UFC Programm auf ProSieben MAXX: Mixed Martial Arts erobert das deutsche Free-TV

Mixed Martial Arts (MMA) ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Die in Käfigen ausgetragenen Kämpfe sind nicht für zart besaitete Gemüter geeignet. Die UFC, die größte MMA-Liga der Welt, kombiniert verschiedene Kampfsportarten wie (Thai-) Boxen, Judo, Ringen und Jiu-Jitsu unter einem einheitlichen Regelwerk.

Am 3. September 2016 fand zum fünften Mal ein Live-Event der UFC in Deutschland statt. Die UFC Fight Night in Hamburg war seit Wochen ausverkauft, was den wachsenden Erfolg des Kampfsport-Giganten aus Las Vegas unterstreicht. Am Kampfabend wurden mehr als 10.000 Zuschauer in der Hansestadt erwartet.

ProSieben MAXX strahlte die Highlights in der Nacht zum 4. September ab 1:00 Uhr aus. Somit war die UFC erstmals seit fünf Jahren wieder im deutschen Free-TV zu sehen. Wer das Geschehen live verfolgen wollte, musste allerdings auf das Internet ausweichen. Bei ranfighting.de wurde ab 21 Uhr ein Live-Stream angeboten.

Die Anfänge der UFC im deutschen TV

In den ersten elf Jahren nach der Gründung der UFC kamen deutsche Kampfsport-Fans nur über VHS-Kassetten aus dem Ausland in den Genuss hochklassiger MMA-Kämpfe. Am 31. Januar 2004 übertrug der Bezahlsender Premiere erstmals ein UFC-Event live: UFC 46 mit dem WM-Kampf der lebenden Legenden Randy Couture und Vitor Belfort.

Nur zwei Jahre später nahm Premiere die UFC-Events nach fehlgeschlagenen Verhandlungen mit der UFC aus dem Programm. UFC 57 war am 4. Februar 2006 die letzte Übertragung.

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Der erste deutsche UFC-Fighter

Während die hiesigen UFC-Fans in die Röhre guckten, kämpfte Dennis Siver, ein Landesmeister im Kickboxen, als erster Deutscher in der UFC. Am 21. April 2007 feierte der Mannheimer bei UFC 70 sein Octagon-Debüt. Neun Jahre später war er immer noch ein Teil der UFC: 20 Kämpfe hat er bislang für die Organisation bestritten.

Erst letztes Jahr hatte Siver die bedeutende Chance, gegen den Superstar Conor McGregor anzutreten - im Hauptkampf der UFC Fight Night in Boston. Siver verlor die Begegnung vorzeitig, doch mit seinem professionellen Auftreten gegenüber dem provokanten Iren verdiente er sich den Respekt der Fans.

UFC debütiert in Deutschland

2009 sollte das Jahr werden, in dem der UFC in Deutschland der Durchbruch gelingt. Im März begann das DSF, drei UFC-Formate auszustrahlen: die Reality-Show "The Ultimate Fighter", die Highlight-Sendung "UFC Unleashed" sowie unter dem Namen "UFC Fight Night" die eigentlichen Events - jeden Samstag ab 23 Uhr.

Der TV-Vertrag war die Basis für das Live-Debüt. Trotz heftigen Gegenwinds von Politik und Medien organisierte die UFC am 13. Juni 2009 ihre erste Veranstaltung auf deutschem Boden: UFC 99 in Köln. Fast 13.000 Zuschauer jubelten den MMA-Legenden Rich Franklin und Wanderlei Silva zu, die den Hauptkampf bestritten.

BLM verbietet UFC-Formate

Die Freude über UFC-Sendungen im deutschen TV währte nicht lange. Die für das DSF zuständigen Medienwächter der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) verboten im März 2010 nach erneuter Prüfung genau die UFC-Formate, gegen die sie ein Jahr zuvor nichts einzuwenden hatten. Auf das TV-Verbot reagierte die UFC mit einer "Jetzt erst recht"-Einstellung. Bereits am 13. November 2010, nur wenige Monate nach dem TV-Verbot, kehrte die UFC mit einem Live-Event zurück: UFC 122 in Oberhausen. Trotz minimaler Werbung fanden über 8.000 Zuschauer den Weg in die Halle. Dennis Siver erzielte im Co-Hauptkampf gegen den Engländer Andre Winner einen der größten Siege seiner Laufbahn.

