18 Karat Gold: Zusammensetzung, Eigenschaften und Verwendungen

Gold hat eine magische Anziehungskraft und gilt seit Jahrhunderten als Symbol für Luxus und Beständigkeit. Doch wer sich auf die Suche nach dem perfekten Schmuckstück begibt, stößt schnell auf Begriffe wie 375, 585, 750 oder 916. Aber was bedeuten diese Zahlen eigentlich?

Was ist eine Goldlegierung?

Bei einer Goldlegierung handelt es sich um Gold, dem mindestens ein weiteres Element beigemengt ist. Ausgedrückt wird der Goldanteil in Tausendteilen vom Gewicht. Eine ältere Kennzeichnung ist die Angabe in Karat, welche im Schmuckbereich noch gebräuchlich ist. Hiervon abzugrenzen sind Goldimitate. Diese enthalten entweder gar kein Gold oder der Anteil ist schwindend gering. Im letzteren Fall spricht man dann von einer Vergoldung.

Vollkommen reines Gold gibt es nur in der Theorie. Auch bei der Goldförderung liegt Gold nur als mehr oder weniger gehaltvolles Erz vor. Streng genommen ist daher jedes uns bekannte Gold eine Legierung. In der Praxis gilt bereits 999,9 Gold als reines Gold. Diese Legierung ist daher sehr verbreitet bei Anlagegold. Viele bekannte Goldmünzen und fast alle gängigen Goldbarren besitzen diese Feinheit. Für viele Anleger ist dieses auch four nine fine genannte Gold deshalb die beste Goldlegierung.

Reines Gold ist aber sehr weich. Die Herstellung einer Goldlegierung erfolgt durch Schmelzen. Was die Zusammensetzung betrifft, so lassen sich viele Elementen zu einer Goldlegierung schmelzen. Von Umlegieren spricht man, wenn ein Goldschmied bei einer bereits bestehenden Legierung den Anteil an Feingold erhöht oder verringert.

Karat als Maßeinheit

Karat (abgekürzt als „K“ oder „kt“) ist eine Maßeinheit, die den Anteil von reinem Gold in einer Goldlegierung angibt. Karat wird häufig verwendet, um den Goldgehalt in Schmuck, Münzen und anderen Goldgegenständen zu messen und zu kennzeichnen. Ein Karat entspricht einem Zwanzigstel (1/20) des Gesamtgewichts der Goldlegierung. Mit anderen Worten, wenn Sie von einem 24-Karat-Gold sprechen, bedeutet dies, dass das Gold zu 100 Prozent rein ist, da 24/24 Karat reinem Gold entsprechen.

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Da reines Feingold für die Schmuckverarbeitung zu weich ist, fügt man normalerweise Legierungspartner wie Silber oder Kupfer hinzu. Karat gibt an, wie viel reines Gold in einer solchen Goldlegierung vorhanden ist.

  • 24 Karat Gold ist das feinste Gold und besteht aus 99.9% Gold.
  • 22 Karat Gold besteht aus etwa 91.6% Gold. Es ist ebenfalls sehr weich und weniger für Schmuck mit gefassten Steinen geeignet.
  • 18 Karat Gold hat einen Feingoldgehalt von 75% und hat einen schönen, warmen Glanz.
  • 14 Karat Gold besteht etwa zu 58.5% aus Gold und hat einen warmen gelben Ton.
  • 8 Karat Gold hat einen Gehalt von 33.3% Feingold und eine hellgelbe Färbung. Es ist die günstigste Goldvariante, außerdem macht es die Legierung mit anderen Metallen härter und widerstandsfähiger als andere Goldarten.

Lass uns die verschiedenen Goldlegierungen genauer ansehen:

  • 375er Gold: Auch als 9 Karat Gold bekannt, besteht zu 37,5% aus reinem Gold.
  • 585er Gold: Der Klassiker, auch als 14 Karat Gold bekannt, besteht zu 58,5% aus reinem Gold.
  • 750er Gold: Auch als 18 Karat Gold bekannt, besteht zu 75% aus reinem Gold.
  • 916er Gold: Entspricht 22 Karat und besteht zu etwa 91,6% aus reinem Gold.

Die Punzierung

Die Punzierung - oder auch „Punze“ - in der Goldlegierung bezieht sich auf das Anbringen von Stempeln oder Markierungen auf Goldschmuck oder Goldmünzen, um Informationen über die Goldlegierung und andere wichtige Details zu kennzeichnen. Diese Markierungen sind entscheidend, um die Echtheit und Qualität des Goldes zu überprüfen und sicherzustellen. Die Anforderungen an die Punzierung könenn sich je anch Land und Region unterscheiden. Dazu wird ein Schlagstempel oder ein sog. Punziereisen verwendet. Bei Schmuckstücken wird die Punzierung meist an einer unauffälligen Stelle in Form von Nummern angebracht. Die Zahlen stellen dabei den Anteil an Edelmetallen dar - also den Feigehalt. Dieser Stemple wird auch als Feingehaltsstempel bezeichnet. Ebenso können auch andere Information in dieser Punzierung enthalten sein.

