Mit großer Freude und Stolz wird der Olympiakader des Deutschen Judo-Bundes (DJB) für die bevorstehenden Olympischen Spiele in Paris präsentiert. Nach der Nominierung durch den DOSB sind nun zehn Judoka, sechs Frauen und vier Männer, für das Olympiateam nominiert. Damit kämpfen nun zehn DJB-Judoka in Paris um die Medaillen.
Der Kader des DJB für Paris
Angeführt wird das Olympiateam von der frisch gebackenen Weltmeisterin Anna-Maria Wagner (78 kg / KJC Ravensburg), die sich national gegen Alina Böhm durchgesetzt hat. WM-Bronzegewinnerin Mascha Ballhaus (52 kg / TH Eilbeck) ist ebenso nominiert wie Miriam Butkereit (70 kg / SV Halle), die in Giovanna Scoccimarro eine starke nationale Konkurrentin hat.
Pauline Starke (57 kg / Judo-Team Hannover) und Renée Lucht (+78 kg / HT16) sind ebenso qualifiziert wie die beiden Männer Igor Wandtke (73 kg / Judo-Team Hannover) und Timo Cavelius (81 kg / PTSV Hof). Mit dabei ist auch Katharina Menz (48 kg / TSG Backnang), die mit ihrem 1. Platz in Tahiti noch die Nominierung bekommen hat. In der Gewichtsklasse +100 kg wurde der zweifache deutsche Meister Erik Abramov (+100 kg / UJKC Potsdam) nominiert.
Abschließend ist dann noch Vize-Olympiasieger Eduard Trippel (90 kg / JC Rüsselsheim) nominiert worden. Zuvor hatte er nach schweren Verletzungen die Olympiaqualifikation denkbar knapp verpasst. Er profitiert vom Rückzug der russischen Athleten.
„Wir sind sehr erfreut über die frühzeitige Nominierung unserer Judoka durch den DOSB. So können sich unserer Sportler durch weitere Trainingsmaßnahmen zielgerichtet auf Olympia vorbereiten. Diese herausragenden Judoka haben sich durch unermüdlichen Einsatz, Disziplin, Leidenschaft und einem harten Konkurrenzkampf ihren Platz im Team Deutschland verdient. Ein großer Dank gilt auch den anderen Kämpferinnen und Kämpfern aus dem deutschen Team.
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Der Weg zur Olympiaqualifikation
Für die Judoka ist ein aufregendes Jahr zu Ende gegangen. Doch die Erholungspause über Weihnachten ist nur kurz. Denn auch hat es in sich. Über allem thronen die Olympischen Sommerspiele im kommenden Juli und August in Tokio.
Schon im Januar und Februar stehen u.a. in Tel Aviv, Paris und Düsseldorf wichtige Qualifikationswettkämpfe für die Spiele an. Ende April steht dann fest, welche Athleten im Sommer in die japanische Hauptstadt reisen dürfen.
Die Qualifikation erfolgt über die Weltrangliste. Für die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sieht es im Moment gut aus. Allerdings wird es teilweise eng. Gerade in den leichteren Gewichtsklassen der Männer befinden sich die DJB-Starter auf den hinteren Qualifikationsplätzen. Weitere starke Ergebnisse zur Absicherung der Olympiateilnahme sind also notwendig, zumal auch die Teilnahme im Teamwettbewerb davon abhängen könnte.
Die 14 olympischen Klassen werden in insgesamt sechs Gewichtsgruppen unterteilt, jeweils drei bei den Frauen und bei den Männern. Nur die Teams, bei denen sich in allen sechs Gewichtsgruppen mindestens ein Starter und eine Starterin qualifizieren, dürfen am Teamwettbewerb teilnehmen. Aktuell wären das insgesamt acht Nationen: Neben Deutschland noch die Japaner, die als Gastgeber eine Wildcard haben aber auch sportlich sicher qualifiziert wären, Brasilien, Kanada, Frankreich, die Niederlande, Russland und Südkorea.
Auf eine Teilnahme im Teamwettbewerb darf auch Österreich noch hoffen. Derzeit hätte man wie zwölf andere Mannschaften in fünf der sechs Gewichtsgruppen Starter qualifiziert. Österreich fehlen die leichten Gewichtsklassen der Männer.
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Hier ist die wohl einzige noch realistische Hoffnung Lukas Reiter in der Klasse bis 52 Kilogramm, der dafür aber ein Spitzenergebnis bräuchte.
