Ihr denkt, ihr kennt die Welt des MMA? Dann lasst euch überraschen! Selbst für eingefleischte Fans gibt es immer wieder neue Fakten und Geschichten zu entdecken.
In diesem Beitrag nehmen wir euch mit auf eine Reise durch die Karriere der Gelsenkirchenerin Mandy Böhm.
Die frühen Jahre und der Einstieg in den Kampfsport
Geboren am 30. Juli 1989 in Gelsenkirchen, war Mandy Böhm zunächst sportlich in ganz anderen Disziplinen unterwegs: Turnen und Tanz bestimmten ihre Jugend.
Erst mit 18 Jahren kam sie zum Kampfsport - ein später Einstieg, der ihr umso mehr Ehrgeiz abverlangte.
Parallel zu ihrer Ausbildung und Arbeit als Industriemechanikerin begann sie hart zu trainieren.
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Von Kickboxen zu Mixed Martial Arts
Ein entscheidender Karriereschritt nach ihrem Wechsel vom Kickboxen in die Disziplin Mixed Martial Arts - gemischte Kampfkünste - erfolgte 2019: Mandy Böhm reiste nach Kanada, um bei der Organisation TKO MMA anzutreten.
Dort besiegte sie ihre Gegnerin Jade Masson-Wong durch technischen Knockout und sicherte sich den Weltmeistertitel im Fliegengewicht.
Der Aufstieg in die UFC
Der nächste Meilenstein ließ nicht lange auf sich warten.
Im Herbst 2021 stand Mandy Böhm erstmals im “Käfig” der Ultimate Fighting Championship (UFC), eine der renommiertesten Kampfsportligen der Welt.
Sie verlor ihr Debüt gegen die Brasilianerin Ariane Lipski nach Punkten, auch der zweite UFC-Kampf gegen die US-Amerikanerin Victoria Leonardo ging nicht zu ihren Gunsten aus.
Im Jahr 2022 verlegte Mandy Böhm ihren Lebensmittelpunkt von Gelsenkirchen nach Las Vegas, um ihre MMA-Karriere weiter voranzutreiben.
Im Mai 2023 schließlich der verdiente Erfolg ihrer harten Arbeit: Mandy Böhm trat bei UFC on ABC 4 gegen die erfahrene Südkoreanerin Ji Yeon Kim an und lieferte einen aufopferungsvollen Fight in einem ungewöhnlichen Kampf.
Nach dem Ende der zweiten Runde, als der Gong bereits erklungen war, setzte Kim einen Tritt - ein klares Foul.
In der dritten Runde, während Mandy Böhm sich in einer defensiven Position am Boden befand, traf Kim sie mit einem verbotenen Kniestoß - eine Technik, die in dieser Situation als gefährlich und regelwidrig gilt.
Mandy Böhm ging zu Boden, sichtlich mitgenommen.
Aufgrund der Regelverstöße der Südkoreanerin und des bereits weit fortgeschrittenen Kampfes wurde dieser nicht abgebrochen und Ji Yeon Kim auch nicht disqualifiziert, sondern durch eine sogenannte Technical Split Decision für Mandy Böhm gewertet - zwei der drei Punktrichter sahen sie vorne.
Der Wechsel zum Profiboxen
Nach dem Ende ihrer UFC-Karriere schlug Mandy Böhm einen neuen Weg ein, wagte den Sprung ins Profiboxen - und feierte sogleich vier aufeinanderfolgende Siege, unter anderem gegen Eva Hubmayer in Düsseldorf sowie gegen die polnische Boxerin Karina Szmalenberg in München.
Die Monster Academy und Fearless Females
Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Profikämpfer Khurshed Kakhorov, kehrte sie nach Gelsenkirchen zurück und gründete dort die Monster Academy, die über eine reine Kampfsportschule weit hinaus geht.
Im Zentrum nämlich steht der Gedanke, insbesondere Kinder, Jugendliche und Frauen zu stärken.
Es geht um Selbstbehauptung, mentale Resilienz und Gewaltprävention.
Ein besonderes Anliegen ist ihr auch das Projekt „Fearless Females“, eine Initiative zur Stärkung von Frauen im Kampfsport und Alltag.
Ein bemerkenswerter Weg, den die Gelsenkirchenerin Mandy Böhm in ihrem noch jungen Leben bis hierher gegangen ist - ein Weg, der von unbeirrbarem Ehrgeiz, großer Willenskraft und mutigem Handeln geprägt ist.
Sie hat sich nach Rückschlägen immer wieder aufgerafft, daraus gelernt, Kraft gezogen und sich neu ausgerichtet.
Dieses ständige Aufstehen, Vorwärtsgehen und das Beschreiten neuer Wege machen ihren Werdegang zu einer inspirierenden Geschichte von Stärke und Durchhaltevermögen.
Und mit der Gründung der Monster Academy und dem Projekt „Fearless Females“ gibt sie diese Stärke und ihren Mut weiter - ein beeindruckendes Engagement.
