Das richtige Handbandagieren ist essenziell, um die vielen kleinen, fragilen Knochen in den Händen zu schützen. Ob beim Boxen, Kickboxen, MMA, Sparring oder Boxsacktraining - die richtige Wickeltechnik ist entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden. Dem Schutz der Hände kommt eine wichtige Bedeutung zu.
Warum solltest Du Dir vor jedem Boxtraining die Boxbandagen binden?
Es ist äußerst wichtig, dass Du Dir Deine Hände vor dem Boxtraining bandagierst. Falls Du das nicht tust, könntest Du schmerzhafte Verletzungen davontragen. Du könntest Dir zum Beispiel Verletzungen im Handgelenk zuziehen. Das passiert oft, wenn man mit einer falschen Technik gegen den Sandsack haut. Aber auch bei der Pratzenarbeit kann es vorkommen, dass man aus Versehen mit dem Handgelenk abknickt.
Nicht nur das Handgelenk kann betroffen sein, sondern auch das Daumengrundgelenk. Gerade bei den Haken, sowohl Uppercuts, als auch bei den Kopfhaken, kann das schon des Öfteren vorkommen. Auch im Bereich der Fingerknöchel kann es in extremen Fällen zu Schäden kommen. Wenn man zum Beispiel einen sehr harten Schlag hat und die Fingerknöchel nicht richtig fixiert sind, kann es zu Verletzungen in den Gelenkkapseln kommen.
All die aufgeführten Verletzungen führen dazu, dass du letztendlich nicht richtig beim Boxtraining mitmachen kannst, auf Grund der Schmerzen. Deshalb, nimm dir die Zeit und bandagiere IMMER vorher deine Hände!
Die menschliche Hand und ihre Bedeutung im Kampfsport
Die menschliche Hand ist ein wahres Wunderwerk der Anatomie - flexibel, kraftvoll, doch gleichzeitig verletzungsanfällig. Sie besteht aus 27 Knochen, 33 Gelenken und über 120 Bändern, Sehnen und Muskeln - viele davon fein verzweigt und empfindlich. Sind die Knochen der Faust frei beweglich, können sie beim Auftreffen brechen oder aus ihrer natürlichen Position springen.
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Ob im Boxen, Muay Thai, MMA oder Kickboxen - das korrekte Bandagieren der Hände ist essenziell. Es schützt die Knöchel, stabilisiert das Handgelenk, beugt Sehnenverletzungen vor und verlängert die Lebensdauer der Handschuhe. Bandagen sind weit mehr als nur ein „Innenhandschuh“.
Verschiedene Arten von Bandagen
Es gibt verschiedene Arten die Boxbandagen binden zu können. Diese unterscheiden sich in der Zugfestigkeit. Es gibt elastische, halbelastische und unelastische Bandagen. Jeder Art hat seine eigenen vor- und Nachteile.
Unelastische Bandagen
Fangen wir zuerst mit den unelastischen an. Der Vorteil liegt hier ganz klar, dass Du richtig fest wickeln kannst, ohne das Dir unbedingt dabei die Hände einschlafen. Der Nachteil bei den unelastischen Bandagen ist jedoch, dass sie immer mal gerne verrutschen, gerade wenn sie durchgeschwitzt sind.
Elastische Bandagen
Kommen wir nun zu den elastischen Bandagen. Der Vorteil bei diesen ist, dass sie wirklich sehr gut sitzen, weil sie sich gut um die Hand anpassen. Allerdings haben die elastischen Bandagen den Nachteil, das, wenn man sie zu fest um die Hand wickelt, das Blut in den Händen abschnürt. Das hat zur Folge, dass die Bandagen neu gewickelt werden müssen. Und das nimmt wieder Zeit in Anspruch und kann das Boxtraining behindern.
Halbelastische Bandagen
Und nun zu den halbelastischen Bandagen. Wie der Name dieser Bandagen schon beschreibt, haben diese etwas von elastischen und unelastischen Bandagen. Das bedeutet, dass diese sich gut um die Hand anpasst aber auch gleichzeitig fest ist.
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Die meistverbreitete Variante im Training sind elastische Baumwollbandagen. Diese sind wiederverwendbar, waschbar und in verschiedenen Längen erhältlich (meist zwischen 2,5 bis 5 Metern). Für alle, die es schnell und praktisch mögen, sind Fastwraps die ideale Lösung. Sie kombinieren den Schutz einer Bandage mit der Schnelligkeit eines Handschuhs. Im Profibereich werden die Hände vor Kämpfen traditionell mit Mullbinden (Gauze) und Sporttape bandagiert. Diese Methode bietet maximale Stabilität und wird vom „Cutman“ oder Trainerteam fachgerecht durchgeführt.
Anleitung zum Binden von Boxbandagen (Anfängermethode)
Beginne damit, die Schlaufe der Boxbandage um deinen Daumen zu legen. Wickle die Bandage zweimal um dein Handgelenk. Führe die Box-Bandage quer über den Handrücken, lege sie zwischen kleinen Finger und Ringfinger und ziehe sie dann zurück zum Handgelenk. Ziehe die Bandage nun zwischen Ringfinger und Mittelfinger.
Führe die Bandage über den Handrücken zum Daumen. Wickle die Bandage zweimal um den Daumen und verbinde sie mit dem Handgelenk. So sieht die korrekt bandagierte Hand aus.
Hier ist eine weitere Methode zum Binden der Bandagen:
- Zuerst legst Du die Daumenschlaufe um Deinen Daumen. Du solltest darauf achten, dass die Innenseite auch wirklich zu Deiner Hand gedreht ist.
