampfzeit ein Ippon, gewinnt der Kämpfer, der die höchste Wertung gesammelt hat, ohne Rücksicht darauf, wieviele Wertungen insgesamt vorhanden sind. Beendet ist der Kampf auch durch Aufgabe, durch einen Festhaltegriff (25 Sekunden) oder wenn der Erfolg einer Würgetechnik oder eines Armhebels für den Kampfrichter klar ersichtlich ist.

Die Wertung wird offen angezeigt. Die Kampfdauer beträgt maximal fünf Minuten, die "Kampfsprache" ist Japanisch.

Bei Olympia geht es nach einer Vorrunde mit Achtelfinale und Viertelfinale weiter. Neben den Halbfinals gibt es auch eine Hoffnungsrunde, deren Sieger gegen die beiden Halbfinal-Verlierer die Kämpfe um Bronze bestreiten.

Wertungen im Judo

Es gibt drei verschiedene Wertungen, welche alle unabhängig voneinander vergeben werden können.

  • Ippon: Die höchste Wertung, die vergeben werden kann. Erhält ein Kämpfer diesen, ist der Kampf sofort beendet.
  • Waza-ari: Die nächst niedrige Wertung, zwei Waza-ari werden zu einem Ippon addiert.
  • Yuko: Die niedrigste Wertung. Eine Addition zur nächst höheren Wertung ist hier nicht möglich.

Gekämpft wird auf mittelharten Matten (Tatami), welche einen stabilen und sicheren Stand ermöglichen und dennoch das Fallen entsprechend abmildern. Die Wettkampffläche sollte eine Größe von 11×11 m bei Jugend-Turnieren) und zwischen 13×13 m und 16×16 m bei Erwachsenen-Turnieren.

Der Kampf findet auf der Kampffläche statt. Die Sicherheitsfläche bildet den äußeren Abschluss und soll Verletzungen vermeiden, falls die Kontrahenten unbeabsichtigt außerhalb des Randbereiches geraten sollten. Beide Flächen sollen eine unterschiedliche Färbung aufweisen.

Bei Verstößen gegen die Wettkampfregeln erhält der entsprechende Kämpfer eine Verwarnung (Shido) oder wird disqualifiziert (Hansokumake). Bei mehr als drei Verstößen wird ein Hansokumake ausgesprochen und der Kampf zugunsten des Kontrahenten beendet. Für besonders schwere Regelverstöße kann der Hansokumake auch direkt vergeben werden.

Die direkte Disqualifikation von einem Kampf bedeutet gleichzeitig die Disqualifikation vom gesamten Turnier.

Gürtelgrade im Judo

An der Gürtelfarbe kann man den Ausbildungsstand eines Judoka erkennen. Es gibt die Schüler- und Meistergrade.

Schülergrade (Kyu):

  • 8. Kyu - weiß
  • 7. Kyu - weiß/gelb
  • 6. Kyu - gelb
  • 5. Kyu - gelb/orange
  • 4. Kyu - orange
  • 3. Kyu - orange/grün
  • 2. Kyu - grün
  • 1. Kyu - blau

Meistergrade (Dan):

  • 1. bis 5. Dan: schwarz
  • 6. bis 8. Dan: rot-weiß
  • 9. und 10. Dan: rot

Gürtel oberhalb des 5. Dan (Großmeistergürtel) können nicht durch Ablegen einer Prüfung erreicht werden. Sie werden ausschließlich verliehen.

Olympische Geschichte des Judo

Erstmals in Tokio 1964 olympische Sportart (nur für Männer), bei der Premiere mit den Gewichtsklassen 65 kg, 78 kg, 95 kg (Schwergewicht) und der Offenen Klasse. In Mexico City 1968 fehlte Judo und war dann ab München 1972 wieder dabei.

Die Frauen kämpfen seit Barcelona 1992 in ebenfalls sieben Gewichtsklassen um Medaillen.

Bei der Premiere in Tokio gelang dem Holländer Anton Geesink die Überraschung, als er Gold in der Offenen Klasse gewann. Sein Landsmann Willem Ruska holte sich in München 1972 Gold sowohl im Schwergewicht wie in der Offenen Klasse.

Der Österreicher Peter Seisenbacher wurde Olympiasieger im Mittelgewicht 1984, womit ihm der erste Sieg eines Österreichers in einem bedeutenden Judo-Turnier gelang, und wiederholte den Erfolg 1988.

Acht Jahre später in Athen gewann erstmals eine deutsche Frau Gold im Judo: Yvonne Bönisch siegte in der Klasse bis 57 kg (Leichtgewicht).

Seit Tokio 2021 gehört im Judo ein Mixed-Wettbewerb zum Olympia-Programm. Bei der Premiere in Tokio mussten Olympia-Gastgeber Japan eine Schmach erdulden. Ausgerechnet im berühmten Kampfkunst-Tempel Nippon Budōkan entrissen die Franzosen mit ihrem Star Teddy Riner den Erfindern des Judo die Goldmedaille. Deutschland gewann Bronze.