Der Thüringer Judo-Verband e.V. verabschiedet sich von einem Menschen, dessen Leben und Wirken maßgeblich vom Judosport geprägt war.
Unser Ehrenpräsident Karl Peters verstarb am 22.10.2010. Mit 15 Jahren fand Karl Gefallen an der Kampfsportart Judo. Es entsprach seiner Art, wenn er etwas tat, dann mit Konsequenz und vollem Einsatz. So dauerte es nicht lange und neben seinem Trainingsfleiß und Wettkampferfolgen qualifizierte er sich zum Übungsleiter, Kampfrichter und Prüfer.
Seine Fähigkeiten im Umgang mit jungen Sportlern und sein Können auf und neben der Matte konnte Karl Peters als hauptamtlicher Trainer bei Dynamo Erfurt unter Beweis stellen. Ihm gelang es, junge Judotalente zu erkennen und sie so zu fördern, dass sie eine leistungssportliche Perspektive erlangten oder als Übungsleiter und Kampfrichter dem Judosport verbunden blieben.
Trotz verantwortungsvoller beruflicher Herausforderungen war Karl emsig tätig und viele Jahre lenkte er ehrenamtlich die Geschicke im Judosport des Bezirkes Erfurt als Vorsitzender des Bezirksfachausschusses. Mit der Wende war es wiederum Karl Peters, der sich an die Spitze des Judosportes im Land Thüringen setzte und acht Jahre als Präsident des Thüringer Judo-Verbandes fungierte. Mit Umsicht und Konsequenz wurden unter seiner Leitung die neuen Strukturen des Verbandes installiert.
Von Beginn an, war dem Präsidenten Karl Peters klar, dass stabile Strukturen und zuverlässig arbeitende Judovereine wichtige Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Judosports in Thüringen waren. Von Beginn an war sich Karl Peters aber auch im Klaren, dass die Ausstrahlung, das auf sich aufmerksam machen, genauso wichtig für das Dasein des Judosports in Thüringen ist.
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Das war die Geburt des Internationalen Thüringen Pokals vor 19 Jahren und später kamen unter Leitung des Erfurter Judo-Clubs der „ Thüringer Messe-Cup“ und der „ega-Pokal“ dazu. Seine Vorstellungen sind Realität geworden! Diese Turniere sind in aller Welt bekannt und Judokas aller Kontinente nehmen jährlich teil.
Mit der Gründung des Erfurter Judo-Clubs erfüllte sich „Charly“ einen persönlichen Traum. Mit Leidenschaft und Ehrgeiz baute er mit motivierten Mitstreitern einen Verein auf, der seit 16 Jahren Kindern und Jugendlichen eine Heimstatt gibt, der den Erwachsenen eine sportliche Freizeitgestaltung bietet und das Vereinsleben fördert.
Es lag in der Natur von Karl Peters sich einzumischen, seine Meinung zu sagen, sich einzubringen. Dies tat er auch im und für den Thüringer Judo-Verband. Sein Wirken und sein Einfluss auf die Entwicklung des Judosports in Erfurt, in Thüringen und über Ländergrenzen hinaus wurde mit hohen Auszeichnungen anerkannt.
Die Verleihung des 7.Dan im Jahr 2009 durch den DJB krönte sein Judoleben. Wir wollen nicht vergessen, dass ein lebenslanges, vor allem ehrenamtliches Engagement für den Sport, viel Verständnis der eigenen Familie abverlangt. Seine Frau Waltraud stand stets an seiner Seite und unterstützte ihren Mann. Seine Söhne konnte Karl ebenfalls vom Judo begeistern und ehrgeizige Kämpfer erziehen.
Unser Mitgefühl zum Tod von Karl Peters gilt seiner Frau und den Söhnen. Der Thüringer Judo-Verband und der Vorstand wird das Andenken an den Ehrenpräsidenten Karl Peters in Ehren halten.
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Ebenfalls wurde der langjährige Kampfrichterkollege Dieter Schwebs aus Chemnitz aus diesen Reihen verabschiedet. Auch auf diesem Wege noch einmal vielen Dank für seine geleistete Arbeit und sein Engagement.
Ihr sportlich freies Wochenende (13.11.2010) nutzten der Landestrainer Mike Göpfert und der Stützpunkttrainer Tony Stegmann um sich bei den Gewichthebern weiterzubilden. Gemeinsam besuchten sie ein Seminar des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber am Olympiastützpunkt „Rhein-Neckar.
