Wrestling Stars Benehmen: Ein Blick hinter die Kulissen

Dwayne "The Rock" Johnson, einst gefeierter Wrestler, hat sich erfolgreich in Hollywood etabliert. Doch wie steht es um das Verhalten der Stars abseits des Rings? Dieser Artikel wirft einen Blick hinter die Kulissen.

Dwayne "The Rock" Johnson: Vom Ring auf die Leinwand

Mr. Johnson, sind Sie der neue Arnold Schwarzenegger?

Dwayne "The Rock" Johnson: Keiner kann Arnold ersetzen, ich schon gleich gar nicht. Arnold bleibt Arnold und wird es immer bleiben. Er ist einzigartig. Ich für meinen Teil kann ihn nur weiter bewundern und hoffen, wenigstens halb so erfolgreich zu werden wie er.

Deswegen auch sein kurzer Auftritt in "Welcome To The Jungle"?

Johnson: Wir sind seit etwa fünf Jahren gut befreundet. Er kam mich am Set besuchen und machte spontan mit. Überhaupt hat Arnold mich von Anfang an unterstützt, wo es nur ging.

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Wie hat Ihnen der Dreh sonst so gefallen?

Johnson: Ich hatte eine verdammt gute Zeit. Gedreht wurde in meiner Heimat Hawaii, also konnte ich regelmäßig Familie und Freunde besuchen. Außerdem spielte ich mit hochkarätigen Kollegen wie Christopher Walken. Was will man da noch mehr?

Den humorvollen Muskelprotz mit Prügelpotential spielen Sie auch ziemlich authentisch.

Johnson: Kein Wunder! Im Wesentlichen bin das ich selbst. (lacht) Fragen Sie mal meine Freunde, die werden das bestätigen.

Von einem Wrestler erwartet man für gewöhnlich auch nicht allzu viel Schauspieltalent. Trotzdem verdienen Sie mittlerweile bis zu fünfzehn Millionen Dollar pro Film. Wie machen Sie das?

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Johnson: Ich habe lange darum gekämpft. In Hollywood macht man es prominenten Künstlern ziemlich schwer, wenn Sie ins Schauspielfach wechseln wollen. Viele rümpfen die Nase, anstatt erst einmal abzuwarten. Ich habe ja nicht erwartet, für diese Rolle mit einem Oscar ausgezeichnet zu werden. Aber ich hoffe, über kurz oder lang durch meine Rollen zu überzeugen.

Wie wollen Sie das anstellen?

Johnson: Mit einem Schauspieltrainer, der das Beste aus mir herausholen soll. Ich nehme fast täglich Unterricht, um mich auf die unterschiedlichsten Rollen vorzubereiten. Als nächstes spiele ich einen Schwulen an der Seite von Uma Thurman und John Travolta. Ist nicht unbedingt das, was man von einem Wrestler erwartet, oder? (lacht)

Wrestling: Sport oder Entertainment?

Auch Wrestling ist Unterhaltung. Bezeichnen Sie sich lieber als Sportler oder Entertainer?

Johnson: Ganz klar: Entertainer. Natürlich ist Wrestling sehr anstrengend. Aber in erster Linie geht es darum, die Masse zu unterhalten. Wir haben Drehbücher, Produzenten und Regisseure, wie jede andere Show auch.

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Und was ist mit Ihrem Wrestlingnamen "The Rock"? Wollen Sie den ewig behalten?

Johnson: Ich werde es nicht drauf anlegen, ihn zu ändern. Queen Latifah hat ihren Namen auch nicht gewechselt. Die meisten nennen mich ohnehin schon Dwayne "The Rock" Johnson. Ganz ablegen will ich den Namen nicht. Ich wrestle ja noch gelegentlich.

Wie viele Knochen haben Sie sich dabei schon gebrochen?

Johnson: Im Ring hatte ich bisher Glück. Aber in meiner Zeit als Footballspieler habe ich mir starke Rücken- und Knieverletzungen zugezogen.

Machen Sie bei Filmen noch alle Stunts selbst?

Johnson: Das gehört doch mit zu mir dazu! Ich liebe physische Anstrengung und Action. Nur manchmal stellen sich die Produzenten quer. Ihnen ist es zu gefährlich.

Haben Sie ein spezielles Fitnessprogramm?

Johnson: Leider bin ein richtiger Fast-Food-Junkie: Pizza, Pommes und Donuts mag ich am liebsten. Deswegen muss ich täglich trainieren und strikt auf meine Ernährung achten.

Warum haben Sie dann das Angebot einer Fast-Food-Kette ausgeschlagen, einen Donut nach Ihnen zu benennen?

Johnson: Na, wie bescheuert klingt denn das? "Ich hätte gerne den The-Rock-Donut". Und dann wird auch noch kräftig reingebissen. (lacht) Nein, nein, nicht mit mir.

Respekt und Verantwortung

Man könnte ja den Respekt vor Ihrem tätowierten Oberkörper verlieren, nicht wahr?

Johnson: (lacht) Im Flieger ziehe ich mittlerweile lange Pullis an, damit die Passagiere keine Angst bekommen. Derweil symbolisieren die Tattoos meine Wurzeln, meine Familie und meine eigenes Leben.

Vor was fürchten Sie sich?

Johnson: (kneift die Augen zusammen) Vor nichts und niemandem. (lacht) Ich mache nur Spaß: Spinnen finde ich ganz abscheulich.

Und was können Sie an Hollywood nicht ausstehen?

Johnson: Dass viele Schauspieler, die ich früher bewundert habe, sich hinter den Kulissen unglaublich arrogant benehmen. Christopher Walken war eine angenehme Ausnahme. Eigentlich schade.

Trotzdem drehen Sie derzeit unentwegt Filme. Warum arbeiten Sie so hart?

