Das Team von Taekwondo Axel Müller kann auf eine beeindruckende Bilanz bei den Deutschen Taekwondo-Einzelmeisterschaften 2023 der Jugend und Senioren zurückblicken, die in der KIA Metropol Arena Nürnberg stattfanden: Dreimal Gold und einmal Bronze.
In der Gesamtwertung erreichte Taekwondo Axel Müller e. V. den vierten Rang, knapp hinter Varol aus Neu-Ulm. Den höchsten Teamscore erzielte der TSV 1865 Dachau vor BSV Friedrichshafen.
Trainer Axel Müller zeigte sich stolz über das Ergebnis: "Drei Deutsche Meister und ein hervorragender dritter Platz sind ein überragendes Ergebnis. Meine Jungs und Mädels haben wieder mal geliefert."
Zu den erfolgreichen Athleten gehören die Deutschen Meister Simon Laubhold (Herren, bis 54 Kilogramm) und Theo Schütz (U18, bis 48 Kilogramm), die Deutsche Meisterin Lilly Ettelbrück (U18, bis 42 Kilogramm) und Bronze-Gewinnerin Michelle Schein (Damen, bis 73 Kilogramm). Ebenfalls erfolgreich waren die Viertelfinalist*innen Sina Metschberger (Damen, bis 62 Kilogramm), Sophie Heuschkel (Damen, bis 53 Kilogramm), Victor Husrev (Herren, bis 63 Kilogramm) und Selma Schäfer (U18, bis 52 Kilogramm).
Darüber hinaus wurde Vadim Durlescu als Gesamtsieger der DTU-Final9-Serie 2022 ausgezeichnet.
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Für Simon Laubhold war es bereits der fünfte Deutsche Meistertitel nach 2018 (Altersklasse U15), 2019 und 2020 (je U18) sowie 2022 (U21). Der 18-Jährige gehört wie Lilly Ettelbrück (17) und Vadim Durlescu (17) dem Bundeskader an. Auch die 22-jährige Bundespolizistin Michelle Schein gehört der Nationalmannschaft an. Der 14-jährige Theo Schürg kämpft unter anderem für die Landesauswahl des Saarlandes.
Axel Müller als Leistungssportreferent und Disziplin-Bundestrainer
Das Team der WAKO-Deutschland hat Verstärkung bekommen: Axel Müller ist seit 1. Juli 2023 unser neuer Leistungssportreferent. Axel Müller (52) stammt aus Großseifen im Westerwald (Rheinland-Pfalz), ist Diplom-Trainer und kommt aus dem olympischen Taekwondo.
1996 eröffnete er seine eigene Taekwondo-Schule inklusive angeschlossenem Verein (Taekwondo Axel Müller e.V.) im rheinland-pfälzischen Nistertal.
Axel Müller war zuletzt als Leitender Landestrainer und Sportdirektor Leistungssport beim saarländischen Taekwondo-Landesstützpunkt am Olympiastützpunkt in Saarbrücken tätig. Aktuell gehört er als Disziplin-Bundestrainer zum Trainerteam der Deutschen Taekwondo Union (DTU).
Müller (6.Dan) bringt eine mehr als 30-jährige Erfahrung als Trainer auf nationaler und internationaler Ebene mit. Neben unzähligen nationalen Turnieren betreute er bereits Athletinnen und Athleten bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und der Sommer-Universiade.
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Unter seiner Regie wurde sein Verein unter anderem mit dem „Projektpreis für bedeutende Arbeit im Nachwuchsleistungssport" vom LSB sowie dem „Grünen Band", dem bedeutendsten deutschen Förderpreis des DOSB im Nachwuchsleistungssport, ausgezeichnet.
Mit Müllers Verpflichtung können wir bei der WAKO-Deutschland den begonnenen Weg im Leistungssport mit qualifizierter Verstärkung zielgerichtet fortführen.
Mit einer besseren Nachricht hätte das Olympia-Jahr für Axel Müller wohl nicht starten können: Der 49-Jährige Diplom-Trainer aus Großseifen wurde zum Disziplin-Bundestrainer berufen und verstärkt ab sofort das Trainerteam der Deutschen Taekwondo Union (DTU).
Seit 30 Jahren ist Axel Müller als Trainer im Taekwondo aktiv. 1996 eröffnete er seine eigene Taekwondo-Schule inklusive angeschlossenem Club (Taekwondo Axel Müller e.V.) in Nistertal. Von 2002 bis 2005 absolvierte er das Studium zum Diplom-Trainer an der DOSB Trainerakademie in Köln. Bis vergangenes Jahr machte er überdies noch ein Studium an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig mit dem Schwerpunkt „Wettkampf und Leistungssport“.
