Vor ein paar Tagen ist mit The Undertaker einer der populärsten Wrestler überhaupt zurückgetreten. Grund genug, die Superstars dieses Sports Revue passieren zu lassen - und mit ihnen ihre Auftritte in Filmen und Serien.
Die Legenden des Rings
Kaum einer hat den Sport so geprägt wie Terry Bollea, keiner hat die Show konsequenter verkörpert. Dank dem «Hulkster» wurde Wrestling in den 80er-Jahren zum Phänomen, der stets sonnenstudiogebräunte Hüne mit dem gelben Trikot holte den Sport aus dem Mief der Provinz und rückte ihn ins globale TV-Scheinwerferlicht. Hulk Hogan verbrachte mindestens so viel Zeit im Ring wie auf der Sonnenbank.
Zweifellos der grösste Wrestler aller Zeiten, wortwörtlich. Der unter Riesenwuchs leidende André Roussimoff war mit seinen 2,44 Metern Körpergrösse ein Sinnbild für Wrestling als moderne Freakshow. Seine erfolgreiche Karriere als Wrestler und Popkultur-Ikone wie auch sein Kampf gegen Schmerzen, Einsamkeit und Sucht im Privatleben ist unter anderem im HBO-Film «Andre the Giant» eindrücklich dokumentiert - ein absolutes Must-see.
Als Filmstar ist Dwayne Johnson so erfolgreich, dass seine Wrestling-Karriere heute weit in den Hintergrund gerückt ist. Doch der Sohn eines hawaiianischen Profi-Wrestlers ist mitverantwortlich für den Boom des Sports in den 90er-Jahren; denn neben einer stupenden Technik brachte The Rock auch Coolness und Humor in den überdrehten Wrestling-Zirkus.
Fleischkolosse gehören zum Wrestling genauso dazu wie eingeölte Bodybuilder. Neben King Kong Bundy der wohl imposanteste Riese: The Big Show, der zu Beginn seiner Karriere als «Sohn von André the Giant» vermarktet wurde (was er natürlich nicht ist). Mit seiner Sitcom «The Big Show Show» auf Netflix war der sympathische 2,13-Hüne nicht ganz so erfolgreich, die Serie wurde kürzlich nach nur einer Staffel abgesetzt.
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Sicher nicht der allergrösste Wrestler, doch «Rowdy» Roddy Piper steht hier stellvertretend für alle skurrilen Figuren (The Iron Sheikh, George «The Animal» Steel, The Ultimate Warrior, der verrückte Mönch), welche die Wrestling-Szene vor allem in den 80ern und 90ern bevölkerten. Plus: Der cholerische «Schotte» - tatsächlich war Piper Kanadier - war der Erste, der lange vor The Rock und Co. eine Hauptrolle in einem ernst zu nehmenden Hollywoodfilm ergatterte. Roddy Piper war ein quasi Vorreiter für The Rock und alle anderen Wrestler, die zu Schauspielern wurden.
Neben Rick Flair der Wrestler mit der beeindruckendsten Karriere. 30 Jahre lang stand der Totengräber im Ring, seinem Image als stoischer Gruselpapst blieb er durchgehend treu. Am vergangenen Wochenende hatte der «Deadman» seinen letzten grossen Auftritt im Rahmen von «Wrestelmania 36».
Als Superstar der «Attitude»-Ära steht John Cena für das Wrestling seit der Jahrtausendwende. Cena war 16-mal WWE und World Champion; inzwischen versucht sich der Autonarr - mit «Auto Geek» hatte Cena sogar eine eigene Webserie über Autos - wie sein Vorbild The Rock vor allem in Hollywood. John Cena flext gerne mal seinen Bizeps. Mittlerweile ist er auch zum Schauspieler mutiert und macht dies nicht mal schlecht.
Top 11 der besten Wrestler
Das Ranking basiert in erster Linie auf persönlichen Vorlieben. Einwände dagegen prallen ab wie ein Elbow Slam von Mr. Perfect an Yokozuna.
11 Stone Cold Steve Austin
«And that's the bottom line, because Stone Cold said so.» Will heissen: Was Steve Austin sagt, das gilt, denn er hat es ja gesagt. Der Texaner gehörte zu den populärsten Wrestlern, wo er hinkam, lagen die Fans dem Dosenbier trinkenden Glatzkopf zu Füssen.
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«Sprich über Psalme, sprich über Johannes 3,16 … Austin 3,16 sagt: ‹Ich habe dir den Arsch aufgerissen!›»
Steve Austin - nach einer Änderung seines Namens heisst er auch im echten Leben so - gewann drei Mal die Royal Rumble und trat 2003 zurück. Seither ist «Stone Cold» nur noch in Nebenrollen mit dem Wrestling verbunden, tritt dafür regelmässig in Filmen auf.
