Der Begriff „Karat“ ist eine entscheidende Maßeinheit in der Welt des Schmucks. Er spielt sowohl bei Gold als auch bei Diamanten eine zentrale Rolle. Während Karat bei Gold den Reinheitsgrad beschreibt, definiert es bei Diamanten das Gewicht. Diese Unterscheidung ist essenziell, um den Wert und die Qualität eines Schmuckstücks richtig einzuordnen. Hier möchten wir kurz auf einige Fragen eingehen, die uns fast täglich gestellt werden.
Was man über Karat wissen sollte
Gerade beim Thema Goldankauf ist der Begriff Karat sehr wichtig und wird von den meisten Kunden benutzt. Hingegen beim Silberankauf und Zinnankauf verschwindet dieser wieder. Wie unsere Lehrer immer gesagt haben „Wissen ist Macht“.
Der oder doch das Karat?
Der Begriff „Karat“ kann sowohl männlich als auch sächlich verwendet werden. Beide Artikel, „der Karat“ und „das Karat“, sind grammatikalisch korrekt. In der deutschen Sprache kann es bei einigen Substantiven verschiedene Artikel geben, abhängig von der regionalen oder persönlichen Präferenz. Beide Formen, „der Karat“ und „das Karat“, werden häufig verwendet und sind akzeptiert. Es gibt keinen festen Regelsatz, der den Artikel „Karat“ eindeutig bestimmt.
In der Fachsprache der Edelstein- und Schmuckindustrie wird oft „der Karat“ verwendet, insbesondere wenn es um das Gewicht von Edelsteinen geht. Beispiel: „Ein Diamant mit einem Gewicht von 1 Karat.“ Jedoch wird auch „das Karat“ verwendet, insbesondere wenn es um den Feingehalt von Edelmetallen oder die Verwendung von Karat als Maßeinheit geht. Beispiel: „Goldschmuck mit einem Karat Feingold.“ Letztendlich kann sowohl „der Karat“ als auch „das Karat“ verwendet werden, und es ist wichtig zu beachten, dass beide Formen in der deutschen Sprache geläufig sind.
Was bedeutet Karat eigentlich?
Ein Karat ist eine Maßeinheit für das Gewicht von Edelsteinen und Perlen. Es wird üblicherweise für Diamanten verwendet, kann jedoch auch für andere Edelsteine wie Rubine, Saphire und Smaragde verwendet werden. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm oder 200 Milligramm. Die Maßeinheit „ct“ oder „kt“ steht für „Karat“, auch bekannt als „Carat“ im Englischen.
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Der Begriff „Karat“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Frucht des Johannisbrotbaums“. Früher verwendeten Händler in der Antike die Samen des Johannisbrotbaums, um das Gewicht von Edelsteinen abzuschätzen, da diese Samen ein relativ konstantes Gewicht von etwa 0,2 Gramm hatten. Später wurde dieses Gewichtsmaß als „Karat“ bezeichnet.
Es ist wichtig zu beachten, dass das Gewicht eines Edelsteins nicht mit seiner Größe oder seinem Volumen gleichgesetzt werden sollte. Edelsteine können unterschiedliche Dichten aufweisen, was bedeutet, dass zwei Steine mit demselben Gewicht unterschiedliche Größen haben können. Andere Faktoren wie der Schliff und die Proportionen eines Edelsteins können ebenfalls die visuelle Erscheinung beeinflussen. Bei der Bewertung von Edelsteinen ist das Gewicht ein wichtiger Faktor, der gemeinsam mit anderen Qualitätsmerkmalen wie Farbe, Reinheit und Schliff berücksichtigt wird, um den Wert des Steins zu bestimmen.
Was hat die DIN 1301-1 mit Karat zutun?
Die DIN 1301-1 ist eine Norm des Deutschen Instituts für Normung (DIN) und bezieht sich auf die Bestimmung des Edelmetallgehalts in Schmuck. Diese Norm definiert die Anforderungen und Prüfverfahren für die Bestimmung des Feingehalts von Edelmetallen wie Gold, Silber und Platin in Schmuckstücken.
Die DIN 1301-1 legt fest, dass der Feingehalt von Edelmetallen in Schmuck in Tausendteilen (‰) angegeben wird. Ein Tausendstel entspricht einem Karat. Das bedeutet, dass ein Feingehalt von 750 Tausendteilen in Gold als 750 Karat oder 18 Karat bezeichnet wird.