- Jetzt wickelst Du die Bandage von innen nach außen um Dein Handgelenk.
- Nun gehst Du mit dem Ende über Deine Hand und ziehst es zwischen Daumen und Zeigefinger straff.
- Jetzt umwickelst Du einmal Deinen Zeigefinger. Ab jetzt musst Du das gleiche mit den anderen Fingern wiederholen.
- Also, einmal um den Mittelfinger und danach um das Handgelenk.
- Als nächstes bindest Du die Bandage 4x um Deine Fingerknöchel.
- Jetzt musst Du nur noch den Rest der Bandage um das Handgelenk wickeln.
Glückwunsch! Du hast deine Hand erfolgreich bandagiert.
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Anleitung zum Binden von Boxbandagen (Fortgeschrittene Methode)
- Boxbandage 2 mal um das obere Handgelenk bis ca.
- Als nächstes wickeln wir die Bandage um den kleinen Finger herum und gehen mit ihr wieder zum Handgelenk.
- Wir führen die Bandage einmal um das Handgelenk herum und ziehen die Bandage zwischen Ringfinger und Mittelfinger.
- Dann um den Ringfinger und wieder zum Handgelenk zurück.
- Dann binden wir die Bandage wieder um das Handgelenk und gehen über den Handrücken zum Daumen.
- Den Daumen binden wir genau anders herum, also nicht von außen sondern von innen.
- Im Gegensatz zu den anderen Fingern wickeln wir den Daumen 2 mal in Verbindung mit dem Handgelenk.
Worauf Du achten solltest
Beachte noch die Größe der Hand und Länge der Bandagen. Je nach dem kann sich auch die Wiederholung, wie oft man zum Beispiel um das Handgelenk wickeln muss, ändern. Schau am Ende einfach, ob Du Dich mit der von mir angegebenen Methode wohl fühlst. Mit der Zeit wirst Du ein Gefühl dafür entwickeln, wo Du mehr wickeln musst und wo nicht.
Du solltest dich jederzeit wohlfühlen. Wenn deine Hand entspannt ist, sollten die Boxbandagen sich angenehm anfühlen. Wird die Hand zur Faust geballt, sollten die Bandagen sich straff anziehen. Mit der Zeit wirst du merken, welche Art der Boxbandagen zu dir passt und wie stark du sie bilden solltest. Manche Sportler mögen, wenn die Handgelenke ein wenig Spielraum haben, das verschafft Mobilität.
Wie lang sollten die Bandagen sein?
Das ist eine Frage, die ich mir auch am Anfang immer gestellt habe, weil es verschiedene Längen gibt. Jedoch habe ich nach einer gewissen Zeit festgestellt, dass es am besten ist, wenn die Bandagen sehr lang sind. Bevor ich Dir aber sage, warum lange Bandagen vorteilhafter sind als kürzere, zeige ich Dir die verschiedenen Längen, die es gibt.
- Es gibt Bandagen in Länge von 2,5m. Diese Länge ist eher für Kinder bis zehn Jahre geeignet.
- Dann gibt es Bandagen mit einer Länge von 3,5m, welche sich für Kinder von zehn bis 14 Jahren eignen.
- Dann gibt es Bandagen mit 4,5m Länge. Diese Bandagen sind ab einem Alter von 15 Jahren geeignet.
Je länger Deine Bandagen sind, desto mehr Stoff hast Du auch, welches Deine Gelenke schützt. Man braucht sich mal nur die Wickelmethode bei den Profis anzuschauen. Die Profis arbeiten richtig mit Tapes und Pads, die man sich in die Fingerknöchel legt. Warum machen die das? Weil die Hände dadurch extrem geschützt sind.
Für Erwachsene sind 4 bis 4,5 Meter optimal. Kleinere Hände kommen auch mit 3,5 Metern zurecht.
Tipps zur Pflege und Aufbewahrung
- Nach jeder Trainingseinheit - das verhindert Gerüche, Bakterienbildung und Hautirritationen.
- Trocknen: Lufttrocknung auf einem Wäscheständer oder an einem Haken.
- Aufbewahrung: Aufgerollt in einem Netz oder einer Tasche.
Wenn die Handschuhe nicht perfekt sitzen, gibt es keine gute Stabilisierung der Handgelenke und somit keinen ausreichenden Schutz. Nicht alle Verbände akzeptieren Handschuhbandagen bei ihren Wettkämpfen. Informiere dich unbedingt vorher, ob solche Bandagen erlaubt sind.
Die Boxbandagen von Paffen Sport sind gut elastisch. Sie lassen sich waschen und behalten auch danach noch ihre Form und Elastizität. Green Hill bietet die nicht elastischen Bandagen in Längen von 2,5 m und 4 m an. Sie verfügen über eine Daumenschlaufe auf der einen und einem Klettverschluss auf der anderen Seite.
Fazit
Ob blutiger Anfänger oder erfahrener Profi - der Weg zu einer erfolgreichen Karriere im Kampfsport beginnt mit Respekt gegenüber dem eigenen Körper. Richtig bandagierte Hände ermöglichen härteres Training, saubere Technik und nachhaltige Gesundheit.
Das richtige Bandagieren der Hände ist entscheidend für jeden Kampfsportler. Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teile ihn doch mit deinen Freunden und in deinen sozialen Netzwerken. So können auch andere von diesen hilfreichen Tipps profitieren.
