Auf dieser Seite finden Interessenten und Eltern alle wesentlichen Informationen über das Graduierungssystem im Judo. Hier werden die Grundlagen und Eckdaten der Gürtelprüfungssystematik erläutert. Der Erfolg bei der Gürtelprüfung ist planbar und hängt von der Vorbereitung und dem Engagement des Prüflings ab.
Die Bedeutung des Judo-Gürtels
Der Judo-Gürtel (Obi) dient nicht nur dazu, den Judoanzug (Judo-Gi) zusammenzuhalten. Die Gürtelfarbe gibt die Graduierung des Judokas wieder und zeigt, wie viele erfolgreiche Gürtelprüfungen abgelegt wurden. Dies hilft Trainern bei der Einteilung in Übungsgruppen und der Zuweisung von Aufgaben, die dem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechen.
Die Judo-Gürtelprüfung
Die Judo-Gürtelprüfung ist eine Prüfung, bei der anhand vom Deutschen Judo-Bund (DJB) festgelegter Kriterien überprüft wird, ob das Prüfungsprogramm für die angestrebte Graduierung ausreichend beherrscht wird. Die Prüfung ist keine reine Formsache, sondern erfordert ernsthafte Vorbereitung sowohl durch den Verein und die Trainer als auch durch die Prüflinge selbst.
Soll man eine Prüfung machen?
Jeder sollte den Gürtel erwerben, der dem aktuellen Stand seines Judo-Wissens und -Könnens entspricht. Übermäßige Eile bei geringem Trainingseinsatz ist ebenso wenig sinnvoll wie die Weigerung, eine Prüfung abzulegen, um der Beste seiner Graduierung zu sein.
Es ist verständlich, dass man den nächsten Gürtel so schnell wie möglich erreichen möchte, daher werden immer wieder dieselben Fragen gestellt:
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- Welches Mindestalter muss/soll ich für die (nächste) Prüfung haben?
- Wie lange muss/soll ich bis zur (nächsten) Prüfung warten?
Eine "Wartezeit" gibt es nicht. Es geht vielmehr um den Zeitraum, der üblicherweise erforderlich ist, um bei regelmäßigem Training die Prüfungsinhalte so zu erlernen, dass sie sich festigen und beherrscht werden. Es geht also um den Vorbereitungszeitraum.
Empfehlungen des DJB zur Vorbereitungszeit
Der DJB hat bezüglich der Vorbereitungszeit und der jährlichen Anzahl von Prüfungen folgende Empfehlungen herausgegeben:
- Für Judoka bis 14 Jahre beträgt die empfohlene Vorbereitungszeit 6 Monate. Es können maximal drei Prüfungen pro Jahr abgelegt werden.
- Für Judoka, die älter als 14 Jahre sind, beträgt die empfohlene Vorbereitungszeit bis zum 3. Kyu-Grad 3 Monate. Es können maximal vier Prüfungen pro Jahr abgelegt werden.
- Für den 2. Kyu- und den 1. Kyu-Grad beträgt die empfohlene Vorbereitungszeit 6 Monate.
Die Empfehlungen sind vernünftig und berücksichtigen, dass gewisse Techniken motorische Fähigkeiten und eine Körperbeherrschung voraussetzen, die Kinder erst im Laufe der Zeit erwerben.
An dieser Tabelle wird auch ersichtlich, dass das vorgegebene Mindestalter für die höheren Graduierungen bei „zu schnellem Erwerb“ von Kyu-Graden letztlich irgendwann zu einem Graduierungsstau (längeren Wartephase) führen muss. So ist beispielsweise die Zulassung zur Prüfung zum 1. Dan grundsätzlich erst nach dem vollendeten 16. Lebensjahr und nach einer zweijährigen Vorbereitungszeit nach der letzten Prüfung möglich.
Es ergibt keinen Sinn, auf eine Prüfung zu drängen und sich selbst zu überfordern. Es handelt sich lediglich um die schnellstmögliche Vorgehensweise, wenn sämtliche körperlichen und technischen Voraussetzungen vorliegen, d.h. wenn schon alles beherrscht wird, was in der Prüfung verlangt wird.
