40 Karat Kreuz mit Holzsplitter: Echtheit und Rekordsumme bei "Bares für Rares"

Die ZDF-Antiquitäten-Show „Bares für Rares“ sorgte mit dem Verkauf eines heiligen Kreuzes für Aufsehen. Für unglaubliche 42.000 Euro wechselte es den Besitzer und rührte Händlerin Susanne Steiger fast zu Tränen. Es handelt sich um den höchsten Preis, der je bei „Bares für Rares“ erzielt wurde!

Der Gänsehautmoment der Sendung

Jura-Studentin Stephanie Huber und ihre Mutter, Krankenschwester Cosima Birk, sorgten in der Sonderausgabe „Bares für Rares“ im Schweriner Schloss für DEN Gänsehautmoment der Sendung. Sie präsentierten Moderator Horst Lichter einen mit Diamanten besetzten Kreuzanhänger. Expertin Heide Rezepa-Zabel erklärte, es handele sich um eine Pektorale, so bezeichnet man das Brustkreuz geistlicher Würdenträger, das um den Hals getragen wird.

Details des Kreuzes

Das Kreuz hat neben den Diamanten, die schon 40 Karat haben, ein Fenster aus Bergkristall und dahinter sind Holzsplitter zu erkennen. Laut Expertin könnte das Diamanten-Kreuz einem vermögenden Bischof gehört haben. In der Mitte ist ein Fenster aus Bergkristall eingesetzt, dahinter verbergen sich die heiligen Holzsplitter.

Echtheit der Reliquie

Rezepa-Zabel datierte das Kreuz auf das 17. Jahrhundert - und dann der Knaller: „Hinten im Kreuz ist ein unversehrtes Siegel, das die Schlüssel des Apostel Petrus trägt … und das Symbol des Papstes. Das Siegel weist auf die Kongregation des Papstes Clemens IX. hin - es versichert, dass es sich hier um echte Holzstücke aus dem Kreuz Jesu Christi handelt.“ Eine echte Reliquie! Der Italiener Giulio Rospigliosi war als Clemens IX. von 1667 bis 1669 Papst der katholischen Kirche - und bestätigte den Holzsplittern die Echtheit.

Es ging ein Raunen durch die Menge, Horst Lichter entgegnete fassungslos: „Heide, das ist ja eine Weltsensation! Das macht mich jetzt sehr, sehr ehrfürchtig. Sowas habe ich noch nie in meinem Leben sehen dürfen. Das ist ja wie ,Der Jäger des verlorenen Schatzes‘, aber mal in echt.“

Lesen Sie auch: Wissenswertes über Goldkarat

Als Rezepa-Zabel dann noch das Kreuz zwischen 60.000 und 80.000 Euro taxierte, krallten sich Studentin Stephanie und Mutter Cosima erstmal am Tisch fest, um nicht gleich umzufallen.

Die Herkunft des Kreuzes

Cosmia erzählte, dass die Tante ihrer Mutter es von einer alten Dame vermacht bekommen habe. Als Dank dafür, dass sie sie immer sonntags in die Kirche begleitete. Lichter schmunzelte: „Leute, bringt eure Omas öfter in die Kirche“ - und drückte den Kreuz-Besitzerinnen die Händlerkarte in die Hand.

Der Verkauf und die Reaktionen

Und natürlich sorgte das heilige Kreuz, das laut Expertise möglicherweise einem vermögenden Bischof gehörte, für staunende Händlergesichter. Händler Waldi zahlte Studentin Stephanie 80 Euro nur dafür, dass sie es mitgebracht hatte. Ernste Bieter waren Schmuckhändlerin Susanne Steiger und Antiquitätenhändler Wolfgang Pauritsch. Der Österreicher stieg gleich mit 10.000 Euro ein, doch am Ende machte Susanne den Deal. Für 42.000 Euro wechselte die christliche Reliquie den Besitzer. Händler Waldi umarmte die sichtlich gerührte Susanne, sie sagte: „Das ist das, wonach ein Händler sein Leben lang sucht. Die Nadel im Heuhaufen. Mir fehlen wirklich die Worte.“

