Gewalt ist keine Lösung, nie! Leider kommt es aber im Alltag, in Beziehungen, auf Reisen und Co. 2021 gab es 5,05 Mio. Straftaten, davon rund 0,5 Mio. Uns geht es nicht darum Angst zu verbreiten. Mir möchten Betroffenen Mut machen und dafür sorgen, dass Menschen in Notsituationen besser reagieren können.
Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum. Ihr fragt euch sicher, welche Kampfsportart passt zu mir?
Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter bzw. Altersgruppen.
Die meisten Kampfsportarten sind in Asien entstanden, es gibt aber auch neuere Stilrichtungen bspw. Je nach Kampfsportart liegt der Fokus auf dem Kampf mit Waffen, Verteidigung, mentaler Stärke etc. Kampfsportvereine gibt es auch in eurer Stadt.
Als Anfänger startet man nicht mit Wettkampfsport und auch nicht im Vollkontakt. Daher müsst ihr keine Sorgen oder Ängste haben.
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Faktoren bei der Wahl der richtigen Kampfsportart
Es gibt einige wichtige Aspekte, die man beachten sollte, wenn man eine Kampfsportart zur Selbstverteidigung auswählt:
- Zunächst einmal müsst ihr wissen, dass Kampfsportarten teilweise andere Zielstellung haben: Verteidigung (für das Militär oder Bevölkerung), sportliche Ertüchtigung oder Training des Geistes/ Konzentration.
- Manche Kampfsportarten sind härter als andere: Kickboxen und MMA sind sehr hart, Tai Chi hingegen ist auf sanfte Abläufe ausgelegt. Und habt keine Sorge, bei einer Anfängergruppe im Kickboxen schlägt man sich nicht sofort die Zähne ein.
- Probieren geht über studieren - nehmt an einem Probetraining teil: Es ist sehr empfehlenswert ein paar Schnupperkurse zu besuchen und sich einen Einblick zu verschaffen. Denn das Umfeld, eure Trainingspartner und der Trainer machen sehr viel aus. Sie entscheiden maßgeblich über den Erfolg.
➡️ Überlegt euch auch zunächst was euer Ziel ist.
Wie schwer ist welche Kampfsportart?
Wie komplex ist die jeweilige Kampfsportart zu erlernen, weichen die Bewegungsabläufe stark vom Alltag ab? - Grundsätzlich werden bei allen Kampfsportarten intuitive Bewegungsabläufe gelehrt und gesucht.
- Hervorzuheben sind hierbei ggf. Krav Maga, Sambo und ggf. Kickboxen. Denn diese Kampfsportarten wurden teilweise vom Militär entwickelt, mit dem Ziel, dass die Techniken schnell zu vermitteln und zu erlernen sind.
Es gibt auch Kampfstile, die Jahrelange Übung erfordern. Bzw. Wie lange muss man Kampfsport üben bis man ihn beherrscht?
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In welcher Zeit lassen sich Grundtechniken erlernen und wie lange dauert es bis man die Sportart „beherrscht“.
- Die Grundbewegungen, -schläge, -tritte, -würfe und Hebel lassen sich bei allen Sportarten innerhalb von 12 Monaten erlernen. Vorausgesetzt, das Training wird zweimal die Woche besucht.
- Bis ihr allerdings schwierige Kicks gut beherrscht, vergehen Jahre.
Wie effektiv sind die einzelnen Kampfsportarten?
Kann die Kampfsportart im Ernstfall helfen sich gegen einen oder mehrere Gegner zur Wehr zu setzen.
- Hier schneiden letztendlich alle Kampfsportarten gut ab. Denn ihr Hintergrund ist die Verteidigung.
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- Davon ausgenommen sind nur sehr wenige, wo es eher um Fitness und Beweglichkeit geht (bspw.
Wie viel Kondition braucht man für Kampfsport?
