Detlef Ultsch (* 7. November 1955 in Sonneberg) ist ein deutscher Judoka und Judotrainer. Er kämpfte in der Gewichtsklasse bis 86 kg und vertrat die DDR. Er war Olympiadritter 1980, Weltmeister 1979 und 1983, EM-Zweiter 1978, sechsfacher DDR-Meister und später Trainer der Juniorenauswahl der DDR sowie Nachwuchstrainer beim Deutschen Judo-Bund (DJB) von 1990 bis 2008. Ab 2009 war er Bundestrainer der Männer im DJB bis 2016.
Frühe Jahre und sportlicher Aufstieg
Detlef Ultsch wuchs mit sieben jüngeren Geschwistern in einer Sonneberger Großfamilie auf. Seine Judoka-Laufbahn begann 1968, als ihn sein Vater beim SV Dynamo Sonneberg zum Judotraining anmeldete. Er war ein sehr engagierter, besonders talentierter Judo-Schüler und errang schon 1969 erste Wettkampferfolge.
Von Vorteil war dabei, dass der SV Dynamo Sonneberg über motivierte Übungsleiter und mehrere talentierte Judoka im Kinder- und Jugendbereich verfügte, die seinen Ehrgeiz herausforderten. Nach zwei Jahren hatten ihn die Talent-Sucher auf DDR-Ebene schon bei den Wettkämpfen zur Kinder- und Jugendspartakiade ins Visier genommen, ohne jedoch sein Leistungsvermögen richtig einschätzen zu können.
Im Männertraining erarbeitete er sich mit 14 Jahren zwar eine ausgezeichnete Physis, hatte sehr gute Reflexe und verfügte über eine außergewöhnliche Grundschnelligkeit. In Sonneberg fehlten ihm aber Trainingspartner, die ihn technisch weiter nach vorne hätten bringen können. Außerdem fiel den Wettkampf-Beobachtern auf, dass er nicht nur gut und erfolgreich kämpfen konnte, sondern dass er nach Niederlagen auch sehr oft in Tränen ausbrach und in gekränktem Stolz wie ein Schlosshund heulte.
Nach dem Schulabschluss 1972 blieb er in Sonneberg und erlernte im VEB Landbaukombinat den Beruf eines Baumaschinisten. Während dieser Zeit trainierte er unverdrossen weiter, verfeinerte seine Spezialtechniken, insbesondere den links und rechts eingedrehten Schulterwurf, wurde physisch noch stärker und gewann im Umgang mit Niederlagen auch noch die notwendige psychische Festigkeit.
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Im Randori entwickelte er eine eigene Hebe-Wurftechnik, mit der er des Öfteren Wettkampf-Gegner im Halbmittelgewicht überraschte. Außerdem bereitete er sich in Theorie und Praxis sehr gründlich auf die Prüfung zum I. Dan vor, die er im Sommer 1974 absolvierte.
Als Dan-Träger erhielt er im Spätsommer 1974 die Chance zum SC Dynamo Hoppegarten nach Berlin zu wechseln. Damit verbunden war ab Oktober 1974 der Dienst als Sportsoldat beim Wachregiment Feliks Dzierzynski.
Erfolge als Aktiver
Im Olympiajahr 1976 gelang ihm endgültig der Durchbruch bei bedeutenden Wettkämpfen auf nationaler und internationaler Ebene. In diesem Jahr wurde er DDR-Juniorenmeister, Dritter der DDR-Seniorenmeisterschaft, Dritter der Europameisterschaften und nahm als Mitglied der DDR-Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Montréal teil. 1977 gewann er mit der Mannschaft des SC Dynamo Hoppegarten den Europapokal.
Er dominierte die Mittelgewichtsklasse in der DDR nahezu unangefochten bis 1984 und wurde insgesamt sechs Mal DDR-Meister. Ende der 1970er Jahre war unter der sportlichen Führung seines Trainers Dietmar Hötger aus dem Sonneberger Judo-Talent ein Berliner Weltklasse-Judoka geworden.
Seine größten sportlichen Erfolge als Aktiver feierte er 1979 in Paris und 1983 in Moskau mit dem zweimaligen Gewinn der Judo-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht (bis 86 kg). Nachdem er sich bei der Olympiade 1980 in Moskau die Bronze-Medaille erkämpft hatte, konzentrierte er sein Training 1984 ganz auf die olympischen Judo-Wettkämpfe in Los Angeles.
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Dort wollte er als einer der Favoriten mit guten Chancen auf den Olympiasieg starten. Wegen des Boykotts der Sommerolympiade 1984 durch die DDR waren seine Vorbereitungen und Hoffnungen jedoch umsonst.
Trainerkarriere
In den 1980er Jahren übernahm Detlef Ultsch, der auf Grund seiner sportlichen Erfolge als Sportsoldat beim SC Dynamo Hoppegarten zum Offizier befördert worden war, sukzessive Traineraufgaben im Nachwuchsbereich des Deutschen Judoverbandes der DDR. 1990 wurde er zusammen mit seinem Judo-Lehrmeister Dietmar Hötger in den Trainerstab des DJB übernommen und war bis Ende 2008 als hauptamtlicher Bundestrainer für die Junioren-Nationalmannschaft zuständig.
Ab 2009 trat Detlef Ultsch die Nachfolge von Frank Wieneke als Bundestrainer der Senioren-Nationalmannschaft der Männer an.
Persönliches
Detlef Ultsch, dessen Ehefrau ebenfalls aus Sonneberg kommt, lebt in Berlin. Als Mitglied des "SC Berlin" ist er dem Sportverein verbunden, mit dem er als Aktiver zu internationalen Erfolgen kam.
Erfolge und Funktionen im Überblick
| Erfolg/Funktion |
|---|
| Weltmeister 1979 und 1983 |
| Olympiadritter 1980 |
| WM-Dritter 1981 |
| EM-Zweiter 1978 |
| Bundestrainer Männer ab 2009 |
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