Wie lange dauert es, den schwarzen Gürtel im Judo zu erreichen?

Der Weg zum schwarzen Gürtel im Judo ist ein langer und anspruchsvoller Prozess, der Engagement, Disziplin und kontinuierliches Training erfordert. Dieser „Entwicklungsstand“ wird nach außen durch unterschiedlich farbliche Gürtel sichtbar.

Sie lassen erkennen, auf welcher Lernstufe sich ein Judoka befindet und sollten sich aus dem regelmäßigen, zielgerichteten Training ergeben, so dass eine Graduierung keine Kontrolle, sondern vielmehr ein Abgleich des technischen und persönlichen Leistungs- und Fertigkeitstandes, ist.

Der Deutsche Judobund hat hierbei in seinem Ausbildungs- und Graduierungsprogramm vier Ausbildungsstufen entwickelt, die mit der Überprüfung einzelner Stand- und Bodentechniken später auch mit zu lösenden Situationen und Aufgabenstellungen abschließen.

Der Judoka lernt über die verschiedenen Ausbildungsstufen hinweg, sein technisches Repertoire an Wurf- und Bodentechniken zielgerichtet in wettkampfbezogenen Situationen einzusetzen und seine individuelle Kampfkonzeption sowie Handlungsalternativen zu entwickeln.

Dabei werden im Kyu-Bereich (bunte Farbgürtel von weiß bis braun) zwei Ausbildungs- und Graduierungsstufen unterschieden: zum einem die Judo-Grundausbildung „Judo kennen lernen und Grundlagen schaffen“ (8. - 4. Kyu) und zum anderen das Grundlagentraining „Vertiefen, Erweitern und Variieren“ (3. - 1. Kyu).

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Die inhaltlichen Schwerpunkte des Dan-Graduierungsprogramms (schwarzer Gürtel) bestehen im Weiteren aus dem „Wiederholen, Festigen und Perfektionieren“ (1. - 3. Dan) des zuvor Erlernten, sowie im „Reflektieren und Gestalten“ (4. - 6. Dan) des Judos im Allgemeinen und im Persönlichen.

Individuelle Stärken werden gefördert, die persönliche Spezialtechnik gefestigt und situationsgerecht angepasst sowie modifiziert.

Gürtelstufen oberhalb des 5. Dan werden innerhalb des DJB an Judoka verliehen, die sich aufgrund ihres besonderen persönlichen Engagements und/oder ihrer Erfolge im Wettkampf verdient gemacht haben.

Hierbei ändert sich die Gürtelfarbe von schwarz zu rot-weiß (6. - 8. Dan).

Zur Sicherung eines einheitlichen Graduierungsstandards im NJV werden auf Vorschlag der Vereine besonders qualifizierte Judoka zu Kyu-Prüfern lizenziert. Diese können innerhalb der Vereine Prüfungen vom 8. - 4.Kyu abnehmen.

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Die Ausbildung und Prüfung zum 3. - 1. Kyu (grüner, blauer und brauner Gürtel) erfolgt in den Kreisen, Regionen und Arbeitskreisen des NJV.

Die technischen Fähigkeiten eines Judoka erkennt man an seiner Gürtelfarbe und -breite. Die Farbe des Gurts entspricht der Ausbildungsgraduierung (Kyu-Grad).

Die Kyu-Grade (Schülergrade)

Judo kennt drei verschiedene Systeme:

  • Kinder-Grade mit verminderten Anforderungen
  • Kyu- bzw. Schüler-Grade
  • Dan- bzw. Meister-Grade

Die Gürtel der Schüler-Grade sind farbig, werden mit steigendem Rang dunkler und abwärts gezählt (9-1), die Meister tragen schwarze Gürtel, die Grade werden aufwärts gezählt (1-10).

Kyu (8-1) und Dan-Grade (1-6) werden durch Prüfungen erworben.

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Eine Graduierung setzt beim Prüfling praktische Fähigkeiten und theoretisches Judo-Wissen voraus.

Dabei zählt man vom 8. Kyu bis zum 4. Kyu das Judo Grundprogramm. Achtung! den 8. Kyu bis zum 4. Kyu musst du auch fleißig die Techniken des Judo- Grundprogramm zum 7. Kyu demonstrieren.

Festhalten im Boden steht im Vordergrund. Prinzip ist jede Prüfung gleich aufgebaut. Es wird ein Wurf zur Hauptseite, zur Gegenseite und eine Fußtechnik heraus demonstriert.

Auch das Bodenprogramm demonstriert werden. Im Bodenprogramm werden die bisher erlernten Techniken vertieft. Für den 5. Kyu, den orangenen Gürtel muss du mindestens 8 Jahre alt sein, um an der Prüfung teilzunehmen.

