Wahrscheinlich gibt es kaum eine Schauspielerin, die im deutschen Fernsehen so präsent ist, wie Lisa Maria Potthoff. Ob als "Sarah Kohr" in der gleichnamigen ZDF-Thriller-Serie oder als Susi Gmeinwieser in den so beliebten "Eberhofer-Krimis": In der Karriere von Lisa Maria Potthoff könnte es kaum besser laufen. Aber auch in der Rolle als Ehefrau, Mutter - und Kampfsportlerin geht die deutsche Schauspielerin voll auf. Über ihr die Kampfkunst hat Lisa Maria Potthoff jetzt sogar ein Buch geschrieben.
Wie wurde Lisa Maria Potthoff berühmt?
Heute ist sie aus dem deutschen Fernsehen kaum mehr wegzudenken - begonnen hat ihre Schauspielkarriere allerdings schon vor 20 Jahren: Lisa Maria Potthoff wurde am 25. Juli 1978 in West-Berlin geboren und absolvierte nach dem Schulabschluss eine Schauspielausbildung. Schon davor stand sie als Jugendliche für "Soko 5113" oder den "Polizeiruf" vor der Kamera. Was dann folgte, war eine steile TV- und Kino-Karriere: Vor allem "Sarah Kohr" und die "Eberhof-Krimis" gaben ihrer Karriere Aufwind, im Kino war sie unter anderem in "Männerhort" und "Soloalbum" zu sehen.
Lisa Maria Potthoff: Zehn Jahre "Eberhof-Krimis"
Wir haben es bereits erwähnt - die "Eberhof-Krimis" sind einer der wohl größten Erfolge von Lisa Maria Potthoff. Bereits seit 10 Jahren spielt sie die Susi Gmeinwieser an der Seite von Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer, im August 2023 war der neunte Film "Rehragout-Rendezvous" in den Kinos zu sehen. Ob die beiden inzwischen ein eingespieltes Team sind? Gegenüber der "Berliner Morgenpost" verriet sie: "Sagen wir so: Wir kennen die Schwächen des anderen erschreckend gut …"
Lisa Maria Potthoff macht Kampfsport
Wussten Sie, dass die "Eberhof-Krimis"-Schauspielerin ein eher ungewöhnliches Hobby hat? Lisa Maria Potthoff ist begeisterte Kampfsportlerin! Zu dem Sport ist sie durch die Vorbereitung zu einem Film gekommen. Und hat ihn direkt lieben gelernt: "Die Kampfkunst lehrt einen nicht nur, fit zu sein oder sich gut verteidigen zu können. Du lernst auch Demut zu empfinden, Ausdauer und Biss zu haben, an etwas dranzubleiben. Ich gehe diese Strecke, auch wenn der Weg lang ist. Der Weg ist wichtig, nicht das Ziel", verrät die Schauspielerin im Stern-Interview. Für den Film "Carneval" hat Lisa Maria Potthoff damals ein dreimonatiges Kickbox- und Krav Maga-Training absolviert - und das gefiel ihr so gut, dass sie privat weitergemacht hat. Einen Kampfsport-Background hat sie tatsächlich nicht, sie bezeichnet sich stattdessen als "Spät-Berufene".
Lisa Maria Potthoff im Interview: "Ich versuche eine Verbindung zwischen Kampfkunst, Schauspiel und dem Leben im Allgemeinen zu schaffen"
Eigentlich sollte es nur ein Training auf Zeit sein - doch aus den anfänglichen drei Monaten Fitness und Kampfsport ist für Lisa Maria Potthoff eine mittlerweile jahrelange und große Leidenschaft geworden. Jetzt hat sie sogar ein Buch zum Thema veröffentlicht: "Vom Kämpfen und Lernen" ist am 7. November 2024 erschienen. In einem Interview haben wir mit der Schauspielerin über ihre Reise als Kampfkunstschülerin, Schauspielerin - aber auch als Mutter gesprochen.