Johnson: Ich brauche die Herausforderung und will möglichst viel erleben.

Auf Kosten Ihrer dreijährigen Tochter?

Johnson: Im Gegenteil! Wir sehen uns ständig. Ich achte darauf, dass sie möglichst viel Zeit am Set verbringt.

Was hat sich seit ihrer Geburt für Sie geändert?

Johnson: Früher war ich ziemlich egoistisch. Wollte alles haben und trotzdem nichts teilen. Mit Ihrer Geburt habe ich dieses Manko schlagartig abgelegt. Außerdem überlege ich mir nun alles dreimal. Dumme Aktionen kann ich mir einfach nicht mehr leisten. Man hat ja schließlich Verantwortung.

Seltsam, das aus Ihrem Mund zu hören.

Johnson: Ich weiß. Viele halten mich noch immer für den Wrestler, den ich spiele. Ein arrogantes Schwein, das Leute schlecht behandelt und schnell aggressiv wird. Dabei bin ich genau das Gegenteil. Ich achte darauf, meine Mitmenschen respektvoll zu behandeln und alles mit Humor zu sehen. Man braucht hier nicht gleich ausfallend werden.

Der Fall Chris Benoit: Eine Tragödie und ihre Folgen

Die Tragödie um Chris Benoit wirft ein dunkles Licht auf die Schattenseiten des Wrestling-Business. Paranoia, Medikamentenmissbrauch und Jobangst führten zu einem erschreckenden Familiendrama.

Paranoia, Jobangst, Verfolgungswahn - Observer rekapituliert Benoits letzte 18 Monate.

Benoit verlor in Eddie einen der wenigen Leute, dem er blind vertraute und dem er all seine Probleme mitteilte. Wie sehr ihn Eddies Tod mitnahm, sah man damals bei dessen Tributshow, in der Benoit einen regelrechten Weinkrampf bekam. Verkraftet hatte er den Verlust offenbar bis zuletzt nicht.

Schon damals war Benoits engeren Freunden angeblich klar, dass Benoit ähnliche Probleme mit Medikamenten wie Eddie hatte und dringend einer Therapie bedurfte. Anscheinend hat ihm das aber keiner ins Gesicht gesagt, weil Benoit für solche Ideen überhaupt nicht offen gewesen sein soll.

Ähnlich stark soll Benoit von einem anderen Todesfall drei Monate später mitgenommen worden sein: Dem von Johnny Grunge von Public Enemy. Grunge wohnte in unmittelbarer Nachbarschaft der Benoits und war sowohl mit Chris als auch mit Nancy befreundet. Er bekam oft die häuslichen Streitigkeiten des Paars mit und kam vorbei, um die Wogen zu glätten und Chris auf andere Gedanken zu bringen. Grunges Tod hat bei Benoit anscheinend auch eine Aversion gegen alles Religiöse ausgelöst. Er weigerte sich strikt auf Grunges Beerdigung zu gehen und machte auch klar, dass er nie mehr in die Kirche gehen wollte.

Generell wurde Benoits Benehmen immer merkwürdiger. Er begann Züge von Paranoia anzunehmen und bekam das Gefühl, dass ein Stalker hinter ihm und seiner Familie her wäre. Er verbot Nancy, nach 18 Uhr abends aus dem Haus zu gehen und Daniel und seine anderen Kinder - wenn sie einmal da waren - durften nicht mehr draußen spielen. Er selbst begann nach Heimflügen stets andere Routen vom Flughafen nach Hause zu fahren, weil er Angst hatte, dass ihn jemand verfolgen würde. Er mietete sich außerdem eine neue Wohnung, was zunächst so verstanden wurde, als ob eine Trennung von Nancy vollzogen würde.

Eine andere Paranoia, die Benoit bekam, war dass er seinen Job in der WWE verlieren könnte - obwohl er nach allgemeiner Einschätzung in der Liga eine Anstellung auf Lebenszeit sicher gehabt hätte.

Benoits Jobangst hat nach Schilderung seiner Frau dazu geführt, dass er noch mehr Medikamente einwarf als zuvor. Er erhöhte demnach die Dosis an Steroiden, Schmerzmitteln, Blutdrucksenkern und Antidepressiva. Anscheinend verlor Benoit auch das Vertrauen in seine Ehefrau.

Schon vor dem Wochenende müssen die Probleme zwischen Chris und Nancy dann eskaliert sein. Der Observer rekapituliert einen Anruf Nancys bei einer Freundin aus dem Wrestlinggeschäft am Donnerstag. Nancy erklärte dabei, dass sie Todesängste durchleide. Sie soll sogar gesagt haben, dass wenn ihr irgendetwas passieren sollte, Chris dafür verantwortlich sein würde. Die Freundin soll Nancy dann dringend geraten haben, sich in einer Wohnung vor Chris zu verstecken, was sie bei vorherigen Problemen anscheinend bereits getan haben soll.

Am selben Tag war Nancy bei Dr. Astin und holte sich Ratschläge ein, wie man Daniel allein erziehen könnte. Es könnte also sein, dass sie Chris darauf eröffnete, dass sie ihn verlassen und Daniel mitnehmen würde - und dass das der Auslöser für Benoits Wahnsinnstaten war.

TNA: Eskapaden und Konsequenzen

Auch in der TNA (Total Nonstop Action Wrestling) gibt es immer wieder Probleme mit dem Verhalten der Stars. Drogenmissbrauch, Trunkenheit am Steuer und andere Eskapaden sorgen für Negativschlagzeilen.

Jeff Hardy taucht unter Einfluss von Substanzen bei einem PPV auf, Matt Hardy wird vehaftet, Kurt Angle wird zum zweiten mal in diesem Jahr verhaftet.