Im Karate werden die Schülergrade, die so genannten Kyū, und die Meisterschüler bzw. Meistergrade, die so genannten Dan, unterschieden. Jeder dieser Stufen wird eine Gürtelfarbe zugeordnet. Generell gilt aber, dass ein weißer Gürtel die unterste Klasse darstellt. Je höher die Klasse ist, desto dunkler wird in der Regel der Gürtel - bis hin zum schwarzen Gürtel, dem Meistergrad (japanisch: Dan). Die Meistergrade sind unterteilt in 1. bis 10. Dan.
Kōdōkan Judo hat dieses System im 19. Jahrhundert erstmalig verwendet. Vorher gab es kein Graduierungssystem nach Gürtelfarben in den Kampfkünsten aus Okinawa und Japan.
Im Deutschen Karate Verband existieren 9 Kyū- und 10 Dan-Grade.
Die Teilnahme an Prüfungen ist freiwillig, fördert aber die Motivation und Weiterentwicklung eines Karateka.
Folgende Auflistung gilt für den Deutschen Karate-Dachverband und nur für die Karatestile Shotokan, Goyu Ryu und Wado Ryu:
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- 9. Kyū (weiß)
- 8. Kyū (gelb)
- 7. Kyū (orange)
- 6. Kyū (grün)
- 5.-4. Kyū (blau)
- 3.-1. Kyū (braun)
- 1.- 9. Dan (schwarz)
- 10. Dan
Für Kinder bis zum 14. Lebensjahr können nach dem Gelbgurt Zwischenprüfungen durchgeführt werden, für die es Gürtel mit einem farbigen Streifen gibt (z.B.
Die Vorbereitungszeit ist individuell, aber für Kyu unter 14 Jahren wird in der Regel eine Mindestvorbereitungszeit von 5 Monaten mit 2 Trainings pro Woche angesetzt, ab 14 Jahren mindestens 3 Monate mit 2 Trainings pro Woche.
Zur Prüfung muss der Karatepass mit gültiger Jahresmarke mitgebracht werden!
Kosten: 13 Euro für Prüfungsmarke, Urkunde und Eintragung beim Dachverband (extern ggf. zzgl.
Das Mindestalter für den 1. Dan liegt bei 16 Jahren, für den 2.
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Die Vorbereitungszeit darf jedoch um 7 Tage unterschritten werden.
Diese sind zwei Jahre gültig, kosten 20 Euro und finden mehrmals im Jahr statt, z.B.
Bei Bestehen bekommt ihr eine Urkunde im DIN A3 Format ausgehändigt.
Unter anderem sind Shotokan und stiloffenes Karate (SOK) zwei Stilrichtungen im DKV, über die Shotokan-basiertes Karate geprüft werden kann. Kihon und traditionelles 5/3/1-Schritt Kumite sind vorgegeben.
Ab Gelbgurt muss eine vorgegebene Kata gezeigt werden.
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Ab Grüngurt müssen alle vorherigen Katas beherrscht werden.
Ab 1. Kyu wird eine Prüfungskata aus einer vorgegebenen Menge gewählt.
Ab Grüngurt werden Bunkai zur aktuellen Kata und Selbstverteidigung aus dem Kihon-Programm geprüft.
Die Bedeutung der einzelnen Kyu-Grade
9. Kyu (Weiß)
Hier beginnt das Lernen. Das Weiß steht für Reinheit und Klarheit. Geschwindigkeit und Kraft sind erst einmal nebensächlich. Wichtiger ist eine korrekte Ausführung der Techniken.
Der Lehrer sieht den Schüler nicht.
Der Schnee liegt auf der Landschaft.
8. Kyu (Gelb)
Die Bewegungsabläufe in den Grundtechniken sind nun flüssiger.
Der Schnee schmilzt.
Die harte, gefrorene Erde leuchtet gelb.
ob der Schüler fruchtbar ist.
7. Kyu (Orange)
Orange steht hier für das Feuer und die Wärme der Sonne.
Die fruchtbare Erde leuchtet in der roten Abendsonne.
lehrer sieht noch keine Frucht.
6. Kyu (Grün)
Der Schüler kann schon viel differenzierter und vielseitiger agieren.
Ein Pfänzlein kommt?
Der Lehrer sieht, der Schüler versteht.
Die Grundtechniken werden vom Karateka korrekt angewendet.
5. und 4. Kyu (Blau)
"Die Pflanze wächst zum blauen Himmel", heißt es in Japan über diese farbliche Kennzeichnung der Schülerklasse im Karate.
Der Lehrer sieht das Leben seines Samens.
3. bis 1. Kyu (Braun)
Die letzten drei Schülergrade, in denen die Farbe Braun aus dem Japanischen übersetzt bedeutet: "Der Baum hat eine starke Rinde.
Diese letzte Farbstufe ist die komplexeste Stufe.
schaffen die bis hier gelernten Techniken zu verstehen.
1. bis 10. Dan (Schwarz)
Der erste Meistergrad. Hier hat das Lernen allerdings noch kein Ende gefunden, denn es gibt noch neun weitere und höherrangige Meistergrade, die durch den schwarzen Gürtel symbolisiert werden. Der höchste Meistergrad ist der 10. Dan, dessen Träger auch an einem rot-weißen Gürtel zu erkennen sein können. Das kann je nach Stilrichtung verschieden sein. Bis dorthin ist es ein sehr langer Weg und nur sehr wenige Menschen haben den 10. Dan im Karate zu Lebzeiten erreicht. Es heißt auch, dass dieser Grad posthum, also nach dem Tod des Karateka, ehrenhalber verliehen werden kann, um die Leistung und das Wirken des Meisters zu würdigen.
Der 1928 in Tokio geborene Hidetaka Nishiyama absolvierte seine Prüfung zum 10. Dan im Jahr 2003, also im Alter von 75 Jahren. Mit 15 Jahren hat er begonnen, Karate zu lernen. Er brauchte also 60 Jahre, um vermeintlich das Ziel im Karate Do (Der Weg der leeren Hand) zu erreichen. Vermeintlich heißt hier, dass man nie vergessen darf, dass besonders im Karate immer der Weg das Ziel ist und ein 10. Dan wird nicht bedeuten, dass dessen Träger perfekt ist und nichts mehr hinzulernen kann.
