50 Jahre Judo beim TSV Tarp: Eine Ära geht zu Ende

Ganze Generationen lernten bei Gerd Zboralski Kampfsport.

Es war ein schöner Tag im Frühjahr 1972, als der damalige Vorsitzende des Turn- und Sportvereins (TSV) Tarp Horst Martens sich mit der jungen Sabine Fegebank traf und über die Etablierung einer Judo-Sparte sprach.

„Judo würde doch sehr gut zu unserem Sportangebot im Handball und Turnen passen“, so das Ergebnis der Überlegung.

So wurde am 1. April 1972 die Judo-Sparte gegründet.

Sabine Fegebank war die Macherin als Trainerin, als Kümmerin und eigentlich war sie für alles im Judo zuständig.

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Als sie dann ihren späteren Mann Gerd kennenlernte, war dieser gleich im Judo-Sport mit eingebunden.

Dieser Gerd Zboralski feiert nun am 1. April sein 50.

Im Laufe der Jahre bekamen die Zboralskis fünf Kinder, die natürlich alle Judo-Sportler wurden.

Im Tarper Eichenkratt wurde ein Haus gebaut mit extra großem Obergeschoss, in welchem die Judomatten lagen.

Hier wurden Fallübungen, Kraft und Kondition geschult.

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Alle hatten eine besondere Zuneigung zu dieser Sportart.

Und wer viel übt, verzeichnet auch Erfolge.

So hat Sabine beispielsweise den 6. Dan (rot-weißer Gurt), die höchste Dan-Stufe.

Obendrein hat sie die A-Lizenz als Trainerin.

Gerd Zboralski besitzt den 5. Dan und ist Trainer der B-Lizenz.

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Von Beginn ihrer Judokarriere im TSV Tarp war es ihnen ein Anliegen, auch die Breite zu entwickeln.

In der Sparte sind immer mehr als 100 Judokas aktiv, mit wechselnden Ein- und Austritten.

„Wir haben wohl die meisten Tarper Kinder auf der Matte gehabt“, sagt Gerd Zboralski.

Dieses Engagement zahlte sich in zahlreichen Erfolgen aus.

Etliche Medaillen holten die Tarper bei Deutschen, Norddeutschen, Landes- und Bezirksmeisterschaften, bei Einzelwettbewerben oder in Mannschaftswettkämpfen.

Ebenso wurden zahlreiche Meisterschaften in den Tarper Sporthallen ausgerichtet.

Hier hat das jährliche Nikolausturnier einen hohen Stellenwert.

Als einer von wenigen Vereinen konnte der TSV Tarp eine Frauen- und Männermannschaft in der Regionalliga stellen.

Diese Mannschaften haben über zwei Jahrzehnte die Tarper Farben weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt gemacht.

Von den Tarper Matten schafften es einige Kämpfer bis in die Bundesliga.

Mit Weitsicht haben Gerd und Sabine Zboralski mit ihren fünf Kindern 1986 im TSV Tarp als einer der ersten Vereine das „Eltern-und-Kind-Judo“ gegründet.

„Das ist auch heute noch ein fester Bestandteil der Jugendförderung“, so die Sportler.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge geht Gerd Zboralski nun nach 50 Jahren aktiver Judoka, Trainer, Funktionär und gute Seele von der Matte.

Eine Ära geht zu Ende, nicht jedoch der Judo-Sport in Tarp.

Mit Katharina Okur Zink und Jan Okur stehen zwei Nachfolger bereit.