EA Sports UFC 4: Karriere-Modus und Gameplay im Detail

EA Sports UFC 4 ist die neueste Kreation der virtuellen Mixed Martial Arts und bietet die Chance, sich selbst oder wen auch immer an die Spitze der UFC zu führen. Doch wie schlägt sich das Spiel im Detail? Dieser Artikel wirft einen detaillierten Blick auf den Karrieremodus, das Gameplay und die verschiedenen Aspekte, die UFC 4 zu bieten hat.

Altbewährter Aufbau mit kleinen Änderungen

Die Entwickler von EA Canada haben den neuen Teil nicht komplett umgekrempelt. An der Präsentation hat sich kaum etwas geändert und auch neue Spielmodi sind nicht hinzugekommen. Allerdings gibt es einige Neuerungen, die das Spielerlebnis beeinflussen.

Nerviges Training

Das Training ist diesmal etwas nerviger als noch im letzten Teil, denn es gibt keine Einheiten mehr, in denen euer Fortschritt einfach simuliert wird. Man muss nun mehr Sparringseinheiten machen und diese eben immer selbst spielen. Selbst wenn man die vorgegebene Zahl bestimmter Schläge oder Tritte am Sparringspartner gelandet hat, muss man das Training bis zum Ende des Timers durchziehen.

Da das Sparring und auch die Trainingseinheiten mit bekannten Kämpfern, durch die man neue Attacken freischaltet, aber zumeist sehr einfach sind, wirkt der Weg zum nächsten Kampf teilweise wie Beschäftigungstherapie. Zudem hätte man ruhig eine richtige Geschichte erzählen können.

Gameplay-Anpassungen

Die Spielmechanik bleibt grundsätzlich gleich, wurde aber mit einigen Anpassungen spürbar aufgewertet. Wie schon in den Vorgängern sind linker und rechter Arm sowie linkes und rechtes Bein jeweils einer Aktionstaste zugeordnet. Mit den Richtungstasten variiert man Angriffe und mit den Schultertasten blockt man, variiert die Angriffshöhe und packt stärkere Kicks und Punches aus, die natürlich mehr Ausdauer verbrauchen.

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Offline- und Online-Modi

Offline darf man zudem noch Schnelle Kämpfe ansetzen und Turniere sowie eigene UFC-Veranstaltungen erstellen und spielen. Dabei darf man sich aussuchen, ob man ganz normal im MMA-Modus oder im Stand & Bang, also reiner Standkampf, antritt. Unter "Jetzt spielen" darf man obendrein auch den K.O.-Modus spielen, der sehr an klassische Beat em Ups erinnert.

Online hingegen dürft ihr in Blitzkämpfen, dem Schnellkampf oder in Meisterschaften antreten. Es ist aber natürlich auch ganz einfach möglich, einen Kumpel einzuladen und sich mit dem die ganze Zeit über zu prügeln.

Kampf im Stand

Beim Kampf im Stand sind die Neuerungen recht subtil gehalten. Zunächst fällt auf, dass die Bewegungen flüssiger ablaufen und die Aktionen direkter ausgeführt werden. Dadurch werden die Kämpfe direkt etwas dynamischer. Zudem haben die Entwickler viele neue Aktionen und Angriffe hinzugefügt, deren Ausführung schnell in Fleisch und Blut übergeht.

Bodenkampf

Schön ist allerdings, dass der Bodenkampf deutlich überarbeitet wurde. Fortgeschrittene und Profis dürfen weiterhin das bekannte System für Transitions nutzen, in dem sämtliche möglichen Optionen aufgeführt sind. Hier muss man nicht über Full-Guard, Half-Guard und vielleicht sogar noch Side-Control die Position wechseln, um in die Mount zu kommen und dort dann Ground and Pound auszuführen, sondern kann die Mount direkt nach einem Takedown anwählen. Das ist weitaus zugänglicher als noch im Vorgänger, bietet aber eben auch etwas weniger Gameplay-Tiefe.

Wir empfehlen daher auch Einsteigern auf das "Legacy" genannte, alte System zu wechseln und lieber an den vom eingestellten Schwierigkeitsgrad abgekoppelten Gameplay-Reglern etwas zu ändern. Hier kann man beispielsweise die Schnelligkeit der eigenen Transitions erhöhen und/oder die der KI verlangsamen.

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Grappling

Doch auch das Grappling im Stand ist nun mehr als nur Umarmen oder Knie zum Kopf. Man kann den Clinch nun variantenreicher einsetzen, um den Gegner gegen die Käfigwand zu drücken, daraus spektakuläre Takedowns anzusetzen oder gezielt verletzte Körperpartien zu bearbeiten. Aufgrund der Vielzahl der Aktionen im Clinch hätten wir uns hier aber auch ein vereinfachtes System gewünscht, denn Anfänger dürften ihre Probleme haben, die verschiedenen Grappling-Optionen zu verstehen und einzusetzen.

