Bundeswehr Einzelkämpfer Gehalt: Eine umfassende Übersicht

Die Bundeswehr ist einer der beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands. Zehntausende treten hier jedes Jahr ihren Dienst an - in Uniform oder in zivil als Beamte beziehungsweise Tarifbeschäftigte. Grund dafür sind nicht zuletzt die Verdienstmöglichkeiten. Über Regelungen und Vorschriften sind die Bezüge der Menschen in der Bundeswehr transparent geregelt.

Wie viel man in der Bundeswehr verdient, das hängt als Erstes vom jeweiligen Status ab. Also ob man Uniform trägt, tarifbeschäftigt ist oder als Beamter oder Beamtin in der Bundeswehr arbeitet. Die größte Gruppe der Beschäftigten in der Bundeswehr bilden die gut 180.000 Soldatinnen und Soldaten.

Besoldung von Soldaten in der Bundeswehr

Zeit- und Berufssoldatinnen und -soldaten erhalten genau genommen kein Entgelt, sondern werden besoldet. Grundlage dafür ist das Bundesbesoldungsgesetz (BBesGBundesbesoldungsgesetz). Die Besoldung wird monatlich im Voraus und frei von Sozialversicherungsbeiträgen gezahlt und besteht in erster Linie aus dem Grundgehalt. Das wiederum bestimmt sich nach dem jeweiligen Dienstgrad und der Erfahrungsstufe.

Die Besoldung soll sicherstellen, dass sich Soldatinnen und Soldaten ganz ihrem Dienst widmen können. Im Gegenzug stehen sie dafür in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass sie nicht streiken dürfen.

Grundgehalt und Besoldungsordnungen

Das Grundgehalt bildet die Basis der Besoldung. Es bestimmt sich nach dem jeweiligen Dienstgrad, der einer Besoldungsgruppe der Besoldungsordnung zugeordnet ist, und der Erfahrungsstufe. Für Soldatinnen und Soldaten finden die Bundesbesoldungsordnungen A und B Anwendung. Die meisten Uniformträgerinnen und -träger fallen unter die Besoldungsordnung A. Sie reicht vom Rekruten in der Besoldungsgruppe A3 bis zum Oberst oder Kapitän zur See in der Besoldungsgruppe A16. In der Besoldungsordnung A steigt das Grundgehalt entsprechend der Erfahrung und in Abhängigkeit von den individuellen Umständen.

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Die Besoldungsordnung B ist für Soldatinnen und Soldaten in besonderen Positionen - beispielsweise für Generale oder Admirale. Das Grundgehalt der Soldatinnen und Soldaten wird bestimmt durch die Einordnung in die Besoldungsordnung und - im Falle der Besoldungsordnung A - durch die jeweilige Erfahrungsstufe. Mit der ersten Ernennung mit Anspruch auf Dienstbezüge wird ein Grundgehalt der Erfahrungsstufe 1 festgesetzt. Die Stufe wird mit Wirkung vom Ersten des Monats festgesetzt, in dem die Ernennung wirksam wird. Unter Umständen werden zuvor erworbene Erfahrungen oder Kenntnisse, sofern mit denen in der Bundeswehr vergleichbar, in Form von Erfahrungszeiten anerkannt. Der Aufstieg in eine nächsthöhere Stufe erfolgt alle zwei bis vier Jahre, in denen anforderungsgerechte Leistungen erbracht wurden.

Zusätzliche Bezüge und Zulagen

Das Grundgehalt kann durch diverse Bezüge ergänzt werden. Bei sehr vielen Soldatinnen und Soldaten erhöht sich der Sold teils weit über das Grundgehalt hinaus. Bei vielen zum Beispiel durch den Familienzuschlag, der je nach Zahl der Kinder zwischen knapp 200 und weit über 400 Euro liegen kann. Hinzu kommen individuelle Zulagen. Sie werden unter anderem unterteilt in:

  • Amts- und Stellenzulagen
  • Prämien und Zulagen für besondere Leistungen
  • Erschwerniszulagen

Während Stellenzulagen für herausgehobene Funktionen wie Feuerwerker oder Pilotinnen gewährt werden, sollen Erschwerniszulagen besondere körperliche oder psychische Belastungen, Gefahren oder sonstige vorübergehende Beeinträchtigungen abgelten, die bei der Bewertung des Amtes nicht berücksichtigt sind. Recht häufig kommt zum Beispiel die Zulage für „Dienst zu ungünstigen Zeiten“ zum Tragen, wenn Soldatinnen und Soldaten nachts oder an Sonntagen arbeiten müssen.

Neben Zulagen kommen außerdem „Vergütungen für besondere zeitliche Belastung“ sowie eine „Mehrarbeitsvergütung“ in Betracht. Bei einer allgemeinen Verwendung im Ausland werden neben den Inlandsdienstbezügen zudem spezifische steuerfreie Auslandsbezüge gewährt. Abzugrenzen sind sie vom Auslandsverwendungszuschlag, der bei der Teilnahme an Auslandseinsätzen, etwa bei UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon im Libanon oder vergleichbaren Missionen wie der Multinational Battlegroup in Litauen gezahlt wird.

Zur Besoldung gehören zudem vermögenswirksame Leistungen - das sind Geldleistungen, die der Dienstherr zur Vermögensbildung beisteuert.

