Schwingen für Kinder erklärt: Eine Einführung in die FRESCH-Methode

Im Grundschulalltag spielt das Zuhören eine zentrale Rolle. Mit den 5-Minuten-Hörgeschichten für die Grundschule hat Zebra Franz ein neues Format entwickelt, um das Hörverständnis motivierend zu trainieren und Zuhörstrategien einzuüben.

Die Bedeutung des Schwingens im Schriftspracherwerb

Im Artikel „Schriftspracherwerb - Warum Lautieren und Silben schwingen eine wichtige Rolle einnehmen“ wird erläutert, weshalb Laut und Silbe und darüber hinaus der Wortbaustein frühzeitig im Unterricht behandelt werden sollten. In diesem Beitrag wird näher auf die Zebra-Materialien eingegangen und anhand praktischer Beispiele verdeutlicht, wie auf die Einheiten Laut und Silbe Bezug genommen wird.

Schon seit vielen Jahren trainieren die Kinder meiner Lerngruppen das Lesen mit der Methode Blitzlesen. Diese Methode ist so einfach wie wirkungsvoll und ist quasi eine echte Schubrakete in Richtung Leseflüssigkeit.

Die FRESCH-Methode: Ein ganzheitlicher Ansatz

Die FRESCH-Methode (Freiburger Rechtschreibschule) war ursprünglich eine Methode zur Förderung von Kindern mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, die von Heide Buschmann und Günter J. Renk an der Schulpsychologischen Beratungsstelle Waldshut entwickelt wurde. Ziel der FRESCH-Methode ist das synchrone Zusammenspiel von Sprache und Bewegung (Sprechschwingen), das die Integration von visueller und auditiver Wahrnehmung fördert. Mittlerweile lernen Kinder an vielen Schulen im deutschsprachigen Raum Lesen und Schreiben mit FRESCH.

Wie funktioniert die FRESCH-Methode?

Das Elementare ist, dass die Bewegung mit der Sprache gekoppelt wird. Diese Gleichzeitigkeit, mehrere Sinne zu beteiligen, ist der Grundgedanke. In der ersten Klasse fangen wir deshalb mit großen motorischen Bewegungen an. Wir beginnen gemeinsam im Chor. Dabei ist es wichtig, dass die Kinder meine deutliche Aussprache und das richtige Durchgliedern der Wörter in der Sprachmelodie hören. Mit großen Schwingbewegungen im Raum machen wir pro Silbe einen Schritt von links nach rechts und nehmen die Schwungbewegungen der Schreibhand mit und laufen so Wörter durchs Klassenzimmer. Die Bewegungen werden dann immer kleiner: am Platz mit Schwungbögen, nur mit den Fingern und dann irgendwann mit dem Bleistift unter den Wörtern. Dann erst kommt das Schreiben dazu.

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Ich teile die Klasse in der Regel in zwei Gruppen und trainiere dann nur mit der einen Hälfte. Ich arbeite an meiner Schule mit allen Klassen, also insgesamt mit ca. 300 Kindern, und habe die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist, die Klasse in eine schwächere und eine stärkere Gruppe einzuteilen, weil ich dann allen besser gerecht werden kann. Die schwächeren Schülerinnen und Schüler bekommen die kürzeren Wörter, weil sie die Merkfähigkeit für lange Schlangenwörter noch nicht besitzen. Sie sind dann nicht gestresst oder frustriert, sondern haben Erfolge und auch die Stärkeren können in ihrem Tempo arbeiten. Aber unsere Klassenlehrerinnen arbeiten auch mit allen 27 Erstklässlern gemeinsam, alle Kinder laufen dann anfangs schwingend durch die Klasse. Das ist schon turbulent, aber man weiß ja auch, dass Bewegung das Lernen unterstützt.

Vom Sprechschwingen zum Sprechschreiben

Ich fange mit Simsalabimwörtern an, das heißt mit wahllos zusammengesetzten Silben. Das können die Kinder schon sehr schnell. Ich habe mit den Erstklässlern bereits kurz vor den Weihnachtsferien begonnen, kleine Simsalabimwörter zu schreiben. Das funktioniert sehr gut und je nachdem, welche Buchstaben die Kinder bereits gelernt haben, können sie das Sprechschreiben üben. Erst dann beginnen die Stationen der FRESCH-Werkstatt.

Ja, im fortgeschrittenen Lese- Schreibprozess lernen die Kinder die Besonderheiten des lautgetreuen Bereichs wie etwa Doppelkonsonanten und üben dann mit kurzen oder längeren Wörterstreifen. Die Wörter werden zunächst gelesen, dann werden die Karten umgedreht und erst dann beginnt das Sprechschreiben. Es ist wichtig, dass die Kinder auswendig sprechen und schreiben und nicht die Buchstaben abmalen. Und am Ende des zweiten Schuljahres beginnt das selbstständige Arbeiten in der Werkstatt.