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Fast immer ergibt es mehr Sinn, sich mehr Zeit zu lassen, auf der Matte mehr Spaß zu haben - und auch andere Aspekte des Judos zu vertiefen (Selbstkontrolle, körperliche Stärkung, Wettkampfjudo, usw.).
Ausnahmen
Natürlich gibt es "Überflieger", die schneller lernen, mehr Talent haben oder bessere Vorkenntnisse mitbringen. In solchen Fällen wird der Trainer von sich aus ein Vorziehen der nächsten Prüfung vorschlagen.
Angst vor der Prüfung?
Angst ist kein guter Ratgeber. Bei ordentlicher Vorbereitung ist die Gürtelprüfung gut zu schaffen. Niemand möchte durch eine Prüfung fallen, und auch kein Prüfer freut sich, jemanden durchfallen zu lassen. Dennoch wird die Prüfung nicht "verschenkt". Jeder Prüfungsteilnehmer muss sich ordentlich vorbereiten.
Hilfe und Unterstützung
Der Verein, Ihr Trainer und fortgeschrittene Judoka unterstützen Sie, wenn Sie in der Vorbereitung nicht weiterkommen. Das Trainerteam hat ein System entwickelt, das die Prüfungsteilnehmer so gut wie möglich vorbereiten und das Risiko des Durchfallens minimieren soll.
Jeder trägt jedoch eine Eigenverantwortung für das eigene Vorankommen im Judo, vor allem bei der Prüfungsvorbereitung.
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Inhalte der Prüfungsvorbereitung
- Kenntnis der japanischen Namen
- Information über die Prüfungsanforderungen
- Vorgabe eines Mindesttrainingspensums, welches durch den Gruppentrainer kontrolliert wird
- Kyu-Gürtelprüfungs-Lehrgänge durch andere Trainer
- Leistungsorientierte Zulassungskontrolle zur Prüfung durch andere Trainer im Rahmen des letzten Kyu-Gürtelprüfungslehrgangs
- Unterrichtung, Erläuterung, Wiederholung der Prüfungsinhalte
Allgemeine Infos zu Prüfungsinhalten
Die Prüfungsinhalte werden durch den DJB vorgegeben und sind auf der DJB-Seite "Prüfungsprogramm" nachlesbar. Das offizielle Prüfungsprogramm für Kyu-Gürtelprüfungen ist dort der Grundsatzordnung des DJB und v.a. der Prüfungsordnung des DJB für Kyu-Grade zu entnehmen. Die dort genannten Inhalte sind Kerngehalt der Prüfung.
Service für Mitglieder
Für Mitglieder gibt es im internen Bereich auf dem persönlichen digitalen Account detaillierte Informationen:
- Welche die nächste Qualifikationsstufe für Euch ist ("welcher Gürtel")
- Wann Ihr sie frühestens angehen könnt (unter Berücksichtigung des Mindestalters und der Vorbereitungszeit)
- Welches genaue Programm Ihr lernen und beherrschen müßt (Prüfungsprogramm)
- Welche Vokabeln dazu gelernt werden müssen (Glossar pro Gürtelstufe: Japanisch-Deutsch)
- Wann der Verein die nächsten Gürtelprüfungs-Vorbereitungslehrgänge anbietet (Termine)
- Wann der Verein die nächste Prüfung für Euch anbietet (Termine)
- Ob Ihr seit der letzten Gürtelprüfung das notwendige Trainingspensum erreicht habt
Auf diesem Weg kann die „Kopfarbeit“ auch (ggf. Notwendiges Trainingspensum.