Nominierungsleitlinien des Deutschen Judo-Bundes (DJB)
Die Nominierungsleitlinien des Deutschen Judo-Bundes (DJB) dienen als Grundlage für die Nominierungen zu Wettkampf- und Trainingsmaßnahmen sowie zu den Wettkampfhöhepunkten wie Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften. Sie dienen dazu, die Nominierungsentscheidungen transparent und nachvollziehbar zu machen:
Leistungsperspektive
Zu DJB-Maßnahmen (Wettkampf- und Trainingsmaßnahmen sowie Wettkampfhöhepunkten) werden Athleten/innen nominiert, die im Hinblick auf eine Teilnahme und ein erfolgreiches Abschneiden bei den Olympischen Spielen die beste Prognose besitzen.
Nominierungsfaktoren
Neben der Leistungsperspektive werden bei Nominierungen zu DJB-Maßnahmen folgende weitere Faktoren berücksichtigt:
- Einhalten der Athletenvereinbarung
- Leistungsbereitschaft und Belastungsverträglichkeit
- Weisungen des Bundestrainers: Einhaltung bzw. Umsetzung sämtlicher Vorgaben und Weisungen des Bundestrainers
- Wettkampfleistungen: Resultate und Leistungen bei relevanten internationalen und nationalen Wettkämpfen (bei Nominierungen zu Wettkampfhöhepunkten die durch die Bundestrainer festgelegten Nominierungs-Wettkämpfe) sowie Vorleistungen bei vorherigen Wettkampfhöhepunkten; besondere Berücksichtigung erfahren Siegleistungen und Siege gegen leistungsstarke Kontrahenten
- DJB-Trainingsmaßnahmen: engagierte und vollständige Teilnahme an allen Trainingsmaßnahmen des DJB
- Training am Bundesstützpunkt: alle DJB-Kader-athleten/innen müssen nach Erwerb der Hochschulreife bzw. nach Abschluss der ersten Berufsausbildung ihren Lebensmittelpunkt an einen Bundesstützpunkt verlegen, so dass gewährleistet ist, dass dort zwei mal am Tag trainiert werden kann.
- Physische Leistungsvoraussetzungen: Schaffung und Ausbau körperlicher Leistungsvoraussetzungen (Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit)
- Gesundheitsmanagement: leistungssportgerechte Lebensführung (Ernährung, Regeneration, Schlaf etc.); jährliche sportmedizinische Untersuchung
- Verletzungsmanagement: frühestmögliche Konsultation eines Arztes bei Verletzungen bzw. Erkrankungen, Durchführung aller Maßnahmen zur Wiedererlangung der vollen Leistungsfähigkeit und vollständige Genesung vor Wiederaufnahme des Trainings bzw. Wiedereinstieg in das Wettkampfgeschehen
- Gewichtsdisziplin: Einhalten des Wettkampfgewichtes
- Kooperation & Kommunikation: umgehende Unterrichtung des Bundestrainers in allen leistungsrelevanten Belangen, z.B. Nichtteilnahme an DJB-Maßnahmen, Verletzungen bzw. Erkrankungen, Gewichtsproblemen bzw. Gewichtsklassenwechsel, Entscheidungen bzgl.
Judo bei den Olympischen Spielen
In der Kampfsportart gelten insbesondere die Japanerinnen und Japaner als Medaillenfavoriten. Aber Team Deutschland reist mit dem Wunsch nach Edelmetall nach Paris. Sanfter oder flexibler Weg heißt es, wenn man Judo wörtlich aus dem japanischen ins Deutsche übersetzen würde. Doch ganz so sanft sieht die Sportart für Außenstehende nicht aus, wenn die Athletinnen und Athleten ihre Gegner mit einem lauten Knall auf die Matte werfen.
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Wie ist Judo entstanden?
Kanō Jigorō gilt als Erfinder des Judo. Nachdem der Japaner an verschiedenen Schulen Jiu Jitsu lernte, gründete er 1882 seine eigene Kampfschule.
Was sind die Regeln im Judo?
Gekämpft wird beim Judo auf einer achtmal acht Meter großen Matte. Im Judo treten die Sportler in Duellen gegeneinander an. Ziel ist es, den Gegner mit dem Rücken auf die Matte zu werfen. Das wird Ippon genannt. Dies muss jedoch mit Kraft, Geschwindigkeit und Kontrolle geschehen. Gelingt dies, ist der Kampf sofort vorbei. Ebenso, wenn der andere Sportler 20 Sekunden lang am Boden festgehalten wird.