Die FRESCH-Werkstatt: Stationen und Materialien

Meine Werkstatt besteht aus sieben Stationen. Da rund die Hälfte der Wörter des Schulwortschatzes lautgetreu geschrieben werden, ist es wichtig, dem lautgetreuen Bereich im Schriftspracherwerb eine tragende Rolle zu verleihen. In den ersten beiden Stationen, dem Sprechschwingen und Sprechschreiben, sind daher alle Wörter lautgetreu und in sieben Besonderheiten unterteilt In den weiteren Stationen geht es um die Strategien des Weiterschwingens und Ableitens. Hier können die Kinder Fehlerbewusstsein entwickeln und vermeiden so mögliche Fehler. Es bleibt danach nur ein kleiner Teil an Merkwörtern, der wie Vokabeln erlernt werden muss. Die Station Merken befasst sich mit diesem Thema. In den letzten beiden Stationen werden noch die Großschreibung und das Arbeiten am Text trainiert.

Jede Station besteht aus mehreren Übungseinheiten. Ich habe die Wörterlisten zu Wortstreifen zerschnitten und alle Arbeitsblätter der Stationen in meinem Unterrichtsraum nach Farben und Nummern in Plastikschubfächer sortiert. Man kann aber auch Ordner nutzen oder ein anderes Aufbewahrungssystem.

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Ja, wenn man mit der Werkstatt beginnt, muss man erstmal Zeit investieren. Aber das muss man nur einmal tun und kann die Materialien dann immer wieder nutzen. Diese einmalige Vorbereitung macht sich später also bezahlt, denn so hat man Zeit für die Kinder und muss nicht immer wieder irgendetwas zusammenstellen.

In der Broschüre habe ich aufgeschrieben, wie ich die Methode praktisch im Schulalltag anwende und gebe den Lehrkräften Informationen, wie sie die Materialien einsetzen können. Zusätzlich gibt es die Wörterlisten, die zu den Wörterstreifen zerschnitten werden sollen und Arbeitsblätter. Die einzelnen Stationen und Materialien sind ganz klar farblich sortiert, um den Kindern das selbständige Arbeiten zu erleichtern.

Empfehlungen für Lehrkräfte

Ich empfehle, eine Schulung zu besuchen oder sich zumindest vertiefend in diese Methode einzulesen, etwa mit den Büchern von Günter J. Renk. Leider stelle ich immer wieder fest, dass selbst in Schulbüchern die Symbole der FRESCH-Methode falsch genutzt werden. Ein Ableitungszeichen über dem Wort „Käfig“ ergibt beispielsweise keinen Sinn, weil es sich hier nicht um eine Ableitung handelt, sondern um ein Merkwort. Auch die lautgetreuen Wörter müssen korrekt ausgesucht werden und dürfen zum Beispiel kein „Geister-H“ enthalten. Und die schwachen Rechtschreiber benötigen erst einmal viele lautgetreue Wörter, um sicher zu werden.

Ich habe Schulungen bei Günter J. Renk, dem Mitbegründer der FRESCH Methode, besucht und hatte auch in meinem Studium damit zu tun. Mich begeistert die Einfachheit der Methode, sie führt schnell zum Erfolg, wenn man die Kinder dort abholt, wo sie stehen und sie in ihrem eigenen Tempo arbeiten lässt.

Eine Lehrkraft wird schnell große Erfolge sehen und erleben, dass die Kinder tatsächlich Spaß an der Rechtschreibung haben. Dazu genügt eine Stunde wöchentlich mit dem FRESCH-Werkstatt-Konzept. Während die eine Hälfte der Klasse mit der Methode trainiert, könnte die andere Hälfte eine Lesezeit einlegen und in einer weiteren Stunde wäre dann der Wechsel der Gruppen. Wichtig ist die Kontinuität, schließlich greift die Methode den Unterrichtsstoff auf und bringt so auch dem Deutschunterricht viel.

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Rechtschreibstrategien von Anfang an

Als dritten Beitrag der Reihe Rechtschreibstrategien von Anfang an möchten wir euch Wörterlisten und passende Übungskarteien zur Strategie Verlängern anbieten. Als weiteren Beitrag der Reihe möchten wir euch Wörterlisten und eine Übungskartei zur Rechtschreibstrategie Wortbausteine anbieten.