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Die Begründung der BLM für das einstige Ausstrahlungsverbot der MMA-Kämpfe war: „Die darin stattfindenden Tabubrüche, wie das Einschlagen auf einen am Boden liegenden Gegner, widersprechen dem Leitbild eines öffentlich-rechtlich getragenen Rundfunks nach Artikel 111a der Bayerischen Verfassung.”

Die UFC Fight Nights in Berlin

Nach UFC 122 konzentrierte sich die UFC zunächst auf leichter zugängliche Märkte, während sie versuchte, Klarheit vor Gericht zu schaffen. Fast vier Jahre dauerte es bis zu ihrem Comeback in Deutschland. Am 31. Mai 2014 fand in Berlin eine UFC Fight Night statt, bei der die deutschen Starter Nick Hein und Peter Sobotta mit Punktsiegen überzeugten.

Nur 13 Monate später, am 20. Juni 2015, richtete die UFC bei der zweiten UFC Fight Night in Berlin ihren ersten WM-Kampf in Kontinentaleuropa aus. Joanna Jedrzejczyk, die polnische Weltmeisterin im Strohgewicht, verteidigte ihren Titel im Hauptkampf des Events gegen Jessica Penne - und die Lokalmatadore Hein und Sobotta fuhren erneut Siege ein. Bei der UFC Fight Night in Hamburg wollten die beiden Deutschen die Zuschauer wieder von den Sitzen reißen.

UFC auf ran FIGHTING

Seit Dezember 2015 ist die UFC auf ran FIGHTING zu sehen, einem Web-TV-Angebot von ProSiebenSat.1. ranFIGHTING.de überträgt die Hauptprogramme aller PPV-Veranstaltungen sowie ausgewählter UFC Fight Nights aus Europa und den USA.

Anfang 2015 wurde bekannt, dass das Münchner Verwaltungsgericht das TV-Verbot für rechtswidrig erklärt hatte: freie Fahrt für Freefights im Fernsehen, zumindest vorläufig. Zunächst auf maxdome, jetzt bei ran und ProSieben Maxx, zusätzlich über das Online-Portal der UFC und bald wohl auch über den neuen Streaming-Dienst DAZN waren die Fights zu sehen.

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Die Zeichen aber stehen gut, dass es für die UFC in Deutschland weiter bergauf gehen wird, und nicht unerheblichen Anteil daran hat das Urteil des Verwaltungsgerichtes München, welches der Liga Ende 2014 den Weg aus der Internetnische ebnete.

Allerdings gab es auch weiterhin Widerstand. Im Februar 2015 bat der Medienrat der BLM ihren Präsidenten, "alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine Aufhebung des verwaltungsgerichtlichen Urteils zu erreichen", im Juli diesen Jahres dann hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof dem Antrag der BLM auf Berufung eingewilligt.

Geändert hat sich am Standpunkt der Behörde gegenüber dem MMA-Sport seit 2010 nichts, noch immer hält man dort die ganze Sache im Grunde für Barbarei: "Dass dies in einem formal sportlichen Rahmen stattfindet, kann die Brutalität und die erhebliche Gefahr für die körperliche Unversehrtheit verharmlosen und bagatellisieren."

Zu Ende ist der Kampf der UFC um Anerkennung in Deutschland noch lange nicht.

Weiteres Programm auf ProSieben MAXX

  • Jeden Samstag: Die neuesten Folgen von "WWE SmackDown" zum Streamen.
  • Jeden Mittwoch neu: Hier gibt's die aktuelle Folge von "WWE Raw" zu sehen.
  • Jeden Freitag: ProSieben MAXX zeigt zahlreiche Anime-Filme.