Farbgoldlegierungen

Farbgoldlegierungen sind Goldlegierungen, die speziell entwickelt wurden, um verschiedene Farbtöne im Vergleich zum traditionellen Gelbgold zu erzielen. Diese Legierungen werden in der Schmuckherstellung verwendet, um eine breite Palette von ästhetischen Optionen für Juweliere und Schmuckdesigner zu bieten.

  • Weißgold: Eine Goldlegierung, die einen silbrigen Farbton hat. Um dies zu erreichen, wird Gold mit Metallen wie Nickel, Palladium oder Platin in eingemischt. In einigen Fällen kann auch Zink oder Silber verwendet werden, um den Farbton leicht anzupassen.
  • Roségold: Die feminine Erscheinungsform des Goldes im rosafarbenen Mantel hat einen kennzeichnenden warmen Glanz, der durch Verschmelzung von Kupfer und Gold zustande kommt. Der rosafarbene Farbton von Roségold variiert je nach Kupfergehalt und kann von einem zarten Rosa bis zu einem tiefen Rot reichen.
  • Gelbgold: Seine gelbe Farbe reflektiert den reichhaltigen Goldgehalt und eignet sich hervorragend, um Schmuckstücke wie Ringe, Halsketten, Ohrringe oder Armbänder herzustellen. Um den charakteristischen gelben Farbton zu erzielen, werden in der Regel Silber und Kupfer in die Legierung eingemischt.
  • Grüngold oder Blaugold: Wird gelegentlich für Schmuck verwendet, insbesondere für individuelle und avantgardistische Designs. Es verleiht Schmuckstücken einen einzigartigen und auffälligen Farbton. Für den charakteristischen Grün- oder Blaufarbton werden üblicherweise Kupfer, Silber, Cadmium, Kobalt in speziellen Proportionen hinzugefügt.

Weitere Goldlegierungen und ihre Verwendung

Neben diesen recht gängigen Goldlegierungen gibt es noch eine Reihe weiterer Farblegierungen, welche zum Teil in recht aufwändigen Prozessen gewonnen werden. Beispielsweise wird bei Schwarzgold eine Glavanisierung mit Rhodium durchgeführt. Lilafarbendes Gold wird durch eine Gold-Aluminium Verbindung erreicht, wobei der Goldgehalt an die 80% liegt, sodass es sich um eine 18 karätige Legierung handelt. Eine sehr interessante Farbgebung stellt auch das Schokoladen-Gold dar, welches mit Hilfe von Oxidation entsteht.

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Gold in Verbindung mit Kupfer sorgt für einen rötlichen Ton, welcher gerne bei Gehäusen von Uhren verwendet wird. Grüngold hingegen besteht aus einer Mischung aus Gold und Silber. Zusätzlich kann es je nach Legierung der Fall sein, dass noch Kadmium zur Legierung hinzugefügt wird, um den grünen Farbton noch weiter variieren zu können.

Tabelle verschiedener Goldlegierungen und ihre Feinheit

Goldlegierung Feinheit (Tausendteile) Beispiele
895er Gold 895 Historische Goldmünzen
Feinheit 900 900 Diverse Goldmünzen wie etwa die Goldmünze Tscherwonetz
Feinheit 916,667 916,667 Diverse Goldmünzen, wie etwa der Krügerrand
Feinheit 965 965 Auch “Thaigold” genannt
Feinheit 986 986 Manche Goldmünzen wie etwa Kaiser Franz Joseph Dukaten aus Österreich
Feinheit 995 995 Mindestgehalt für Goldbarren
Feinheit 999 999 Manche Goldmünzen wie z.B. China Panda
Feinheit 999,9 999,9 Gängig für viele Anlagegold-Produkte, also Goldmünzen und Goldbarren

Schlussfolgerung

Egal, ob du dich für 375er, 585er, 750er oder 916er Gold entscheidest - jede Legierung hat ihre ganz eigene Schönheit und Besonderheit. Während 375er Gold ideal für den trendbewussten Alltagslook ist, bringen 750er und 916er Gold das ultimative Gefühl von Luxus und Wertigkeit mit sich. Die Wahl der Goldlegierung hängt also ganz davon ab, was du suchst: einen widerstandsfähigen Begleiter für den Alltag, ein funkelndes Geschenk oder ein luxuriöses Erbstück.

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