Notwendiges Trainingspensum
Die Zulassung zur Prüfung setzt voraus, dass jeder Kandidat in einem Mindestumfang tatsächlich auf die Prüfung trainiert hat. Es geht nicht darum, auf die nächste Prüfung zu warten, sondern darum, sich darauf durch Training vorzubereiten. Wer dreimal die Woche trainiert, ist schneller "prüfungsreif" als jemand, der nur einmal trainiert. Die Trainer notieren sich bei jedem Training, wer anwesend war, und beurteilen am Ende des Trainings die Trainingsteilnahme. Die damit erreichten Punkte kann jedes Mitglied in dem internen Bereich auf dem persönlichen digitalen Account einsehen.
Gürtelprüfungs-Vorbereitungslehrgänge
Eine erfolgreiche Prüfung setzt eine gute Prüfungsleistung voraus. Niemand sollte durch die Prüfung durchfallen, das ist weder für die Prüflinge noch für die Prüfer schön. Andererseits hat die bestandene Prüfung nur einen Wert, wenn sie eine Leistung wiedergibt und nicht verschenkt wird - nur dann hat man sie verdient und kann stolz darauf sein. Dennoch kommt es vor, dass Prüflinge ggf. die formellen Prüfungsvoraussetzungen erfüllen, allerdings technisch noch nicht „prüfungsreif“ sind.
Um dies zu vermeiden, bieten wir systematisch vor den Prüfungen Kyu-Gürtelprüfungs-Vorbereitungslehrgänge an, bei denen wir das gesamte Prüfprogramm durchgehen und uns den Stand der Prüflinge anschauen. In der Regel werden zwei solche Lehrgänge angeboten, etwa 5 Wochen und 2 Wochen vor der Prüfung, so dass etwaige Mängel nicht nur angesprochen, sondern in der Zeit bis zur Prüfung behoben werden können.
- Im ersten Fall wird eine uneingeschränkte Prüfungsempfehlung abgegeben.
- Im zweiten Fall wird eine eingeschränkte Prüfungsempfehlung abgegeben und dem Gruppentrainer mitgeteilt, der dann - kurz vor der Prüfung - die letztendliche Prüfungsempfehlung ausspricht oder versagt.
Damit wird das Risiko des "Durchfallens" reduziert, auch wird durch diese "Vorabprüfungssituation" die Aufregung in der echten Prüfung vermindert.
Teilnahme an den Vorbereitungslehrgängen
Die Teilnahme an dem Lehrgang ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung und letztere ist notwendig, um an der Prüfung teilzunehmen. Wenn Sie an keinem der zwei Termine teilnehmen können, sprechen Sie bitte Ihren Trainer an.
Kosten
Der Lehrgang kostet 5 €. Damit wird den helfenden Personen eine kleine Aufwandsentschädigung bezahlt, ein etwaiger Rest kommt in die Vereinskasse. Bei "Buchung" der Prüfung wird die Lehrgangsgebühr in Eure Rechnung eingestellt und mit dem nächsten Beitragseinzug eingezogen, so dass weder Bargeldzahlung noch Überweisung notwendig sind.
Prüfungsempfehlung
Die (ggf. eingeschränkte) Prüfungsempfehlung wird vom Trainer auf der Matte ausgesprochen und erklärt/erläutert und danach im internen Bereich auf dem persönlichen digitalen Account eingepflegt, so dass Ihr es dort jederzeit nachschauen könnt.
Termine
Die Termine können im internen Bereich auf dem persönlichen digitalen Account eingesehen werden.
Prüfungsformalia
Prüfungstermine
In der Regel finden zwei bis drei Prüfungen im Jahr statt; Prüfungszeiträume sind demnach in der Regel die Woche vor den Osterferien, die Woche vor den Sommerferien und die Woche vor den Weihnachtsferien. Die genauen Prüfungstermine werden im internen Mitgliederbereich mitgeteilt.
Anmeldung zur Prüfung
Um sich zur Prüfung anzumelden, müssen Sie:
- sich dazu rechtzeitig (d.h. im dann bekannt gegebenen Anmeldezeitraum) anmelden
- die Prüfungsgebühr in Höhe von 20 € entrichten. Hinweis:
- Von den 20 € gehen 16,00 € an unseren Landesverband, der uns dafür eine Prüfungsmarke, eine Urkunde und ein Lernheft für die nächsthöhere Prüfung für Euch schickt; der Rest geht in die Vereinskasse.
