David Bradley und die Karate-Filme von heute

Die "American Fighter"-Reihe erfreute sich in den 1980er Jahren großer Beliebtheit und prägte das B-Action-Genre maßgeblich. Mit dem Low Budget-Ninja-Streifen „American Fighter“ (der im Original sinniger Weise „American Ninja“ heißt) verhalfen sie dem ehemaligen Iron Man-Sieger Michael Dudikoff zu seiner bis heute bekanntesten Rolle.

American Fighter: Der Anfang einer Legende

Der erste Film der Reihe, "American Fighter", führte den jungen US-Soldaten Joe Armstrong (Michael Dudikoff) ein, der auf den Philippinen stationiert wird. Kurz nach seiner Ankunft wird ein Militär-Konvoi von Black Star-Ninjas angegriffen, die einige Kameraden töten. Joe verteidigt sich mit der Kampftechnik Ninjitsu und rettet so Patricia (Judie Aronson, „Hannibal“), der Tochter des Colonels, das Leben.

Aufgrund seiner aufbrausenden Art und seiner geheimnisvollen Kampfkünste hat er aber nach seiner Rückkehr zu Basis längst nicht nur Freunde. Nur Curtis Jackson (Steve James) unterstützt ihn nach einer Auseinandersetzung nach Kräften. Bei seinen Nachforschungen stößt Joe auf eine groß angelegte Verschwörung bei der der Plantagenbesitzer Ortega (Don Stewart) alle Zügel in der Hand hält.

Wer hier geschliffene Dialoge, überraschende Drehbuch-Kniffe oder brillante Schauspiel-Leistungen erwartet, ist natürlich vollkommen falsch: Hier gibt es Action und Ninja-Kampfkunst satt, die mit mal mehr und mal weniger freiwilliger Komik untermauert werden. Dudikoff erfüllt als westlicher Ninja den Kindheitstraum vieler Jungen. Ansonsten ist es trashig, es gibt stark inszenierte Action-Szenen und es wird von Anfang bis Ende gute Unterhaltung geboten. Das die ganze Story mittlerweile etwas angestaubt wirkt, kann den Machern nicht angelastet werden.

Die Fortsetzungen: Eine Mischung aus Action und Ironie

Nach dem Sensationserfolg des ersten Films war diese Fortsetzung nur eine Frage der Zeit. Nach ihrem heldenhaften Einsatz gegen die Waffenschieberbande Ortegas genießen Joe Armstrong (Michael Dudikoff) und Curtis Jackson (Steve James) einen ausgezeichneten Ruf in der Army.

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Aus diesem Grund werden sie auf eine kleine Karibikinsel geschickt, um das mysteriöse Verschwinden mehrerer Marine-Soldaten zu untersuchen. Sie finden heraus, dass der Drogenbaron Leo „The Lion“ Burke (Gary Conway) hinter den Verschwörungen steckt und einen teuflischen Plan hegt. Er lässt die Soldaten genetisch verändern und schafft aus ihnen willenlose Ninja-Kampfmaschinen, mit denen er der Welt den Krieg erklären möchte.

Ebenfalls wenig überraschend kehrte Sam Firstenberg auf den Regiestuhl zurück. Auch wenn die Handlung exakt so dämlich ist, wie sie sich liest und vom Schema fast ein Remake des Vorgängers vorliegt, hat auch diese Fortsetzung ihre Highlights zu bieten. Die (Neben-)Charaktere sind fast identisch (statt hübsche Tochter des Colonels, hübsche Tochter eines entführten Wissenschaftlers/statt Waffenschieber jetzt Drogendealer), die Dialoge sind teils schmerzhaft („Der amerikanische Ninja konnte fliehen. Er kann kämpfen wie ein Ninja.“) und die Gegner fallen doch sehr leicht.

Zum Glück entscheidet sich Firstenberg erneut für eine überaus ironische Inszenierung, die er mit einer ganzen Reihe markiger One-Liner von Curtis Jackson aufpeppt. Insgesamt waren es aber zu wenig neue Einfälle, mit denen „American Fighter II - Der Auftrag“ aufwartet, um ähnlich viel Spaß wie der Vorgänger zu bereiten.