Thema des Tages war, Krafttraining als Mittel zur Leistungs- steigerung und Verletzungsprophylaxe im Leistungssport. Beide haben an diesem Tag interessante und neue Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung zum Thema Kraft gesammelt. Mehrere Dozenten und Experten auf diesem Gebiet vermittelten innerhalb von 7 Vorträgen einen Einblick in das genannte Thema.
Für die Trainer war es eine interessante und lehrreiche Veranstaltung und die Erkenntnisse die sie mitgenommen haben, werden sie zukünftig in das Training am Landesleistungszentrum einfließen lassen.
Am 13.11.2010 fand im anhaltinischen Schönebeck die Prüfung der neuen Bundes- B- Kampfricher der Gruppe- Mitte statt. Alle Kandidaten bestanden mit durchweg guten Leistungen. Ein Grund dafür war, wie schon in den vergangenen Jahren, die sehr gute Vorbereitung der Prüflinge durch die Landeskampfrichterreferenten.
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Samstag, der 13.11.2010 sollte für die qualifizierten Mannschaften des Thüringer Judo Verband durchaus ein „Glückstag“ werden. So reisten der KSV Budokan Heiligenstadt, der PSV Schmölln (bei den männlichen U17) und der Kodokan Erfurt (bei den Mädchen) ins sachsen-anhaltinische Schönebeck zur diesjährigen Mitteldeutschen Vereinsmannschaftsmeisterschaft.
Bei den Jungen ergab die Auslosung, dass der KSV Budokan Heiligenstadt mit den Meister aus Sachsen und Sachsen-Anhalt in einem Pool startete und der PSV Schmölln es jeweils mit den Vizemeister als Gegner in der Vorrunde zu tun hatten. Die Heiligenstädter bezwangen in ihrem ersten Kampf die Mannschaft aus Wanzleben.
Im zweiten und hart geführten Kampf gegen Chemnitz unterlagen die Eichsfelder dem späteren Meister. Der PSV Schmölln konnte im ersten Kampf die Mannschaft aus Bautzen besiegen. Im zweiten Kampf erkämpften sie ein Unentschieden gegen die Mannschaft des JC Leipzig.
Im Halbfinale trafen die Thüringer Teams im über Kreuzvergleich jeweils auf die sächsischen Mannschaften aus Leipzig und Chemnitz. Leider erreichte keine Thüringer Mannschaft das Finale. Bei den Mädchen ging als einzige Vertretung der Kodokan Erfurt an den Start.
Im Modus Jeder gegen Jeden standen sie den Vertretungen aus Leipzig, Rodewisch und Wanzleben gegenüber. Leider konnten nur die Gaststarterinnen Sarah Vogel, Natalia Schauseil und Jasmin Seifert überzeugen. Am Ende reichte es auch für den Kodokan Erfurt für einen dritten Platz, welches das Team nur teilweise zufrieden stellte.
Am ersten Wochenende im November stand für die Judokas der U16 der Abschluß der Bundessichtungsturnierserie an. Landestrainer Mike Göpfert reiste unterstützt von Honorartrainer Andy Poltrock mit 7 Mädchen und 7 Jungen nach Nordrhein-Westfalen.
Die Jungen hatten ihren Auftritt in Herne. Insgesamt starteten alle Kämpfer mit Siegen in den Wettbewerb. Leider mussten ein Großteil der Starter nach einer Niederlage (auch dem Wettkampfmodus geschuldet) frühzeitig die Segel streichen.
Herauszuheben ist der 5.Platz von Domenik Schönfeld und der 7.Platz von Christopher Liepe. Domenik konnte an diesem Tag leider nicht sein volles Potential entfalten, denn es wäre ein Podestplatz für ihn möglich gewesen.
Christopher bestritt fünf Kämpfe. Er zeigte sich äußerst willenstark, denn drei seiner Kämpfe wurden im Goldenscore entschieden. Die Mädchen mussten zur gleichen Zeit in Holzwickede auf die Tatami.
Auch bei diesem Wettkampf mussten einige der Starterinnen feststellen, dass eine frühe Niederlage das vorzeitige Ende des Wettkampfes sein kann. Betreut vom Landestrainer zeigten aber zwei, seit Monaten erfolgreich kämpfende Mädchen, dass sie auch an diesem Tag ihr Leistungspotential abrufen werden.