- Bei uns werden ausschließlich (!) Prüfer eingesetzt, die ehrenamtlich und aus ideellen Gründen tätig sind; keiner der Prüfer verdient mit der Prüfung Geld (Kaffee und Brötchen gibt es aber schon).
- seinen Judopass mit gültiger (aktueller) Jahressichtmarke vorlegen.
- Die Vereinsmitglieder, die bei uns im Judo aktiv gemeldet sind (d.h. den normalen ‚Aktivenbeitrag‘ bezahlen), werden jährlich beim Verband als ‚aktive Judoka‘ gemeldet. Bei diesen Mitgliedern wird auch jährlich der Verbandsbeitrag in der vom Verband vorgegebenen Höhe von uns als Verein eingezogen und dem Verband weitergeleitet. Im Gegenzug erhält der Verein die entsprechende Anzahl an Jahressichtmarken, die bei diesen aktiven Mitgliedern in den Judopass eingeklebt werden.
- Die Jahressichtmarke ist zwingende Voraussetzung um an einer Prüfung teilzunehmen.
- Der Verein wiederum gibt nur denjenigen Mitgliedern Jahressichtmarken, die tatsächlich Mitglied und im Judo „aktiv“ gemeldet sind und auch den normalen Mitgliedsbeitrag bezahlen. Es ist also nicht möglich, als „Nichtmitglied“ oder „passives (Judo-) Mitglied“ eine Jahressichtmarke zu bekommen und/oder an einer Prüfung teilzunehmen.
Die Anmeldung erfolgt elektronisch im internen Bereich auf Eurem persönlichen digitalen Account. Bei "Buchung" der Prüfung wird die Prüfungsgebühr in Eure Rechnung eingestellt und mit dem nächsten Beitragseinzug eingezogen, so dass weder Bargeldzahlung noch Überweisung notwendig sind. Die Erfassung der Teilnahme an den Gürtelprüfungs-Vorbereitungslehrgängen und der Prüfungsfreigabe durch die Trainer erfolgt ebenfalls automatisch und wird Euch auf Eurem Account angezeigt.
Ausbildungsstufen und Graduierungsprogramm im Judo
Der Entwicklungsstand eines Judoka wird nach außen durch unterschiedlich farbliche Gürtel sichtbar. Sie lassen erkennen, auf welcher Lernstufe sich ein Judoka befindet und sollten sich aus dem regelmäßigen, zielgerichteten Training ergeben, so dass eine Graduierung keine Kontrolle, sondern vielmehr ein Abgleich des technischen und persönlichen Leistungs- und Fertigkeitstandes, ist.
Der Deutsche Judobund hat hierbei in seinem Ausbildungs- und Graduierungsprogramm vier Ausbildungsstufen entwickelt, die mit der Überprüfung einzelner Stand- und Bodentechniken später auch mit zu lösenden Situationen und Aufgabenstellungen abschließen. Der Judoka lernt über die verschiedenen Ausbildungsstufen hinweg, sein technisches Repertoire an Wurf- und Bodentechniken zielgerichtet in wettkampfbezogenen Situationen einzusetzen und seine individuelle Kampfkonzeption sowie Handlungsalternativen zu entwickeln.
Dabei werden im Kyu-Bereich (bunte Farbgürtel von weiß bis braun) zwei Ausbildungs- und Graduierungsstufen unterschieden:
- Judo-Grundausbildung „Judo kennen lernen und Grundlagen schaffen“ (8. - 4. Kyu)
- Grundlagentraining „Vertiefen, Erweitern und Variieren“ (3. - 1. Kyu)
Die inhaltlichen Schwerpunkte des Dan-Graduierungsprogramms (schwarzer Gürtel) bestehen im Weiteren aus dem „Wiederholen, Festigen und Perfektionieren“ (1. - 3. Dan) des zuvor Erlernten, sowie im „Reflektieren und Gestalten“ (4. - 6. Dan) des Judos im Allgemeinen und im Persönlichen. Individuelle Stärken werden gefördert, die persönliche Spezialtechnik gefestigt und situationsgerecht angepasst sowie modifiziert.
