Judo ist eine japanische Kampfsportart, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Kanò Jigorò (1860-1938) begründet wurde. Die Wurzeln des Judo reichen jedoch bis in die Nara-Zeit (710-784) zurück. Wörtlich übersetzt bedeutet Judo "sanfter Weg" und basiert im Wesentlichen auf zwei philosophischen Grundprinzipien: Das gegenseitige Helfen und Verstehen mit dem Ziel des beidseitigen Fortschritts, sowie der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist.
Ziel ist es, diese Prinzipien wie eine Art Grundhaltung zu verinnerlichen und auf der Judomatte (jap. Tatami) bewusst in jeder Bewegung zum Ausdruck zu bringen. Ein Judoka (Sportler im Judo) agiert im Übungskampf unter seinen Primärzielen, mit einem Minimum an Kraftaufwand die maximale Wirkung zu erreichen, sowie dem „Siegen durch Nachgeben“.
Traditionell tragen Judoka im Dojo (Trainingshalle) eine knöchellange weiße Baumwollhose und darüber eine halblange weiße Jacke, die durch einen farbigen Gürtel (Obi) zusammengehalten wird. Diese Bekleidung wird auch als Judo-Gi bezeichnet. An der Gürtelfarbe kann man den Ausbildungsstand eines Judoka erkennen. Es gibt die Schülergrade (Kyu) und Meistergrade (Dan). Jeder Anfänger beginnt mit einem weißen Gürtel und kann dann durch Prüfung den nächsthöheren Grad erlangen. Der Prüfling demonstriert dabei Fallübungen, Stand- und Bodentechniken, die nach Höhe der Graduierung immer schwieriger werden.
Ab wann können Kinder mit Judo beginnen?
Viele Vereine bieten Kurse bereits für Kinder ab 3 oder ab 4 Jahren an. Üblicherweise beginnen Kinder nicht vor dem 5. Lebensjahr mit dem Training. Es gibt allerdings auch Vereine, die Kindern einen früheren Einstieg ermöglichen. Generell schadet es jedoch nicht, ein oder zwei Jahre mit dem Training zu warten, da die Koordination stimmen muss, damit die Übungen nicht zu schwierig sind.
Einige Eltern fragen sich, wie sinnvoll Judo in so jungen Jahren ist, da manche Vereine erst Kinder ab 7 Jahren aufnehmen. Letztendlich hängt es bei so kleinen Kindern mit fast allen Sportarten davon ab, wie das Training aufgemacht ist und wie es an den natürlichen Bewegungsdrang und den Entwicklungsstand in dem entsprechenden Alter angepasst ist, ob ein früher Einstieg schon Sinn macht.
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Außerdem steht und fällt jedes gute Training mit dem Trainer. Daher ist es ratsam, einfach mal zu schauen, ob es dem Kind und den Eltern gefällt. Es hängt ja auch vom Kind ab. Generell ist Sport, egal welcher, wenn er altersgerecht aufgebaut ist, immer förderlich.
Was spricht für einen frühen Start mit Judo?
Auch im Kindesalter kann Judo erlernt werden - jedoch ist es bei Eltern oft umstritten, ob eine Kampfsportart für Kinder geeignet ist. Die Sportart Judo jedoch nur als Kampfsportart zu sehen, wäre jedoch kurz gegriffen. Kampfsport bzw. Judo hat eine Reihe von positiven Begleiteffekte, die Kinder in der Persönlichkeitsentwicklung, Schule etc. fördern können.
Beim Judo für Kinder geht es um wesentlich mehr als um das reine Techniktraining. Grundsätzlich ist jede Art der Bewegung für Kinder erst einmal förderlich. Judo für Kinder hilft dabei, den Körper umfassend zu kräftigen. Das Training fördert den Muskelaufbau in nahezu sämtlichen Körperregionen. Durch wechselseitige Würfe und Hebeltechniken wird auch eine einseitige körperliche Belastung vermieden. Judo für Kinder erfordert eine gute Körperkoordination sowie ein exzellentes Balancegefühl.
Weitere Vorteile von Judo für Kinder:
- Körperliche Entwicklung: Judo hilft dabei, den Körper umfassend zu trainieren. Kraft, Beweglichkeit und Koordination werden gefördert.
- Soziale Kompetenzen: Im Umgang mit der Gruppe erlernen Kinder die Fähigkeit, sich in Gruppen zurechtzufinden und gegenüber dem Trainer bzw. Anderen zu behaupten.
- Respekt und Disziplin: In der Sportschule oder dem Verein geht es um gegenseitigen Respekt. All diese Fähigkeiten sind nicht nur während des Trainings sinnvoll, sondern helfen Kindern auch im Alltag und in der Schule.
- Selbstbewusstsein: Judo kann Kindern helfen, selbstbewusster zu werden und sicherer aufzutreten.