Wie viel Fitness ist notwendig, um die Kampfsportart auszuüben und wie wirkt sich das Training auf das Fitnesslevel aus.
- Wer schon einmal einen Trainingskampf hatte, weiß wie anstrengend das ist. Daher ist der Konditionspunkt ein wichtiger Faktor. Auch zur Selbstverteidigung ist es sehr sinnvoll eine gewisse Fitness mitzubringen.
- Das Gute an allen klassischen Kampfsportarten ist die Erhöhung der Fitness.
Wie hoch ist der Kraftbedarf bei Kampfsportarten?
Ist die Kampfsportart auch ohne hohen Kraftbedarf zu erlernen bzw. auszuüben - bzw. wie wirkt sich das Training auf das Training der Muskelkraft aus.
- Kampfkünste die explizit die Kraft des Gegners nutzen, um sie gegen diesen einsetzen sind für körperlich schwache Menschen gut geeignet. Das ist beispielsweise Judo sowie Jiu Jitsu.
- Aber auch sehr effektive Kampfsportarten gleichen diesen Faktor aus, so ist auch Krav Maga oder Sambo eine gute Wahl.
- Beim Training werdet ihr natürlich an Fitness zulegen. Allerdings werdet ihr dadurch nicht unbedingt Muskelpakete. Daher könnt ihr euer Kampfsport-Training noch um ein Muskeltraining ergänzen.
Es ist jedoch selten entscheidend, wie viel Kraft ihr habt.
Wie beweglich sollte man für Kampfsport sein?
Die Anforderungen an die Beweglichkeit variieren innerhalb der Kampfsportarten mitunter erheblich. Das betrifft in erster Linie die Beweglichkeit für Würfe oder auch Fußtritte.
- In jeder Kampfsportart existieren beim Training für Fortgeschrittene Tritttechniken, die ein hohes Maß an Beweglichkeit erfordern.
- Jedoch kann das Anfängertraining auch mit geringer Beweglichkeit absolviert werden.
Top-Kampfsportarten für Selbstverteidigung
Hier ist eine Liste von Kampfsportarten, die sich besonders gut zur Selbstverteidigung eignen:
- Krav Maga: Ein modernes Selbstverteidigungssystem, das für das israelische Militär entwickelt wurde. Es konzentriert sich auf schnelle und instinktive Reaktionen, um den Angreifer schnell zu neutralisieren und zu entkommen.
- MMA (Mixed Martial Arts): Kombiniert Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten wie Boxen, Kickboxen, Judo und Ringen. Es bietet eine umfassende Ausbildung im Stand- und Bodenkampf.
- Wing Tsun: Eine chinesische Kampfkunst, die sich auf effektive Selbstverteidigungsprinzipien konzentriert. Es wurde entwickelt, um es einer Person mit körperlicher Unterlegenheit zu ermöglichen, sich erfolgreich gegen einen stärkeren Gegner zu verteidigen.
- Ju Jutsu: Ein modernes Selbstverteidigungssystem aus Deutschland, welches auf verschiedenen japanischen Kampfkünsten basiert. Es setzt sich zusammen aus Karate, Judo, Aikido und Jiu-Jitsu. Neben dem Aspekt der Selbstverteidigung wird es auch Kampfkunst unterrichtet und bietet verschiedene Disziplinen für Wettkampfsport.
