Einzelkämpfer Abzeichen Bundeswehr: Voraussetzungen und Hintergrund

Der Einzelkämpferlehrgang der Bundeswehr ist eine anspruchsvolle Ausbildung, die Soldaten auf das Führen einer auf sich selbst gestellten Gruppe vorbereitet. Es gibt verschiedene Aspekte und Voraussetzungen, die im Zusammenhang mit diesem Lehrgang und dem zugehörigen Abzeichen stehen.

Der Einzelkämpferlehrgang

Der Einzelkämpferlehrgang (EK) ist kein Lehrgang, bei dem es darum geht, alleine irgendwo zu überleben, sondern darum, zu erlernen, wie man eine auf sich selbst gestellte Gruppe führt und zurück zu seinen eigenen Truppenteilen findet.

Mit dem absolvierten EKL1 erhält man sozusagen die Qualifikation "Führer einer auf sich gestellten Gruppe". Stell dir ein Szenario vor, bei dem in einem Gefecht ein kleiner Truppenteil, z.B. eine Gruppe, vom Rest ihres Zuges und der Kompanie abgeschnitten wird.

Der Gruppenführer hat nun die Aufgabe, seine Gruppe selbstständig und ohne weitere Unterstützung wieder zu seinem übergeordneten Truppenteil zurück zu führen. Auf eine solche Situation bereitet ihn der EKL1 vor. Es geht also nicht um Kampfaufträge, sondern ausschließlich darum, eine auf sich gestellte Gruppe zu führen.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Früher war der EKL mal Pflicht für Heeresoffiziere. Wenn sich nicht jüngst etwas geändert hat, gehört der EKL 1 zum Ausbildungsgang der Offiziersanwärter und Feldwebel Truppendienst der Infanterie, Panzergrenadiere und Heeresaufklärungstruppe.

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Bist du denn für den Lehrgang vorgesehen, also ist das Bestandteil deiner Ausbildung? Wieso die Frage nach dem Alter? Wenn du den Dienstposten bekommen hast, bist du dafür auch tauglich. Wenn ja, wird deine Einheit bestimmt nicht zum ersten Mal jemanden hinschicken.

Das Einzelkämpferabzeichen

Wenn man diesen besteht, bekommt man eine Auszeichnung und ist somit Einzelkämpfer. Die Auszeichnung zeigt, dass der Soldat in der Lage ist, alleine seine Grenzen zu überschreiten und bereit ist, alles zu geben, um sein Ziel zu erreichen.

Die Bundeswehr beabsichtigt, die Sonderabzeichen für das erfolgreiche Bestehen der Einzelkämpferlehrgänge 1 und 2 zu ändern. Bisherige Träger des Abzeichens „Führer einer auf sich gestellten Gruppe“ erhalten mit Anpassung des Einzelkämpferlehrganges und Überführung des Verfahrens durch das Zentrum Innere Führung in die Vorschrift (Anzugsarten) ohne gesonderten Antrag die Trageberechtigung für das neue Sonderabzeichen „Einzelkämpfer“.

Das Abzeichen ist im Aussehen identisch zum derzeitigen Abzeichen „Führer eines Jagdkommandos“.

Aussehen des Abzeichens

  • Die Heeres-/Luftwaffenvariante des Abzeichens zeigt zwei silberfarbene Eichenlaubblätter mit Eichel auf grüner Unterlage mit silberfarbener Eichenlaubumrandung auf grauem/blauem, ovalem Grundtuch.
  • Die Version für Marineuniformträger zeigt zwei goldfarbene Eichenlaubblätter mit Eichel auf grüner Unterlage mit goldfarbener Eichenlaubumrandung auf dunkelblauem, ovalem Grundtuch.

Trageberichtigte des Sonderabzeichens „Jagdkommando“ sind Lehrgangsteilnehmer, die den Jagdkampflehrgang (Einzelkämpferlehrgang Teil 2) mit Erfolg abgeschlossen haben. Das Sonderabzeichen „Jagdkommando“ zeigt zwei silberfarbene Eichenlaubblätter mit Eichel auf grüner Unterlage mit silberfarbener Eichenlaubumrandung auf grauem/blauem, ovalem Grundtuch und dem Schriftzug „Jagdkommando“.

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Leistungsanforderungen

Um die Trageberechtigung zu erwerben, braucht man in allen Fächern, die es auf dem Lehrgang gibt, mindestens eine 4. Die Fächer sind Orientieren, Führer einer auf sich gestellten Gruppe und Nahkampf.

Zusätzlich gibt es weitere wichtige Punkte:

  • Hat keine Übung an Seilen verweigert (Doppelter Seilsteg über eine Schlucht usw.)
  • War beim 3000m Gepäcklauf unter 19:00 Min.
  • Hat die Hindernisbahn in unter 2:15 überwunden.

PfiFF (Phase für individuelle Förderung)

Stets bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass nur jene PfiFF (Phase für individuelle Förderung oder so) Maßnahmen bekommen, die auch den EK haben.

Um an einer PFIFF-Maßnahme teilnehmen zu können, reicht es, den EK-1 durchgestanden (bis zum bitteren Ende dabeigewesen, aber kein Abzeichen erworben) zu haben. Die einzige Pfiffmaßnahme, an der du nicht teilnehmen könntest, wäre der EK-2.

Etwa ein Viertel der Lehrgangsteilnehmer qualifiziert sich für PfiFF. Voraussetzungen dafür sind herausragende Leistungen im Offizieranwärter- und im Offizierlehrgang an der Offizierschule des Heeres in Dresden sowie im Einzelkämpferlehrgang.

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