Militärische Nahkampfausbildung in der Bundeswehr

Sportmatte und Messerattrappe statt Cockpit und Hangar: Diesmal erwartet die Soldatinnen und Soldaten des Transporthubschrauberregiments 10 eine Ausbildung, die bis vor ein paar Jahren eher mit der Kampftruppe assoziiert wurde.

Mittlerweile ist die Ausbildung für jede Soldatin und jeden Soldaten im Heer vorgesehen.

Die Heideflieger zählen dabei zu den ersten Verbänden, die diesen Plan umsetzen und die Nahkampfausbildung wieder in den Dienst- und Ausbildungsalltag integrieren.

Ziele der Nahkampfausbildung

Warum soll die Truppe die Nahkampfausbildung erhalten? Das Training vermittelt einerseits den direkten Umgang mit körperlichen Konfrontationen, auf die jede Soldatin und jeder Soldat, egal ob Fallschirmjäger oder Logistiker, im Ernstfall vorbereitet sein muss.

Andererseits erlernen die Teilnehmenden aber auch selbstbewusstes und konzentriertes Handeln in Stresssituationen.

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Der militärische Nahkampf unterscheidet sich dabei fundamental von konventionellen Kampfsportarten - denn er unterliegt, angepasst an die Realität in der Gefechtssituation, keinen Regeln.

Im militärischen Nahkampf gibt es, wie auch in der harten Realität, keine Regeln.

Aber es gibt Techniken, um sich im Duell zu behaupten.

Dabei zählt jede Sekunde.

Im intensiven Training müssen die Teilnehmer überraschende Angriffe zügig abwehren.

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Inhalte und Ablauf der Ausbildung

Beim Transporthubschrauberregiment 10 werden jeweils kleine Gruppen aus zwölf Teilnehmenden über eine Woche hinweg ausgebildet.

Dafür hat das Regiment zwei eigene Nahkampfausbilder, die selbst Angehörige des Verbandes sind.

Die Ausbildung setzt zu Beginn auf den unbewaffneten Kampf, lehrt danach die Abwehr von Messerangriffen und vermittelt anschließend den Umgang mit der eigenen Waffe im Nahkampf.

Unbewaffneter Kampf

Der unbewaffnete Kampf ist eine Art Grundgerüst für den Nahkampf.

Gerade hier wird den Teilnehmenden deutlich, wie unerlässlich körperliche Fitness, Geschicklichkeit und Entschlossenheit sind, um sich in der Duellsituation zu behaupten.

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Gleichzeitig müssen die korrekten Techniken in Kombination mit effektiven Schlägen und Tritten eingesetzt werden, um den Gegner auszuschalten.

Abwehr von Messerangriffen

Sobald die Teilnehmenden die Grundlagen des unbewaffneten Kampfes verstanden haben, geht es an die Abwehr von Messerangriffen.

Die Soldaten erlernen Methoden, um Messerangriffe zu blockieren.

Gezielte Schläge und Tritte sollen den Angreifer hierbei zusätzlich desorientieren.

„Eine Abwehr von Messerangriffen ist aber immer riskant.

Trotz schneller Reaktion und perfekter Technik kann der Verteidiger oft selbst verletzt werden.

Um die Oberhand zu behalten, muss man schnellstmöglich wieder die eigene Waffe einsetzen“, verdeutlicht der Ausbilder die enorme Gefahr bei einem solchen Angriff.

Waffen im Nahkampf

In engen Räumen wird dann sogar die persönliche Ausrüstung, die eigentlich nützlich sein soll, zum Nachteil.

Aus diesem Grund müssen die Teilnehmenden lernen, wie sie ihre Ausrüstung auch im Nahkampf zum eigenen Vorteil nutzen können.

Das sperrige Gewehr wird dabei sowohl für den Angriff als auch zur Verteidigung eingesetzt.

Auf kurzer Distanz kann man damit zuschlagen oder beispielsweise Angriffe durch Schlagstöcke abwehren, ohne sich dabei selbst zu verletzen.

Die finale Prüfung

Die Abschlussprüfung ist für die zwölf Soldatinnen und Soldaten anspruchsvoll.

Hier werden ihre Fähigkeiten im Nahkampf rigoros auf die Probe gestellt.

Die finale Bewertung gliedert sich dabei in mehrere Abschnitte, in denen die Prüflinge ihre erworbenen Fertigkeiten einsetzen sollen.

In diesen Situationen sind sie gezwungen, unvorhergesehenen Angriffen zu begegnen, die blitzschnelle und genaue Reaktionen verlangen.

Sie müssen unter anderem Kämpfe in engen Räumen bestreiten, Messerattacken abwehren und sich im unbewaffneten Nahkampf beweisen.

Wie in einer realistischen Situation ist es erforderlich, dass die Prüflinge die Hindernisse flink und taktisch überwinden.

Ergänzt wird dies durch sportliche Aktivitäten, die manch einen bis an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit führen.

Volle Konzentration im Übungskampf.

Die beiden Soldaten üben den Kampf ohne Waffen, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Sie müssen den Gegner gut beobachten und blitzschnell reagieren.

Körperliche Stärke und Fitness ist im militärischen Nahkampf nicht nur äußerst wichtig.

Sie ist die Basis.

Hierfür macht der Soldat Klimmzüge in voller Schutzausrüstung.

Erfolgreiche Abwehr: Beide Angreifer können durch die erlernten Techniken zu Boden gebracht werden.

Nun zieht der Kämpfer blitzschnell seine Handwaffe und bringt damit die Situation unter Kontrolle.

Selbstverteidigung und Nahkampf als Bestandteil der Ausbildung

Selbstverteidigung und Nahkampf ist ein Bestandteil der Ausbildung von Soldaten bei der Bundeswehr.

Es handelt sich dabei um eine spezielle Form des Kampfsports, die speziell auf die Anforderungen des militärischen Einsatzes abgestimmt ist.

Die Soldaten lernen die Grundlagen des Nahkampfs, wie zum Beispiel Würfe, Hebel und Schläge.

Diese Techniken dienen dazu, sich in einer körperlichen Auseinandersetzung gegen einen Angreifer zur Wehr setzen zu können.

Im Laufe der Zeit werden die Soldaten auf fortgeschrittenere Techniken vorbereitet, die auf den Einsatz von Waffen wie Messer oder Stock ausgelegt sind.

Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung kann auch das sogenannte “Reality-Training” sein.

Hierbei werden die Soldaten in realistischen Szenarien geschult, die dem Einsatz in einem tatsächlichen Konflikt ähneln.

Diese Szenarien können sowohl im Freien als auch in Gebäuden stattfinden und zum Beispiel das Vorgehen in brennenden bzw.

Ein weiteres wichtiges Element der Ausbildung ist das mentale Training.

Soldaten müssen in der Lage sein, in stressigen und gefährlichen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und schnell und effektiv zu handeln.