Der erste Kontakt mit dem Ring
In einer Fabrikhalle in Hessdorf bei Nürnberg, der "The Wright Stuff - Pro Wrestling School", krabbelte unser Redakteur auf allen Vieren in einem Ring. Schwindel und Übelkeit machten sich breit, obwohl das Training erst 20 Minuten zuvor begonnen hatte. Die Stimme des Trainers forderte: "Fixier' einen Punkt, fixier' einen Punkt!"
Die Faszination des Wrestling
Mitte der 90er Jahre erlebte Wrestling in Deutschland einen Boom. Stars wie Bret Hart, Hulk Hogan oder der Undertaker sind noch heute bekannt. Auch unser Redakteur schaut es sich gelegentlich im Fernsehen an, trotz spöttischer Blicke. Viele halten Wrestling für reine Show, doch Alex Wright, der erste deutsche Wrestler, der sich in den USA etablierte, betont, dass die Medienberichterstattung dem Sport oft Unrecht tut. Zusammen mit seinem Vater führt er die grösste Wrestling-Schule Deutschlands und bietet die ideale Gelegenheit, den Sport selbst auszuprobieren.
Die ersten Schritte im Ring
Vor dem eigentlichen Training testet Alex, ob der Redakteur der Belastung standhalten kann. Mehrere Runden um den Ring stehen auf dem Programm. Nach zehn Minuten Joggen folgen Kniehebeläufe. Bereits nach 30 Sekunden brennen die Oberschenkel und der Puls rast. Alex feuert an: "Komm, 20 Sekunden noch, du schaffst das!"
Anschliessend folgt die überraschende Information: "Übrigens, falls du dich später übergeben musst, da hinten durch die Tür ist die Toilette." Alex erklärt, dass dies oft bei Anfängern vorkommt, die sich überschätzen. An der Wand steht ein Sarg - für "Casket Matches", eine spezielle Match-Art beim Wrestling.
Die Risiken und Realitäten des Wrestling
Alex' eigene Verletzungsgeschichte zeigt, wie gefährlich Wrestling sein kann. Während seiner Zeit bei der WCW erlitt er mehrere Gehirnerschütterungen und 1997 eine schwere Kopfverletzung, die ihn fast blind machte. Trotzdem kämpfte er weiter, da er seinen Platz in der Firma verteidigen musste. Diese Erfahrung macht deutlich: Wrestling ist Hochleistungs-Sport. Die Kämpfe sind zwar abgesprochen, aber die Verletzungsgefahr ist gross. Wrestler lernen, Risiken zu minimieren, doch Würfe und Schläge tun dennoch weh. "Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an die Schmerzen", sagt Alex.
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Die Grundlagen: Fallen und Abrollen
Im Ring warten Alex, der NEW-Champion Adrian Severe und zwei weitere Schüler. Zuerst zeigen sie dem Redakteur, wie man richtig fällt und sich abrollt. Sicherheit hat Priorität.
Danach geht es an die Standard-Moves: Whip-In, Bodyslam, Elbow Drop. Besonders der Elbow Drop bleibt in Erinnerung. Alex springt mit vollem Gewicht auf die Brust des Redakteurs, der kurz die Luft verliert. "Das waren doch nur fünf Prozent", lacht Alex. Auch der Redakteur darf Elbow Drops austeilen, wenn auch eher harmlos.
Die Härte der Schläge
Zum Abschluss gibt es noch ein paar Chops auf die Brust. Der Schlag klatscht laut und die Stelle brennt. Drei Tage später wird sich die Brust blau-gelb verfärben.
Das Urteil des Trainers
Nach dem Training fragt der Redakteur nach seinen grössten Schwächen. Alex lacht zunächst, wird dann aber ernst: Er sieht Talent, Leidenschaft und Motivation. "Du hast die Leidenschaft, die Motivation, den Funken im Auge. Das ist etwas Wichtiges", sagt Alex. Er müsse nur öfter kommen.
Der Muskelkater am nächsten Morgen
Am nächsten Morgen plagt den Redakteur Muskelkater. Arme und Beine fühlen sich schwer an, die Brust ist knallrot. Trotzdem glaubt er, dass es nicht sein letztes Mal im Ring war.
