Die Welt des Wrestlings ist nicht nur Show, sondern auch ein gefährlicher Sport. Trotz choreografierter Kämpfe und Sicherheitsvorkehrungen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, die manchmal sogar tödlich enden. Dieser Artikel beleuchtet einige der tragischsten Todesfälle im Wrestling-Ring.
Der Tod von El Hijo del Perro Aguayo
Der beliebte mexikanische Wrestling-Star El Hijo del Perro Aguayo bestritt am 22. März 2015 seinen Kampf vor ausverkauftem Haus in Tijuana. Als sein Gegner Rey Mysterio zu einem Sprung-Tritt ansetzte, wurde Aguayo getroffen, verlor das Gleichgewicht und stürzte bewusstlos in die Seile. Zunächst glaubten Ringrichter, Gegner und Zuschauer, es gehöre zur Performance. Erst als einer der Kämpfer den 35-Jährigen anstupste, wurde die Situation ernst erkannt. Der Ringarzt eilte herbei, doch Aguayo war bereits tot. Er hatte einen Genickbruch erlitten. Sein Tod sorgte in der Wrestling-Szene für tiefe Bestürzung.
Owen Hart: Ein tragischer Unfall bei "Over the Edge"
Ein weiterer tragischer Vorfall ereignete sich am 23. Mai 1999 bei der WWE-Show "Over The Edge". Owen Hart sollte in einem Superheldenkostüm von der Hallendecke abgeseilt werden. Doch als er unter der Hallendecke hing, löste sich sein Sicherheits-Geschirr und er stürzte aus 24 Metern Höhe in den Ring. Für die Fans in der Arena war der Unfall kaum zu sehen, da das Licht ausgeschaltet war. Eine Stunde nach dem Unfall verkündete Kommentator Jim Ross, dass Owen Hart verstorben sei.
In der Netflix-Doku „Mr. McMahon“ äußerte sich der Ex-WWE-Boss Vince McMahon zu dem tragischen Tag: „Die Entscheidung, die ich treffen musste, war, ob die Show weitergeht oder nicht. Das Live-Publikum hat nicht wirklich gesehen, was passiert ist. Hätten sie es gesehen, hätte ich die Show beenden müssen.“
Nach jahrelangen Ermittlungen und Klagen wurde bewiesen, dass die WWE keine Schuld am Unfall trug, da das benutzte Gerät fehlerhaft war und der Hersteller dies wusste.
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Mitsuharu Misawa: Das Ende einer Legende
Mitsuharu Misawa war einer der größten, besten und populärsten Showkämpfer aller Zeiten. Bei einem Kampf seiner Liga Pro Wrestling NOAH wurde er am 13. Juni 2009 bei einer missglückten Aktion faktisch innerlich enthauptet. Es war das tragische Ende einer großen Karriere.
Misawa prägte die Ligen AJPW und NOAH. Er lieferte die Blaupause für das dramatische Finale des Films "The Wrestler". Bei einem Tag-Team-Match in Hiroshima landete er bei einem Suplex seines Gegners Akitoshi Saito auf dem Kopf und starb an den Folgen des Unfalls, fünf Tage vor seinem 47. Geburtstag.
Eddie Guerrero: Der Fall vom Wrestling-Gipfel
Eddie Guerrero erklomm vor 20 Jahren den Wrestling-Gipfel und starb keine zwei Jahre später mit nur 38 Jahren. Guerrero wurde am 13. November 2005 von seinem Neffen und Kämpfer-Kollegen Chavo Guerrero (Jr.) leblos in einem Hotelbadezimmer aufgefunden. Todesursache war eine nicht diagnostizierte Herzkrankheit, die durch jahrelangen Raubbau am eigenen Körper verschlimmert worden war.
Zu Guerreros Geschichte gehörten auch jahrelange Drogenprobleme, die ihn zwischenzeitlich seinen Job bei WWE gekostet hatten. Kurz vor seinem Tod hatte Guerrero eine Autobiographie über seinen Kampf gegen die Sucht fertiggestellt: "Cheating Death, stealing Life".
WWE zog Konsequenzen aus Guerreros Todesumständen und führte die so genannte "Wellness Policy" ein.
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Weitere tragische Fälle
Die Liste der Wrestler, die zu früh aus dem Leben schieden, ist lang. Hier sind einige weitere Beispiele:
- Darren Drozdov: Erlitt 1999 eine Querschnittslähmung nach einer missglückten Powerbomb.
- "Stone Cold" Steve Austin: Brach sich 1997 das Genick bei einer falsch ausgeführten Aktion.
- Brock Lesnar: Zog sich bei Wrestlemania 19 eine schwere Gehirnerschütterung zu.
- Sabu: Brach sich 1994 das Genick in einem Kampf mit Chris Benoit.
- Sid: Brach sich 2001 das Bein an mehreren Stellen.
- Crash Holly: Starb 2003, nachdem er infolge eines Medikamentencocktails an seinem eigenen Erbrochenen erstickt war.
- Test: Starb an einer Überdosis Drogen.
- Shad Gaspard: Ertrank 2020 beim Schwimmen im Meer.
- Brian Pillman: Starb 1997 an einer Herzattacke infolge von Drogenmissbrauch und einer angeborenen Herzschwäche.
- Davey Boy Smith: Starb 2002 an einem Herzinfarkt.
- Umaga: Starb 2009 infolge zweier Herzinfarkte.
- Yokozuna: Starb 2000 an einem Lungenödem.
- Silver King: Starb 2019 im Ring an einem Herzinfarkt.
Die Risiken des Wrestlings
Wrestling ist ein Sport, der mit Risiken verbunden ist. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen können Unfälle passieren, die zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod führen. Die hohe körperliche Belastung, der Druck, Höchstleistungen zu erbringen, und der Missbrauch von Drogen und Schmerzmitteln tragen ebenfalls zu den gesundheitlichen Problemen vieler Wrestler bei. Es ist wichtig, dass die Ligen und die Wrestler selbst sich der Risiken bewusst sind und Maßnahmen ergreifen, um diese zu minimieren.
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