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Besoldungstabellen

Die nachfolgenden Tabellen zeigen Beispiele für die Besoldung verschiedener Dienstgrade in der Bundeswehr:

Besoldung von Unteroffizieren ohne Portepee

Dienstgrad Besoldungsgruppe Gerundetes Brutto* Geleistete Dienstzeit
Schütze, Flieger, Matrose A3 2.370,74 € -
Obergefreiter A4 2.420,35 € Mindestens 3 Monate

Besoldung von Unteroffizieren mit Portepee

Dienstgrad Besoldungsgruppe Gerundetes Brutto* Geleistete Dienstzeit
Unteroffizier A5 2.438,59 € -
Stabsunteroffizier A6 2.583,48 € -

Besoldungstabelle für Offiziere im Truppendienst

Dienstgrad Besoldungsgruppe Gerundetes Brutto* Geleistete Dienstzeit
Leutnant A9 3.083,32 € -
Oberleutnant A10 3.524,46 € -
Hauptmann A11 4.062,62 € -

*Gerundetes Brutto in der jeweils typischen Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe. Die „Geleistete Dienstzeit“ beschreibt die zur Beförderung notwendige Mindestdienstzeit (Beispiel: zum Gefreiten = mindestens drei Monate).

Weitere Informationen zur Besoldung

Soldatinnen und Soldaten bei der Bundeswehr sind hinsichtlich der Steuerabgaben und Sozialversicherung Beamten gleichgestellt und müssen lediglich die Lohnsteuer entrichten. Zudem müssen sie keine Sozialversicherungsbeiträge leisten. Während normale Arbeitnehmer mit einem Teil ihres Gehalts neben Steuern auch für die Krankenpflichtversicherung zahlen, greift im Falle der Bundeswehr die sogenannte Fürsorge des Dienstherren.

Soldatinnen und Soldaten sind während ihrer Dienstzeit von der Krankenversicherung befreit. Sie sind jedoch verpflichtet, sich bei einer Pflegeversicherung zu versichern und die notwendigen Kosten hierfür zu tragen. Das bedeutet für dich, als Soldatin bzw. Soldat kannst du unentgeltlich die Sanitätseinrichtung der Bundeswehr aufsuchen. Die Fürsorge greift zudem auch, wenn du dich außerhalb der Kaserne aufhältst.

Soldatinnen und Soldaten sind während ihrer Bundeswehrzeit im Zuge der Fürsorge des Dienstherren von der Krankenversicherung ausgenommen. Dies ist jedoch nicht die einzige Ausnahme was die Besoldung und Versorgung betrifft. Soldatinnen und Soldaten zahlen generell nur Steuern und keine Sozialversicherungsbeiträge. Allerdings besteht die Verpflichtung, dass sie sich selbst bei einer Pflegeversicherung versichern müssen.

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Karriere und Spezialisierung: Kommando Spezialkräfte (KSK)

Das Kommando Spezialkräfte, kurz KSK, ist der Kern des Spezialkräfteverbundes der Bundeswehr und wurde 1996 zur weltweiten Ausübung von Spezialeinsätzen aufgestellt. Das KSK ist für besondere Aufgaben, die von strategischen Interesse sind, zusammengestellt und ausgebildet. Die Spezialkräfte nehmen weltweit und unter allen klimatischen Bedingungen Aufträge wahr und führen Operationen kontrolliert und stets begrenzbar durch. Dabei handelt das KSK der Bundeswehr jederzeit verdeckt in einem gefährlichen Umfeld, deren Eingriff der Geheimhaltung unterliegt.

Die Bewerbung für das Kommando Spezialkräfte (KSK) kann von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaftssoldaten unabhängig von ihrer militärischen Laufbahn und Verwendung eingereicht werden. Die Bewerbung für eine Verwendung als Kommandosoldat beim KSK erfolgt für Soldaten auf dem Dienstweg über den Zugführer (ZgFhr) und Kompaniechef (KpChef), die zunächst eine Stellungnahme zum Gesuch protokollieren und den Antrag dann zum Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) nach Köln senden.

Die Soldaten des Kommando Spezialkräfte werden speziell ausgewählt und ausgebildet und sind mit ihren Fähigkeiten einzigartig in der Bundeswehr. Bewerberinnen und Bewerber müssen daher bestimmte Eigenschaften und Voraussetzungen mitbringen, um den hohen Anforderungen des KSK gerecht zu werden. Kommandosoldaten sind Einzelkämpfer, Fallschirmspringer, Sprengstoffexperten und verfügen darüber hinaus über weitere wesentliche Spezialfähigkeiten für ihren Auftrag.

Das Auswahlverfahren des KSK

Das Auswahlverfahren für das Kommando Spezialkräfte (KSK) wurde im Jahr 2023 grundlegend umgestaltet und besteht nun aus einem mehrstufigen Einstellungstest. Die Bewerberinnen und Bewerber werden dabei sowohl psychisch als auch physisch extrem gefordert und müssen vielfältige Testsituationen meistern. Dies ermöglicht den erfahrenen Ausbildern und Psychologen, die Eignung der Soldaten systematisch zu beurteilen und nach dem Leistungsprinzip zu entscheiden.

Das sogenannte Potentialfeststellungsverfahren (PFV) ist in zwei Phasen unterteilt und findet zweimal jährlich, im April und Oktober, statt. Dadurch haben die Bewerbenden die Möglichkeit, ihren Teilnahmezeitpunkt optimal zu wählen und sich bestmöglich vorzubereiten.

Das Auswahlverfahren des Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr gehört zu den härtesten und umfangreichsten in den Streitkräften. Von 100 Bewerberinnen und Bewerbern bestehen letztlich nur 20 bis 25 Prozent den intensiven Auswahlprozess. Diese erfolgreichen Kandidaten zeichnen sich nicht nur durch herausragende körperliche und mentale Stärke aus, sondern auch durch hohe Teamfähigkeit, Willensstärke und Anpassungsfähigkeit.