Als Waza-Ari wird ein Wurf genannt, bei dem der Gegner zwar auf der Matte landet, jedoch nicht mit dem Rücken. Auch das Festsetzen von mehr als zehn Sekunden und weniger als 20 Sekunden wird als Waza-Ari bezeichnet. Schafft ein Athlet zwei Waza-Ari, werden sie wie ein Ippon gewertet.
Ein Duell dauert bis zu vier Minuten.
Seit wann ist Judo olympisch?
Das erste Mal bei Olympia dabei war Judo bei den Spielen 1964 in Tokio. Danach fehlte der Kampfsport jedoch wieder im Programm. Erst 1972 in München kehrte Judo wieder zurück. Seitdem werden alle vier Jahre Medaillen in der japanischen Sportart verliehen. Seit 1992 auch bei den Frauen.
Wo finden die Wettkämpfe in Paris statt?
Die Judo-Wettkämpfe werden in der Champ-de-Mars-Arena ausgetragen. Die provisorische Arena diente in den vergangenen Jahren als Ersatz für das Grand Palais, das umgebaut wird.
Welche Kategorien gibt es?
Die Wettkämpfe finden in verschiedenen Gewichtsklassen statt. Die Damen treten in den Wettbewerben bis 48 Kilogramm (kg), bis 52, bis 57 kg, kg, bis 63 kg, bis 70 kg, bis 78 kg und über 78 kg an. Bei den Männern wird in den Klassen bis 60 kg, bis 66 kg, bis 73 kg, bis 81 kg, bis 90 kg, bis 100 kg und über 100 kg gekämpft.
Favoriten und Medaillenhoffnungen
Wer sind die Favoriten bei den Frauen? Wer sind die deutschen Medaillenhoffnungen im Judo?
Erst im Mai fand die Judo-WM in Abu Dhabi statt. Die Ergebnisse können als Leistungstest für Olympia gewertet werden, auch wenn manche Top-Athletinnen und -Athleten nicht teilgenommen haben. Bei der WM setzte sich die Mongolin Baasankhuu Bavuudorj gegen ihr Konkurrentinnen Assunta Scutto aus Italien, Abiba Abuzhakynova aus Kasachstan und die Schwedin Tara Babulfath durch.
Mit Bronze bei der WM zeigte Mascha Ballhaus das mit ihr zu rechnen ist. Ein genaues Ziel vor Olympia hat die 23-Jährige jedoch nicht. In Paris trifft Ballhaus unter anderem auf das japanische Ausnahmetalent Uta Abe, Olympiasiegerin 2021 und vierfache Weltmeisterin. Ebenfalls zu rechnen ist mit der aktuellen Weltmeisterin und Olympia-Dritten Odette Giuffrida aus Italien, WM-Silbermedaillengewinnerin Diyora Keldiyorova aus Usbekistan und der Französin Amandine Buchard, die bei den Spielen in Tokio schon Silber holen konnte.
Pauline Starke wird die deutschen Farben bei den Frauen bis 57 Kilogramm hochhalten. Die 26-Jährige setzte sich in der Qualifikation knapp gegen Mascha Ballhaus Zwillingsschwester Seija durch. Als Favoritinnen zählen in Paris die Weltranglistenerste Christa Deguchi aus Kanada und die Koreanerin Mimi Huh.
In der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm steht keine deutsche Judoka in Paris auf der Matte. Zum Favoritenkreis gehört die Französin Clarisse Agbegnenou. Die WM-Dritte und Olympiasiegerin von 2021 möchte bei den Spielen im eigenen Land ihren Titel verteidigen. Damit das gelingt, muss sie jedoch Überraschungsweltmeisterin Joanne Van Lieshout aus den Niederlanden und WM-Zweite Angelika Szymanska auf die Plätze verweisen.
Spannend wird es bei den Frauen in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm. Europameisterin und Weltranglisten erste Barbara Matic fährt als Favoritin nach Paris. Auch die deutsche Miriam Butkereit möchte ein Wörtchen im Kampf um die Medaillen mitreden.
Als frisch gekürte Weltmeisterin reist die Deutsche Anna-Maria Wagner nach Paris. In der schwersten Gewichtsklasse der Damen muss sich die Deutsche Renée Lucht mit der Weltspitze messen. Edelmetall wäre jedoch eine Überraschung.
Wer sind die Favoriten bei den Männern? Wer sind die deutschen Medaillenhoffnungen im Judo?