Der Karrieremodus im Detail

Im Karrieremodus startet man als völlig unbekannter Kämpfer, der von MMA-Coach Davis entdeckt und gefördert wird. Nach den ersten Trainingseinheiten gilt es sich auf der Straße einen Namen zu machen. Nach den ersten Siegen kommt ein Kampf, dem auch UFC-Legende Dana White beiwohnen wird.

Doch allein Kämpfe zu gewinnen ist nicht der schnellste Weg, um nach ganz oben zu kommen. Ihr solltet gut abwägen welchem Kampf ihr euch stellt oder ob ihr einen Kampf nicht lieber absagt, um an einen lukrativeren Gegner zu kommen, welcher euer Prestige mehr pusht. Ebenfalls müsst ihr euch (wie könnte es im 21. Jahrhundert anders sein) in den sozialen Medien gut verkaufen. Hierüber fördert ihr den Hype eurer Kämpfe oder kommuniziert mit frustrierten Konkurrenten, deren Kampfoferte ihr abgelehnt habt. Daraus kann sich dann, abhängig von eurer Reaktion, eine Freundschaft oder Rivalität entstehen.

Trainingslager

Ansonsten genießt man im Trainingslager der einzelnen Kämpfe viele Freiheiten und kann fast alles selbst bestimmen. Dies fängt mit der Bestimmung Vorbereitungszeit an und endet mit dem Zeitmanagement während dieser Zeit. So müssen wir uns vor jedem Kampf auf einen Vorbereitungszeitraum festlegen. Selbstverständlich ist viel Zeit für eine Vorbereitung immer vorteilhaft. Viel Zeit kostet allerdings auch viel Geld. Dies kann sich allerdings wieder dahingehend rechnen, dass mit mehr Zeit ein größerer Hype um einen Kampf aufgebaut werden kann, welcher euch dann weiter hilft. Fraglich ist also wie viel man bereit ist in die Zukunft zu investieren.

Wichtig ist auch, dass ihr auf den Punkt genau für den Kampf fit seid. Bei zu wenig Training geht euch schneller die Puste in der Arena aus. Habt ihr allerdings zu viel im Studio malocht, so schadet euch dies ebenfalls beim Kampf, da euer Körper übertrainiert oder sogar erschöpft sein wird.

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Präsentation

Doch die Mühen der Vorbereitung zahlen sich auch aus, die Kämpfe sind ein Genuss! Nicht nur atmosphärisch, auch optisch: der Weg ins Octagon, die Vorstellung der Kämpfer, die Ansage von Bruce Buffer. Hier werden wir perfekt auf den nächsten Kampf eingestimmt. Aber auch die Fights an sich machen einiges her. Bei den richtigen Treffern können die Detailverliebten unter uns sogar ein paar Blutspritzer auf der Matte ausmachen. Auch sonst sind die Bewegungen der Protagonisten sehr flüssig und lassen sich schön ansehen. Etwas steif sieht es teilweise im Bodenkampf aus.

Weitere Spielmodi

Neben dem Karrieremodus und den Online-Modi gibt es noch weitere Modi in UFC 4:

  • Jetzt kämpfen: Die klassische MMA Kampferfahrung ohne großen Schnickschnack.
  • Stand & Bang: Der Modus für die Boxer und/oder Kickboxer unter euch. Kein Grappling, kein Bodenkampf und keine Submissions.
  • K.O.-Modus: Wie sich unschwer erraten lässt wird hier ohne Zeitlimit solange weitergekämpft, bis einer der beiden Kämpfer nicht mehr weitermachen kann.
  • Jetzt kämpfen (individuell): Dieser Modus ist fast identisch mit dem oben bereits beschriebenen „Jetzt kämpfen“, nur das hier wesentlich mehr Einstellungen vorgenommen werden können, als in allen anderen Modi.

Individuelle Anpassung und Schwierigkeitsgrad

Um das Spielerlebnis an die eigenen Vorlieben anzupassen, bietet UFC 4 verschiedene Möglichkeiten. So kann man nicht nur den Schwierigkeitsgrad einstellen, sondern auch die Gameplay-Regeln verändern.

Hier eine Übersicht der Anpassungsmöglichkeiten:

Einstellung Beschreibung
Schwierigkeitsgrad Leicht, Normal, Schwer
Gameplay-Regeln Schnelligkeit der Transitions (Spieler/KI), Submission-System

Grafik und Sound

In den Kämpfen gibt es optisch wenig zu meckern. Schon in den Vorgängern sah alles sehr realistisch aus und besonders in der Zeitlupe spürt man die Treffer selbst schon fast einschlagen. Die Animationen gehen sehr flüssig ineinander über und wirken natürlich. Blut und Schweiß spritzen in alle Richtungen und hinterlassen deutliche Spuren an Körper, Kleidung und dem Ringboden.

Etwas besser wird es zum Glück beim Sound. Als Audiosprache stehen Deutsch, Englisch und Französisch zur Verfügung. Bei den Audioeinstellungen kann man immerhin aus vier Presets wählen oder die Lautstärke individuell an die eigenen Vorlieben anpassen. Dazu stehen neben der Gesamtlautstärke fünf weitere getrennte Regler zur Verfügung.