CAPOEIRA ist die brasilianische Symbiose aus Spiel, Kampf, Tanz, Akrobatik und Musik. Verantwortlich für Capoeira ist Matthias Seifert.
Was ist Capoeira?
Diese Symbiose "geschieht" in der Roda - dem Kreis, in dem Capoeira gespielt wird - in der ein Capoeirista den anderen spielerisch mit List und Tücke vor ständig wechselnde Herausforderungen stellt, angefeuert durch Gesang und den Klang der typischen Instrumente.
Obwohl Capoeira eine afro-brasilianische Kampfkunst ist, wird die Interaktion als "Spiel" bezeichnet. Es geht nicht primär darum, den Mitspieler zu treffen oder gar zu verletzen, sondern ihn zum Ausweichen zu bringen. Ziel ist ein "Dialog der Körper".
Und auch, wenn man am Ende ziemlich k.o. ist, ist eine Roda doch wie ein "Energy-Mix" für Leib und Seele: wer Capoeira spielt, kann nicht zur gleichen Zeit an Arbeit und Sorgen denken.
Was lernt man im Capoeira Regional Kurs?
Im Kurs "Capoeira Regional" soll das Handwerkszeug für die Roda erlernt werden: die Ginga (der "Grundschritt"), Tritte, Ausweich- und Konterbewegungen, akrobatische Elemente, aber auch Gesang und das Spielen der Rhythmusinstrumente.
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Voraussetzungen und Ausrüstung
- Voraussetzungen: keine
- Leistungen: Kurs, Trainingsbetreuung
- Ausrüstung: T-Shirt + lange Sporthosen, wahlweise Sportschuhe
Capoeira-Meisterschaften
Capoeira-Meisterschaften sind eine noch relativ junge Erscheinung. Erst mit der Entwicklung und Verbreitung der Capoeira Regional ab den 1970er Jahren hielt der Wettkampfgedanke mehr und mehr Einzug. 1975 fand in Brasilien die erste Capoeira-Meisterschaft, 1982 die erste Weltmeisterschaft statt.
Heute haben Landes-, Europa- oder Weltmeisterschaften für viele Capoeiristas einen festen Platz im Capoeira-Jahr - aber längst nicht für alle.
Bei der Frage, ob man Capoeira überhaupt als Wettkampf betreiben "kann", gehen die Meinungen durchaus auseinander. Kritiker sagen, das Wettkampfkonzept passe nicht zum kulturellen Hintergrund der Capoeira; durch Wertungen und formalisierte Wettkampfregeln verliere das Spiel den Witz und die Vielfalt, die Roda werde monoton. In anderen Gruppen wie Muzenza oder ABADÁ gehören Wettkämpfe und Meisterschaften ganz natürlich dazu.
Dabei unterscheidet sich ein Capoeira-Wettkampf stark von Wettkämpfen in anderen (Vollkontakt-) Kampfsportarten. Das Besondere: Die Punkte werden nicht nur an den einzelnen Capoeirista oder pro "Treffer" vergeben. Wichtig ist das Spiel als Ganzes: Das bedeutet, dass ein Spieler nicht nur auf seine eigene Darbietung oder Überlegenheit bedacht sein darf, sondern sein Spiel dem anderen Capoeirista und dessen Fähigkeiten anpassen muss. Ziel ist es, das Potenzial eines jeden Spielers im Wettkampf zur Entfaltung zu bringen.
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Bewertet werden unter anderem das Zusammenspiel, die Technik und die Kreativität der Spieler. Auch das im Spiel manifeste Wissen um den kulturellen Hintergrund und die Tradition der Capoeira ist wichtig: Wer den Rhythmus und die Charakteristik der verschiedenen Spielarten nicht beachtet, erhält keine gute Punktzahl.
Capoeira-Meisterschaften werden in verschiedenen Kategorien ausgetragen. Je nach Kategorie absolvieren die Capoeiristas mehrere Spiele in verschiedenen Spielarten oder Rhythmen - zum Beispiel dem langsameren Benguela und dem rasanten São Bento - und sammeln dabei Punkte.
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