Gürtelstufen oberhalb des 5. Dan werden innerhalb des DJB an Judoka verliehen, die sich aufgrund ihres besonderen persönlichen Engagements und/oder ihrer Erfolge im Wettkampf verdient gemacht haben. Hierbei ändert sich die Gürtelfarbe von schwarz zu rot-weiß (6. - 8. Dan).
Zur Sicherung eines einheitlichen Graduierungsstandards im NJV werden auf Vorschlag der Vereine besonders qualifizierte Judoka zu Kyu-Prüfern lizenziert. Diese können innerhalb der Vereine Prüfungen vom 8. - 4.Kyu abnehmen. Die Ausbildung und Prüfung zum 3. - 1. Kyu (grüner, blauer und brauner Gürtel) erfolgt in den Kreisen, Regionen und Arbeitskreisen des NJV.
Die Bedeutung der Gürtelfarben im Judo
Wenn man beim Üben einige neue Techniken gelernt hat, dann sollte man auch dafür Anerkennung bekommen. Dafür gibt es beim Judo die verschiedenen Gürtelfarben. Dann verändern sich die Gürtelfarben im Laufe der Zeit. Die Reihenfolge ist weiß, weiß-gelb, gelb, gelb-orange, orange, orange-grün, grün, blau und dann braun. Früher gab es weniger Grade bei den Farbgurten (Kyu-Grade). Es wurden weitere Stufen hinzu genommen, um gerade Kindern und Jugendlichen auch kleinere Lernerfolge honorieren zu können. Erwachsene Judokas können die Zwischenstufen überspringen, in dem sie zwei Prüfungen zum gleichen Termin ablegen.
Den schwarzen Gürtel kann man frühestens als Erwachsener, also mit 18 Jahren, ablegen. Voraussetzung ist, dass der Judoka mindesten 4 Jahre Träger des braunen Gürtels war. Die Meistergrade müssen im DJB zentral vor 2 Prüfern abgelegt werden.
Bei unterschiedlichen Kampfsportarten werden durch unterschiedliche Gürtelfarben die Kenntnisstände in der Kampfsport signalisiert. Auch beim Judo gibt der Gürtel Auskunft über den Fortschritt. Aber welche Bedeutung haben die Gürtelfarben und welche Grundsätze gelten bei Wettkämpfen? Für den nächsthöheren Gürtel muss eine Prüfung erfolgreich absolviert werden. Die Judo Ausrüstung wird noch durch einen Judoanzug komplettiert.
Judo Gürtel Farben und Bedeutung
Ihr beginnt als 9. Kyū, als Kukyū, mit dem weißen Gurt, welchen Euch niemand absprechen kann, dann folgen die weiteren Gürtelfarben im Judo.