Vorbereitung auf höhere Grade

Das Judo Erweiterungsprogramm wird mit den Kyustufen vom 3. Kyu bis zum 1. Kyu erweitert. Hier findet ihre Anwendung. Vorbereitung auf den 4. Kyu verlassen, dass der Partner die Techniken sauber ausführt, was zum Trainingspartner erfordern.

Denn zum 4. Kyu alte Kyu- Programm angezeigt. Ab dem 3. Kyu, angekommen, ist man schon mindestens 3 Jahre dabei.

Das mit dem 3. Kyu der Anwendungsaufgabe demonstriert werden. Vorzeigen Wert gelegt. Sollen demonstrieren. diesem Gürtel zu demonstrieren. dem Partner abverlangt wird.

Das Erreichen des 1. Kyu ist die Grundausbildung eigentlich abgeschlossen. Die bisher erlernten Techniken müssen selbstverständlich beherrscht werden. diesen Vorkenntnissen ist das Prüfungsprogramm zum 1. Kyu, was Gewandtheit erfordern.

Der Dan-Grad (Meistergrad)

Mit dem 1. Kyu kann man sich auf die Meisterprüfung, den ersten DAN, vorbereiten. Ab diesem Grad sieht man Judo mit anderen Augen.

Die Techniken müssen an unterschiedlichen Kriterien demonstriert werden.

Gürtel oberhalb des 5. Dan können nicht durch Ablegen einer Prüfung erreicht werden. Sie werden ausschließlich verliehen.

Eine höhere Graduierung als zum 10. Dan ist weltweit nicht möglich! Lediglich Professor Jigoro Kano, dem Begründer des Judo, hat man nach seinem Tode den 11. Dan verliehen.

Der 12. Dan ist für Menschen nicht erreichbar. Der Geist, die Idee des Judo soll den 12. Dan tragen. Der weiße Gürtel des 11. und 12. Dan wird groß geschrieben!

Vorbereitungszeiten für Gürtelprüfungen

Zu jeder Gürtelprüfung bedarf es einer gewissen Vorbereitungszeit (=Abstand zur letzten Gürtelprüfung / Ausstellung des Judopasses).

Diese ist nach Empfehlung des DJB bis zum grünen Gürtel mindestens 6 Monate (für unter 14jährige) bzw. mindestens 3 Monate (für über 14jährige) lang. Für den blauen und brauen Gürtel beträgt die empfohlene Vorbereitungszeit grundsätzlich 6 Monate.

Judoka bis 14 Jahre können höchstens 3 Prüfungen pro Jahr ablegen.

Judoka ab 14 Jahre können höchstens 4 Prüfungen pro Jahr ablegen.

Die Vorbereitungszeit zum 1. Dan beträgt normal mindestens 2 Jahre (verkürzt 1 Jahr).

Die Vorbereitungszeit zum 2. Dan beträgt normal mindestens 3 Jahre (verkürzt 2 Jahre).

Die Vorbereitungszeit zum 3. Dan beträgt normal mindestens 4 Jahre (verkürzt 3 Jahre).

Die Vorbereitungszeit zum 4. Dan beträgt normal mindestens 5 Jahre (verkürzt 4 Jahre).

Die Vorbereitungszeit zum 5. Dan beträgt normal mindestens 5 Jahre.

Empfohlene Mindestalter für Kyu-Grade:

  1. vollendetes 9. Lebensjahr
  2. vollendetes 10. Lebensjahr
  3. vollendetes 11. Lebensjahr
  4. vollendetes 13. Lebensjahr
  5. vollendetes 16. Lebensjahr (mit Wettkampfpunkten nach vollendetem 15. Lebensjahr)

Judotechniken

"Judotechniken sind kein Selbstzweck! Sie sind bewährte Lösungen einer Kampfsituation, mit dem Ziel, den Gegner gegen dessen Widerstand mit Ippon zu besiegen."

Eigentlich sollte es sich von selbst verstehen; aber hiermit sei nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Techniken bei einer Gürtelprüfung aus der Bewegung / aus Situationen gezeigt werden sollen.

Bewegungsarme Vorführungen sind nicht nur ineffektiv und nutzlos, sondern langweilen auch die Prüfer in höchstem Maße.

Die Techniken sollten darüber hinaus natürlich - und auch das versteht sich im Grunde von selbst - beherrscht werden.

Prüfungsgebühr

Leider sind Gürtelprüfungen im Judo nicht kostenlos. Pro Prüfung werden im TSC 20 Euro Prüfungsgebühr fällig. Diese setzen sich zusammen aus den Kosten u.a. der Urkunde, der Prüfungsmarke sowie für Prüfer und Organisatorisches wie v.a.