Zu den Highlights seiner bisherigen Laufbahn gehörten die Einsätze für die Nationalmannschaft bei der WM 2014 in China, 2019 in Uzbekistan und bei der Sommer-Universiade 2015 in Südkorea sowie das Coaching bei vier Europameisterschaften zwischen 2013 und 2019. Sieben Medaillen holte Müller mit seinen Athleten auf internationaler Ebene.
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Seit November 2017 ist Axel Müller, der Träger des 6. Dans ist, außerdem Landestrainer und Sportdirektor Leistungssport beim saarländischen Taekwondo-Landesverband am Olympia Stützpunkt in Saarbrücken.
Mit der Berufung ins DTU-Bundestrainer-Team kommt nun ein weiterer Meilenstein hinzu: „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe als Disziplin-Bundestrainer. Es ist unglaublich spannend, mit den besten deutschen Taekwondo-Athleten und -Talenten arbeiten zu können“, sagt Axel Müller und unterstreicht: „Für mich ist es Freude, Ehre und große Verantwortung zu gleich!“
Als Disziplin-Bundestrainer wird Müller u.a. Athleten der Nationalmannschaften an den Bundesstützpunkten trainieren und sie bei Auslandseinsätzen coachen.
Zusammenarbeit und Lehrgänge
Vor genau vier Wochen waren wir schon einmal zu Gast im Leistungszentrum Taekwondo Axel Müller im Westerwald, um einen ersten gemeinsamen Wettkampf Lehrgang durchzuführen und damit die Zusammenarbeit der Vereine stärker zu forcieren. Am vergangenen Wochenende fand dann der zweite Termin des Jahres statt.
Unter der Leitung von Trainer Manuel Hütel und Markus Krein wurde zwei Tage lang unter besten Bedingungen trainiert und gekämpft. „Der gegenseitige Austausch zwischen den Sportlern, aber auch den Trainern ist ungemein wichtig, gerade jetzt, da sich das olympische Taekwondo durch die vielen Regeländerungen Anfang 2017 wieder stark verändert.“, so Krein.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Leistungszentrum Axel Müller und dem Taekwondo Elm soll ab dem Jahr 2017 deutlich intensiviert werden. Der Grundstein dieser Zusammenarbeit wurde am vergangenen Wochenende gelegt, als der erste gemeinsame Kinder- und Jugend Lehrgang im Leistungszentrum Taekwondo Axel Müller in Nistertal stattfand.
Der zweitägige Lehrgang startete am Samstagnachmittag mit technischen und taktischen Übungen, die in verschiedenen Gruppen von Manuel und Markus angeleitet wurden. Der Sonntag begann dann mit einer kleinen Trainingseinheit im integrierten Athletikraum des Leistungszentrums.
Ehe die Sparringskämpfe fortgeführt wurden, gingen Manuel und Markus noch auf regelbedingte Taktikänderungen, speziell durch das nun erlaubte Schupsen, ein. In den nun folgenden Sparrings, teilweise mit Aufgabenstellung, sah man schon erste Verbesserungen im Vergleich zum Vortag.
Manuel und Markus waren äußerst zufrieden mit der Leistung, der Stimmung und dem Effekt des Lehrgangs. Dieses Wochenende war definitiv der nötige und erhoffte Anstoß für die zukünftige Zusammenarbeit.
Erfolge bei Deutschen Meisterschaften
Trainer Axel Müller freute sich über das Abschneiden seiner Athleten bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften der Junioren U21 sowie der Jugend U15 im nordrhein-westfälischen Münster. Dabei konnten die Sportler von Taekwondo Axel Müller e. V. überzeugen und erkämpften am Ende insgesamt vier Medaillen (1 x Gold, 3 x Silber) in beiden Altersklassen.
Für den Trainer war es nicht nur ein erfolgreicher, sondern auch ganz besonderer Wettbewerb: Bei den Junioren U21 kam es in der Gewichtsklasse bis 54 Kilogramm der Herren zu einem historischen Ereignis: Mit dem 17-jährigen Simon Laubhold (an Nummer eins gesetzt) und dem ebenfalls 17-jährigen Victor Husrev (17, an Nummer zwei gesetzt) standen sich erstmals in der Vereinshistorie von Taekwondo Axel Müller e. V. zwei eigene Athleten in einem Finale um die Deutsche Meisterschaft gegenüber.