| Gürtelfarbe | Prüfungsinhalt |
|---|---|
| Weiß-Gelb Gürtel | Der 8. Kyū, der Hachikyū, trägt den weiß-gelben Gürtel und muss in seiner Prüfung rückwärts und seitlich fallen können. Außerdem werden 2 Wurf- und 2 Bodentechniken verlangt und 2 bis 3 Einheiten Randori von je einer Minute durchgeführt |
| Gelb Gürtel | In der Prüfung zum 7. Kyū mit gelbem Gürtel, dem Nanakyū, müsst Ihr eine Judorolle vorwärts beherrschen, je 2 zusätzliche Wurf- und Bodentechniken und 3 bis 4 Einheiten Randori zu je einer Minute demonstrieren. |
| Gelb-Orange Gürtel | Für den 6. Kyū, den Rokkyū, erhaltet Ihr gelb-orange und müsst die Judorolle beidseitig beherrschen. Außerdem erlernt Ihr 5 neue Wurftechniken, bekommt unfangreichere Anwendungsaufgaben und müsst 3 bis 5 Randori-Einheiten zu je 2 Minuten durchhalten. |
| Orange Gürtel | Der orangefarbene Gürtelträger nennt sich Gokyū und ist der 5. Kyū. Hier müsst Ihr die Judorolle über ein Hindernis vorführen und erlernt neue Wurftechniken, welche auf einem Bein ausgeführt werden, sowie Hebeltechniken am Boden. Randori bleibt wie beim 6. Kyū. |
| Orange-Grün Gürtel | Der Sprung zum orange-grünen 4. Kyū, dem Yonkyū, ist groß und Vorkenntnisse werden von hier an nur noch stichprobenartig geprüft. Hier müsst Ihr erstmals die fortgeschrittene Falltechnik „freier Fall“ demonstrieren. Zu den neuen Wurftechniken zählt der aus Filmen bekannte Tomoe-Nage. |
| Grün Gürtel | Für den 3. Kyū, auch Sankyū genannt und den damit verbundenen grünen Gürtel müsst Ihr die erste Kata erlernen. Beim Randori existieren weniger Vorgaben, damit ein ungezwungener Übungskampf stattfinden kann. Weitere Wurf- und Bodentechniken runden die Prüfung ab und Vorkenntnisse werden von hier an seltener abgefragt, da diese aus dem Prüfungsprogramm heraus ersichtlich sind. |
| Blau Gürtel | Wenn Ihr die Prüfung zum Nikyū, dem 2. Kyū mit blauem Gürtel, antretet, müsst Ihr erste Würgetechniken beherrschen und Euch in 3 Einheiten Randori zu je 3 Minuten gegen einen Gegner behaupten, welcher extreme Körperhaltungen einnimmt. Außerdem wird eine neue Kata gelehrt. |
| Braun Gürtel | Der letzte Schülergrad und Braungürtel, der 1. Kyū namens Ikkyū, verlangt Eure höchste Präzision und Flexibilität, denn hier werden keine Fehler mehr geduldet. Die Würfe und Hebel müssen aus verschiedenen Situationen heraus sicher angewandt werden, beim Randori werden 3 verschiedene Übungspartner ausgewählt und die dritte Kata muss zu beiden Seiten ausgeführt werden. |
| Schwarz Gürtel (1-10) | Die Prüfungsprogramme zu den Meistergraden 1. bis 10. Dan, allesamt Schwarzgurte (oder ab dem 6. Dan rot-weiß oder komplett rot), sind noch deutlich umfangreicher und umfassen neben neuen Techniken auch eine ständige Wiederholung des Gelernten. Ab der 3. Dan-Prüfung kann der Prüfling den Großteil der Techniken frei wählen. |
Beim Judo wird die Klasseneinteilung durch die Gürtelfarbe angegeben. Auf der einen Seite steht der individuelle Rang des Judoka, der am Judo Gürtel zu erkennen ist. Diesen Rang kann er durch das Absolvieren der Judo Prüfung zum entsprechend nächsten Rang erhöhen. Hiervon klar zu unterscheiden ist die Einteilung in Alters und Gewichtsklassen, wie sie beim Wettkampf vorgenommen wird, denn diese hat nichts mit dem Gürtelrang des Judoka zu tun.
Wie oben schon erwähnt, repräsentiert der Gürtel Euren persönlichen Grad anhand seiner Farbe. Jeder Neuling startet mit dem Schülergrad des 9. Kyū und trägt den weißen Judo Gürtel, mit steigendem Schülergrad werden die Gürtelfarben dunkler und führen über gelb, orange, grün und blau nach braun. Die Prüfungen führen schrittweise abwärts bis zum 1. Kyū, dem braunen Gürtel, woraufhin der nächste Schritt die Prüfung zum 1. Dan ist, dem Grad des niedrigsten Judo Meister und somit dem „Schwarzgurt“. Judo Prüfungen existieren bis zum 5. Dan, alle weiteren Grade werden bei großen Leistungen durch entsprechende Verbände verliehen. Ein Mindestalter existiert für den 5. Kyū (im 9. Lebensjahr), den 3. Kyū (im 11. Lebensjahr), den 1. Kyū (vollendetes 12. Lebensjahr) sowie den 1. Dan (vollendetes 15.