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Die Werte der Kampfkunst haben mein Leben bereichert. Diese Werte behandle ich auch in meinem Buch. Ich betrachte 13 davon, die in der Kampfkunst eine große Bedeutung haben, setze mich zum Beispiel mit der Wichtigkeit von Demut auseinander und warum Disziplin und Willenskraft in meinen Augen wichtiger sind als Talent.
Die Idee hatte tatsächlich nicht ich selbst und es brauchte einige Überzeugungen. Irgendwann fand ich die Idee aber spannend aus der Perspektive einer Schülerin zu schreiben, die etwas Neues lernt. Die immer wieder an Grenzen stößt, an diesem Neuen scheitert, das Lernen aber als etwas immens Bereicherndes empfindet. Ich versuche eine Verbindung zwischen Kampfkunst, Schauspiel und dem Leben im Allgemeinen zu schaffen, unterstützt durch meinen Freund und Meister Yi-Chung Chen, mit dem ich seit einigen Jahren trainiere.
Weitestgehend. Die Kämpfe versuchen wir möglichst, ohne Double zu choreografieren. Da ich mich aber Ende letzten Jahres etwas schwerer verletzt habe, war mein Double beim letzten Film häufiger im Einsatz.
Ich liebe meinen Beruf, brauche aber zwischen zwei Filmen bewusst die Auszeit mit meiner Familie.
Meine Töchter und ich sind Reiterinnen und lieben es gemeinsam auszureiten. Wir haben zudem seit einem halben Jahr eine kleine Hündin und gehen häufig mit ihr gemeinsam in die Natur und wandern. Zuletzt im wirklich sehr schönen Elbsandsteingebirge.
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Hat Lisa Maria Potthoff Ehemann und Kinder?
Nicht nur in der Karriere von Lisa Maria Potthoff geht es steil bergauf - auch privat hat sie ihr Glück gefunden. Sie ist mit TV-Produzent Thorsten Berg verheiratet und lebt mit ihm und den zwei gemeinsamen Töchtern in Berlin. Die Familie liebt es, gemeinsam zu verreisen oder Musik zu machen. Ob ihre Kinder Mamas Filme schauen dürfen? In einem Interview verriet sie: "So langsam würde ich meiner Großen sagen, dass sie auch mal was gucken kann. Aber eigentlich fände ich es gut, wenn sie möglichst wenig mitbekommen."
Lisa Maria Potthoff als Kommissarin Sarah Kohr
Ihre Durchschlagskraft zeigt Potthoff insbesondere in der Rolle der Kommissarin Sarah Kohr in der gleichnamigen ZDF-Krimi-Serie, die im Zweifelsfall einem Nahkampf nicht abgeneigt ist.
Im neuen "Sarah Kohr"-Film geht es unter anderem um eine vergangene Liebesgeschichte der Hauptfigur. Über diese Liebesgeschichte können die Zuschauerinnen und Zuschauer nichts wissen, weil sie in den vorherigen Filmen nicht Thema war. Es ist sozusagen eine fiktive Vorgeschichte, die auch nur angedeutet wird. Sarah Kohr war verliebt und in einer Beziehung, die sie sehr glücklich gemacht hat.
In "Irrlichter" wollen brutale Corona-Leugner sich an vermeintlichen Pandemie-Profiteuren rächen.
Generell haben Sie in der Krimireihe "Sarah Kohr" immer viele Kampfszenen. Eigentlich würde ich immer "gar nicht" sagen. Aber wir hatten unlängst eine Vorbesprechung mit unserer neuen Regisseurin für den nächsten "Sarah Kohr"-Film und da hat sie mich das auch gefragt. Als ich dann angefangen habe, aufzuzählen, habe ich gemerkt, dass tatsächlich doch immer etwas ist. Auch diesmal tun die Kampfszenen schon beim Zuschauen weh.
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Es ist auch nicht ohne. Deswegen war die Zusammenarbeit mit meinem Schauspielkollegen Lasse Myhr [42] auch so herausragend. Er spielt in "Irrlichter" einen der Corona-Leugner, mit dem ich den Schlusskampf habe. Auch er wollte, dass unsere Kampfszene so echt wie möglich rüberkommt. Natürlich landet dann auch mal eine Faust stärker im Magen - bei mir und bei ihm. Da muss man schon die Zähne zusammenbeißen.
