Die Kampfkunst des Tang Soo Do ist relativ modern, jedoch deren Ursprung reicht viele Jahrhunderte zurück. Korea hat eine lange Geschichte in der Zivilisation. Wie alle alten Zivilisationen war es periodisch in militärische Aktionen verwickelt.
Während des vierten Jahrhunderts A.D. führten Wandermönche den Buddismus in Korea ein. Einige von ihnen waren auch zum Schutz ihrer selbst mit den Kampfkünsten vertraut. Die Silla Dynastie (668-935 A.D.) war ein Zeitraum in dem sich die Kampfkünste schnell in Korea verbreiteten. Das Königreich Silla war eines der drei Königreiche in Korea. Es erstreckte sich im südöstlichen Teil Koreas. Es war berühmt für die militärische Kampfkraft seiner jungen Kriegerklasse, dem Hwa Rang.
Mit Beginn der Yi Dynastie (1390-1907 A.D.) erschien das erste und bedeutendste Buch Koreas über die Kampfkünste, das ‚Moo Yei Do Bo Tong Ji‘ und der Begriff ‚Soo Bahk Do‘ (Weg des Handkampfes) wurde allgemein benutzt. Während der japanischen Besetzung (1907-1945) war die Ausübung nationaler Kampfkünste verboten. Nach der Befreiung Koreas 1945 wurde das Moo Duk Kwan (Institut der Kampf- Tugenden) und vier weitere Kampfkunstschulen gegründet. Gleichzeitig wurden vier weitere Kampfkunstschulen eröffnet: Chung Do Kwan, Chang Moo Kwan, Song Moo Kwan und Yun Moo Kwan. In diesen Schulen wurden Kampfkünste wie Kong Soo Do, Kwon Bop, Hwa Soo Do und Tae Soo Do gelehrt.
Nach der Befreiung Koreas 1945 kehrten die Exilkoreaner nach Korea zurück und brachten die Kampfkünste mit, die sie in anderen Ländern erlernt hatten. Meister, die in anderen Ländern (China, Japan und Okinawa) Kampfkünste studiert hatten, kehrten nach Korea zurück und vermischten diese mit den Fußtechniken des Taekkyon, um neue koreanische Kampfkunststile zu schaffen, die nicht nur die einzelnen Koreaner, sondern auch das Land selbst schützen sollten.
Noch 1965 lehrte Hong-Hi Choi neben seinen eigenen Formen auch Shorin-Ryu und Shorei-Ryu. Die nächste Generation von Ausbildern löste dieses Dilemma, indem sie eine Wettkampfmethode entwickelte, die sich radikal von der japanischen unterschied. Dies machte Taekwondo einzigartig und unterschied es vom japanischen Karate.
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Als die einheimischen Künste und die japanischen Künste in Korea an Popularität gewannen, entstanden in Korea mehrere Kwans (Schulen), die japanisch beeinflusste Kampfkünste lehrten.
Der „Moo-duk-kwan“ (Trainingshalle für militärische Tugenden) wurde am 9. November 1945 von Hwang Kee (alias Ki-Chang Hang) gegründet. Die Sitten des Moo Duk Kwan waren die stärksten unter den ersten fünf großen Kwans.
Obwohl jeder dieser Kwans behauptete, traditionelles Taekkyon zu lehren, betonte jeder einen anderen Aspekt des Subak/Taekkyon, und es entstanden verschiedene Namen für jeden Kampfstil. Zwischen den Kwans bestand eine Rivalität um die Kontrolle der koreanischen Kampfkünste. Meinungsverschiedenheiten zwischen den Kwans verhinderten viele Jahre lang die Bildung einer zentralen Regulierungsbehörde.
Im Juli 1946 trafen sich die Großmeister Won Kuk Lee (Chung-do-kwan), Byung Jick Noh (Song-moo-kwan), Sang Sup Chun (Yun-moo-kwan) und Byung In Yoon (YMCA kwon), um über die koreanischen Kampfkünste und eine mögliche Vereinigung zu diskutieren.