10 Yokozuna
Angekündigt als japanischer Sumo-Ringer, war Rodney Agatupu Anoa'i ein Amerikaner samoanischer Abstammung, geboren und aufgewachsen in Kalifornien. Er war über 300 Kilogramm schwer - für einen Koloss dieser Postur aber erstaunlich beweglich. Wovor wir als Buben immer Angst hatten: Dass Yokozuna mit seinem fetten Hintern auf uns springt, wenn wir am Boden liegen.
Yokozuna wurde nur 34 Jahre alt. Im Herbst 2000 erlitt er in Liverpool während einer Wrestling-Tour einen Herzinfarkt.
9 Bret «The Hitman» Hart
Kaum ein anderer Wrestler hatte technisch so viel drauf wie der Kanadier. Der «Hitman», der auf dem Weg zum Ring gerne seine Sonnenbrille einem Kind schenkte, war ein Publikumsliebling. Legendär war der «Montreal Screwjob», mit dem Bret Hart von WWF-Boss Vince McMahon hintergangen wurde. Ein Match zwischen Hart und seinem Rivalen Shawn Michaels sollte mit der Disqualifikation beider Kämpfer enden, doch der Ringrichter liess Michaels gewinnen. Hintergrund war, dass Bret Harts Abgang zur WCW bereits feststand.
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Noch viel dramatischer endete ein Fight zwei Jahre später. Owen Hart, sein jüngster Bruder, kam bei einem missglückten Stunt ums Leben. Er hätte sich von der Hallendecke zum Ring abseilen sollen und stürzte rund 24 Meter in die Tiefe. Besonders tragisch: Die Zuschauer glaubten, das gehöre zur Show. Bruder Bret erlitt nach seinem Rücktritt einen Schlaganfall nach einem Sturz mit dem Velo, er erkrankte an Prostatakrebs - und war Mitgründer des WHL-Eishockeyteams Calgary Hitmen, dem er seinen Kampfnamen lieh.
8 «The Million Dollar Man» Ted DiBiase
Wenn jemals eine Rolle klar definiert war, dann diese: Ted DiBiase spielte das Arschloch in Person. Der arrogante Multimillionär steckte Menschen Nötli zu, wenn sie für ihn bellten und gewann er ein Match, stopfte er dem Gegner Geldscheine in den Mund. Dass sein Bodyguard Virgil oft in Kämpfe eingriff, machte ihn ebenfalls zum Buhmann.
Ende der 90er-Jahre fand der heute 64-jährige «Million Dollar Man» zu Gott und gründete eine christliche Wrestling-Liga. DiBiase gehört einer Wrestling-Dynastie an, schon Mutter und Stiefvater kämpften im Ring. Später war auch sein Sohn Ted DiBiase junior ein WWE-Star.
7 «Hacksaw» Jim Duggan
Wenn Amerika etwas liebt, dann sind es Patrioten und der «Hacksaw» war der grösste Patriot von allen. Wenn er mit einer Holzlatte in der einen Hand und einer US-Flagge in der anderen den Ring betrat, brüllte er: «Hooooo!» und das ganze Stadion skandierte laut: «U! S! A! - U! S! A!» Legendär wie er bei Wrestlemania III den Russen Nikolai Volkoff (der eigentlich Jugoslawe war) beim Singen der Sowjethymne unterbrach. 1988 war er der erste Sieger einer Battle Royal anlässlich von Royal Rumble.
Ein Vermögen scheint der heute 64-jährige Publikumsliebling nicht angespart zu haben. 2013 sammelte er via Crowdfunding Geld, um eine Schulter-Operation zu bezahlen. Er nahm 10'396 Dollar ein, 6500 Dollar waren sein Ziel.
6 The Undertaker
Erklingt in der Arena der Gong, gibt's für die Fans kein Halten mehr: ER kommt! Ein düsterer Bestatter, der seine besiegten Widersacher in einen Sarg verfrachtet und begleitet wird von einem freakigen Manager mit Urne unter dem Arm - ein wenig seltsam, dass der Undertaker bei den Anhängern so beliebt ist. Vielleicht waren seine vielen Erfolge der Schlüssel dazu, meist erreicht mit dem Tombstone Piledriver, seinem spektakulären Finishing Move. Der Undertaker blieb zwischen 1991 und 2014 in 21 Kämpfen bei Wrestlemania unbesiegt - eine unerreichte Erfolgssträhne.
Dass Kane sein Bruder ist, haben die Wrestling-Bosse bloss erfunden. Real ist, dass Undertaker Mark Calaway mit der ehemaligen Wrestlerin Michelle McCool verheiratet. Er selber steht auch mit 53 Jahren noch im Ring.
