Thorsten Legats Taekwondo-Karriere und Ausflüge in die Kampfsportwelt

Der ehemalige Bundesliga-Fußballer und Dschungelcamp-Teilnehmer Thorsten Legat hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich, die weit über den Fußballplatz hinausgeht. Als defensiver Mittelfeldspieler war er bekannt für seine Härte und seinen unermüdlichen Einsatz. Doch seine Leidenschaft für den Kampfsport begleitete ihn schon seit seiner Jugend.

„Ich liebe Kampfsport, der hat mich schon als Junge fasziniert“, sagt Legat. Seit rund 40 Jahren betreibt er Kampfsport für den Hausgebrauch: Judo, Jiu-Jitsu, Taekwondo, Kung-Fu, Karate. „Auch schon als Fußballer. Das hat nur niemand bemerkt“, meint er.

Der Schritt ins MMA

Zurzeit klettert der Ex-Profi in den Käfig. Mixed Martial Arts (MMA) heißt das, was er da macht. Klingt kriegerisch, ist es auch. Erlaubt ist so ziemlich alles. Fäuste, Füße, Ellenbogen, Knie - alles, womit sich schlagen und treten lässt. „Aber in die Genitalien und auf den Kehlkopf zu schlagen ist verboten“, meint der gebürtige Bochumer.

Am 1. September bestritt der 234-malige Bundesliga-Spieler von VfL Bochum, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart und Schalke 04 bei der MMA German Championship in der Kölner Lanxess-Arena ein Promi-Duell. Gegner war Fitnesstrainer Dominic Harrison.

Zwei-Meter-Muskelpaket Harrison ist 20 Zentimeter größer, 23 Jahre jünger, 14 Kilo schwerer. Der bei der Hashtag-Generation angesagte Influencer, wie Werbeträger in den sozialen Kanälen genannt werden, ist verheiratet mit Playmate und Reality-TV-Sternchen Sarah Nowak. Die Fangemeinde ist riesig. „Ich weiß nicht, ob er einstecken kann. Sonst macht er ja in Hantel, Yoga und Pilates“, beschreibt Legat seinen Rivalen.

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Im Oktagon zu stehen, dem Achteck-Käfig bei MMA, erinnere ihn an früher, sagt Legat. „Ich bin in der Gosse aufgewachsen. Wenn es da Streit gab, konntest du auch nicht weglaufen. So ist es auch jetzt im Käfig.“ Nach dem Kampf will Legat einen Schlusspunkt setzen. „Danach werde ich nie wieder Hochleistungssport machen“, behauptet er und reibt sich die Schulter.

Kampfsport als Ventil und Teil der Persönlichkeit

Schon als Fußball-Profi habe er „klare Kante“ bevorzugt. „Aber ich hätte noch aggressiver sein müssen“, meint er. Das war er manchmal jenseits des Platzes. Seine Passion für Kampfsport floss in sein Fußballspiel ein. „In meinen Gegenspielern habe ich meinen Vater gesehen. Ihm wollte ich es zeigen“, verrät er. Legat hasste seinen Vater. „Er hat mich als Kind missbraucht und misshandelt.“

Einzelheiten beschreibt er in der Autobiografie „Wenn das Leben foul spielt“. „Deshalb bin ich zum Kampfsport. Ich wollte mich wehren können. Das habe ich geschafft. Im Fußball war er aber besser. Außerdem gab es mehr Geld. „Vom Straßenkind zum reichen Mann, das war toll“, feixt Legat. Finanziell gehe es ihm gut. „Ich bin zufrieden. Ich war immer sparsam.“ Mit seiner Frau, sagt er, ist er in der Immobilienbranche zugange.

Abseits des Sports: Abstürze und Neuanfänge

Als ihn ein Knorpelschaden im Knie zum Karriereende als Fußball-Profi gezwungen hatte, fiel Legat in ein Loch. Er stürzte und stürzte. „Erst war es ein Bier am Tag, dann ein Kasten, dann anderthalb. Ich hatte Selbstmordgedanken“, gesteht er. Seine Frau drohte: „Wenn du so weitermachst, verlierst du mich und die Kinder.“ Seither trinkt Legat keinen Alkohol mehr. Er erwarb die A-Trainer-Lizenz, wurde Trainer von Jugend-Teams und Landesligisten.

Vor allem im Fernsehen (Ich bin ein Star - holt mich hier raus, Grill den Hensler, Schlag den Star) wird Legat gefragt, ist er als Reality-Macho dabei. „Das hat einen anderen Menschen aus mir gemacht“, meint er. „Und es gibt auch noch ein bisschen Geld.“ Obendrein kitzelt es sein Ego. „Die Leute mögen mich. Ich erzähle die Wahrheit, ohne jemanden zu beleidigen. Es wäre doch schade, wenn es Thorsten Legat nicht mehr im Fernsehen zu sehen gibt.

