Seit Jahrtausenden übt Gold eine große Faszination auf uns Menschen aus. Das Edelmetall mit dem satten, warmen Schimmer wurde erstmals in der Jungsteinzeit zu Schmuck verarbeitet und bis heute hat es nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Heute wird Gold in der Schmuckherstellung immer als Legierung verwendet, um seine Eigenschaften zu optimieren, aber auch seine Farbe zu verändern.
Was bedeutet 750er Gold?
Bei 750er Gold handelt es sich um eine Goldlegierung, welche zu 75 Prozent aus Gold und zu 25 Prozent aus anderen Metallen besteht.
In Deutschland ist 750er Gold das beliebteste Material bei der Schmuckherstellung, was an den hervorragenden Eigenschaften bei der Verarbeitung des Materials in der Herstellung, am hohen Wert und an der einzigartigen Optik liegt.
750 Gold wieviel Karat?
750er Gold besitzt einen Feingehalt von 18 Karat und setzt sich zumeist aus den Bestandteilen Silber, Kupfer und natürlich zum größten Teil aus reinem Gold zusammen.
Zusammensetzung und Farbvarianten
Bei der 750er Goldlegierung besitzt die namensgebende Grundlage immer einen Anteil von 75,0%. Die restlichen Metalle in der Zusammensetzung werden dahingehend variiert, welcher Farbton erreicht werden soll.
Lesen Sie auch: Wissenswertes über Goldkarat
Die typischste Erscheinungsform und das häufigste Rezept des 750er Goldes ist das Gelbgold mit 75% Feingold, 12,5% Silber und 12,5% Kupfer. Ein rötlicherer Goldton lässt sich durch 8,3% Silber und 16,7% Kupfer erreichen und eine noch kräftigere Rotfärbung des Goldes durch 4% Silber und 21% Kupfer.
Zusätzliche Beimischungen von Palladium oder Zink ergeben eine breite Palette an Möglichkeiten, um das Gold nach Belieben zu färben und individuelle Nuancen auszuarbeiten. So entstehen die säureresistenten Goldlegierungen Rotgold, Roségold, Orangegold, Weißgold oder Gelbgold auf der Grundlage von 75% Reingold.
- Gelbgold: Feingold mit Silber und Kupfer vermengt
- Roségold: Reduzierter Silberanteil, erhöhter Kupferanteil
- Rotgold: Wenig oder kein Silber, hoher Kupferanteil
- Weißgold: Silber, Palladium und geringe Mengen Zink (oft rhodiniert)
- Graugold: Feingold, Palladium und Silber
Auch innerhalb einer Goldfarbe wie Gelbgold und Roségold gibt es feine, aber sichtbare Unterschiede im Goldton. Allerdings ist jede Legierung eine eigene Rezeptur des Herstellers, da lediglich der Goldgehalt festgeschrieben ist, nicht jedoch das Verhältnis der anderen Materialien. Daher sind die Färbungen der Goldlegierungen auch nicht einheitlich.
So erkennt man beispielsweise eine Farbunterschied zwischen 585er Gold zu 750er, wenn man beide Goldlegierungen direkt nebeneinander betrachtet. Das 750er Gold ist etwas satter gelb, weil der Goldanteil hierin höher ist.
Die Punze: Hinweise zum Goldgehalt
Der Goldgehalt wird bei Schmuckstücken durch eine Punzierung angezeigt - ein kleiner Stempel an einer unauffälligen Stelle des Schmuckstücks. Die Angaben auf Schmuckstücken sind jedoch nicht immer einheitlich: Der Goldgehalt kann entweder in Karat oder als Feingehalt in Promille angegeben werden.
Lesen Sie auch: Reinheit und Legierungen von 18 Karat Gold
Beispiele für Punzierungen:
- 333 / 8k = 333er Feingehalt / 8 Karat Gold
- 375 / 9 ct = 375er Feingehalt / 9 Karat Gold
- 585 / 14c = 585er Feingehalt / 14 Karat Gold
- 0.750 / 18 kt = 750er Feingehalt / 18 Karat Gold
Verwendung von 750er Gold
750er Gold ist eine sehr hochwertige Goldlegierung, die feine Schmuckstücke ergibt und edle Brillanten und Farbsteine und Goldschmiedekunst vervollkommnet, dabei aber noch widerstandfähig genug gegen übliche Belastungen bleibt.
Besonders beliebt ist das 750er Gold auch für die Herstellung von Trauringen. Da Trauringe / Eheringe einer starken Belastung ausgesetzt sind, eignet sich ein zu hoher Feingoldanteil nicht, weil das Material einfach zu weich ist.
Wie berechnet sich der Wert von 750er Gold?
Der Goldankaufspreis für 750er Gold basiert auf dem Goldpreis für diese Legierung. Goldhändler wie wir, die Moroder Scheideanstalt, bewerten das Schmuckstück, indem sie es wiegen und anhand der Legierung und des Goldpreises den Wert berechnen.
Um den Preis für 1 Gramm 750er Gold zu ermitteln, muss der aktuelle Goldpreis mit dem Goldgehalt der Legierung multipliziert werden. Nehmen wir an, der aktuelle Goldpreis liegt bei 50 Euro pro Gramm. Der Preis für 1 Gramm 750er Gold berechnet sich wie folgt:
Lesen Sie auch: Alles zur Umrechnung von 375 Gold
50 Euro/Gramm * 0,75 = 37,50 Euro/Gramm
Karat-Tabelle und Goldlegierungen im Überblick
Die verschiedenen Goldlegierungen werden mit einem Prägestempel, der Punze, versehen, um damit den Feingehalt an Gold zu kennzeichnen. Dabei gibt es die in Europa gebräuchlichen Angaben des Feingehalts in Teilen von 1000 und die Karat-Angaben, die in Teilen von 24 angegeben werden.
Hier ist eine Tabelle mit Goldlegierungen und Karat-Angaben im Überblick:
| Karat (kt) | Feingehalt in Tausendsteln | Goldanteil in Prozent |
|---|---|---|
| 8 kt | 333er Gold | 33,3 % |
| 9 kt | 375er Gold | 37,5 % |
| 10 kt | 417er Gold | 41,7 % |
| 14 kt | 585er Gold | 58,5 % |
| 18 kt | 750er Gold | 75 % |
| 20 kt | 833er Gold | 83,3 % |
| 21 kt | 875er Gold | 87,5 % |
| 22 kt | 916,66er Gold | 91,666 % |
| 24 kt | 999er Gold | 99,9 % |
Der verschieden hohe Goldanteil beeinflusst auch den Preis von Goldlegierungen. Für reines Feingold gibt es tagesaktuelle Ankaufspreise (an der Börse gelten hierbei andere Preise als für den Goldschmied) und von diesen abhängig ist dann auch der Preis der daraus gefertigten Goldlegierung: Je mehr Feingold enthalten ist, desto teurer ist auch die Legierung.