5 Jake «The Snake» Roberts
Der Texaner war berühmt dafür, dass er seine Schlange mit zum Ring nahm. Gewann er den Kampf, liess er das Tier aus dem Sack und über den Gegner kriechen - ein Moment, der uns als Buben jedes Mal das Blut in den Adern gefrieren liess. Doch genau deshalb hofften wir stets, dass «The Snake» gewinnt. Er gilt als Erfinder des Finishingmoves DDT, welcher später zum coolsten Manöver aller Zeiten gewählt wurde.
Die WWE bezahlte Jake Roberts 2007 einen Alkoholentzug, doch dieser war nicht erfolgreich. Er soff weiter und nahm stark zu, ehe er dank Hilfe des Ex-Wrestlers Diamond Dallas Page wieder trocken wurde und abspeckte. 2014 wurde dem mittlerweile 63-Jährigen ein Krebstumor aus dem Knie entfernt.
4 André the Giant
André René Roussimoff wuchs als Sohn bulgarischer Eltern in Frankreich auf. Mit 17 Jahren war er schon 2,08 m gross, schliesslich wuchs er noch bis auf 2,13 m. Sein verlorener Kampf gegen Hulk Hogan bei Wrestlemania III im Pontiac Silverdome vor offiziell 93'173 Fans gilt als eines der besten Matches der Geschichte. Er war ein schwerer Alkoholiker: Ric Flair erzählte einmal, wie André The Giant an einem Abend in Charlotte exakt 106 Biere getrunken habe.
Der sympathische Gigant schlief im Januar 1993 für immer ein. Er starb 46-jährig an Herzversagen. Weil in Frankreich kein Krematorium gross genug war, musste sein Leichnam in die USA überführt werden. Noch im Jahr seines Todes wurde André the Giant als erster Wrestler in die Hall of Fame aufgenommen.
3 The Ultimate Warrior
Der mysteriöse Krieger mit seiner wilden Gesichtsbemalung, dessen Herkunft angeblich unbekannt war, hiess Jim Hellwig, stammte aus Indiana und war gelernter Chiropraktiker. Auch im Ring liess er die Knochen seiner Gegner knacken. Technisch galt er jedoch als sehr limitiert.
Der letzte Krieger wurde 54 Jahre alt. Er starb 2014 an einem Herzinfarkt. Am 5. April war er in die Hall of Fame aufgenommen worden, am 6. April hatte er kurzen Auftritt bei Wrestemania XXX, am 7. April einen bei RAW und am 8. April war «The Ultimate Warrior» tot.
2 Hulk Hogan
DIE Legende - «The Real American» ist der wahrscheinlich berühmteste Wrestler der Geschichte. Hulk Hogan, der in seinem Leben vermutlich mehr gelbe Shirts zerrissen hat als irgendein anderer Mensch auf diesem Planeten, gewann alles, was es zu gewinnen gab. Und das bloss deshalb, weil er zum Frühstück täglich zehn Eier verputzte.
Terry Bollea war auch Schauspieler (u.a. Rocky III, A-Team, Baywatch) und Hauptdarsteller der Reality-Soap «Hogan Knows Best». Hogan wurden 115 Millionen Dollar zugesprochen. 2015 warf ihn die WWE raus, nachdem er auf einem anderen Video rassistische Äusserungen von sich gab. Er war mehrfacher WWF Champion, wurde 1987 «King of the Ring» und gewann 1995 eine Battle Royal mit 60 Teilnehmern. Oh yeah!
WWE heute
Die World Wrestling Entertainment (WWE) ist die grösste und professionellste Ringkampfunternehmen der Welt. Die WWE-Turniere werden nach einem Drehbuch und mit einer Story versehen und die Kämpfe werden choreographiert. Obwohl es für die meisten Leute "gefälscht" ist, bietet die WWE eine reine Form der Wrestling-Unterhaltung. Es ist übrigends trotzdem sehr gefährlicher an diesen Kämpfen teilzunehmen.
Vincent K. Er nutzte interessanterweise die gesamten Gewinne aus den Werbe- und TV-Deals, um die Wrestler aus den anderen Verbänden anzulocken. Ein sehr cleverer Schachzug von McMahon!
Die WWE hat seit dann viele Ressourcen für die weltweite Bewerbung der Marke und die Gründung des WWE Network eingesetzt. Die Organisation fing an Live-Veranstaltungen auf der ganzen Welt abzuhalten und sich noch stärker auf Fernseh- und Filmproduktionen zu konzentrieren. Die WWE hat heutzutage über 140 Wrestler und führt jährlich über 500 Veranstaltungen in mehr als 150 Ländern durch.
