Der japanische Kampfkünstler, Träger des schwarzen Gürtels und Schauspieler Shinichi "Sonny" Chiba (1939-2021) war 1974 in "Der Wildeste von Allen" zu sehen. So entstand die sogenannte Street Fighter-Reihe mit insgesamt drei Filmen. Die Reihe hat nichts mit dem Videogame und dem Van Damme-Film "Street Fighter - Die entscheidende Schlacht" zu tun.
Als die Produzenten den großen Erfolg sahen, kreierten sie eine neue Reihe, das Sister Street Fighter-Franchise, diesmal aufgrund des Namens mit einer Frau in der Titelrolle. So entstand 1974 das Spin-Off "Die Karate-Tiger" (OT: Onna hissatsu ken) von Kazuhiko Yamaguchi, welches ebenfalls zwei Fortsetzungen bekam. Die Hauptrollen spielen Etsuko Shihomi, Sanae Obori, Hiroshi Miyauchi und Sonny Chiba.
Zensur und Veröffentlichung
Die im September 1976 in den deutschen Kinos gezeigte Fassung war zensiert und tauchte dann jahrelang nicht mehr auf, weder auf VHS, noch im TV. In den USA drohte ein X-Rating für die Originalfassung zum Kinostart. Um dies zu vermeiden kürzte man den Film um ungefähr 5 Minuten für ein R-Rating. In Großbritannien bekamen die Zuschauer die angepasste R-Rated Version aus den USA. Der BBFC war dies aber damals nicht genug und somit nahm man weitere Schnitte von knapp 3 Minuten vor.
Deutsche HD-Premiere
Am 28. August 2025 kommt nun von Lucky 7 die deutsche HD-Premiere auf Blu-ray im Scanavo Case (+DVD). Das Label führt hiermit ihre Reihe der Lucky 7 Art Collection mit der #29 fort. Die Limited Edition (777 Stück) kommt mit einem Poster, Bierdeckel und Trailer als Bonus.
Handlung
Karatemeister Mansei Li (Hiroshi Miyauchi) verschwindet spurlos nachdem er bei einem internationalen Kampfturnier in Yokohama gewonnen hat. Bei Nachforschungen finden sich Spuren zu einer japanischen Drogenbande. Manseis Schwester Koryu Li (Etsuko Shiomi) bietet der Polizei bereitwillig ihre Hilfe an. Doch kaum ist sie in Yokohama angekommen senden die Unterweltbosse ihre Schergen aus, um die junge Frau unschädlich zu machen. Doch Koryo weiß sich zu wehren.
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Streaming-Optionen
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Karate Tiger (No Retreat, No Surrender)
Der Teenager Jason Stillwell (Kurt McKinney) ist ein glühender Bruce-Lee-Verehrer und trainiert im Karate-Dojo seines Vaters. Als dieser von Ivan Kruschensky (Jean-Claude Van Damme), dem Schläger eines Verbrecher-Syndikats, invalide geprügelt wird und somit gezwungen ist, das Dojo aufzugeben, zieht die Familie von Los Angeles nach Seattle. Jason ist enttäuscht vom dem seiner Meinung nach feigen Rückzug seines Vaters und wird darüber hinaus kurz nach der Ankunft in Seattle von einer Clique um den schleimigen Scott (Kent Lipham) als neues Opfer auserkoren.
Nach einer schmerzhaften Prügelei und einem heftigen Streit mit seinem Vater fleht der verzweifelte Jason sein Idol Bruce Lee um Beistand an. Noch in derselben Nacht erscheint ihm der Geist von Sensei Lee (Tai Chung Kim), der Jason fortan in den Künsten der Selbstverteidigung unterrichtet. Währenddessen verbreitet das Syndikat aus L.A. auch in Seattles Dojos Angst und Schrecken.
Die Reihe, so wie sie bei uns veröffentlicht wurde, ist eine rein europäische Erfindung, das Resultat einer Vermarktungsstrategie und eines Übersetzungswirrwars. Sie setzt sich zusammen aus den amerikanischen „No Retreat, No Surrender“- und „Kickboxer“-Streifen.
Bekannt ist der Film heute vorwiegend als erster Hollywood-Stehversuch von Jean-Claude Van Damme, bevor diesem zwei Jahre später mit Bloodsport der endgültige Durchbruch gelang.
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Teenager Jason Stillwell (Kurt McKinney) ist einer der größten Bruce-Lee-Fans in Los Angeles und trainiert im hauseigenen Karate-Dojo seiner Eltern. Eines Tages muss er jedoch mit seinen Eltern vor einer Verbrecherbande um Schläger Ivan (Jean-Claude Van Damme) nach Seattle flüchten. Jason ist fortan von dem eintönigen Leben in der neuen Stadt gelangweilt, trainiert aber in der Garage weiter. Er sucht Trost am Grabe Bruce Lees, der ihm daraufhin im Traum erscheint und ihn in der Kampfkunst Jeet Kune Do unterweist. Bei einem Karate-Wettkampf trifft Jason schließlich auf die Schergen, welche seinen Vater zum Krüppel schlugen und ihnen das Dojo wegnahmen. Er bekommt die Chance eine alte Rechnung zu begleichen.
In Deutschland erschienen insgesamt zehn Nachfolgefilme zu Karate Tiger, wie z. B. Karate Tiger 2, Karate Tiger IV - Best of the Best und Karate Tiger 10. Die Filme haben jedoch wenige bis keine Verbindungen untereinander, sondern bilden teilweise ganz eigene Filmreihen. Einzig der Name Karate Tiger wurde zu Marketingzwecken hinzugefügt.
Durch Karate Tiger wurde Jean-Claude Van Damme zum Star. Jason (Kurt McKinney) ist ein Teenager in L.A. Sein Vater weigert sich, sein kleines Karate-Dojo an ein kriminelles Großunternehmen zu verkaufen. Da diese Männer mit den Karate-Schulen ihre dunklen Machenschaften verschleiern wollen, gehen sie natürlich wenig zimperlich mit Nein-Sagern um (wie genau das geht, weiß eigentlich keiner). Mit gebrochenem Bein zieht der Vater samt Familie schließlich nach Seattle. Doch hier geht der Ärger weiter. Jason findet in R.J. zwar einen neuen Freund, doch legt er sich mit den örtlichen Halbstarken an. Doch während Jasons Vater der Gewalt völlig entsagt hat, sich also auch nicht mehr verteidigen will, teilt Jason zu seinem und R.J.s Schutz auch gut aus. Da Jason mehr als einmal eine aufs Maul kriegt, heult er sich abends vor seinem Bruce Lee-Poster aus. Und siehe da, eines Tages steht selbiger, eingehüllt in gleisendes Licht, vor Jason und lehrt ihn die geheimsten Geheimnisse seiner Kampfkunst. Und es dauert nicht lange und die bösen Buben aus L.A. tauchen auch in Seattle auf.
Karate Tiger hat Charme. Und das hebt diese Gurke über all die lächerlichen Karatefilme der 80er und 90er hinaus. Das Dirty Dancing-Syndrom, wenn man so will: Die Zutaten sind so lala, aber irgendwie passt alles und unterhält dann doch ganz gut. Karate Tiger ist ein Unfall, bei dem man nicht hinsehen will, es aber doch muss.
Leider täuscht die schicke Metall-Box der Limited Edition der DVD (übrigens erstmals uncut mit äußerst überflüssigen Szenen) darüber hinweg, dass die Bildqualität unter aller Sau ist. Jedes Karate Tiger-Videotape aus den 90ern (wie das des Rezensenten) hat ein besseres Bild. Der Ton ist ebenfalls furchtbar.
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