Obwohl der Begriff „Karat“ normalerweise mit dem Gewicht von Edelsteinen in Verbindung gebracht wird, wird er in diesem Zusammenhang verwendet, um den Feingehalt von Edelmetallen im Schmuck anzugeben. Es ist wichtig zu beachten, dass der Karatwert in Bezug auf Edelsteine und Edelmetalle unterschiedliche Bedeutungen hat und nicht miteinander verwechselt werden sollten. Die DIN 1301-1 trägt somit dazu bei, ein einheitliches und standardisiertes System zur Angabe des Feingehalts von Edelmetallen im Schmuck zu etablieren, um Klarheit und Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
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Warum gilt die DIN 1301-1 nicht für Edelsteine?
Die DIN 1301-1 befasst sich speziell mit der Bestimmung des Edelmetallgehalts in Schmuck und nicht mit der Bewertung oder Klassifizierung von Edelsteinen. Edelsteine haben ihre eigenen spezifischen Qualitätsmerkmale und Klassifizierungssysteme, die nicht in dieser Norm behandelt werden.
Die DIN 1301-1 wurde entwickelt, um den Feingehalt von Edelmetallen wie Gold, Silber und Platin in Schmuckstücken zu definieren und zu standardisieren. Sie legt fest, wie der Feingehalt gemessen und angegeben werden soll, um Verbrauchern eine klare und genaue Information über den Edelmetallgehalt eines Schmuckstücks zu geben.
Edelsteine hingegen werden anhand ihrer eigenen Eigenschaften wie Farbe, Reinheit, Schliff und Karatgewicht bewertet. Da Edelsteine und Edelmetalle unterschiedliche Materialien sind und unterschiedliche Bewertungskriterien haben, gelten spezifische Normen und Richtlinien für die Beurteilung und Klassifizierung von Edelsteinen, die unabhängig von der DIN 1301-1 sind.
Ein gutes Beispiel für die Unterschiede bei Karat
Das Gold wird in der Regel als 585 Gelbgold betitelt. Was international gerne als 14k oder 14 Karat betitelt wird. Die 38 Brillanten werden auch in Karat gewogen. Karat (engl. Carat) definiert das Gewicht eines Diamanten. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm und wird in 100 Punkte unterteilt. Ein sogenannter Halbkaräter wiegt demnach 0,1 Gramm und wird auch als 50 Punkter bezeichnet.
Grundsätzlich spricht man bei Karat-Gewichten unter 1 Karat von „Punkten“: beispielsweise von einem 75 Punkter für einen Stein mit 0,75 Karat.
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Das Karat-Gewicht gibt nicht, wie vielfach angenommen, unmittelbare Auskunft über die Größe eines Diamanten. Zwei Diamanten mit dem gleichen Karat-Gewicht können unterschiedlich groß erscheinen.
Faktoren, die die Größe beeinflussen:
- Tafel: Die Tafel stellt den sichtbaren Bereich des Diamanten bei der Draufsicht dar. Dies ist die häufigste Ansicht eines gefassten Diamanten.
- Tiefe: Ein besonders tiefer Stein wirkt meist kleiner als ein etwas flacherer. Ein großer Anteil des Gewichtes befindet sich bei tiefen Steinen im unteren Teil des Diamanten.
- Schliff: Je höher der Schliffgrad ist, desto mehr einfallendes Licht tritt über die Tafel wieder aus, desto schöner & intensiver funkelt & brilliert der Diamant. Und desto größer wirkt der Diamant für das menschliche Auge.
Steine mit niedrigeren Schliffgraden wirken demnach selbst bei gleichem Durchmesser der Tafel und gleicher Karatzahl immer kleiner als Steine mit höherem Schliffgrad. Es ist dadurch möglich, dass ein Stein mit kleinem Karat-Gewicht und weniger Tafeldurchmesser, aufgrund seines höheren Schliffgrades, größer wirkt, als ein größerer Stein mit niedrigerem Schliffgrad.
Obwohl die Größe des Diamanten nicht ausschließlich durch das Karat-Gewicht festgelegt wird, ist es doch ein wichtiger Faktor in der Bestimmung der Diamanten-Größe. Diese Frage stellen sich die meisten beim Kauf eines Diamanten. Leider gibt es keine allgemeingültige Antwort.
- Geschmack: Legen Sie mehr Wert auf die Qualität und das Feuer des Steins oder auf seine Größe?
- Fassung: Die Fassung eines Diamanten kann den Edelstein größer erscheinen lassen als er tatsächlich ist.
- Form: Die Form eines Diamanten kann einen Stein größer erscheinen lassen.