Merkwörter

In diesem Beitrag der Reihe wird nun die letzte der insgesamt sieben Rechtschreibstrategien Merkwörter in den Blick genommen. Unter die Strategie fallen alle Wortschreibungen, die nicht vollständig regelhaft erklärt werden können. Somit handelt es sich in diesem Fall nicht um eine Strategie zur Erklärung der Wortschreibungen, sondern um eine Strategie zum Auswendiglernen (Merken) der Wörter.

Nicht alle Wörter kannst du durch Schwingen richtig schreiben - auch wenn sie so klingen. Kommt in das Wort ein „v“ oder „i“? Dabei hilft dir die Fresch-Strategie Merkwörter!

FRESCH-Strategie Ableiten

Lang erwartet! Heiß ersehnt! Jetzt ist er da, der Beitrag zur Fresch-Strategie Ableiten. Die Strategie hat das Zeichen eines Blitzes. Die Idee mit dem Blitz stammt von den Kindern. Was sollten sie unter „Ableiten“ verstehen? Oskar: „Ganz klar, es gibt doch Blitzableiter!“ Recht hat er.

FRESCH-Strategien im Unterricht

Da mich zu meinem Beitrag über den Satz des Tages häufig der Wunsch nach passenden Plakaten zum Thema Rechtschreibstrategien in der Grundschule erreicht hat und mir selbst noch Aushänge für mein Klassenzimmer fehlten, habe ich diese erstellt und möchte sie heute mit euch teilen. Ich habe mich dazu entschieden, die verschiedenen Strategien in unterschiedlichen Farben zu gestalten, damit die Kinder die Symbole besser unterscheiden können. Die bunten Symbole können natürlich auch für den Satz des Tages verwendet werden.

Außerdem erreichte mich häufig die Frage, was die einzelnen Strategiesymbole angelehnt an die FRESCH-Methode (ergänzt durch das Symbol zur Groß- und Kleinschreibung) bedeuten:

  • Groß- oder klein? - Die Kinder überlegen und begründen, warum ein Wort großgeschrieben wird.
  • Merken - Diese Wörter müssen sich die Kinder gut einprägen (z.B. Vogel).

Grundwortschatz und Übungsformate

In vielen Bundesländern rückt ein verbindlicher Grundwortschatz den Rechtschreibunterricht wieder mehr in den Fokus. In NRW besteht der vorgegebene Grundwortschatz aus Nachdenk- und Merkwörtern. Für die häufig gebrauchten Merkwörter, zu denen vor allem die Funktionswörter zählen, gibt es nun ein neues Übungsformat: „Franz Lernwörtertraining“ - und das passend zur Progression der Buchstabenheftes Plus und dem Grundwortschatz NRW.

Mit den Kopiervorlagen könnt ihr das Prüfen von Falschschreibungen mit FRESCH systematisch einführen - und das passend zum Grundwortschatz NRW.

Weitere Tipps und Materialien

Lern- und Merkplakate fassen Regeln zu verschiedenen Unterrichtsinhalten übersichtlich und prägnant zusammen. Sie helfen den Kindern, bereits Erlerntes stets im Blick zu haben und jederzeit im Unterricht darauf zurückzugreifen. Mit diesem Beitrag startet eine kleine Reihe mit Plakaten zu den Wortarten für die 2. Klasse.

Zur Osterzeit ist Ostereier-Suche angesagt. Wie kann man das mit Rechtschreiben verbinden? Ganz einfach! Unsere Ostereier sind „versteckte“ Wörter, die es in den kleinen Texten zu finden gilt: Einmal suchen die Kinder Merkwörter (z.B. mit v oder Doppelvokal) oder Verlängerungswörter, die in den Ostereiern versteckt sind.

Elternarbeit und positive Gedanken

Eltern sind wichtige Partner, wenn es darum geht, Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern. Eine offene und transparente Kommunikation hilft dabei, Missverständnisse zu vermeiden und gemeinsam Lösungen zu finden. Wie findet ihr den richtigen Weg, um im Austausch mit den Eltern zu sein und dabei eine klare Grenze zu eurer Freizeit zu ziehen? Auch im zweiten Schuljahr steht der erste Elternabend an. In meinem heutigen Beitrag zeige ich euch, welche Informationen ich zu diesem Elternabend rausgebe.

Unsere Gedanken bestimmen unser Handeln. Deshalb ist es wichtig, dass unser Tag von positiven Gedanken geprägt wird. Gedanken, die unsere Welt schöner machen und unser Selbstvertrauen stärken. Wie kann es gelingen, dass wir Lehrkräfte die Gedankenwelt unserer Schülerinnen und Schüler positiv prägen?