Ein erster Prüfungsbestandteil sind Falltechniken, bei denen der Schüler seinen Schwung abfangen muss, um Verletzungen zu verhindern. Ab dem 3. Kyū muss der Schüler zusammen mit einem Partner noch eine Kata vorführen, die auf den ersten Blick dem Randori ähnelt. Die entsprechenden Techniken für die Prüfung stehen im Prüfungsprogramm und der Judoka muss alle beherrschen, wenn er die Prüfung bestehen will. Prinzipiell sollte der Schüler alle Techniken vergangener Prüfungen verinnerlicht haben. Der Prüfer ist bei höheren Graden auch berechtigt, diese abzufragen. Besonders in Dan Prüfungen machen Prüfer von dieser Option sehr gern Gebrauch und lassen Techniken vorführen, die zum Grundwissen jedes Judoka gehören, im aktuellen Prüfungsprogramm aber nicht speziell genannt sind.
Der Judogürtel
Der Gürtel hält die Judohose und die Jacke in Form und gibt dem Judoanzug halt. Darüber hinaus gibt er Auskunft über die Kenntnisse bzw.
Wie bindet man den Judogürtel richtig?
Der Judogürtel wird, wie beispielsweise eine Krawatte auch, auf eine spezielle Art und Weise gebunden.
Welchen Gürtel benötigt der Einsteiger?
Judo Gürtel sind in fast allen Fällen aus reiner Baumwolle oder manchmal auch aus Seide gefertigt. Sie bestehen aus vielen Stofflagen, wodurch sie besonders strapazierfähig sind. Besondere Stärken, wie bei der Jacke und Hose, gibt es bei den Gürteln allerdings nicht.
Wenn Ihr Euch einen kompletten Judogi für Einsteiger leistet, müsst Ihr meist keinen separaten Judo Gürtel kaufen, da dieser oftmals mit dabei ist. Sollte das nicht der Fall sein, dann braucht Ihr nicht zu verzweifeln, denn weiße Gürtel bekommt Ihr für unter 10€.
Welche qualitativen Unterschiede gibt es in den Preisklassen?
Bei den Judo Gürteln ist die Preisspanne bei weitem nicht so groß, wie bei den Anzügen. Das liegt in erster Linie daran, dass auch die Einsteigermodelle bereits eine hohe Belastbarkeit aufweisen. Höherwertige Modelle zeichnen sich lediglich dadurch aus, dass sie besser sauberer vernäht sind und somit besser aussehen. Außerdem besitzen höherwertige Gürtel, wie etwa Dan Gürtel, oft eine größere Steifigkeit, welche den Träger kräftiger wirken lässt.
Die einzige Ausnahme bilden die speziell gekennzeichneten schwarzen Gürtel nach den Vorgaben der IJF, welche vorgeschrieben werden, wenn der Judoka an einem internationalen Wettkampf teilnehmen möchte.
Wie wird der Judo Gürtel gereinigt?
Judo Gürtel haben normalerweise die unangenehme Eigenschaft, nicht für die maschinelle Reinigung ausgelegt zu sein. Die meisten Gürtel dürfen daher nur in lauwarmem Wasser und ausschließlich per Hand gewaschen werden.
Prinzipiell stellt das aber kein Problem dar, da der Gürtel nicht mit der Haut in Berührung kommt und somit nur wenig bis überhaupt nicht verschmutzt. Viele Schüler verzichten auch komplett auf ein regelmäßiges Waschen.
Kann man einen individuellen Judo Gürtel kaufen?
Es gibt gegen einen geringen Aufpreis die Möglichkeit, Judo Gürtel zu bestellen, welche zum Beispiel den Namen des Judoka oder des Dojos tragen. Dies ist zwar keine Pflicht, kann aber als nett gemeinte Geste genutzt werden, etwa als Geschenk zu einer bestandenen Prüfung.