Auch die Judo-Männer reisten im Mai zur WM nach Abu Dhabi. In der leichtesten Gewichtsklasse konnte Giorgi Sardalaschwili den Titel erkämpfen. Zweiter wurde der Silbermedaillengewinner der Spiele 2021 in Tokio Yang Yung-Wei aus Taiwan. Anwärter auf den Olympiasieg ist außerdem der Japaner Ryuju Nagayama.
Ebenfalls ohne deutsche Beteiligung kommt die Klasse der Männer bis 66 Kilogramm aus. Als Favorit reist der japanische Olympiasieger von 2021 Hifumi Abe nach Paris, der mit seiner Zwillingsschwester Uta Abe Doppelgold wiederholen will.
Bei den Spielen vor drei Jahren in Tokio wurde Igor Wandtke 17. In diesem Jahr ist er zum dritten Mal dabei. Auch wenn der Athlet des Deutschen Judo-Verbands bei der Weltmeisterschaft im Mai Platz fünf erreichen konnte, geht Wandtke als Außenseiter in das olympische Turnier. Mit seinem Weltmeistertitel gilt der Georgier Tato Grigalaschwili als Medaillenkandidat.
Nemanja Majdov aus Serbien ist nicht nur aktueller Vizeweltmeister, auch in der Weltrangliste belegt der Judoka aktuell den zweiten Platz. Vor ihm steht nur Olympiasieger Lasha Bekauri aus Georgien. Weltmeister und Weltranglistenerster - der Aserbaidschaner Zelym Kotsoiev ist der Favorit auf die Goldmedaille in Paris.
Im Schwergewicht liegt der Fokus auf Frankreichs Superstar Teddy Riner. Den dritten Olympiasieg - diesmal vor heimischem Publikum - könnte ihm Weltmeister Min-jong Kim aus Südkorea streitig machen.
Vor drei Jahren konnten die Franzosen sich überraschend in Tokio gegen die Japaner vor dessen heimischer Kulisse im Mixed durchsetzen. In diesem Jahr möchten die Japaner am liebsten den Spieß umdrehen.
Miriam Butkereit gewinnt Silber
Judoka Miriam Butkereit hat bei den Olympischen Spielen in Paris am Mittwoch die Silbermedaille erobert. Dass sie sich über eine Medaille in der Gewichtsklasse bis 70 kg freuen kann, das wusste Butkereit bereits am Nachmittag nach dem Halbfinale gegen die Österreicherin Michaela Polleres. Die Hamburgerin ging als Außenseiterin in das Duell mit der Weltranglisten-3. Zu spüren war davon auf der Matte aber nichts. Es war ein ausgeglichenes und taktisches Duell, in dem keine der beiden Kontrahentinnen einen Fehler machen wollte. Ohne Punkt-Wertung ging es nach vier Minuten in den "Golden Score", die Verlängerung.
Im kurz darauffolgenden Finale gegen Europameisterin Matic lag Butkereit nach nur wenigen Sekunden mit dem Rücken auf der Matte. Die Führung brachte die Weltranglistenerste dann auch souverän über die Zeit. Die 30-jährige Hamburgerin kam kaum in den Angriff - und war nach dem Match tief enttäuscht.
"Ich wollte den Kampf unbedingt gewinnen, aber leider hat mich die erste Aktion gleich die Medaille gekostet. Ich habe alles gegeben, aber konnte das nicht mehr drehen", so Butkereit im Sportschau-Interview. Über die Silbermedaille konnte sie sich direkt nach der Niederlage noch nicht freuen. Erst weit nach der Siegerehrung war Butkereit bereit zu sagen: "Die Freude kommt langsam.
Der Weg zu Silber war bei weitem kein einfacher für die Hamburgerin. Nach einem Freilos in der ersten Runde bekam es Butkereit im Achtelfinale mit der Australierin Aoife Coughlan zu tun. Die mehrfache Kontinentalmeisterin aus Down Under hatte schon einen Kampf absolviert und erwies sich als unangenehme Kontrahentin. Butkereit kämpfte kontrolliert, ohne dabei zu großes Risiko einzugehen und nicht in einen Konter von Coughlan zu laufen. Die 30-Jährige vom SV Halle hatte dort den Vorteil, dass die Australierin bereits zwei Strafen, sie selbst aber nur eine kassiert hatte.
Dort traf sie auf die Belgierin Willems und versuchte wieder, mit Fußtechniken zum Erfolg zu kommen. Das führte aber zunächst noch nicht zum Erfolg. Zudem musste sie sich am Boden den Griffen ihrer Kontrahentin erwehren.