- Die Trägerin: Bei der Wahl des Karat-Gewichtes sollte die Trägerin des Diamanten bedacht werden. So sollte man bei Ringen das Karat-Gewicht in Abhängigkeit von der Handgröße wählen.
Das Karat-Gewicht ist das Kriterium welches den Wert eines Diamanten am stärksten beeinflusst. Umso schwerer ein Diamant, also umso mehr Karat, desto höher der Preis. Größere Diamanten sind seltener und gefragter als kleine Diamanten. Der Diamantenpreis steigt daher nicht proportional mit seinem Gewicht, sondern exponentiell. Das bedeutet, dass ein Einkaräter nicht doppelt so viel wie ein Halbkaräter, sondern ein Vielfaches davon kostet (bei ansonsten gleicher Qualität). Demzufolge ist der Preis eines großen Diamanten nicht nur aufgrund des höheren Gewichtes, sondern auch durch einen höheren Preis pro Karat, teurer.
Bei Diamanten gibt es “magische Schwellen“ bei denen es zu Preissprüngen kommt. Ein 1 Karat Diamant etwa kostet deutlich mehr als ein 0,95 Karat Diamant, obwohl der Unterschied in der Größe kaum sichtbar ist. So kann man teilweise bares Geld sparen, indem man einen Diamanten mit einem nur geringfügig geringeren Gewicht kauft.
Die Geschichte des Karat
Der Begriff Karat stammt vom griechischen Wort „Keration“ und der arabischen Bezeichnung „qirat“. Beide Ausdrücke bedeuten „Schote des Johannisbrotbaums“. Der Pflanzensamen wurde vor langer Zeit als Gewicht zum Wiegen von Gold und Edelsteinen genutzt. Es wurde lange Zeit angenommen, dass das Gewicht des Samens ungewöhnlich einheitlich sei. Forscher widerlegten diese Annahme. Im Jahr 1907 wurde dann schließlich Karat als offizielles, metrisches Maß für Edelsteine festgelegt.
Schon viele Jahrhunderte vorher kannten Menschen aber eine Methode zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen, die wahrscheinlich den Grundstein für diese Messmethode legte: Sie nutzten die Samen des Johannisbrotbaums als Gegengewicht. Die hörnchenförmigen Früchte des Johannisbrotbaums (Ceratornia siliqua) gaben so der römischen Gewichtseinheit Siliquia ihren Namen. Eine Siliquia entsprach in etwa 189 bis 192 Milligramm - also annähernd dem Gewicht unserer heutigen Maßeinheit von einem Karat.
Karat bei Gold
Neben der Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen wird die Bezeichnung Karat auch zur Angabe des Feingehalts von Gold verwendet. Da reines Feingold für die Schmuckverarbeitung zu weich ist, fügt man normalerweise Legierungspartner wie Silber oder Kupfer hinzu. Karat gibt an, wie viel reines Gold in einer solchen Goldlegierung vorhanden ist.
Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt. Der Feingehalt in Karat wird in x/24-Teilen angegeben. Einkarätiges Gold entspricht also einem 1/24 Gewichtsanteil Gold (= 4,167%). Eine hundertprozentige Reinheit (24/24) ist quasi ausgeschlossen, da mögliche Verunreinigungen nie ganz zu eliminieren sind. Statt der Bezeichnung "Karat" kann man die Reinheit von Goldlegierungen auch in 1/1000 Teilen angeben.
Verschiedene Karat-Werte und ihre Bedeutung:
- 24 Karat Gold: Ist das feinste Gold und besteht aus 99.9% Gold.
- 22 Karat Gold: Besteht aus etwa 91.6% Gold. Es ist ebenfalls sehr weich und weniger für Schmuck mit gefassten Steinen geeignet.
- 18 Karat Gold: Hat einen Feingoldgehalt von 75% und hat einen schönen, warmen Glanz.
- 14 Karat Gold: Besteht etwa zu 58.5% aus Gold und hat einen warmen gelben Ton.
- 8 Karat Gold: Hat einen Gehalt von 33.3% Feingold und eine hellgelbe Färbung. Es ist die günstigste Goldvariante, außerdem macht es die Legierung mit anderen Metallen härter und widerstandsfähiger als andere Goldarten.
In Deutschland gibt es für jeden Geschmack die passende Legierung. Nicht überall ist Gold gleich Gold. Unterschiedliche Länder definieren den Mindest-Reinheitsgrad, den ein Schmuckstück haben muss, um als Gold verkauft zu werden, verschieden. In Deutschland gilt für Goldlegierungen eine Mindestgrenze der Reinheit von 8 Karat. Das entspricht einer 333er Feinheit.