Allen voran sprang Natalia Schauseil in die Presche und erkämpfte den Sieg für sich und den Thüringer Judoverband. Sie konnte auf dem Weg zum Finale ihre Kämpfe souverän getsalten und vorzeitig mit Ippon gewinnen. Im Finale stand mit Anja Fischer aus NRW ihre wohl derzeit größte Konkurrentin gegenüber. Natalia entschied auch diesen Kampf, mit einem Waza-ari und zwei Yuko deutlich für sich.
Die zweite Medaille errang Lisa Hofmann. Mit drei Siegen und einer Niederlage sicherte sie sich den bronzenen Rang. Ihre drei Siege errang sie alle im Bodenkampf durch Festhalte. Aber auch im Stand wies sie eine gute Leistung auf, wo es nur noch an der Konsequenz scheiterte. Insgesamt war es für Lisa ein richtig gutes Turnier, was zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg ist.
Zu erwähnen ist auch der 7.Platz von Sophie Gröning, welchen sie mit zwei Siegen und zwei Niederlagen erkämpfte. Am 06.11.2010 fanden in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) die Mitteldeutschen Einzelmeisterschaften U14 statt.
Bis auf wenige krankheitsbedingte Ausfälle reisten alle qualifizierten Kämpfer und Kämpferinnen des TJV an. Wie sich gezeigt hat, sollte sich die Stadt im Harzvorland an diesem Tag als „gutes Pflaster“ erweisen. Unter der Leitung der Vereins- und des Stützpunktrainer Toni Stegmann zeigte die überwiegende Zahl der Thüringer Starter gute und sehr gute Leistungen.
So erkämpften unsere Starter insgesamt 11 Meistertitel, 7 Vizemeistertitel, 11 dritte Plätze und 6 fünfte Plätze. Somit haben die Thüringer mehr als die Hälfte der möglichen Goldmedaille gewonnen. Erfreulich ist, dass allein 7 Titel an Sportler des Landesleistungszentrum gingen, dass stellte auch Stützpunkttrainer Toni Stegmann fest.
Zeigte es vor allem, dass in Bereich der U14 ein guter Weg beschritten wird. Weiterhin war festzustellen, dass Thüringen als erfolgreichstes Bundesland aus den Titelkämpfen hervor ging.
Für einige der Titel- und Medaillengewinner heißt es aber auch, diese Erfolge und die Motivation mit in die U17 zu nehmen, da für sie der Wechsel in die nächste Altersklasse ansteht.
Insgesamt 107 Jungen und 65 Mädchen aus allen Thüringer Judovereinen fanden am Samstag, 30.10.2010 den Weg nach Jena um die Landesmeister und -innen in der Altersklasse U14 zu ermitteln. Bei einem gut organisierten und z.T. gutklassigen Wettkampf zeigte die Breite der Verteilung der Titel- und Medaillengewinner, dass in dieser Altersklasse eine gute Arbeit in den Vereinen geleistet wird.
Den Stützpunktrainer Toni Stegmann freute es, dass die Sportler und Sportlerinnen, welche am LLZ Jena trainieren sich überwiegend als Meister oder Medaillengewinner in die Wettkampflisten eingetragen haben. Gleichzeitig konnte er den einen oder anderen interessanten Kämpfer oder Kämpferin beobachten und auf seinen Notizzettel schreiben.
Als nächster Höhepunkt steht für die Sieger und Medaillengewinner die Mitteldeutschen Meisterschaft in Halberstadt auf dem Wettkampfplan. Erstmalig war der TuS aus der Saalestadt der Ausrichter des Wettkampfes.
Wie bereits vom Sparkassen-Cup (nächster Termin 15./16.01.2011) gewohnt, organisierten die Mitglieder und Freunde des Vereines ein rundum gelungenes Turnier. Als eine Überraschung hatten sie für die Titelträger ein T-Shirt parat, welche sie als Landesmeister erkennbar macht. Dafür gilt allen Helfern und Organisatoren der Dank vom Vorstand und Präsidium des TJV.
Rund 70 Sportler aus 13 Thüringer Vereinen waren der Einladung von Landestrainer Mike Göpfert und der KU Ostthüringen gefolgt, sich bei einer offenen Matte gemeinsam auf die am letzten Oktoberwochenende stattfindenden Landesmeisterschaften der U14 vorzubereiten.