Beide dominierten ihre Vorrundenkämpfe und zogen souverän in den Endkampf ein. Somit war schon vorher klar, dass der Titel 2022 auf jeden Fall in den Westerwald gehen würde. Im Finale boten die beiden Bundeskader-Athleten einen ausgeglichenen Kampf, den schließlich eine kleine Unachtsamkeit von Victor Husrev (Deutscher U18-Meister 2022) entschied und Simon Laubhold den Titel bescherte, nachdem er sich 2021 noch mit dem Titel des Deutschen Vize-Meisters zufriedengeben musste.
Für das Team um Coach Axel Müller war es bereits der insgesamt vierte Deutsche-Meister-Titel in den vergangenen rund sechs Monaten. "Obwohl durchaus die eine oder andere Medaille mehr drin gewesen wäre, war dies wieder ein sehr starkes Ergebnis. Zwei Athleten in einem Finale zu haben, war schon etwas ganz Besonderes.
Eine überzeugende Leistung bei den U21-Junioren bot zudem Angelina Hüsch (16) bei den Damen bis 62 kg. Die Bundeskader-Athletin verlor ihr Finale allerdings und konnten sich über Silber und somit den Deutschen Vizemeister-Titel freuen.
Schluss im Viertelfinale war hingegen für Paul Radtke (19, Herren bis 68 kg), der seinen Kampf mit 9:10 knapp verlor und so am Ende auf Platz 5 landete. Für Phillip Enrico Heuschkel (19, Herren bis 63 kg) kam das Aus ebenfalls im Viertelfinale, wo er sich erst in der vierten Zusatzrunde (Golden Point) dem späteren Deutschen Meister geschlagen geben musste.
Auch im zweiten Wettbewerb bei der Jugend U15 schaffte es ein Athlet aus Nistertal aufs Treppchen: Der 11-jährige Jaroslav Liz (Junior bis 33 kg) kämpfte sich gleich in seinem ersten Jahr ins Finale, in dem sich schließlich die fehlende Erfahrung bemerkbar machte. Am Ende wurde er Deutscher Vizemeister und erreichte mit der Silbermedaille die Norm für den Landeskader.
Selma Marianne Schäfer (13, Juniorin bis 55 kg) kam bis ins Viertelfinale und belegte am Ende Platz fünf.
In der Vereinswertung belegte Taekwondo Axel Müller e. V. am Ende Platz vier.
Der Werdegang von Axel Müller
Axel Müller hat sich sein Wissen und seine Fähigkeiten über Taekwondo selbst beigebracht. Der Lebensweg von Axel Müller ist beeindruckend. Der 51-jährige gelernte Tischler hat sich einst als Jugendlicher autodidaktisch den Taekwondo-Kampfsport nähergebracht. Heute ist er Landestrainer und Sportdirektor der Taekwondo-Union Saar (TU Saar) und Disziplin-Bundestrainer der Deutschen Taekwondo Union (DTU).
„So eine besondere Auszeichnung macht mich stolz und ist eine Bestätigung, Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit, die man leistet“, sagt Müller, der aus dem Örtchen Großseifen im Westerwald stammt.
Den ersten Kontakt mit der Sportart, die einmal sein Leben bestimmen sollte, hatte Müller in Kindheitstagen. Am Fernsehgerät. Aufmerksam und mit großer Beobachtungsgabe verschlang er die Kampfsport-Filme dieser Zeit geradezu.
„Die dynamischen und dennoch ästhetischen Bewegungen, das Schach mit dem Körper, hat mich von Anfang an fasziniert“, erinnert er sich mit funkelnden Augen: „Ich bin ein Kind vom Land, und da war an einen Zugang zu Kampfsportarten in Vereinen oder ähnliches überhaupt nicht zu denken. Ich wusste ja noch nicht einmal, dass es sich um Taekwondo handelte.
Der kleine Junge beobachtete die Filmhelden ganz genau und fing an, ihre Bewegungen zu imitieren. Der große Aha-Moment folgte unverhofft während einer Folge der Kinder-Fernsehsendung „1, 2 oder 3“ mit Michael Schanze: „Dort wurde Taekwondo als eigene Sportart vorgestellt und ich wusste gleich: Das ist das, was mich fasziniert“, berichtet Müller.
Er besorgte sich entsprechende Literatur und VHS-Kassetten, mit denen er seine Fertigkeiten und auch das Wissen über Taekwondo immer weiter ausbaute. Als er endlich seinen Führerschein in der Tasche hatte, schloss er sich einem rund 40 Kilometer von seinem Wohnort entfernten Taekwondo-Club an. Seine Entwicklung als Sportler erfuhr einen rasanten Schub.