Eduard Trippel scheidet aus
Gleichzeitig zu Butkereits Achtelfinalkampf musste sich auf der zweiten Matte in der Arena Champs-de-Mars Eduard Trippel gegen Marcus Nyman aus Schweden bewähren. Trippel, der in der Vorbereitung immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, konnte nicht an seine besten Leistungen anknüpfen und hatte einige Probleme mit seinem Gegner. Zwar erzielte er keine Wertung in der regulären Kampfzeit, konnte aber auch die Angriffe seines Kontrahenten abwehren. Nyman zwang Trippel in der Extra-Zeit schließlich am Boden in einen Haltegriff, aus dem sich der 27-Jährige aus Rüsselsheim nicht mehr befreien konnte.
Im Nachgang ließ Trippel seinen Frust über den Gegner raus: "Ich habe richtig gemerkt, dass er einfach kein Judo mit mir machen wollte." Trippel ärgerte sich, es am Ende nicht schlauer gemacht zu haben. Eine dritte Strafe habe er aber nicht provozieren wollen, weil das sei "einfach nicht meine Art.
Gold in der Gewichtsklasse bis 90 kg sicherte sich der Georgier Lasha Bekauri, der im Finale den Japaner Sanshiro Murao besiegte. Für Trippel gilt es nun, das Ausscheiden abzuhaken und sich auf das Wochenende zu konzentrieren.
Update zur Olympiaqualifikation
Langsam aber sicher nimmt das Teilnehmerfeld in der japanischen Hauptstadt kommenden Juli Formen an.
Besonders spannend wird es im Hinblick auf die Qualifikation für den erstmals olympischen Teamwettbewerb. Die insgesamt 14 Gewichtsklassen werden dafür in sechs Gruppen aufgeteilt, drei bei den Frauen und drei bei den Männern. Nur wer in allen sechs Gruppen mindestens einen Atheten für Olympia qualifiziert, darf am Teamwettbewerb teilnehmen.
Für Deutschland sieht es aktuell gut aus. Deutsche Starterinnen in allen drei Gruppen haben ihre Teilnahme so gut wie sicher, auch bei den Männern in der mittleren und schweren Gruppe dürfte mindestens ein Olympiaticket so gut wie sicher gebucht sein. Auf der Kippe steht allerdings die Qualifikation in der leichtesten Gewichtsgruppe.
Derzeit wären Moritz Plafky in der Klasse bis 60 Kilogramm sowie entweder Anthony Zingg oder Igor Wandtke in der Klasse bis 73 Kilogramm (pro Klasse darf nur ein Teilnehmer eines Verbands starten) qualifiziert. Beide Klassen gehören zur leichtesten Gewichtsgruppe.
Alle drei belegen aber jeweils einen der letzten Qualifikationsplätze und brauchen bis zum Ende der Qualifikationsperiode im April noch Punkte, um das Olympiaticket nicht noch aufs Spiel zu setzen. In der Klasse bis 66 Kilogramm wäre der beste Deutsche, Sebastian Seidl, im Moment nicht qualifiziert und braucht noch Spitzenresultate.
In der Klasse bis 81 Kilogramm deutet alles darauf hin, dass nicht etwa Ex-Weltmeister Alexander Wieczerzak sondern der derzeit stabilere Dominic Ressel Deutschland in Tokio vertreten wird. Auch Eduard Trippel in der Klasse bis 90 Kilogramm kann für Deutschland planen.
Derzeit dürften in der schwersten Gewichtsgruppe die Freys in Tokio an den Start gehen. Besonders für Karl-Richard Frey in der Klasse bis 100 Kilogramm sieht es gut aus. Sein Bruder Johannes in der Klasse über 100 Kilogramm braucht zur Sicherheit noch ein paar starke Ergebnisse.
Theresa Stoll in der Klasse bis 57 Kilogramm dürfte kaum mehr von einem Qualifikationsplatz verdrängt werden. Auch Katharina Menz (bis 48 Kilogramm) hat alle Trümpfe in der Hand. Sehr eng wird es in der Klasse bis 52 Kilogramm, wo sich lediglich Nathalie Rouviere noch kleine Hoffnungen auf das Ticket nach Tokio machen kann.
Die WM-Dritte Martyna Trajdos in der Klasse bis 63 Kilogramm ist so gut wie sicher in Tokio dabei. In der Kategorie bis 70 Kilogramm bahnt sich ein Duell zwischen Giovanna Scoccimarro und Miriam Butkereit an. Aber auch Laura Vargas-Koch darf noch hoffen.
