Mit "Karate Kid: Legends" startet nach 15 Jahren endlich wieder ein Karate Kid-Film im Kino. Der Film verbindet die klassische „Karate Kid“-Reihe um Daniel LaRusso (Ralph Macchio) mit dem Reboot von 2010, in dem Mr. Han (Jackie Chan) als Kung-Fu-Lehrer auftrat.
Kinostart und FSK-Freigabe
Ende Mai 2025 startete hierzulande der neue Teil der „Karate Kid“-Reihe. Im Kino erscheint der Film am 29. Mai 2025. Der Film wurde von der FSK ab 12 Jahren freigegeben.
Was bedeutet die FSK 12 Freigabe?
Schon im Trailer kann man erahnen, wieso der Film ab 12 freigegeben wurde. In den „Karate Kid“-Filmen geht es bekanntlich um Kampfkunst, Turniere und auch Kämpfe auf der Straße. Die körperlichen Konflikte beinhalten natürlich auch ein gewisses Maß an Gewalt, das nicht für eine jüngere Zielgruppe geeignet ist. Da die Figuren jedoch als klar positiv und negativ konnotiert werden und die Helden sich in der Regel selbst verteidigen und nicht als Aggressor auftreten, wurde der neue Teil ebenfalls mit einer FSK-Freigabe ab 12 Jahren eingestuft.
Tatsächlich gibt es eine Möglichkeit für jüngere Zuschauer*innen, den Film im Kino zu genießen. Hierfür gibt es eine „PG-Regelung für die Freigabe ab 12 Jahren“. Diese Parental-Guidance-Regelung erlaubt es Kindern ab sechs Jahren, Kinofilme mit einer Freigabe ab 12 zu besuchen. Voraussetzung dafür ist, dass ein Elternteil oder eine erziehungsbeauftragte Person sie dabei begleitet.
Eltern haben die Möglichkeit, den aktuellen Entwicklungsstand ihres Kindes einzuschätzen und können helfen, die Geschehnisse auf der Leinwand einzuordnen. Diese Regelung gilt ausschließlich für die Filme mit FSK-Freigabe ab 12 Jahren. Da die Entwicklung von Kindern zwischen sechs und 16 Jahren sehr individuell verlaufen kann, ist es durch diese Sonderregelung möglich, dass Eltern besser auf die Bedürfnisse und Fähigkeit zur Verarbeitung eingehen können und auch Kinoerlebnisse mit der ganzen Familie möglich werden. Somit können auch Kinder unter 12 Jahren „Karate Kid: Legends“ im Kino sehen, wenn ein Elternteil oder eine erziehungsbeauftragte Person sie begleitet.
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Die FSK und ihre Bedeutung
FSK steht für Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft und ist eine Einrichtung der Filmwirtschaft. Hauptaufgabe der Organisation ist die Prüfung der Altersfreigabe von audiovisuellen Medien. Darunter fallen unter anderem Filme, Trailer und Werbefilme. Obwohl es keine Pflicht zur Prüfung durch die FSK gibt, haben sich die Mitglieder der Spitzenorganisation dazu verpflichtet, nur Produktionen zu veröffentlichen, die von der FSK geprüft wurden.
Die FSK prüft Filme darauf, für welche Altersgruppen sie geeignet sind. Dabei gibt es offiziell fünf Einstufungen für die Altersfreigabe:
- Ab 0 freigegeben: Bei diesen Filmen hat die FSK eine nachhaltig negative Wirkung für alle Altersgruppen ausgeschlossen. Belastende und bedrohliche Szenen werden unmittelbar positiv aufgelöst und emotional entlastet (z.B. durch Humor)
- Ab 6 freigegeben: Ab diesem Alter können Kinder zunehmend spannende und bedrohliche Momente verarbeiten. Auch eine distanziertere Wahrnehmung ist in dieser Altersgruppe möglich. Spannungs- und Bedrohungsmomente sind immer noch kurz gestaltet und werden positiv aufgelöst.
- Ab 12 freigegeben: Jugendliche in der Pubertät befinden sich in einer Phase der Selbstfindung, die mit Unsicherheiten und Verletzbarkeit verbunden sein kann. Daher stellen antisoziale und destruktive Figuren ein Gefährdungspotenzial dar. Dagegen sind gesellschaftlich relevante Themen für diese Altersgruppe zumutbar und wichtig für die Meinungsbildung und Entwicklung. Das Filmgeschehen kann rational und mit einer gewissen Distanz verarbeitet werden.
- Ab 16 freigegeben: In diesem Alter kann davon ausgegangen werden, dass das Publikum über umfangreiche mediale Erfahrungen verfügt und Genres sowie überzeichnete Darstellungen zuverlässig einordnen kann. Diskriminierung, politische Radikalisierung, Sexualität außerhalb von partnerschaftlichen, gleichberechtigten Beziehungen und Gewalt als Mittel zur Problemlösung sollten noch mit ausreichend kritischem Kontext dargestellt werden.
- Ab 18 freigegeben: Diese Freigabe erhalten Filme, deren Inhalt für Kinder und Jugendliche beeinträchtigend ist und dementsprechend keine Jugendfreigabe bekommen haben. Diese Medien sind also nur für Erwachsene geeignet.