Weitere erwähnenswerte Kampfsportarten
- Jeet Kune Do
- Systema
- Alpha Combat System
- Atemi Combat System
- Bojuka
- Close Quarter Combat Systems (CQCS)
- Combat Hapkido
- Esdo (European Selfdefence Organization)
- Hashita
- Keysi Fighting Method
- Komak
- Modern Arnis
- Pencak Silat
- Taiho Jutsu
- US Army’s Modern Army Combatives Program
Die Bedeutung von Situationsbewusstsein und Deeskalation
Wie schon zuvor erwähnt, können nicht-physische Techniken wie Vermeidung und Deeskalation in Selbstverteidigungssituationen wirksam sein. Wer echte Selbstverteidigung lehrt, oder erlernen will, muss Wert darauflegen, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und Deeskalationstechniken anzuwenden. So kann das vollständige Vermeiden gefährlicher Situationen eine wirksame Selbstverteidigungsstrategie sein. Sich der eigenen Umgebung bewusst zu sein und potenziell gefährliche Situationen zu vermeiden, kann die Notwendigkeit körperlicher Selbstverteidigungstechniken verhindern. Darüber hinaus können Deeskalationstechniken dazu beitragen, eine Eskalation körperlicher Auseinandersetzungen zu verhindern, was die Verletzungsgefahr verringern kann.
Die Rolle von Waffen und Alltagsgegenständen
Der Einsatz von Selbstverteidigungsmitteln wie Pfefferspray, laute Pfeifen oder elektronischen Personenalarmen kann in Selbstverteidigungssituationen wirksam sein. Pfefferspray ist eine starke Selbstverteidigungswaffe, die einen Angreifer außer Gefecht setzen kann, sodass das Opfer fliehen oder Hilfe suchen kann.
Kampfsport und Gesundheit
Menschen verfolgen mit Kampfsport in der Regel zwei Ziele: Sie möchten ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung steigern und ihre körperliche Fitness verbessern. Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition.
Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken. Die Rituale für Achtsamkeit, die Teil traditioneller asiatischen Kampfkünste sind, fördern die Selbstachtung und die Wertschätzung des Gegenübers. Eine neuere Studie liefert Hinweise darauf, dass Menschen, die japanische Kampfkünste über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausüben, zufriedener und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Außerdem lassen sich mit Kampfsportarten Aggressionen zielgerichtet abbauen. Und schließlich verleiht Kampfsport Sicherheit. Das Wissen, sich bei Gefahr angemessen verteidigen zu können fördert die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein.
Die beste Selbstverteidigung
"Die beste Selbstverteidigung ist unsichtbar zu sein und die Zweitbeste ist Ving Tsun." So die Aussage von Wong Shun Leung, dem besten und kampferfahrensten Ving Tsun Schüler von Ip Man.
Diese Aussage teile ich mit Meister Wong, auch und vor Allem aus eigener Erfahrung, vollkommen. Zum besseren Verständnis, hier meine Erklärung des „unsichtbar seins“.
Der Begriff „Selbstverteidigung“ und vor allem, wenn es um realistischen, praktischen und anwendbaren Selbstschutz und Schutz der Familie geht, zählen nicht nur erprobte Kampftechniken und die physische Kampferfahrung. Meiner Meinung nach zählen vor allem ein gutes Situationsbewusstsein und ein 100%-iges Selbstbewusstsein eine sehr große Rolle.
Unsichtbar zu sein, bedeutet eine Situation, eine potenzielle Gefahr, rechtzeitig zu erkennen und diese zu vermeiden; also erst gar nicht hineingeraten. Bin ich mir bestimmten Situationen bewusst und kann ich Gefahren rechtzeitig erkennen, kann ich sie auch vermeiden; meistens zumindest. Somit bleibe ich für die möglichen Angreifer eben „unsichtbar“, da ich mich gar nicht erst in eine, möglicherweise gefährliche Situation, begeben habe.
Das heißt aber nicht, dass man sich nur auf das „unsichtbar sein“ fokussieren soll, denn wenn man doch in eine gefährliche Situation geraten sollte, ist Deeskalation eine weitere Möglichkeit. Funktioniert das Deeskalieren nicht, oder fehlt die Gelegenheit dazu, muss man sich letztendlich, auch physisch wehren können.
Die beste Selbstverteidigungsstrategie ist eine Kombination aus Situationsbewusstsein, Menschenkenntnis, guter Rhetorik, sowie verschiedenen Kampf- Techniken und Taktiken.