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Thorsten Legat: Kämpfer auf und neben dem Platz

Wenn Ex-Fußball-Profi Thorsten Legat (49) was anpackt, dann macht er das zu 100 Prozent. Kasalla! Neueste Herausforderung für den ehemaligen Dschungel-Camper: Am 1. September steigt er bei der GMC-Gala als MMA-Fighter in der Kölner Lanxess Arena vor über 20000 Kampfsport-Fans als „Käfig-Fighter“ in den Oktagon-Ring!

Legat zu BILD: „Ich komme aus dem Kampfsport, mache Sambo, Krav Maga, Kick- und Thaiboxen. Kämpfen, das ist mein Leben. Da habe ich richtig Bock drauf.“

Gegner in Köln (ranfighting überträgt live) wird der baumlange Fitness-Profi Dominic Harrison (26, 100 kg), Ehemann von Ex-Playmate Sarah Nowak. Legat: „Ein großer Junge und ein aufrichtiger Mensch. Aber - ein Six-Pack habe ich auch.“ Legat bereitet sich im Fight Club-Gym in Gelsenkirchen vor.

„Drei mal fünf Minuten kämpfen - das wird nichts für schwache Nerven. Und ich kann versprechen - es wird weh tun! Ein lustiger Promi-Kampf wird das nicht. Ich nehme die Sache sehr ernst. Wer mich herausfordert, der wird das spüren.“

Mixed Martial Arts - für Legat (Kampfname „Lego“) wie draußen: „Hinterhof-Kämpfe habe ich schon einige erlebt.

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Legat spielte von 1986 bis 1991 für den VfL Bochum und wechselte dann zum SV Werder Bremen. Mit Bremen gewann Legat die Deutsche Meisterschaft, den Europapokal der Pokalsieger und den DFB-Pokal. Mit Bremen (1994), Stuttgart (1997) und Schalke (2001) wurde er DFB-Pokalsieger. Die Trophäe mit drei verschiedenen Vereinen zu holen, schafften außer ihm nur drei Spieler.

2014 startete er eine neue im Fernsehen: Bei "Hell's Kitchen" (SAT.1) war er dabei und bei "Das große ProSieben Promiboxen" vermöbelte er den Rapper Trooper Da Don. In weiteren Auftritten bei "TV total Stock Car Crash Challenge", "Das Duell um die Welt - Team Joko gegen Team Klaas".

Viermal zog er ins Dschungelcamp, zweimal als Mitspieler, zweimal als Drill Instructor und Sidekick. So erwarb er sich bei "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" den Ruf eines latent durchgeknallten Typen mit harter Schale und weichem Kern. Vor allem machte er den Ausdruck "Kasalla" salonfähig. Das ist eines seiner Lieblingsworte. Es stammt aus dem Ruhrpott und steht für Ärger oder Krawall. Wenn es "Kasalla setzen" soll, dann ist eine Abreibung oder eine Tracht Prügel zu erwarten.

"Kasalla setzt" Thorsten legat in der Zeit seiner Fußballerkarriere öfters und geriet mehrmals in Prügeleien, bei denen er seine Gegner verletzte. Einmal griff er bei einer Gruppe Jugendlicher, von der er sich bedroht fühlte zu einem Samurai-Schwert. Die Waffe hatte er offenbar im Kofferraum. Der Fall kam später vor Gericht. In einem weiteren Fall verletzte er einen Mann, der ihn mit einem Messer angriff, so schwer, dass er bleibende Schäden davontrug, wie Legat zuletzt im Dschungelcamp gestand.

Um sich gegen seinen gewalttätigen Vater wehren zu können, begann Legat als Jugendlicher neben dem Fußball mit dem Kampfsport. Seither betreibt er Judo, Jiu-Jitsu, Taekwondo, Kung-Fu und Karate. Taekwondo-Weltmeister, wie er während des letzten Dschungelcamps sagte, war er nie. Dafür hatte er schon mit 16 Jahren seinen größten Erfolg: Damals schaffte er es erstmals, seinen Vater zu Boden zu bringen. Dann war Schluss mit der Tyrannei.

Während seiner ersten Dschungelcamp-Teilnahme wütete er gegen Kollegin Helena Fürst: "Die hat doch nichts erreicht, die Furzfrau!" Aber er musste auch schon viel einstecken. 2002 erlitt er bei einem Autounfall einen Halswirbelbruch und lag mehrere Wochen auf der Intensivstation. Und 2022 fiel er beim Training zum "Turmspringen" so schwer unglücklich ins Wasser, dass er sich einen Hoden verletzte.

Thorsten ist gerade auch in der dritten Staffel von "Das große Promi-Büßen" bei ProSieben und Joyn zu sehen. Derzeit macht ihm vor allem das Verhältnis zu seinem Sohn Nico (26) zu schaffen. Der schlug wie der Papa den Weg zum Reality-TV ein, allerdings - sehr zu Papas Missfallen - nicht den Weg in die Alkohol-Abstinenz. Vielleicht gibt's beim Büßen aber auch die große Versöhnung. Denn Thorsten sagt bei aller Kritik auch: "Familie geht mir über alles."