Die Bedeutung von Karat bei Diamanten: Eine umfassende Definition

Diamanten werden in Karat gemessen, was das Gewicht eines Diamanten und nicht dessen Größe angibt. Es ist wichtig zu verstehen, dass das Karat-Gewicht das Kriterium ist, welches den Wert eines Diamanten am stärksten beeinflusst. Umso schwerer ein Diamant, also umso mehr Karat, desto höher der Preis.

Das Wort Brillant stammt aus dem Französischen und bedeutet "strahlend / glänzend ". Oft werden beide Begrifflichkeiten auch als Synonym verwendet. Jedoch unterscheiden diese sich in kleinen aber feinen Details. Denn der Diamant hat "nur" 37 Facetten. Der Brillant dagegen 57. Durch die Anzahl der Facetten entsteht auch das Funkeln des Edelsteines. Das bedeutet das der Brillant 54,05% mehr Glanz erhalten kann. Der Brillantschliff benötigt bei der Herstellung mehr Materialien des Rohdiamanten um die Menge an Facetten zu schleifen. Der Diamant dagegen weniger. Ansonsten weisen beide Edelsteine ähnliche Merkmale auf.

Was ist Karat?

Karat (engl. Carat) definiert das Gewicht eines Diamanten. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm und wird in 100 Punkte unterteilt. Ein sogenannter Halbkaräter wiegt demnach 0,1 Gramm und wird auch als 50 Punkter bezeichnet. Grundsätzlich spricht man bei Karat-Gewichten unter 1 Karat von „Punkten“: beispielsweise von einem 75 Punkter für einen Stein mit 0,75 Karat.

Tiffany misst Diamanten bis auf ein Tausendstel eines Karats. Im Jahr 1886 präsentierte Tiffany den Verlobungsring, so wie man ihn heute kennt.

Wie wirkt sich das Karatgewicht auf die Größe aus?

Das Karat-Gewicht gibt nicht, wie vielfach angenommen, unmittelbare Auskunft über die Größe eines Diamanten. Zwei Diamanten mit dem gleichen Karat-Gewicht können unterschiedlich groß erscheinen. Ein Diamant kann ein höheres Karatgewicht haben, ohne größer zu wirken, und zwei Diamanten des gleichen Karatgewichts können unterschiedlich groß sein, wenn einer tiefer geschliffen ist als der andere.

Lesen Sie auch: Wissenswertes über Goldkarat

Obwohl die Größe des Diamanten nicht ausschließlich durch das Karat-Gewicht festgelegt wird, ist es doch ein wichtiger Faktor in der Bestimmung der Diamanten-Größe.

Faktoren, die die wahrgenommene Größe beeinflussen:

  • Tafel: Die Tafel stellt den sichtbaren Bereich des Diamanten bei der Draufsicht dar. Dies ist die häufigste Ansicht eines gefassten Diamanten.
  • Tiefe: Ein besonders tiefer Stein wirkt meist kleiner als ein etwas flacherer. Ein großer Anteil des Gewichtes befindet sich bei tiefen Steinen im unteren Teil des Diamanten.
  • Schliff: Je höher der Schliffgrad ist, desto mehr einfallendes Licht tritt über die Tafel wieder aus, desto schöner & intensiver funkelt & brilliert der Diamant. Und desto größer wirkt der Diamant für das menschliche Auge.
  • Fassung: Die Fassung eines Diamanten kann den Edelstein größer erscheinen lassen als er tatsächlich ist.
  • Form: Die Form eines Diamanten kann einen Stein größer erscheinen lassen.

Die Wahl des richtigen Karat-Gewichts

Diese Frage stellen sich die meisten beim Kauf eines Diamanten. Bei der Wahl des Karat-Gewichtes sollte die Trägerin des Diamanten bedacht werden. So sollte man bei Ringen das Karat-Gewicht in Abhängigkeit von der Handgröße wählen. Leider gibt es keine allgemeingültige Antwort.