Diamantgröße vs. Karat
Es ist wie beim Menschen- allein vom Gewicht lässt sich nicht auf die Größe schließen. Vom Schliff, d.h. von Maßen und Proportionen, des Brillanten ist abhängig, ob sein Gewicht gleichmäßig verteilt ist. Da wir Diamanten meist von oben betrachten, spielt der Durchmesser (in rot) eine entscheidende Rolle. Ein schlecht geschliffener Brillant kann sein Gewicht in einem überproportional tiefen Unterteil verstecken und erscheint dadurch kleiner. Gleichzeitig kann ein Diamant auch zu flach geschliffen sein, wodurch er größer erscheint. Allerdings ist der Preis dafür mangelnde Brillanz und ein lebloses Erscheinungsbild.
Ein Einkaräter kann einen Durchmesser von ca. 5,75 bis 6,9 mm haben. Das Gewicht eines Diamanten und der Preis hängen stark zusammen. Generell werden Diamanten auf Gewicht geschliffen. Das heisst, der Diamantschleifer versucht soviel des teueren Rohmaterials zu erhalten wie möglich. Deswegen werden nicht alle Brillanten zu in den idealen Proportionen geschliffen, weil dadurch mehr Karatgewicht verloren geht.
Tatsächlich stehen oft in der gemeinsamen Lebensplanung noch weitere Ereignisse wie Kinder, Jubileen und andere Festlichkeiten an. Achten Sie neben dem Karatgewicht auf den Schliff. Dieser steht im direkten Zusammenhang mit Brillanz und Feuer - und damit mit der Schönheit des Brillanten. Ausgehend vom Rohdiamanten wird in der Regel auf Gewicht geschliffen, damit am Ende ein möglichst großer Diamant verkauft werden kann. Tatsächlich ist das oft mit einem Kompromiss verbunden, da ein besserer Schliff immer einen höheren Materialverlust bedeutet.
Karat-Werte beim Schmuckkauf beachten
Goldschmuck kaufen - Welche Karat-Zahl ist ideal?
Beim Kauf von Goldschmuck stellt sich oft die Frage nach dem optimalen Karat-Wert. Denn während 24 Karat den höchsten Reinheitsgrad hat, ist es für den Alltag wenig geeignet. Deshalb bietet 18 Karat eine perfekte Balance zwischen Reinheit und Haltbarkeit. Allerdings kann auch 14 Karat eine gute Wahl sein, da es robuster ist und dennoch einen hohen Goldanteil besitzt. So hängt die ideale Karatzahl von der gewünschten Optik, Haltbarkeit und dem Budget ab.
Diamanten kaufen - Karat und andere Qualitätsmerkmale berücksichtigen
Beim Diamantenkauf sind die „4 Cs“ entscheidend:
- Carat (Karat): Gewicht des Steins
- Cut (Schliff): Bestimmt die Brillanz
- Color (Farbe): Von farblos (hochwertig) bis gelblich
- Clarity (Reinheit): Je weniger Einschlüsse, desto wertvoller
Deshalb kann ein 0,75-Karat-Diamant mit exzellentem Schliff beeindruckender wirken als ein 1-Karat-Diamant mit mäßigem Schliff. Denn der Schliff beeinflusst, wie stark das Licht reflektiert wird und wie funkelnd der Diamant erscheint.
Wichtige Unterschiede zwischen Gold-Karat und Diamant-Karat
Ein häufiger Irrtum ist die Verwechslung von Gold- und Diamant-Karat. Denn während Karat bei Gold den Reinheitsgrad bestimmt, beschreibt es bei Diamanten das Gewicht.
Daher zeigt dieses Beispiel den Unterschied:
- Ein 18-Karat-Goldring besteht zu 75 % aus Gold.
- Ein 1-Karat-Diamant wiegt exakt 0,2 Gramm.
Deshalb ist das Wissen um diese Unterschiede essenziell, um den Wert eines Schmuckstücks korrekt einzuschätzen. So vermeiden Sie Missverständnisse beim Kauf von hochwertigen Gold- oder Diamantschmuckstücken.
Zusammenfassung
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Informationen zum Thema Karat zusammen:
| Merkmal | Gold | Diamant |
|---|---|---|
| Definition | Reinheitsgrad | Gewicht |
| Einheit | x/24 (z.B. 18 Karat = 75% Gold) | 0,2 Gramm |
| Bedeutung | Bestimmt den Goldanteil in einer Legierung | Bestimmt die Größe und den Wert des Diamanten |