Es geht (zwinkert). Bei Schlägen zum Bauch macht es Sinn, ihn anzuspannen, sonst tut es noch viel mehr weh. Ich trainiere zwar auch für die "Sarah Kohr"-Filme Kampfsport.
Kampfsport als Lebenseinstellung
Sport spielt in meinem Leben eine sehr große Rolle. Ich bin aber keine Sportfanatikerin, ich habe einen sehr gesunden inneren Schweinehund. Mit der Kampfkunst habe ich erst mit Ende 30, also sehr spät angefangen. Aber umso heftiger bin ich in Liebe zu ihr verfallen. Das Erlernen der Kampfkunst ist das Erlernen von etwas sehr Ganzheitlichem. Sie beeinflusst auch die Einstellung zum Leben. Wenn man beispielsweise dem großen Kampfkünstler Bruce Lee [1940-1973, Red.] zuhört, vermittelte er nicht nur das Kämpfen, sondern auch eine mentale Einstellung zum Leben. Die Kampfkunst lehrt einen nicht nur, fit zu sein oder sich gut verteidigen zu können. Du lernst auch Demut zu empfinden, Ausdauer und Biss zu haben, an etwas dranzubleiben. Ich gehe diese Strecke, auch wenn der Weg lang ist.
Wichtig ist, das Gegenüber wertzuschätzen. In jeder Kampkunstart wird der Gegner mit großem Respekt behandelt. Ich habe einen Trainer und Mentor, mit dem ich wirklich gerne meine Zeit verbringe und von dem ich viel lerne, Yi-Chung Chen. Kampfkunst ist auch Gehirntraining. Schritt-Hand-Kombinationen sind auch mentales Training.
Wenn es im Film so aussieht, als würden zwei Menschen haltlos aufeinander einprügeln, ist das hohe Stunt- und Choreografie-Kunst. Es braucht sehr gute Vorbereitung und großes Vertrauen zueinander. In Wahrheit berühren wir uns teilweise nicht mal. Je wilder und freier es aber aussieht, desto besser waren die Absprachen im Vorfeld. Das ist das Faszinierende daran. Kampfkunstszenen kann man mit einer Tanzchoreografie vergleichen.
Lisa Maria Potthoff ist in über 70 Kino- und Fernsehfilmen zu sehen.
Lisa Maria Potthoff über den Film "Carneval"
Mit einen Spielfilm der ARD, „Carneval“, bei dem ich eine große Kampfszene hatte. Der Regisseur wollte diese Kampfsequenz möglichst ohne Double drehen. Ich fand die Vorstellung toll, diese rachsüchtige Frau an körperliche Extreme zu bringen. Das hieß drei Monate Training und ich fing dann erst mal mit Kickboxen und Krav Maga an. Ich dachte, nach drei Monaten ist alles vorbei, ich bin danach wieder einfach Schauspielerin, Mutter und geh zum Yoga. Aber es hat mich nicht mehr losgelassen.
Lisa Maria Potthoff über Erfolg
Er ist sehr gefährlich, weil er auch bequem und selbstverliebt machen kann. Ich bin einigen Schauspielern begegnet, die früh zu Ruhm gekommen sind - von denen hat man nie wieder etwas gehört. Weil sie nicht verstanden haben, dass eine Karriere und ein Beruf nicht in zwei Jahren entschieden wird. Dass man Talent zu Können entwickeln sollte.
Lisa Maria Potthoff über Angst
Dass wir nicht mehr in Frieden leben können. Und dass keine Vielfalt mehr herrscht.
Lisa Maria Potthoff über die Dreharbeiten
Die Dreharbeiten für die Serie „Herzogpark“ dauerten vier Monate lang. Ich bin nach langen Drehtagen regelmäßig zum Kickboxen gegangen, teilweise bis 22 oder 23 Uhr.