Bei der Wahl des Karat-Gewichts sollte man folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Geschmack: Legen Sie mehr Wert auf die Qualität und das Feuer des Steins oder auf seine Größe?
  • Die Trägerin: Bei der Wahl des Karat-Gewichtes sollte die Trägerin des Diamanten bedacht werden. So sollte man bei Ringen das Karat-Gewicht in Abhängigkeit von der Handgröße wählen.
  • Form: Die Form eines Diamanten kann einen Stein größer erscheinen lassen.

Wie wirkt sich das Karatgewicht auf den Preis aus?

Größere Diamanten sind seltener und gefragter als kleine Diamanten. Der Diamantenpreis steigt daher nicht proportional mit seinem Gewicht, sondern exponentiell. Das bedeutet, dass ein Einkaräter nicht doppelt so viel wie ein Halbkaräter, sondern ein Vielfaches davon kostet (bei ansonsten gleicher Qualität). Demzufolge ist der Preis eines großen Diamanten nicht nur aufgrund des höheren Gewichtes, sondern auch durch einen höheren Preis pro Karat, teurer.

Bei Diamanten gibt es “magische Schwellen“ bei denen es zu Preissprüngen kommt. Ein 1 Karat Diamant etwa kostet deutlich mehr als ein 0,95 Karat Diamant, obwohl der Unterschied in der Größe kaum sichtbar ist. So kann man teilweise bares Geld sparen, indem man einen Diamanten mit einem nur geringfügig geringeren Gewicht kauft.

Die Geschichte des Karat

Der Begriff Karat stammt vom griechischen Wort „Keration“ und der arabischen Bezeichnung „qirat“. Beide Ausdrücke bedeuten „Schote des Johannisbrotbaums“. Der Pflanzensamen wurde vor langer Zeit als Gewicht zum Wiegen von Gold und Edelsteinen genutzt. Es wurde lange Zeit angenommen, dass das Gewicht des Samens ungewöhnlich einheitlich sei. Forscher widerlegten diese Annahme.

Lesen Sie auch: Schlaganfall: Was Sie wissen müssen

Im Jahr 1907 wurde dann schließlich Karat als offizielles, metrisches Maß für Edelsteine festgelegt. Sechs Jahre später akzeptierten die USA das Maß und Europa und Großbritannien folgten ein Jahr darauf.

Zusammenhang zwischen Karat und den 4Cs

Der wahre Wert z.B. eines Diamanten misst der Fachmann anhand der 4cs (Englisch: carat, color, clarity und cut). Der Karat-Gehalt ist von diesen vieren der einzige unsichtbare, da er durch das Gewicht des Edelsteins bestimmt wird.

  • Reinheit (clarity): beschreibt die Sichtbarkeit vorkommender Einschlüsse im Edelstein.
  • Farbe (color): kann von weiß bis gelblich eingestuft werden und erhöht den Wert eines Diamanten je heller sie ist.
  • Schliff (cut): Die Eigenschaft des Schliffgrads bestimmt die Brillanz eines Steins.

Karat bei Gold

Das metrische Karat ist eine Gewichtseinheit zur Bestimmung von Edelsteinen (1 Kt = 0,2 g), wohingegen die Karat-Angabe bei Goldlegierungen den Feingehalt von Schmuckstücken definiert. Die Maßeinheit des metrischen Karats trägt in Deutschland die Abkürzung Kt (in Österreich und der Schweiz ist ct üblich).

Um den Gewichtsanteil reinen Goldes an der Gesamtmasse einer Legierung anzugeben, verwendet man ebenfalls den Begriff "Karat". Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt.

Karat-Werte und Goldanteile:

Legierung Karat Goldanteil
333 8 333/1000 = 33,3%
375 9 375/1000 = 37,5%
585 14 585/1000 = 58,5%
750 18 750/1000 = 75,0%
999,9, Feingold 24 999,9/1000 = 99,99%

Lesen Sie auch: Testbericht: Burg Wächter Karat MT 26 NE