David Bradley übernimmt das Ruder

Nach dem zweiten Teil hatten Hauptdarsteller Michael Dudikoff und Regisseur Sam Firstenberg genug vom Kampf gegen die Ninjas und lehnten einen weiteren Film ab. Nach dem zweiten Teil hatten Hauptdarsteller Michael Dudikoff und Regisseur Sam Firstenberg genug vom Kampf gegen die Ninjas und lehnten einen weiteren Film ab.

Cedric Sundstorm führte bei diesem Teil Regie und Ex-Model David Bradley gab als amerikanischer Ninja sein Schauspieldebüt. Beide bewiesen durch ihre Arbeit aber nur eine einzige Sache: Wie gut die Ergebnisse waren, die ihre Vorgänger aus der Geschichte geholt hatten. Sundstorms Entscheidung, aus „American Fighter III“ einen ernsten Film machen zu wollen, ging im Angesicht der Handlung vollends in die Hose. Darüber hinaus wirken die uninspiriert in Szene gesetzten Kampfszenen recht langweilig.

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Die Vorgeschichte von Bradleys Charakter strotzt von holzschnittartiger Tragik: Sein Vater, ein Karate-Meister, wird von Gangstern („The Cobra“ und General Andreas) erschossen. Der Trainer seines Vaters nimmt sich Sean an und bildet ihn aus. Rein zufällig kommt es dann Jahre später zum Wiedersehen mit den (keinen Tag gealterten) Mördern seines Vaters, die er aber nicht wiedererkennt. Auch ansonsten kann Bradley in puncto Ausstrahlung dem (nicht zwingend genialen) Michael Dudikoff in keinster Weise das Wasser reichen. Einzig und allein Steve James in seiner Rolle als Curtis Jackson sorgt dafür, dass der Film die ein oder andere halbwegs sehenswerte Szene hat.

Sean Davidson (David Bradley) arbeitet inzwischen als CIA-Agent und wird mit seinem Kollegen Carl (Dwayne Alexandre) auf eine geheime Mission zur Befreiung amerikanischer Soldaten geschickt, die von dem Soziopathen Colonel Scott Mulgrew (James Booth) und dessen Geschäftspartner, Scheich Maksood (Ron Smerczak), gefangen gehalten werden.

Außerdem sollen die Agenten eine Bombe sicherstellen, mit der die Bösewichter New York bedrohen. Als Sean, Carl und die Friedens-Corps Krankenschwester Sarah (Robin Stille) ebenfalls in Gefangenschaft von Mulgrew und Maksood geraten, scheinen die Erfolgschancen für die Mission auf dem Nullpunkt angelangt zu sein. Die letzte Hoffnung ist Joe Armstrong (Michael Dudikoff), der inzwischen als Lehrer arbeitet.

Gut ein Jahr nach dem unsäglich schwachen dritten Film bekamen David Bradley und Cedric Sundstorm die Chance, eine besser Fortsetzung zu drehen, die sie zweifelsohne liefern. Da die Ninja-Erzählungen aber wieder aus der Mode waren, wurde „American Fighter IV“ zum finanziellen Desaster, was durchaus nicht verdient war. Die Kämpfe sind härter, besser und tödlicher inszeniert, die Story ist wesentlich unterhaltsamer, David Bradley wirkt deutlich überzeugender als bei seinem ersten Auftritt und Ur-Ninja Michael Dudikoff kam sogar noch einmal zurück.

Bradley und Dudikoff teilen sich nur im Schlussakkord den Bildschirm und können sich vorher größtenteils alleine austoben. James Booth gibt einen wunderbar hassenswerten Sadisten. Leider stört die reaktionär-rassistisch angelegte Figur von Scheich Maksood, die mehr als einmal für Kopfschütteln sorgt. Auch wenn „American Fighter IV - Die Vernichtung“ bei weitem kein toller Film ist, kann er durchaus gefallen.

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Fazit

Die "American Fighter"-Reihe, insbesondere die Filme mit David Bradley, sind ein fester Bestandteil der Actionfilmgeschichte. Sie bieten eine Mischung aus Kampfsport, Ninja-Action und trashigem Humor, die bis heute viele Fans begeistert. Auch wenn die Filme nicht immer von höchster Qualität sind, so haben sie doch ihren Platz in der Popkultur gefunden und beeinflusst.