Handlung von Karate Kid: Legends
Nach einer traumatischen Familientragödie muss das überaus talentierte Kung-Fu-Wunderkind Li Fong (Ben Wang) sein Zuhause in der chinesischen Hauptstadt Beijing verlassen und mit seiner Mutter nach New York City ziehen. Dort fällt es ihm schwer, sich in die neue, ungewohnte Umgebung einzufügen und Anschluss an seine Mitschüler zu finden. Obwohl Li Konflikte meiden möchte, scheint er immer wieder in schwierige Situationen zu geraten. Als ein Freund seine Unterstützung benötigt, entscheidet er sich, an einem Karatewettbewerb teilzunehmen. Doch schnell wird klar, dass seine Fähigkeiten allein nicht ausreichen. Lis Kung-Fu-Lehrer Mr. Han (Jackie Chan) bittet deshalb Karate-Legende Daniel LaRusso (Ralph Macchio) um Unterstützung. Gemeinsam zeigen sie Li, wie er die unterschiedlichen Kampfstile der beiden Meister vereinen kann, um sich auf einen entscheidenden Martial-Arts-Showdown vorzubereiten.
Li Fong (Ben Wang) zieht mit seiner Mutter (Ming-Na Wen) von Peking nach New York. In Peking hat er unter Anleitung seines Lehrmeisters Mr. Han (Jackie Chan) Kung Fu gelernt. Nach einer Tragödie in der Familie verbietet Lis Mutter ihm mit Kampfsport jedweder Art weiterzumachen. In New York freundet sich Li mit Mia Lipani (Sadie Stanley), Tochter des Ex-Preisboxers und Pizzeria-Betreibers Victor Lipani (Joshua Jackson) an. Diese ist zufälligerweise auch die Ex-Freundin des brutalen Karate-Champions Connor Day (Aramis Knight). Nach ersten, konfliktreichen Aufeinandertreffen fordert Connor den zugezogenen Li heraus, am hochdotieren Karate-Turnier Five Boroughs teilzunehmen.
Die Prämisse der „Karate Kid“-Reihe war schon immer so simpel, dass sie bis heute gut funktioniert: Ein Jugendlicher wird gemobbt und lernt im Kampfsport innere Balance und richtig coole Moves. Was trägt „Karate Kid: Legends“ nun Neues zu dieser Formel bei? Ganz einfach: Er macht aus dem Karate Kid Li Fong keinen Anfänger, denn er ist bereits talentierter Kung Fu-Newcomer. Die Herausforderung, die Kampfkunst nicht weiter betreiben zu dürfen, gibt der Hauptfigur tatsächlich eine leicht andere Motivation.
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Besetzung
In der Besetzungsriege finden sich Namen wie Ralph Macchio, Jackie Chan und Ben Wang als neues Karate Kid wieder. Komplementiert wird das Aufgebot durch Joshua Jackson („Dawson’s Creek“), Sadie Stanley („Cruel Summer“), Ming-Na Wen („The Mandalorian“).
- Jackie Chan als Mr. Han
- Ralph Macchio als Daniel LaRusso
- Ben Wang als Li Fong
Hintergründe und Produktion
Als im Herbst 2022 ein neuer „Karate Kid“-Kinofilm angekündigt wurde, reagierten viele Fans erstmals skeptisch. Schließlich galt die gefeierte Netflix-Serie „Cobra Kai“ bereits als perfekte Weiterführung des legendären Franchise. Was soll ein weiterer Kinofilm da noch draufsetzen? Zumal die Serienverantwortlichen nicht direkt am Leinwandprojekt beteiligt wurden.
Die Dreharbeiten fanden in Montreal, Kanada statt. Das Drehbuch zum neuen Film stammt von Rob Lieber („Peter Hase“), für die Regie ist Jonathan Entwistle („The End of the F***ing World“) verantwortlich. Beide haben keine Zugehörigkeit zu den Macher*innen der „Cobra Kai“-Serie.
Kritik und Rezeption
"Karate Kid: Legends" ist trotz aller Aufregung auch ein Feel-Good-Kinofilm mit klaren Botschaften zu Freundschaft, Respekt und Leidenschaft - und kommt mit einer ordentlichen Portion Humor daher. Dieser ist nicht „Deadpool“-artig selbstreferenziell, sondern entsteht aus wunderbaren Charakterdynamiken. „Karate Kid: Legends“ ist kurzweilig, charmant und warmherzig. Er kräftigt die Reihe mit cleveren Ergänzungen, ohne dabei die „Karate Kid“-Essenz aus den Augen zu verlieren.
Nach unserer „Karate Kid: Legends“-Kritik können wir sagen: Der Film zelebriert gute Action und behandelt aber auch Jugendliebe und Verlustängste. Dass der Film sich gerne ein paar Minuten mehr hätte nehmen können, ist am Ende auch Geschmackssache. Fazit: „Karate Kid: Legends“ ist kurzweilig, warmherzig, witzig und führt die Reihe leichtfüßig zu alter Stärke zurück.
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