Studentin Stephanie will bald heiraten - das kann jetzt ein rauschendes Fest werden …

Kritik und Unmut

Doch die Fans waren alles andere als begeistert. Unter dem Youtube-Video kochte die Stimmung hoch. „Ich bin immer noch fassungslos. So ein unglaubliches Stück Geschichte zu verramschen, unmöglich“, schreibt eine Zuschauerin. Viele finden: Das Kreuz hätte niemals unter Wert an Händler gehen dürfen. Ein Auktionshaus oder ein Museum wäre der richtige Platz gewesen. Ein anderer User bringt es noch drastischer auf den Punkt: „Ich bin traumatisiert von diesem Verkauf.“ Und wieder andere wittern Abzocke und fühlen sich an einschlägige RTL-Enthüllungsshows erinnert.

Lesen Sie auch: Schlaganfall: Was Sie wissen müssen

Was geschah mit dem Kreuz nach dem Verkauf?

Was hat Susanne Steiger mit dem Kreuz gemacht, das als das teuerste Verkaufsobjekt in die Geschichte von „Bares für Rares“ einging? „Ich beabsichtige viel mehr, das Kreuz als Leihgabe an ein Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit interessierte Menschen es sich ansehen können“, erzählte sie im Interview. Wo genau die Antiquität heute lagert, ist nicht klar. Das Kreuz befindet sich zumindest nicht in Susis zwei Schmuck-Läden, die der „Bares für Rares“-Star führt.

Erst vor ein paar Tagen postete sie auf Instagram ein Foto, das sie mit dem besonderen Schmuckstück in der Hand zeigt. „Die Geschichte des Reliquienkreuzes ist noch nicht zu Ende erzählt …“, schreibt sie dazu. „Ich forsche gerade zur Provenienz und versuche die Herkunft des Kreuzes zu lüften.“ Unter dem Begriff Provenienz fassen Antik- und Kunst-Experten die Geschichte eines Objektes zusammen - wo kommt es her, wer hatte es wann in seinem Besitz? Die Provenienz eines Werkes ist auch wichtig, um die Echtheit eines Objektes zu bewerten und zu belegen.

„Meine Faszination und Liebe zu diesem Stück ist ungebrochen und ich freue mich auf den Tag, an dem ich meine Arbeit mit euch teilen kann“, stellt Steiger schon jetzt klar. „Hoffentlich wird das Kreuz final dort ausgestellt, wohin es historisch gehört.“ Wo das sein wird, verrät sie allerdings noch nicht. Fans von „Bares für Rares“ dürfen also gespannt sein, ob, wann und wo man das besondere Kreuz in der Zukunft wird bestaunen können.

Die teuersten Verkäufe bei "Bares für Rares"

Das heilige Diamantkreuz ist der absolute Spitzenreiter der Show. Hier eine Übersicht der Top 7:

  1. Platz 1: Das heilige Diamantkreuz: 42.000 Euro
  2. Platz 2: Königliche Teller: 36.000 Euro
  3. Platz 3: Der Borgward Isabella: 35.000 Euro
  4. Platz 4: Expressionistische Kunst: 30.500 Euro
  5. Platz 5: Russisches Trinkgefäß: 29.000 Euro
  6. Platz 6: Historische Goldmünze: 25.000 Euro
  7. Platz 7: Der Santa Maria Diamant: 21.000 Euro

Susanne Steiger dürfte dagegen das Geschäft ihres Lebens gemacht haben. Nach dem Erwerb des wertvollen Reliquienkreuzes will die Käuferin es als Leihgabe einem Museum zur Verfügung stellen. „Es haben sich schon so viele Menschen bei mir gemeldet, die das Kreuz gerne ansehen wollten, dass ich es der Öffentlichkeit zugänglich machen möchte“, sagte Steiger aus Bornheim bei Köln der Deutschen Presse-Agentur.

Lesen Sie auch: Testbericht: Burg Wächter Karat MT 26 NE