Viele Eltern sind erfreut, wenn ihr Kind ein Musikinstrument lernen, einen Malkurs besuchen oder eine neue Sprache erwerben möchte. Die gezielte Förderung der Stärken ihrer Kinder und eine gute Grundbildung haben bei vielen Eltern berechtigterweise einen hohen Stellenwert. Äußert ein Kind jedoch den Wunsch, eine Kampfsportart zu erlernen, reagieren manche Eltern skeptisch. Gerade wer sich noch nie mit Kampfsport auseinandergesetzt hat, assoziiert damit schnell negative Begriffe wie Gewalt, Verletzung, Aggression - zu Unrecht.
Viele Kampfsportarten sind gut geeignet für Kinder. Die traditionellen asiatischen Kampfkünste bauen alle auf einer Philosophie auf. Es geht nicht nur ums Kämpfen, sondern vor allem auch darum, Tugenden zu entwickeln.
Welche Kampfsportarten sind für Kinder geeignet?
Grundsätzlich würde ich Boxen, Kickboxen, Thai Boxen, Mixed Martial Arts (MMA) oder Krav Maga nicht empfehlen, denn sie bergen eine gewisse körperliche Verletzungsgefahr. Bei Kindern, die sich noch im Wachstum befinden, kann ein falsches Training Schäden anrichten. Man sollte sich online aber auch vor Ort ein Bild machen von der Philosophie und dem zwischenmenschlichen Umgang in der Schule.
Wenn man ein Probetraining besucht, sieht man schnell, ob eine Lehrperson den Umgang respektvoll gestaltet. Wenn eine Kampfsportschule der Tradition der Disziplinen Beachtung schenkt und versucht, auch die dahinter stehende Philosophie im Unterricht zu vermitteln, ist das sicher ein Qualitätsmerkmal.
Die Vorteile von Taekwondo für Kinder
Kinder werden durch das Ausüben einer Kampfkunst nicht nur körperlich kräftiger, sondern auch mental stärker. Gerade in der heutigen Zeit, in der auf den Kindern ein starker Druck lastet, wo ihnen durch digitale Medien suggeriert wird, sie müssten irgendwelchen Idealvorstellungen entsprechen, passiert es schnell, dass man sich selbst aus den Augen verliert. Traditionelle Kampfkünste sind ein Weg, um zu sich selbst zurückzukehren.
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Es geht hier nicht um andere, nicht ums Gewinnen oder Verlieren. Man beschäftigt sich mit sich selbst. Es geht darum, sich selbst weiterzuentwickeln. Gerade ängstliche Kinder oder Kinder mit einem schwachen Selbstvertrauen erleben durch die Kampfkunst eine Selbstwirksamkeit und entwickeln Respekt gegenüber sich selbst.
Kampfkunst sorgt für eine natürliche Balance. Sie enthält viele Elemente, die Entspannung und Konzentration fördern. Atemübungen beispielsweise.
Da kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Ich bin seit über 20 Jahren in der Kampfsportschule Aarau. Ich habe im Jugendalter angefangen und in dieser ganzen Zeit nie eine Verletzung erlebt. Man geht die Übungen mit grossem Bewusstsein an und wendet gefährliche Schläge nie zum Spass an. Ich würde behaupten, beim Fussball verletzen sich deutlich mehr Menschen.
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