Ein guter Trainer leistet einen wertvollen Beitrag in der Kindesentwicklung. Ein wichtiger Teil des Kampfsporttrainings besteht in der Partnerarbeit.
Worauf sollte man bei Judo für 3-Jährige achten?
Wenn eine Kampfsportart, dann eine ohne Striking (Schlagen, Treten). Was für Kinder sehr beliebt ist, ist Judo. Jedoch sollte man beachten, wenn er so früh zum z.B. Judo geschickt wird, dann verliert er vlt., aber auch nur vlt. Geh mit ihm zum Karate oder Judo, da dort die Chance am größten ist, dass es Kindertraining gibt.
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Es steht und fällt mit dem Training. Haptische KK ziehen Kinder den schlagenden und/oder tretenden vor. Natürlich ist auch hier die Ausnahme die Regel.
Ein wichtiges und uns sehr am Herzen liegendes Thema wird mit in das Training eingebaut. Wie sollte sich ein Kind verhalten, wenn es z. B. gemobbt wird?
Mögliche Herausforderungen:
- Konzentration: Kleinkinder haben oft eine kurze Aufmerksamkeitsspanne.
- Fremdeln: Es ist möglich, dass ein Kind zunächst Schwierigkeiten hat, sich in einer fremden Umgebung ohne die Eltern zu bewegen.
- Überforderung: Es ist wichtig, dass das Training altersgerecht gestaltet ist und die Kinder nicht überfordert werden.
Beispiel für eine Trainingsstunde (Bären-Judo):
Das Bären-Judo basiert auf dem Konzept „Judo spielend lernen“ und ist vom Deutschen Judo Bund entwickelt worden. Ihr Kind lernt, um Unfallverletzungen vorzubeugen, richtig zu fallen, auch die Motorik wird geschult. Spaß am Sport wird vermittelt, im besonderen Maße werden die Körperkräfte kennen gelernt, da auch regelgerechtes „Raufen“ geübt wird und ganz nebenbei wird der soziale Umgang mit anderen Kindern geschult.
Die Fallschule machen wir immer am Froschteich - alle Frösche sitzen ums "Rote" herum, quaken ganz laut und fallen dann rückwärts. Zum Seitwärtsfallen muss ein Fuß auf Rote, ein Fuß aufs Grüne, dann drehen sich alle Kinder automatisch und es gibt keine Zusammenstöße. Der "Frosch-Zirkustrick" ist eine der leichtesten Übungen für unsere Kiddies: beide Knie an einem Ohr vorbei und schon sitzt man wieder!
Ansonsten lieben es Kinder in dem Alter, wenn sich nicht ständig alles ändert, sondern bestimmte Abläufe immer wieder kommen und bekannt sind. Ab und zu was Neues ist OK - aber bloß, weil uns Erwachsenen das Ganze langsam zum Hals rauskommt, muss es den Kindern noch lange nicht langweilig sein.
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Was kostet Judo für Kinder?
Viele Vereine sind mit Kosten von 60 bis 200 Euro im Jahr relativ günstig. Darüber hinaus bieten auch diverse Kampfsportschulen Judounterricht an oder es gibt kurzzeitige Kurse, bei denen Kinder die Grundlagen des Judos kennenlernen können.
Benötigte Ausrüstung
Um beim Kindertraining mitmachen zu können, benötigen Kindern einen Anzug. Dieser ist sehr fest, um beim Greifen und Ziehen nicht zu reißen. Achten Sie bei der Anschaffung vor allem darauf, dass dieser sich für den Judosport eignet.
Beispiele für Judoanzüge für Kinder:
| Produkt | Beschreibung |
|---|---|
| IPPONGEAR Anzug | Idealer Judoanzug für Kinder - Einsteigermodell bereits mit hochwertiger Reiskornwebung und 190gr/m² Stoffdichte. Der Schnitt sowie das Material wurde speziell für Einsteiger im Kindesalter entwickelt, um den Kindern Spaß an Bewegung zu garantieren ohne sie einzuschränken. |
| KWON CLUBLINE Judoanzug Randori | Der KWON CLUBLINE Judoanzug in mittelschwerer Ausführung ist weiß gebleicht und einfach gewebt. Die Jacke und Hose sind bei dem KWON CLUBLINE Judoanzug Randori mehrfach vernäht, eine zusätzliche Verstärkung befindet sich an den Schultern, im Brustbereich und den Knien. |
Fazit
Ob Judo für ein 3-jähriges Kind geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der individuellen Entwicklung des Kindes, der Qualität des Trainings und den Erwartungen der Eltern. Es ist ratsam, verschiedene Angebote zu vergleichen, Probestunden zu besuchen und sich von erfahrenen Trainern beraten zu lassen.