1990 gründete Müller als 19-Jähriger eine Taekwondo-Abteilung in einem Mehrspartenverein und 1996 schließlich in Hachenburg seinen eigenen Verein: „Taekwondo Axel Müller e.V.“, in dem er seither junge Athletinnen und Athleten an die Sportart heranführt und ausbildet.
Parallel dazu wurde er als Wettkämpfer auch selbst immer erfolgreicher. Nur: Die harte Arbeit als Tischler in einer Bauschreinerei mit dem leistungsbezogenen Training in Einklang zu bringen, wurde eine immer größere zeitliche und körperliche Herausforderung.
Müller stand vor der Frage, ob es sich für ihn lohnen könnte, seinen Sport auf professionellem Niveau zu betreiben. „Als Wettkämpfer konnte ich damals noch kein Geld verdienen. In die Sportfördergruppe der Bundeswehr zu gehen war mir aus gesundheitlichen Gründen leider nicht möglich“, erklärt Müller, der nur eine funktionierende Niere besitzt.
Als Trainer feierte er wiederum große Erfolge und absolvierte nach und nach die Trainerlizenzen bis hin zum A-Schein. Darüber hinaus war Müller, der Träger des sechsten Dans ist, von 1999 bis 2003 auf Honorarbasis Landestrainer in Rheinland-Pfalz. 2005 schloss er den Diplom-Trainerlehrgang an der Trainerakademie des DOSB an der Deutschen Sporthochschule Köln erfolgreich ab.
Hauptberuflich war er in dieser Zeit selbstständig, unter anderem von 2004 bis 2008 als Landestrainer in Sachsen-Anhalt. In dieser Zeit gründete Müller auch neue Standorte seines Vereins, der seinen Hauptsitz nach wie vor in Hachenburg und Nistertal hat.
So etwas wie seinen internationalen Durchbruch erlebte Axel Müller im Olympia-Zyklus zwischen 2012 und 2016: Von ihm ausgebildete und betreute Athletinnen und Athleten schafften den Sprung in die erweiterte Weltspitze und einige machten mit Titelgewinnen auf nationaler und internationaler Ebene auf sich aufmerksam.
Das blieb auch im Saarland nicht unbemerkt, und so wurden die Kontakte intensiviert. Einer „Zusammenarbeit als Versuch“ folgte Ende 2017 ein Engagement auf Honorarbasis als Landestrainer und Sportdirektor Leistungssport der STU. Schon im Sommer 2018 räumte der von Müller benannte Landeskader auf den Deutschen Meisterschaften auf Anhieb kräftig ab.
Die Erfolgsstory dauert an: Allein zwischen 2018 und 2020 brachten Müllers Schützlinge vier Silber- und drei Bronzemedaillen von Europameisterschaften mit nach Hause, und Müller stieg zum leitenden Landestrainer auf. 2018 bis 2019 war er für den Spanischen Taekwondo Verband und 2019 überdies als Nationaltrainer für den Bulgarischen Taekwondo Verband auf EM und WM-Turnieren tätig - unter anderem mit dem Gewinn einer EM-Silbermedaille.
2020 wurde er vom Spitzenverband zum Disziplin-Bundestrainer berufen und bekleidet seither eine volle Stelle am Olympiastützpunkt in Saarbrücken, die je hälftig von der Deutschen Taekwondo-Union und dem LSVS finanziert wird.
Die für Kontaktsportarten besonders schwere Corona-Phase hatte er genutzt, um Konzeptarbeit zu betreiben und an der Strukturierung im Saarland zu arbeiten. Dazu gehörte das erfolgreiche Streben um Aufnahme seiner Sportart in den Sportzweig der DOSB Eliteschule des Sports am Rotenbühl-Gymnasium.
„Das hat mich sehr stolz gemacht. Das ist ein Vermächtnis, das immer bleiben wird, und eine wirklich tolle Sache“, betont der Trainer des Jahres. Im Sommer schafften seine Schützlinge Svenja Skorupa und Victor Husrev die Qualifikation für die Weltmeisterschaften, Husrev sogar als bester Deutscher.
Ohnehin stellt der gerade 700 Mitglieder starke saarländische Landesverband größere wie beispielsweise der von Baden-Württemberg (über 12.000 Mitglieder) bei der absoluten Anzahl an Kadernominierungen in den Schatten. „Das macht mich sehr stolz“, sagt Müller, dem die Entwicklung seiner Athletinnen und Athleten ganz besonders am Herzen liegt.