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Andere Kampfsportarten
Grappling und Submission Wrestling sind effektive Kampfsportarten, die sich auf den Bodenkampf und die Kontrolle des Gegners konzentrieren. Diese Disziplinen kombinieren Techniken aus Ringen, Jiu-Jitsu und anderen Kampfkünsten, um den Gegner durch Hebel, Würgegriffe und Kontrolle zur Aufgabe zu zwingen. Du wirst lernen, dich aus jeder Situation heraus zu befreien, egal ob du auf dem Rücken liegst oder in einem Würgegriff gefangen bist.
Vorteile von Grappling und Submission Wrestling
- Technische Präzision: Du wirst lernen, wie du deinen Gegner auf dem Boden kontrollierst und ihn mit präzisen Hebeln oder Würgegriffen zur Aufgabe zwingst.
- Bodenkampf-Strategie: Während der Fokus auf dem Bodenkampf liegt, wird auch deine Standtechnik nicht vernachlässigt.
- Kondition und Ausdauer: Grappling und Submission Wrestling sind anspruchsvolle Sportarten, die deine Ausdauer und Kraft herausfordern.
- Mentale Stärke und Disziplin: Ähnlich wie bei anderen Kampfsportarten wirst du durch Grappling und Submission Wrestling deine mentale Stärke entwickeln.
Grappling und Submission Wrestling sind perfekte Sportarten, um deine Kämpferfähigkeiten zu erweitern und dich auf allen Ebenen zu verbessern.
Einblicke in die Wrestling Academy Rorbas
Rorbas, ein unscheinbares Dorf in der Nähe von Zürich, ist eine Wrestling-Hochburg. Hier befindet sich die Wrestling Academy Rorbas (WAR), die einzige Wrestling-Schule der Deutschschweiz. Fünfzehn Männer und Frauen trainieren regelmässig hier. Die Shows der Academy ziehen bis zu hundert Zuschauer an.
Wrestling ist eine Showkampf-Sportart, bei der es nicht primär ums Gewinnen geht, sondern darum, das Publikum zu unterhalten. Einer der Wrestler verkörpert das Gute (Face), der andere das Böse (Heel). Selbstbewusstes Auftreten und schauspielerisches Können sind ebenso wichtig wie Fitness und Technik.
Das Training in Rorbas
Am Montag trainieren in Rorbas jeweils die Anfänger. Zuerst steht ein Postenlauf auf dem Programm, gefolgt von Rumpfbeugen im Wrestling-Ring. Thomas Heri, Gründer der Wrestling-Schule, leitet das Training. Er selbst ist seit 21 Jahren im Wrestling aktiv und sein Charakter Marshal T ist ein Polizist.
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Heri legt grossen Wert auf Technik und Koordination, um Verletzungen vorzubeugen. Richtiges Fallen ist essenziell. Die Wrestler springen auf den Ringboden und lernen, wie man sicher landet. Es folgen Rollen in hoher Kadenz.
Sanja Baur, die einzige Frau in der Halle, wird wie alle anderen behandelt. Hier wird kein Unterschied zwischen Frauen und Männern gemacht.
Die Show und die Storyline
Bei Wrestling-Shows ist vorher klar, wer gewinnt und wer verliert. Alles ist abgesprochen. Jede Show erzählt eine Geschichte, für die ein Kreativteam zuständig ist. Ein Konflikt ist dabei essenziell. Erfahrene Wrestler können spontan auf Unvorhergesehenes reagieren.
Wrestling ist Theater, Inszenierung, Illusion. Schauspieler geben regelmässig Tipps, wie man richtig in den Ring läuft und die Identifikation mit dem Charakter stärkt.
Die Faszination des Wrestling
Alles, was Wrestler tun, tun sie für das Publikum. Es geht darum, die Leute zu triggern, Wut zu wecken, mit Gefühlen zu spielen. "Wir sind die Gladiatoren der Moderne", sagt Sascha Baur. Er ist überzeugt: "In jedem von uns schlummert die Gewalt."
Zusammenfassung
Wrestling ist mehr als nur eine Show. Es ist eine anspruchsvolle Sportart, die Technik, Fitness, schauspielerisches Können und mentale Stärke erfordert. Für Anfänger gibt es viele Herausforderungen zu meistern, aber mit Leidenschaft und Engagement kann man in die Welt des Wrestlings eintauchen und seine eigenen Fähigkeiten entwickeln.