Großmeister Hwang Kee, der Tang Soo Do entwickelte, ist ein ungewöhnlicher Kampfkunstexperte. Bereits im Alter von 22 Jahren erreichte er schon die Meisterschaft in Soo Bahk Do sowie auch in Tae Kyun. Nach seiner Rückkehr gründete er 1945 in Seoul/Korea die Schule des Moo Duk Kwan, in der er die von ihm entwickelte Kampfkunst des Tang Soo Do unterrichtete. Es ist eine Schule der Brüderlichkeit und eine Schule zur Vermeidung von inneren und äußeren Konflikten. Sie dient zur Entwicklung von Tugenden entsprechend einer ‚ehrenwerten Hand‘. Sie ist keine Sportart. Obgleich sie grundsätzlich nicht Wettkampf orientiert ist, hat sie viele Anwendungen für den Zweikampf. Sie ist eine klassische Kampfkunst und ihr Zweck ist es, jeden Aspekt seines Selbst entsprechend zu entwickeln, um eine reife Persönlichkeit zu schaffen, die in sich Intellekt, Körper, Emotionen und Geist vereint.
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Moo Duk Kwan und Chi Do Kwan gründeten später 1960 den koreanischen Soo Bahk Do Verband zum Studium und zur Übung der traditionellen koreanischen Kampfkünste.
Das chi do kwan und das moo duk kwan trennten sich von der KTA und gründeten die Korean Soo Bahk Do Association, die jedoch ohne staatliche Ünterstützung nur wenige Instruktoren halten konnte.
Nach Beendigung der japanischen Besatzung kehrten viele Exil-Koreaner mit Kenntnissen in Judo, Karate und anderen Kampfkünsten in ihre Heimat zurück. Abhängig von den eigenen Vorkenntnissen und der Zielsetzung wurden nach 1945 die fünf bedeutensten Schulen (= Kwans) gegründet. Diese waren:
- Chung Do Kwan (Begründer: Lee Won Kuk/gegr. 1945), Stilrichtung: Tang Soo Do (die ersten Schwarzgurte waren: Nam Tae Hi, Han Cha Kyo, Jhoon Rhee/vergleiche ITF)
- Ji Do Kwan (Begründer: Chun Sang Sup/gegr. 1945), Stilrichtung: Kong Soo Do
- Moo Duk Kwan (Begründer: Hwang Kee/gegr. 1945), Stilrichtung: Tang Soo Do
- Chang Moo Kwan (Begründer: Yoon Byung In/gegr. 1946), Stilrichtung: Kwon Bup Bu
- Song Moo Kwan (Begründer: Ro Byung Jik/gegr. 1946), Stilrichtung: Karate
Aus diesen Schulen entwickelten sich unzählige Splittergruppen (in den 50iger Jahren gab es ca. 40 Gruppen), von denen Oh Do Kwan (Begründer: General Choi Hong-Hi und Nam Tae Hi/ gegr. 1953, Stilrichtung: Karate und Tang Soo Do), Jung Do Kwan (Begründer: Lee Wong Woo/gegr.1954, Stilrichtung: Tang So Doo), Han Moo Kwan (Begründer: Lee Kyo Yoon/gegr. 1956, Stilrichtung: Tang Soo Do) und Kang Duk Won (Begründer: Hong Jong Pyo und Park Chul Hee/gegr. 1956, Stilrichtung: Kwon Bup Bu) als bedeutende zu nennen sind.
1949 demonstrierte er Taekgyon in Fort Riley/Kansas und die koreanischen Kampfkünste gewannen an Ansehen. Doch im anschließenden koreanischen Bruderkrieg (1950-1953) starben viele Meister des Taekgyon, da sie in der ersten Frontlinie kämpften.
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