Gleichzeitig war es eine Trainingseinheit in der Vorbereitungsphase für die darauf folgende Mitteldeutsche Einzelmeisterschaft in der selbigen Altersklasse. Wir wünschen allen Sportlern in der kommenden Woche eine erfolgreiche Landesmeisterschaft und den Qualifikanten für die nächst höherer Meisterschaft!
Am ersten Wochenende im Oktober fanden die LVMM Thüringen in der Alters-klasse U17 statt. Wie erwartet hielt sich auch in diesem Jahr die Anzahl der teil-nehmenden Mannschaften in Grenzen.
So wurde bei den Mädchen der Kodokan Erfurt kampflos Landesmeister. Für das nominell stark einzuschätzende Team heißt es jetzt, sich über Training und Einzelwettbewerbe auf die Mitteldeutsche Meisterschaften vorzubereiten. Bei den Jungen gingen drei Teams an den Start.
In dem intensiv geführten Wettbewerb sollte es knappe Entscheidungen geben. So trumpfte der PSV Schmölln mit erfahrenen Kämpfern auf. Der KSV Budokan Heiligenstadt setzte dem ein komplettes aber junges Team entgegen. Aber auch der Kodokan Erfurt wollte bei der Vergabe des Titels mitreden und präsentierte ein ausgeglichenes Team.
Am Ende des Wettbewerbes setzte sich der PSV Schmölln knapp durch. Der silberne Rang ging an den KSV Budokan Heiligenstadt. Dritter wurde das Team aus Erfurt. Alle drei Vereine bereiten sich ebenfalls auf die Mitteldeutsche Meisterschaft vor und werden sich auf der einen oder anderen Position verstärken um auch bei diesem Wettbewerb bei der Vergabe der Medaillen mithalten zu können.
Am 24. und 25.09.2010 fand in Bamberg das traditionelle Sichtungsturnier des DJB in den Altersklas-sen der Jugend u16/19 statt. Am ersten Tag kämpften die Jungen vor den Augen der Bundestrainer.
Der TJV war mit 12 Vertretern angereist. Wie in den Jahren zuvor war der Wettkampf von einem sehr hohen Niveau geprägt. Das mussten auch unsere Starter schnell feststellen. Unachtsamkeiten kön-nen über Sieg und Niederlage entscheiden.
So machte ein großer Teil der männlichen Starter am Ende des Kampftages die schmerzliche Erfahrung, dass bei größerer Aufmerksamkeit und Entschlos-senheit durchaus mehr Erfolg möglich gewesen wäre. Lediglich Frank Thiede von den Mattenteufel Erfurt (LLZ) und Bruno Preller vom TUS Jena (LLZ) konnten überzeugen.
Am zweiten Tag der Veranstaltung konnte sich der Thüringer Judoverband mit seinen 7 Mädels an besser in Szene setzen. Der TJV kann mit Natalia Schauseil vom SV Schwarza und Jasmin Seifert vom Budokan Heiligenstadt zwei Turniersiege aufweisen.
Beide Kämpferinnen errangen verdient, durch eine starke kämpferische und inhaltliche Leistung jeweils den Ersten Platz. Auch Lisa Zey, ebenfalls vom SV Schwarza, die sich im Turnierverlauf von Kampf zu Kampf steigerte, erkämpfte sich mit einer technisch guten Leistung den dritten Platz.
Auch der siebte Platz von Sophie Gröning (2 gewonnene und zwei verlorene Kämpfe) ist beachtenswert. Die nächste Möglichkeit unter den Augen der Bundestrainer ihr können unter Beweis zu stellen, wird sich für einen Teil der Starter beim Sichtungsturnier in Herne/Holzwickede ergeben.
Bis dahin liegt vor den Trainern und insbesondere vor den Kämpfern noch viel Arbeit. Trotzdem zeigt sich, dass der Nachwuchsleistungsport am LLZ Jena auf einem guten Weg befindet.
Kurz nach Vollendung seines 73. Geburtstages im April starb Hans-Dieter „Mandy“ Clemen, der Ende der 50er-Jahre den Judosport nach Schmalkalden gebracht und über 50 Jahre seines Lebens gewidmet hatte. Ihm zu Ehren wurde das Hans-Dieter-„Mandy“-Clemen-Gedenkturnier aus der Taufe gehoben, ein Turnier für gestandene Judosportler.