Lernen, Trainieren und beherrschen dieser Fähigkeiten kann Dein Leben und das Deiner Familie retten. Letztendlich gibt es keine Garantie, nicht von Außerhalb und auch nicht durch Deine Fähigkeiten. Aber durch das Training, steigerst Du enorm Deine Überlebenschancen.
Du wirst selbstbewusster, sicherer, bekommst eine positive Ausstrahlung und wirst kaum, bis nie als Opfer angesehen und falls doch, wird sich zeigen, wie gut und regelmäßig Du Dein Selbstverteidigungstraining praktizierst.
Welche Kampfkunst ist nun wirksam in der Selbstverteidigung?
Körperliche Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten wie z.B. Boxen können im Falle einer körperlichen Konfrontation eine wirksame Selbstverteidigung sein.
Ich habe hier nur ein paar der aktuell bekanntesten Kampfarten genannt, die heute von vielen Interessierten, Laien und Amateuren, als gute Methoden zur Selbstverteidigung gesehen werden.
Dabei vergessen (oder wissen es überhaupt nicht) die meisten Menschen, dass ursprünglich alle Kampfkünste, ob nun ziviler- oder militärischer Art, für den echten Kampf um Leben und Tod, entwickelt worden sind. Also um sich, seine Familie, Freunde, Besitz und Land zu schützen.
Erst durch die „Versportlichung“ wurden effektive Kampfkünste zur Selbstverteidigung, uneffektiv, bzw. weniger geeignet für realistische Selbstverteidigung.
Selbstverständlich können Kampf-Sportler einem „Otto-Normalverbraucher“ überlegen sein, aber schon bei einem „Otto-Normalschläger“, schätze ich die Chancen auf 50/50 und um einiges weniger gegen einen Profi-Schläger.
In den meisten Kampf-Sport-Schulen werden eben „Wettkampftechniken“, die faire sportliche Regeln beinhalten, trainiert und die Selbstverteidigungstechniken entsprechen selten bis nie realen Szenarien. Vollkontakt-Kampfsportler, haben meist gute „Nehmer-Qualitäten“, was von Vorteil ist. Trotzdem sind die meisten Kampfsportler in einer echten Gefahrensituation, völlig überfordert, agieren und reagieren unzureichend oder völlig falsch.
Zum nicht unwesentlichen Teil, hängt die beste Kampfsportart zur Selbstverteidigung, von der praktischen Erfahrung des Lehrers (Straßenkampf, spezielle militärische Ausbildung, Kriegseinsatz, sonstige Schlägereien, o.ä.), und von den persönlichen Vorlieben und den eigenen körperlichen Fähigkeiten des Trainierenden ab. Dabei spielt der Name der Kampfkunst (Karate, Jiu Jitsu, Kung Fu, Ving Tsun, …) oder eines militärischen Nahkampfsystems (Krav Maga, Systema, mil. Close Range Combat, …) keine Rolle.
Für mich ist Kampfkunst gleich Selbstverteidigung, Kampfkunst wie sie früher unterrichtet wurde.
Leider ist aber, ähnlich wie bei den Kampfsportschulen, auch hier der ursprüngliche Sinn verloren gegangen. Viele verstehen das Wort Kunst - in Kampfkunst -, als etwas „künstlerisches“, zwar schön anzusehen, aber nicht anwendbar in der Praxis. Das ist traurig, denn Kunst kommt von Können, den Kampf beherrschen, und zwar in einem so hohen Maße, dass es wie ein Kinderspiel, leicht und anmutig, für Außenstehende aussehen muss.
Kann man einen Kampfsport zuhause erlernen?
Nein, eher nicht. Sicherlich könnt ihr eure Fitness verbessern und Grundtechniken zur Abwehr und zum Angriff üben.
- Fehler in der Stellung und Lücken in der Abwehr werdet ihr allerdings nicht bemerken.
